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Ausstellung „

ZWISCHENWELTEN“ mit arbeiten des Künstlerpaares Kathrin Rank und Mirko Schallenberg 12. SEPTEMBER BIS 18. OKTOBER 2020

in

Augsburg


Kathrin Rank, Wolkenfänger,  2009-07.2020, Öl auf Leinwand, 121 cm x 136 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Kathrin Rank, Wolkenfänger, 2009-07.2020, Öl auf Leinwand, 121 cm x 136 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Mirko Schallenberg Das Matroschkaprinzip 2020 Öl auf Leinwand 50 cm × 50 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Das Matroschkaprinzip 2020 Öl auf Leinwand 50 cm × 50 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Weltbild (abseitig) 2019 Öl auf Leinwand 106 cm × 85 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Weltbild (abseitig) 2019 Öl auf Leinwand 106 cm × 85 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Der Zahl Zufall 2020, Öl auf Leinwand 50 cm × 50 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Der Zahl Zufall 2020, Öl auf Leinwand 50 cm × 50 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Resonanz 2020 Öl auf Leinwand 165 cm x 160 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Resonanz 2020 Öl auf Leinwand 165 cm x 160 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Morphe 2019 Öl auf Leinwand 146 cm × 160 cm Preis auf Anfrage
Mirko Schallenberg Morphe 2019 Öl auf Leinwand 146 cm × 160 cm Preis auf Anfrage
Kathrin Rank, Gezeiten III, 2016, Öl auf Leinwand, 125 x 240 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Kathrin Rank, Gezeiten III, 2016, Öl auf Leinwand, 125 x 240 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Kathrin Rank, Gezeiten VI, 2018, Öl auf Leinwand, 125 cm x 250 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Kathrin Rank, Gezeiten VI, 2018, Öl auf Leinwand, 125 cm x 250 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Kathrin Rank, Vermessung, 2020, Öl auf Leinwand,100 cm x 200 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE
Kathrin Rank, Vermessung, 2020, Öl auf Leinwand,100 cm x 200 cm, Preis auf Anfrage, SÜDWESTGALERIE

 

 

Pressetext

 

ZWISCHENWELTEN

 

Wie faszinierend und produktiv partnerschaftliche Beziehungen oder gar Symbiosen zwischen zwei Künstler*innen sein können, beweisen so berühmte Namen wie Jackson Pollock und Lee Krasner, Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle, Bernd und Hilla Becher oder Rosa Loy und Neo Rauch, um nur einige zu nennen. Paare als Kunstkollektiv gehören heute längst zum Kunstalltag. Wesentlich ist, dass sie gemeinsam etwas schaffen bzw. unterscheidbar als Urheber*innen auftreten. Doch wie stellt sich das partnerschaftliche Zusammenleben zweier junger Künstler*innen heute dar? Führt private Nähe auch zu künstlerischer/formaler Annäherung oder gerade zur Abgrenzung, zum bewussten Kontrast? Werden über die jahrelange Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Arbeit des Anderen, Einflüsse und Adaptionen sichtbar? Kathrin Rank und Mirko Schallenberg leben und arbeiten in Berlin seit Jahren Tür an Tür. Die in der Galerie Cyprian Brenner – Ecke Galerie Augsburg gezeigte gegenständliche Malerei der ehemaligen Meisterschüler von Prof. Hermann Albert bieten in der Ausstellung „ZWISCHENWELTEN“ eine ideale Plattform für einen spannungsreichen Ausstellungsrundgang und geben bildhafte Antworten.

 

Das markanteste Merkmal der Bilder Mirko Schallenbergs sind fragile Konstruktionen, die in kleinen und großen Formaten malerisch ein Arrangement aus Vasen, Brettern, Steinen und weiteren Gegenständen bilden. Die Körperhaftigkeit der Dinge und die damit verbundene Prägnanz werden so auf dem Bild konstruiert, bis auch die unwahrscheinlichste Zusammenkunft der Dinge in eine stimmige Anordnung als eine Art Stillleben gebracht wurde. Doch die Arbeiten von Mirko Schallenberg sprechen vom Leben der Objekte und auch von ihrer Vergänglichkeit, da sie nur in diesem einen Moment in diesem Bild existieren können. Ein subtil fragiles Netz von erstarrten Gegenständen, Insekten, Flora und Fauna, welches durch die kleinste Veränderung der Konstellation zusammenbrechen könnte. Die genau ausbalancierten Kompositionen erlauben den dargestellten Objekten direkt mit den Betrachter*innen zu kommunizieren, sodass die scheinbar leblosen Dinge lebendig werden, sich bewegen möchten. So finden die Betrachter*Innen eine rätselhaft schöne, neue Welt im Alltäglichen. Die Auseinandersetzung mit der überspitzten, materiellen Welt liefert Mirko Schallenberg nie versiegende Inspirationsquellen. Schlussendlich ist die Malerei von Schallenberg, der einen Lehrauftrag an der Berliner Akademie für Malerei hat, die Enteisungsmaschine, in welcher die Dinge wieder aufgetaut und von den Betrachter*innen zum Leben erweckt werden sollen.

 

Bei Kathrin Rank wird auf umgekehrtem Weg das Erzählerisch-Figürliche verdinglicht. Ihre Bilder zeigen Ein- und Ausblicke in ausgedachte Landschaften und Räumen aus Erinnerungen und dem World Wide Web und spielen mit der Wirkung von Licht- und Schattensituationen von Figuren, die durch Gegenlicht zu Silhouetten werden. Die Bildbetrachter*innen werden zu Beobachter*innen, welche voyeuristisch, wie in filmischen Suspense-Situationen von Alfred Hitchcock, gemeinsam mit den gemalten anonymen Betrachter*innen ins Bild blicken. Hierbei nähern sich die Betrachter*innen oftmals mit einem Fernglas im Geheimen dem Objekt des Begehrens und machen sich so das begehrte Fremde zu Eigen. Das Bildpersonal, auf ihren Umriss reduziert, ist auch in der Gruppe seltsam vereinzelt und in einer unergründlichen Distanz zu ihrer Umgebung gefangen. Sie schaffen so einen offenen Denk- und Identifikationsraum für die Betrachter*innen, die in diesen Raum eintreten. Wird die perspektivische Darstellung im Allgemeinen dazu verwendet Raum und damit auch Zeit plausibel zu machen, fallen hier Nähe und Ferne, Raum und Zeit zusammen – Außenlandschaft wird zur Innenlandschaft. Der eben noch erlebte Augenblick wird eingefroren, das Wesentliche schält sich heraus. Die beiden Künstler*innen malen an diesem Wesentlichen, sodass ihre Bilder zu Metaphern für das „memento mori“ alles Weltlichen werden.

 

Eröffnung: 12. September 2020 | 12 bis 18 Uhr | Kathrin Rank und Mirko Schallenberg sind anwesend

Laufzeit: 12. September bis 18. Oktober 2020