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BRUNO KURZ – UND DAS BLAU VOM HIMMEL

02. September bis 14. Oktober 2018 in Schwäbisch Hall 


 


Pressetext

 

Das Besondere an der zeitgenössischen Interpretation von Landschaftsmalerei ist nicht nur ihr künstlerischer Freiraum, elementaren Naturerlebnissen mit gestischem Pinselduktus Ausdruck zu verleihen – ohne den Menschen in unmittelbaren bildnerischen Bezug setzen zu müssen – sondern, darüber hinaus, über ihre abstrakten Dimensionen die Malerei als solche zu thematisieren.

Der Maler Bruno Kurz beherrscht die Klaviatur dieses, in unsere Epoche überführten, Genres in der Fülle all ihrer Akkorde. Seine künstlerische Biografie wurzelt in der Stilrichtung der „Neuen Wilden“ aus den 1980er und 1990er Jahren, denn sie verschafften ihm den Freiraum für die Entwicklung seiner Malerei hin zur Essenz von Ruhe in Bezug auf Komposition und Format, die der Schönheit des Farbraums Entfaltung gewährt. Diese eine Stringente in seinem Œuvre zelebriert das Klingen der Farbe und ließ sie über die Jahre hinweg zur Inkarnation von Meditation werden. Es sind ruhige Horizontmotive, die meist im quadratischen Format in abbildender Hinsicht der Natur nur insofern nahe kommen, als sich die gegenüberstehenden Farbräume im Bild, in Himmel und Erde aufteilen und interpretieren lassen. Vielmehr zeigen sie den sich einstellenden Frieden, den die Naturerfahrung im Menschen auslösen kann. Es sind poetische Kompositionen aus Farbe, die die frische Kühle des Morgens genauso, wie das goldene Flirren der Mittagshitze oder das Zirpen der Grillen in der würzigen Abenddämmerung, mal mehr, mal weniger monochrom verkörpern.

Das andere Kontinuum im Werk von Bruno Kurz ist, entgegengesetzt zur Ruhe, die Expressivität. Sein neuer Zyklus „Spring North“ tritt dem Betrachter radikal und energiegeladen gegenüber. Er offenbart die für den Menschen unkontrollierbaren und unbändigen Kräfte der Natur. Sie sind für uns nicht mehr das Mysterium in Form von Göttern, welches sie einst waren. Und trotzdem sind wir ihnen ausgeliefert. Wieder sind die Malereien von Bruno Kurz Verkörperungen der Gefühle, die die Natur in uns auslöst – in diesem Fall ist es die Ehrfurcht. Der Horizont wird mittels gestischer Wucht aufgebrochen und der Raum neu definiert. Es öffnen sich Bahnen, die die Wirklichkeit ins Bild setzen und Wetter somit spürbar machen. Farbe wird zu Licht und das Blau vom Himmel zeigt sich in spektraler Vielgestaltigkeit. Aufgrund der Heftigkeit des malerischen Gestus, tritt der inhaltliche Bestandteil, das Motiv der Arbeiten, in den Hintergrund und der Betrachter wird vielmehr auf die Struktur und die Dynamik der Farbe im Sinne von Malerei fokussiert. In der Ausstellung „Und das Blau vom Himmel“ zeigt die Galerie Cyprian Brenner in der Langen Straße 32 in Schwäbisch Hall von 02. September 2018 (Vernissage um11 Uhr, mit einem Gespräch des Künstlers Bruno Kurz und der Kunsthistorikerin Dr. Sabine Heilig) bis 14. Oktober 2018, aktuellste Arbeiten aus den expressiven (Spring North) als auch den meditativen Werkzyklen.