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Mirko Schallenberg – Berliner Realismus

24. Juni bis 22. August 2018 in der Langen Straße 32 in Schwäbisch Hall


 

Mirko Schallenberg Schalung 2017 Öl auf Leinwand 180 cm x 165 cm scm026ko
Mirko Schallenberg Schalung 2017 Öl auf Leinwand 180 cm x 165 cm scm026ko
Mirko Schallenberg Raummaß 2015 Öl auf Leinwand 175 cm x 175 cm scm007ko
Mirko Schallenberg Raummaß 2015 Öl auf Leinwand 175 cm x 175 cm scm007ko

Pressetext

 

Die übergroßen und mit spürbarer Haptik dargestellten Gegenstände auf den Gemälden von Mirko Schallenberg erzählen uns durch ihre besondere Anordnung auf subtile Weise Geschichten vom Verlust der magischen Welt und beweisen gleichzeitig wiederum ihre Existenz indem sie die philosophische Frage nach dem Sein aufwerfen.

 

Wie generiert sich unsere Realität? Gibt es ein Grundprinzip, das sich hinter den real existierenden Dingen verbirgt oder handelt es sich um rein verstandesgemäße Begriffsbildungen? Das sind die philosophischen Fragen, die die Menschheit seit der Antike beschäftigen und die wir das Universalproblem nennen. Die Malerei des Berliner Künstlers Mirko Schallenberg kommt dem Rätsel ein Stück näher und liefert eine mögliche Antwort auf dieses ontologische Rätsel.

Der Zugang zu seinen skulpturalen Stillleben ist sehr einfach: Ästhetisch und spannungsvoll arrangiert, zeigen sie uns vertraute Alltagsgegenstände in kraftvoller und stofflicher Haptik. In welchem Verhältnis jedoch stehen die Dinge zueinander und was bedeuten diese Konstellationen, die wie Versuchsanordnungen aussehen? In diesem Arrangement verbirgt sich das Rätsel. Um ihm auf die Spur zu kommen muss man die Bilder etwas genauer analysieren. Sie behandeln das was ist, sie beschäftigen sich mit dem Sein und das verdeutlichen sie, indem sie die Gegenstände übergroß abbilden, noch dazu in einer geradezu greifbaren Haptik. Die Beziehungen der Gegenstände untereinander, in welchem Verhältnis sie zueinander abgebildet sind – ihre Konstellationen also – sind die Auswirkungen des Grundprinzips, das sich hinter dem Sein verbirgt. Das ist die metaphysische Komponente, in der der Schlüssel zum philosophischen Rätsel versteckt liegt. Mirko Schallenberg unterwirft die Gegenstände auf seiner Leinwand keiner naturgegebenen Ordnung, es ist eine von Menschen gemachte. Damit veranschaulicht er die Funktionsweise des Grundprinzips und entlarvt es als erfahrbares Konstrukt. Die Labilität der Anordnung einiger Gegenstände beleuchten möglicherweise unvermeidbare Veränderungsprozesse oder sogar die erneuernde und kreative Kraft der Zerstörung. Gleichzeitig erinnert er aber auch an die Metaphysik, an einen Kosmos reich an Konstellationen und voll von ungelösten Rätseln. Letztendlich bleibt die Frage nach dem Grundprinzip wieder offen, doch zumindest können wir die Kunst von Mirko Schallenberg einordnen: Es ist eine konstruktive, metaphysische Malerei, die sich mit den Rätseln unserer Realität auseinandersetzt um dem letzten Funken Magie in unserer durchgeplanten Realität Raum zu geben. Ein kleines Stück Mystik bleibt erhalten, weil wir selbst die Stillleben von Mirko Schallenberg nicht vollständig zu entschlüsseln vermögen.