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Resonanzen

mit Werken von Anna Klüssendorf

Vernissage am Sonntag, 17. November 2019 um 11 Uhr in Schwäbisch Hall

mit Dr. Sabine Heilig


 

Anna Klüssendorf 2014 o.T. Öl auf Leinwand 160 cm x 160 cm
Anna Klüssendorf 2014 o.T. Öl auf Leinwand 160 cm x 160 cm
Anna Klüssendorf o.T. 2011 Öl auf Leinwand 180 cm x 230 cm kla014kü
Anna Klüssendorf o.T. 2011 Öl auf Leinwand 180 cm x 230 cm kla014kü
Anna Klüssendorf o.T. 2017 Öl auf Leinwand 160 cm x 140 cm  Preis auf Anfrage kla012kü
Anna Klüssendorf o.T. 2017 Öl auf Leinwand 160 cm x 140 cm Preis auf Anfrage kla012kü
Anna Klüssendorf o.T. 2018 Öl auf Leinwand 190 cm x 160 cm Preis auf Anfrage kla017kü
Anna Klüssendorf o.T. 2018 Öl auf Leinwand 190 cm x 160 cm Preis auf Anfrage kla017kü

Pressetext

 

RESONANZEN

 

Blätternd in Magazinen und Journalen, greift die Künstlerin Anna Klüssendorf auf den reichhaltigen Nährboden, der schon einmal zum würdigen Bildgegenstand befundenen Bilderflut, unserer modernen Konsumgesellschaft zurück. Das ist das verbindende Element im Werk von Klüssendorf. Denn ohne diesen Schlüssel ist der Betrachter dieser Malerei, hinsichtlich der unterschiedlichen Motive und fehlender Betitelung, orientierungslos ausgeliefert. Die eigenständige, während ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Karin Kneffel entwickelte Handschrift der jungen Malerin, verleiht ihren Arbeiten über eine unverwechselbare Aquarell- und Lasurtechnik eine geheimnisvolle Aura.

 

Eigentlich seit dem es die Fotografie gibt, wird die Sinnhaftigkeit von Malerei in Frage gestellt. Im Digitalen Zeitalter nun, spielt sich eine exponentiell ausbreitende Bilderflut vor unseren Augen ab. Schnell verlieren die einzelnen Abbilder und Motive an Wert und entwickeln ein Verfallsdatum. Verbraucht werden selbst (vermeintlich) zeitlose Meisterwerke wie beispielsweise die Sonnenblumen von Van Gogh. Und doch gehören sie zu unserer Menschheitsgeschichte und beschreiben einen Teil unserer kulturellen Wahrhaftigkeit. Vielleicht können wir uns deshalb an ihnen tatsächlich doch nie ganz satt sehen. Anna Klüssendorf arbeitet dieses Phänomen in ihrer Malerei heraus. Die Farben der Sonnenblumen von Van Gogh beispielsweise, sind durch den „Persönlichkeitsfilter“ von Anna Klüssendorf verblichen und vergilbt. Was übrig bleibt, ist ein immer noch kraftvoller und intensiver Anblick eines schönen Blumenbouquets.

 

Identitätsfragen beschäftigen die Künstlerin auch vor allem in ihren Portraitmalereien. Wie in einem Traum isoliert Klüssendorf den Portraitierten und setzt das von ihr erforschte Wesen symbolisch aufgeladen, über Farbwirkung und Unschärfen, in den Mittelpunkt ihres Bildes. Durch die Transformation des Bildursprungs findet so eine eigentümliche Art der Bekanntheit und Wiedererkennung auf einer neuen Sinnebene statt. Die Stereotypien sind aufgebrochen und mutieren zu einem zeitlosen, einzigartigen Individuum, das nicht mehr in unsere heutige reproduzierbare digitale Bilderwelt passt.

 

Klüssendorf schafft es über ihre Malerei, ihre eigenen Empfindungen, und somit Resonanzen, auf die Bilderwut unserer Gegenwart, in eine werthaltige Übersetzung zu transportieren und erzielt so beim Betrachter wiederum eine Resonanz. Diese darüber erwirkte Adelung des Bildes, oder der einzelnen Motive, ist auch genau der Grund, warum das Medium Malerei bis in unserer Gegenwart hinein, in der zeitgenössischen Kunst, eine noch immer gewichtige Rolle spielt.