GCB Kunstlexikon
OTTO BAUM
KUNSTWERKE OTTO BAUM
Die wichtigsten und bekanntesten Kunstwerke von Otto Baum gliedern sich in folgende Bereiche:
1. Weibliche Akte und Torsos
„Stehendes Mädchen“ (vor 1936): Dies ist kunsthistorisch eines seiner wichtigsten Werke. Die Skulptur wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und 1937 in der berüchtigten Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ zur Schau gestellt.
„Kämmende“ (auch Kämmendes Mädchen oder Mädchen am Morgen, 1930): Eine seiner bekanntesten, feingliedrigen Bronzearbeiten aus der frühen Schaffensphase.
„Urmutter“ (um 1945/50): Eine aus weißem Marmor gehauene Plastik, die exemplarisch für seine organische, blockhafte Formensprache nach dem Zweiten Weltkrieg steht.
„Mädchenkopf (Renate)“ (1946): Eine reduzierte, fast meditative Porträtstudie aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
2. Die berühmten Tierplastiken („Lochofanten“)
Baum entwickelte eine ganz eigene Art der Tierdarstellung, bei der er die Körpermasse durch organische Durchbrüche (Löcher) auflockerte. Seine Elefantenskulpturen begründeten in der Kunstwelt den humorvollen Begriff der „Lochofanten“.
„Elefant (Elefantenmal)“ (1948/49): Eines der markantesten Beispiele dieser Durchbruch-Plastik.
„Kleiner Elefant“ (1950/53)
„Großes Pferd“ (1955) und „Kleines Pferd“ (1955): Stark reduzierte, fast zeichenhafte Tierkörper.
„Taube“ (vor 1977): Ein weiteres, organisches Tiermotiv.
3. Monumentalwerke und Kunst im öffentlichen Raum
In den 1950er- und 1960er-Jahren schuf Baum mehrere Großplastiken für Schulen, Hochschulen und Städte in Baden-Württemberg.
„Tor“ | „Der Bildungshammer“ (1966) in Ludwigsburg: Eine monumentale Bronzeplastik, die auf dem Campus zwischen der Pädagogischen Hochschule und der Mensa steht. Sie gilt symbolisch als „Tor zur Bildung“ und „menschliche Brücke“ zwischen Lehrenden und Lernenden.
„Mahnmal für die gefallenen Schüler“ (1960) in Stuttgart-Berg: Ein wichtiges öffentliches Gedenkmonument.
„Kerben der Erfahrung“ (1957): Eine über einen Meter hohe Stele, die den Übergang zu rein geometrisch-abstrahierten Formen markiert.
BIOGRAFIE OTTO BAUM
GEBURTSJAHR | 1900 | GEBURTSORT | Leonberg | TODESJAHR | 1977 | STERBEORT | Esslingen am Neckar
1922 Heirat mit Herta Baum geb. Raeke
1925 Geburt der Tochter Ingrid
Kriegsdienst in der U-Boot-Abteilung der II. Matrosendivision in Wilhelmshaven
1922 – 1924 Farbenmischer in einer Stuttgarter Farbenfabrik
1929 Reise nach Paris
1932 Besuch der weltweit ersten Museumsretrospektive von Pablo Picasso im Kunsthaus Zürich
1936 Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten
1937 Das stehende Mädchen von Otto Baum wird auf der Münchener Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt
1940 Kriegsdienst in der 58. Landesschützenkompanie in Polen
1942 Arbeitsverbot
1943 bis Kriegsende Zwangsverpflichtung | Entwürfe für Tarnzwecke
1947 Bezug seines neuerbautes Atelier- und Wohnhauses in Esslingen
AUSBILDUNG OTTO BAUM
1924 – 1927 Studium an der Kunstakademie Stuttgart Malerei bei den Professoren Robert Poetzelberger, Hans Spiegel und Arnold Waldschmidt
1930 – 1934 zweites Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart bei Ludwig Habich
LEHRTÄTIGKEIT OTTO BAUM
1946 Berufung an die Stuttgarter Akademie | Leiter einer Bildhauerklasse
1956 Ernennung zum Professor an der Stuttgarter Akademie
1965 Emeritierung
SCHÜLER VON OTTO BAUM AN DER AKADEMIE STUTTGART
AUSWAHL
Hans Dieter BohnetHerbert Baumann
Christa Roesner-Drenhaus
K. H. Türk
Eckhart Dietz
Reinhold Georg Müller
Fritz Schwegler
Brigitte Wilhelm
MITGLIEDSCHAFTEN OTTO BAUM
1950 Aufnahme Deutscher Künstlerbund
SAMMLUNGEN OTTO BAUM
AUSWAHL
Sammlung Albert Gayler in Pfullingen
Galerie der Stadt Sindelfingen
Kunstmuseum Stuttgart
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
1949 Lochofant | Silcherschule Stuttgart
1957 Relief Schlachttiere | Stuttgart
1960 Mauerrelief Mahnmal für die gefallenen Schüler | Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule Stuttgart
1964 Tor | Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
AUSSTELLUNGEN OTTO BAUM
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1929 Ulmer Schwörhaus | Kunstverein Ulm
1953 Otto Baum und Paul Fontaine | Kunsthalle Barmen | Studio für neue Kunst | Wuppertal
1954 HAP Grieshaber – Otto Baum | Württembergischer Kunstverein
1998 Der Bildhauer Otto Baum | Verfemt und vergessen | Galerieverein Leonberg
2000 Retrospektive zum 100. Geburtstag | Galerie der Stadt Esslingen | Villa Merkel.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1930 1. Ausstellung der Juryfreien Künstlervereinigung | Stuttgarter Kunstverein
1934 Kunstverein Ulm
1946 Moderne Malerei und Plastik | Städtisches Museum Lindau-Bodensee
1947 Deutsche Kunst der Gegenwart | Baden-Baden
1947 Moderne Deutsche Kunst | Kunstgebäude Tübingen
1947 Stuttgarter Sezession | Württembergischer Kunstverein | Künstlerhaus Sonnenhalde Stuttgart
1949 Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart | Staatenhaus der Messe Köln
1950 Deutsche und französische Kunst der Gegenwart Kunsthalle Recklinghausen.
1951 Deutscher Künstlerbund | 1. Ausstellung | Hochschule für Bildende Künste | Berlin
1952 Freie Gruppe württembergischer Maler und Bildhauer | Staatsgalerie Stuttgart
1952 Internationale Kunstausstellung | St Moritz.
1954 Arte Alemán actual. Exposixión de Deutscher Kunstrat e. V. | Mexiko-Stadt
1955 Kunstausstellung Baden-Württemberg | Württembergischer Kunstverein | Stuttgart
1957 German Art of the Twentieth Century | The Museum of Modern Art MoMA | New York
1959 Deutsche Kunst 1959 | Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.
1959 5. Landeskunstausstellung Tübingen | Künstlerbund Baden-Württemberg
1960 Schwäbische Plastik seit 1900 | Galerie Fähre Bad Saulgau
1972 Sammlung Lütze | Deutsche Kunst des XX. Jahrhunderts | | Staatsgalerie Stuttgart
1982 Kunst der 50er Jahre in Baden-Württemberg | Prinz-Max Palais Karlsruhe
1986 Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Baden-Württemberg | 25 Jahre Galerie der Stadt Stuttgart im Kunstgebäude
1988 Stuttgarter Kunst von 1913 – 1936 | Landesvertretung Baden-Württemberg | Bonn
1989 Aufbruch ’51. Versuch einer Rekonstruktion | Skulpturenmuseum Glaskasten | Marl
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Nijmeegs Museum Commanderie van Sint-Jan | Frans Halsmuseum | Haarlem
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Gerhard Marcks-Haus | Bremen
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Westfälisches Landesmuseum | Münster
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Wilhelm-Lehmbruck-Museum | Duisburg
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Städtische Kunsthalle Mannheim
1993 Südwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne 1914 – 1945 | Staatliche Kunstsammlungen Dresden
1998 Stunde Null. Deutsche Kunst der späten vierziger Jahre | Staatsgalerie Stuttgart
WERKBESCHREIBUNG OTTO BAUM
SCHWERPUNKTE / MEDIEN
STIL
figurativ | Klassische Moderne |
THEMEN/MOTIVE/WERKE
menschliche Akte, Porträts, Tierdarstellungen
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das bildhauerische Werk von Otto Baum zeichnet sich durch eine radikale Vereinfachung hin zur klaren plastischen Form aus. Die Plastiken werden organisch aufgebaut, die Grenzen zur Abstraktion ausgelotet und die Formen auf Weniges und Wesentliches reduziert.
KÜNSTLERPORTRÄT OTTO BAUM
Otto Baum (1900–1977): In Leonberg geborener Bildhauer und einflussreicher Hochschullehrer, der als einer der bedeutendsten Wegbereiter der abstrakten und formreduzierten Nachkriegsplastik im deutschen Südwesten gilt. Nach einer Farbenmischer-Lehre studierte er an der Stuttgarter Kunstakademie und unternahm prägende Studienreisen nach Italien und Paris, wo er sich früh von der mimetischen, rein abbildenden Bildhauerei abwandte. Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet er kulturpolitisch ins Abseits, erhielt Ausstellungsverbot und musste seine Kunst im Verborgenen weiterentwickeln. Trotz dieser Isolation verfolgte er konsequent den Weg der extremen Formvereinfachung hin zur autonomen, reinen Plastik, für die ihn internationale Kollegen wie Hans Arp und Henry Moore tief schätzten. Im Jahr 1946 folgte die späte Anerkennung: Er wurde als Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen, wo er bis 1965 eine der prägendsten Bildhauerklassen (Herbert Baumann, Dieter Bohnet, Reinhold G. Müller, Ursula Sachs) der Region leitete. Baums berühmte Werkgruppen (darunter stark abstrahierte, blockhafte Tierplastiken und menschliche Torsi) untersuchten das organische Spannungsverhältnis von Volumen, Masse und Raum im Sinne der klassischen Moderne. Als Teilnehmer der historischen documenta 1 (1955) in Kassel sowie durch zahlreiche monumentale Aufträge legte er ein fundamentales, kompromissloses Fundament für die Akzeptanz ungegenständlicher Skulptur im öffentlichen Raum des Südwestens.
ZITATE OTTO BAUM
„Ich habe aus mir herausgeholt, was zu holen war; ich habe mich nicht geschont. Mir genügen einige Arbeiten, von denen ich sagen kann «Sie stehen». Es kommt eine Grenze, wo man die Kraft haben müsste, nein zu sagen und aufzuhören, wenn man es sich leisten kann, zu schweigen und zu gehen.“ | Otto Baum 1965
STICHWORTE OTTO BAUM
Kunst der Moderne, deutscher Bildhauer, Freiheit der bildnerischen Formen, reine Form, abstrakte reduktive Formensprache, Suche nach Urformen
LINKS OTTO BAUM
OTTO BAUM
KUNSTWERKE OTTO BAUM
Die wichtigsten und bekanntesten Kunstwerke von Otto Baum gliedern sich in folgende Bereiche:
1. Weibliche Akte und Torsos
„Stehendes Mädchen“ (vor 1936): Dies ist kunsthistorisch eines seiner wichtigsten Werke. Die Skulptur wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und 1937 in der berüchtigten Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ zur Schau gestellt.
„Kämmende“ (auch Kämmendes Mädchen oder Mädchen am Morgen, 1930): Eine seiner bekanntesten, feingliedrigen Bronzearbeiten aus der frühen Schaffensphase.
„Urmutter“ (um 1945/50): Eine aus weißem Marmor gehauene Plastik, die exemplarisch für seine organische, blockhafte Formensprache nach dem Zweiten Weltkrieg steht.
„Mädchenkopf (Renate)“ (1946): Eine reduzierte, fast meditative Porträtstudie aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
2. Die berühmten Tierplastiken („Lochofanten“)
Baum entwickelte eine ganz eigene Art der Tierdarstellung, bei der er die Körpermasse durch organische Durchbrüche (Löcher) auflockerte. Seine Elefantenskulpturen begründeten in der Kunstwelt den humorvollen Begriff der „Lochofanten“.
„Elefant (Elefantenmal)“ (1948/49): Eines der markantesten Beispiele dieser Durchbruch-Plastik.
„Kleiner Elefant“ (1950/53)
„Großes Pferd“ (1955) und „Kleines Pferd“ (1955): Stark reduzierte, fast zeichenhafte Tierkörper.
„Taube“ (vor 1977): Ein weiteres, organisches Tiermotiv.
3. Monumentalwerke und Kunst im öffentlichen Raum
In den 1950er- und 1960er-Jahren schuf Baum mehrere Großplastiken für Schulen, Hochschulen und Städte in Baden-Württemberg.
„Tor“ | „Der Bildungshammer“ (1966) in Ludwigsburg: Eine monumentale Bronzeplastik, die auf dem Campus zwischen der Pädagogischen Hochschule und der Mensa steht. Sie gilt symbolisch als „Tor zur Bildung“ und „menschliche Brücke“ zwischen Lehrenden und Lernenden.
„Mahnmal für die gefallenen Schüler“ (1960) in Stuttgart-Berg: Ein wichtiges öffentliches Gedenkmonument.
„Kerben der Erfahrung“ (1957): Eine über einen Meter hohe Stele, die den Übergang zu rein geometrisch-abstrahierten Formen markiert.
BIOGRAFIE OTTO BAUM
GEBURTSJAHR | 1900 | GEBURTSORT | Leonberg | TODESJAHR | 1977 | STERBEORT | Esslingen am Neckar
1922 Heirat mit Herta Baum geb. Raeke
1925 Geburt der Tochter Ingrid
Kriegsdienst in der U-Boot-Abteilung der II. Matrosendivision in Wilhelmshaven
1922 – 1924 Farbenmischer in einer Stuttgarter Farbenfabrik
1929 Reise nach Paris
1932 Besuch der weltweit ersten Museumsretrospektive von Pablo Picasso im Kunsthaus Zürich
1936 Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten
1937 Das stehende Mädchen von Otto Baum wird auf der Münchener Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt
1940 Kriegsdienst in der 58. Landesschützenkompanie in Polen
1942 Arbeitsverbot
1943 bis Kriegsende Zwangsverpflichtung | Entwürfe für Tarnzwecke
1947 Bezug seines neuerbautes Atelier- und Wohnhauses in Esslingen
AUSBILDUNG OTTO BAUM
1924 – 1927 Studium an der Kunstakademie Stuttgart Malerei bei den Professoren Robert Poetzelberger, Hans Spiegel und Arnold Waldschmidt
1930 – 1934 zweites Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart bei Ludwig Habich
LEHRTÄTIGKEIT OTTO BAUM
1946 Berufung an die Stuttgarter Akademie | Leiter einer Bildhauerklasse
1956 Ernennung zum Professor an der Stuttgarter Akademie
1965 Emeritierung
SCHÜLER VON OTTO BAUM AN DER AKADEMIE STUTTGART
AUSWAHL
Hans Dieter BohnetHerbert Baumann
Christa Roesner-Drenhaus
K. H. Türk
Eckhart Dietz
Reinhold Georg Müller
Fritz Schwegler
Brigitte Wilhelm
MITGLIEDSCHAFTEN OTTO BAUM
1950 Aufnahme Deutscher Künstlerbund
SAMMLUNGEN OTTO BAUM
AUSWAHL
Sammlung Albert Gayler in Pfullingen
Galerie der Stadt Sindelfingen
Kunstmuseum Stuttgart
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
1949 Lochofant | Silcherschule Stuttgart
1957 Relief Schlachttiere | Stuttgart
1960 Mauerrelief Mahnmal für die gefallenen Schüler | Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule Stuttgart
1964 Tor | Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
AUSSTELLUNGEN OTTO BAUM
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1929 Ulmer Schwörhaus | Kunstverein Ulm
1953 Otto Baum und Paul Fontaine | Kunsthalle Barmen | Studio für neue Kunst | Wuppertal
1954 HAP Grieshaber – Otto Baum | Württembergischer Kunstverein
1998 Der Bildhauer Otto Baum | Verfemt und vergessen | Galerieverein Leonberg
2000 Retrospektive zum 100. Geburtstag | Galerie der Stadt Esslingen | Villa Merkel.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1930 1. Ausstellung der Juryfreien Künstlervereinigung | Stuttgarter Kunstverein
1934 Kunstverein Ulm
1946 Moderne Malerei und Plastik | Städtisches Museum Lindau-Bodensee
1947 Deutsche Kunst der Gegenwart | Baden-Baden
1947 Moderne Deutsche Kunst | Kunstgebäude Tübingen
1947 Stuttgarter Sezession | Württembergischer Kunstverein | Künstlerhaus Sonnenhalde Stuttgart
1949 Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart | Staatenhaus der Messe Köln
1950 Deutsche und französische Kunst der Gegenwart Kunsthalle Recklinghausen.
1951 Deutscher Künstlerbund | 1. Ausstellung | Hochschule für Bildende Künste | Berlin
1952 Freie Gruppe württembergischer Maler und Bildhauer | Staatsgalerie Stuttgart
1952 Internationale Kunstausstellung | St Moritz.
1954 Arte Alemán actual. Exposixión de Deutscher Kunstrat e. V. | Mexiko-Stadt
1955 Kunstausstellung Baden-Württemberg | Württembergischer Kunstverein | Stuttgart
1957 German Art of the Twentieth Century | The Museum of Modern Art MoMA | New York
1959 Deutsche Kunst 1959 | Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.
1959 5. Landeskunstausstellung Tübingen | Künstlerbund Baden-Württemberg
1960 Schwäbische Plastik seit 1900 | Galerie Fähre Bad Saulgau
1972 Sammlung Lütze | Deutsche Kunst des XX. Jahrhunderts | | Staatsgalerie Stuttgart
1982 Kunst der 50er Jahre in Baden-Württemberg | Prinz-Max Palais Karlsruhe
1986 Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Baden-Württemberg | 25 Jahre Galerie der Stadt Stuttgart im Kunstgebäude
1988 Stuttgarter Kunst von 1913 – 1936 | Landesvertretung Baden-Württemberg | Bonn
1989 Aufbruch ’51. Versuch einer Rekonstruktion | Skulpturenmuseum Glaskasten | Marl
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Nijmeegs Museum Commanderie van Sint-Jan | Frans Halsmuseum | Haarlem
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Gerhard Marcks-Haus | Bremen
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Westfälisches Landesmuseum | Münster
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Wilhelm-Lehmbruck-Museum | Duisburg
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Städtische Kunsthalle Mannheim
1993 Südwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne 1914 – 1945 | Staatliche Kunstsammlungen Dresden
1998 Stunde Null. Deutsche Kunst der späten vierziger Jahre | Staatsgalerie Stuttgart
WERKBESCHREIBUNG OTTO BAUM
SCHWERPUNKTE / MEDIEN
STIL
figurativ | Klassische Moderne |
THEMEN/MOTIVE/WERKE
menschliche Akte, Porträts, Tierdarstellungen
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das bildhauerische Werk von Otto Baum zeichnet sich durch eine radikale Vereinfachung hin zur klaren plastischen Form aus. Die Plastiken werden organisch aufgebaut, die Grenzen zur Abstraktion ausgelotet und die Formen auf Weniges und Wesentliches reduziert.
KÜNSTLERPORTRÄT OTTO BAUM
Otto Baum (1900–1977): In Leonberg geborener Bildhauer und einflussreicher Hochschullehrer, der als einer der bedeutendsten Wegbereiter der abstrakten und formreduzierten Nachkriegsplastik im deutschen Südwesten gilt. Nach einer Farbenmischer-Lehre studierte er an der Stuttgarter Kunstakademie und unternahm prägende Studienreisen nach Italien und Paris, wo er sich früh von der mimetischen, rein abbildenden Bildhauerei abwandte. Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet er kulturpolitisch ins Abseits, erhielt Ausstellungsverbot und musste seine Kunst im Verborgenen weiterentwickeln. Trotz dieser Isolation verfolgte er konsequent den Weg der extremen Formvereinfachung hin zur autonomen, reinen Plastik, für die ihn internationale Kollegen wie Hans Arp und Henry Moore tief schätzten. Im Jahr 1946 folgte die späte Anerkennung: Er wurde als Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen, wo er bis 1965 eine der prägendsten Bildhauerklassen (Herbert Baumann, Dieter Bohnet, Reinhold G. Müller, Ursula Sachs) der Region leitete. Baums berühmte Werkgruppen (darunter stark abstrahierte, blockhafte Tierplastiken und menschliche Torsi) untersuchten das organische Spannungsverhältnis von Volumen, Masse und Raum im Sinne der klassischen Moderne. Als Teilnehmer der historischen documenta 1 (1955) in Kassel sowie durch zahlreiche monumentale Aufträge legte er ein fundamentales, kompromissloses Fundament für die Akzeptanz ungegenständlicher Skulptur im öffentlichen Raum des Südwestens.
ZITATE OTTO BAUM
„Ich habe aus mir herausgeholt, was zu holen war; ich habe mich nicht geschont. Mir genügen einige Arbeiten, von denen ich sagen kann «Sie stehen». Es kommt eine Grenze, wo man die Kraft haben müsste, nein zu sagen und aufzuhören, wenn man es sich leisten kann, zu schweigen und zu gehen.“ | Otto Baum 1965
STICHWORTE OTTO BAUM
Kunst der Moderne, deutscher Bildhauer, Freiheit der bildnerischen Formen, reine Form, abstrakte reduktive Formensprache, Suche nach Urformen
LINKS OTTO BAUM
OTTO BAUM
KUNSTWERKE OTTO BAUM
Die wichtigsten und bekanntesten Kunstwerke von Otto Baum gliedern sich in folgende Bereiche:
1. Weibliche Akte und Torsos
„Stehendes Mädchen“ (vor 1936): Dies ist kunsthistorisch eines seiner wichtigsten Werke. Die Skulptur wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und 1937 in der berüchtigten Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ zur Schau gestellt.
„Kämmende“ (auch Kämmendes Mädchen oder Mädchen am Morgen, 1930): Eine seiner bekanntesten, feingliedrigen Bronzearbeiten aus der frühen Schaffensphase.
„Urmutter“ (um 1945/50): Eine aus weißem Marmor gehauene Plastik, die exemplarisch für seine organische, blockhafte Formensprache nach dem Zweiten Weltkrieg steht.
„Mädchenkopf (Renate)“ (1946): Eine reduzierte, fast meditative Porträtstudie aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
2. Die berühmten Tierplastiken („Lochofanten“)
Baum entwickelte eine ganz eigene Art der Tierdarstellung, bei der er die Körpermasse durch organische Durchbrüche (Löcher) auflockerte. Seine Elefantenskulpturen begründeten in der Kunstwelt den humorvollen Begriff der „Lochofanten“.
„Elefant (Elefantenmal)“ (1948/49): Eines der markantesten Beispiele dieser Durchbruch-Plastik.
„Kleiner Elefant“ (1950/53)
„Großes Pferd“ (1955) und „Kleines Pferd“ (1955): Stark reduzierte, fast zeichenhafte Tierkörper.
„Taube“ (vor 1977): Ein weiteres, organisches Tiermotiv.
3. Monumentalwerke und Kunst im öffentlichen Raum
In den 1950er- und 1960er-Jahren schuf Baum mehrere Großplastiken für Schulen, Hochschulen und Städte in Baden-Württemberg.
„Tor“ | „Der Bildungshammer“ (1966) in Ludwigsburg: Eine monumentale Bronzeplastik, die auf dem Campus zwischen der Pädagogischen Hochschule und der Mensa steht. Sie gilt symbolisch als „Tor zur Bildung“ und „menschliche Brücke“ zwischen Lehrenden und Lernenden.
„Mahnmal für die gefallenen Schüler“ (1960) in Stuttgart-Berg: Ein wichtiges öffentliches Gedenkmonument.
„Kerben der Erfahrung“ (1957): Eine über einen Meter hohe Stele, die den Übergang zu rein geometrisch-abstrahierten Formen markiert.
BIOGRAFIE OTTO BAUM
GEBURTSJAHR | 1900 | GEBURTSORT | Leonberg | TODESJAHR | 1977 | STERBEORT | Esslingen am Neckar
1922 Heirat mit Herta Baum geb. Raeke
1925 Geburt der Tochter Ingrid
Kriegsdienst in der U-Boot-Abteilung der II. Matrosendivision in Wilhelmshaven
1922 – 1924 Farbenmischer in einer Stuttgarter Farbenfabrik
1929 Reise nach Paris
1932 Besuch der weltweit ersten Museumsretrospektive von Pablo Picasso im Kunsthaus Zürich
1936 Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten
1937 Das stehende Mädchen von Otto Baum wird auf der Münchener Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt
1940 Kriegsdienst in der 58. Landesschützenkompanie in Polen
1942 Arbeitsverbot
1943 bis Kriegsende Zwangsverpflichtung | Entwürfe für Tarnzwecke
1947 Bezug seines neuerbautes Atelier- und Wohnhauses in Esslingen
AUSBILDUNG OTTO BAUM
1924 – 1927 Studium an der Kunstakademie Stuttgart Malerei bei den Professoren Robert Poetzelberger, Hans Spiegel und Arnold Waldschmidt
1930 – 1934 zweites Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart bei Ludwig Habich
LEHRTÄTIGKEIT OTTO BAUM
1946 Berufung an die Stuttgarter Akademie | Leiter einer Bildhauerklasse
1956 Ernennung zum Professor an der Stuttgarter Akademie
1965 Emeritierung
SCHÜLER VON OTTO BAUM AN DER AKADEMIE STUTTGART
AUSWAHL
Hans Dieter BohnetHerbert Baumann
Christa Roesner-Drenhaus
K. H. Türk
Eckhart Dietz
Reinhold Georg Müller
Fritz Schwegler
Brigitte Wilhelm
MITGLIEDSCHAFTEN OTTO BAUM
1950 Aufnahme Deutscher Künstlerbund
SAMMLUNGEN OTTO BAUM
AUSWAHL
Sammlung Albert Gayler in Pfullingen
Galerie der Stadt Sindelfingen
Kunstmuseum Stuttgart
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
1949 Lochofant | Silcherschule Stuttgart
1957 Relief Schlachttiere | Stuttgart
1960 Mauerrelief Mahnmal für die gefallenen Schüler | Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule Stuttgart
1964 Tor | Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
AUSSTELLUNGEN OTTO BAUM
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1929 Ulmer Schwörhaus | Kunstverein Ulm
1953 Otto Baum und Paul Fontaine | Kunsthalle Barmen | Studio für neue Kunst | Wuppertal
1954 HAP Grieshaber – Otto Baum | Württembergischer Kunstverein
1998 Der Bildhauer Otto Baum | Verfemt und vergessen | Galerieverein Leonberg
2000 Retrospektive zum 100. Geburtstag | Galerie der Stadt Esslingen | Villa Merkel.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1930 1. Ausstellung der Juryfreien Künstlervereinigung | Stuttgarter Kunstverein
1934 Kunstverein Ulm
1946 Moderne Malerei und Plastik | Städtisches Museum Lindau-Bodensee
1947 Deutsche Kunst der Gegenwart | Baden-Baden
1947 Moderne Deutsche Kunst | Kunstgebäude Tübingen
1947 Stuttgarter Sezession | Württembergischer Kunstverein | Künstlerhaus Sonnenhalde Stuttgart
1949 Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart | Staatenhaus der Messe Köln
1950 Deutsche und französische Kunst der Gegenwart Kunsthalle Recklinghausen.
1951 Deutscher Künstlerbund | 1. Ausstellung | Hochschule für Bildende Künste | Berlin
1952 Freie Gruppe württembergischer Maler und Bildhauer | Staatsgalerie Stuttgart
1952 Internationale Kunstausstellung | St Moritz.
1954 Arte Alemán actual. Exposixión de Deutscher Kunstrat e. V. | Mexiko-Stadt
1955 Kunstausstellung Baden-Württemberg | Württembergischer Kunstverein | Stuttgart
1957 German Art of the Twentieth Century | The Museum of Modern Art MoMA | New York
1959 Deutsche Kunst 1959 | Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.
1959 5. Landeskunstausstellung Tübingen | Künstlerbund Baden-Württemberg
1960 Schwäbische Plastik seit 1900 | Galerie Fähre Bad Saulgau
1972 Sammlung Lütze | Deutsche Kunst des XX. Jahrhunderts | | Staatsgalerie Stuttgart
1982 Kunst der 50er Jahre in Baden-Württemberg | Prinz-Max Palais Karlsruhe
1986 Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Baden-Württemberg | 25 Jahre Galerie der Stadt Stuttgart im Kunstgebäude
1988 Stuttgarter Kunst von 1913 – 1936 | Landesvertretung Baden-Württemberg | Bonn
1989 Aufbruch ’51. Versuch einer Rekonstruktion | Skulpturenmuseum Glaskasten | Marl
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Nijmeegs Museum Commanderie van Sint-Jan | Frans Halsmuseum | Haarlem
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Gerhard Marcks-Haus | Bremen
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Westfälisches Landesmuseum | Münster
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Wilhelm-Lehmbruck-Museum | Duisburg
1991 Deutsche Bildhauer 1900 – 1945 entartet | Städtische Kunsthalle Mannheim
1993 Südwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne 1914 – 1945 | Staatliche Kunstsammlungen Dresden
1998 Stunde Null. Deutsche Kunst der späten vierziger Jahre | Staatsgalerie Stuttgart
WERKBESCHREIBUNG OTTO BAUM
SCHWERPUNKTE / MEDIEN
STIL
figurativ | Klassische Moderne |
THEMEN/MOTIVE/WERKE
menschliche Akte, Porträts, Tierdarstellungen
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das bildhauerische Werk von Otto Baum zeichnet sich durch eine radikale Vereinfachung hin zur klaren plastischen Form aus. Die Plastiken werden organisch aufgebaut, die Grenzen zur Abstraktion ausgelotet und die Formen auf Weniges und Wesentliches reduziert.
KÜNSTLERPORTRÄT OTTO BAUM
Otto Baum (1900–1977): In Leonberg geborener Bildhauer und einflussreicher Hochschullehrer, der als einer der bedeutendsten Wegbereiter der abstrakten und formreduzierten Nachkriegsplastik im deutschen Südwesten gilt. Nach einer Farbenmischer-Lehre studierte er an der Stuttgarter Kunstakademie und unternahm prägende Studienreisen nach Italien und Paris, wo er sich früh von der mimetischen, rein abbildenden Bildhauerei abwandte. Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet er kulturpolitisch ins Abseits, erhielt Ausstellungsverbot und musste seine Kunst im Verborgenen weiterentwickeln. Trotz dieser Isolation verfolgte er konsequent den Weg der extremen Formvereinfachung hin zur autonomen, reinen Plastik, für die ihn internationale Kollegen wie Hans Arp und Henry Moore tief schätzten. Im Jahr 1946 folgte die späte Anerkennung: Er wurde als Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen, wo er bis 1965 eine der prägendsten Bildhauerklassen (Herbert Baumann, Dieter Bohnet, Reinhold G. Müller, Ursula Sachs) der Region leitete. Baums berühmte Werkgruppen (darunter stark abstrahierte, blockhafte Tierplastiken und menschliche Torsi) untersuchten das organische Spannungsverhältnis von Volumen, Masse und Raum im Sinne der klassischen Moderne. Als Teilnehmer der historischen documenta 1 (1955) in Kassel sowie durch zahlreiche monumentale Aufträge legte er ein fundamentales, kompromissloses Fundament für die Akzeptanz ungegenständlicher Skulptur im öffentlichen Raum des Südwestens.
ZITATE OTTO BAUM
„Ich habe aus mir herausgeholt, was zu holen war; ich habe mich nicht geschont. Mir genügen einige Arbeiten, von denen ich sagen kann «Sie stehen». Es kommt eine Grenze, wo man die Kraft haben müsste, nein zu sagen und aufzuhören, wenn man es sich leisten kann, zu schweigen und zu gehen.“ | Otto Baum 1965
STICHWORTE OTTO BAUM
Kunst der Moderne, deutscher Bildhauer, Freiheit der bildnerischen Formen, reine Form, abstrakte reduktive Formensprache, Suche nach Urformen
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