GCB Kunstlexikon
GERTH BIESE
KUNSTWERKE GERTH BIESE
Sein Gesamtwerk zeichnet sich durch ein reichhaltiges Spektrum an druckgrafischen Arbeiten, Gemälden und Zeichnungen aus. Zu seinen nennenswerten Einzeltiteln gehören unter anderem:
„Frau mit Früchtekorb“ (Farbholzschnitt, 1955)
„Liebespaar“ (Öltafelbild, 1932; 1937 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vernichtet)
„Flötender Jüngling“ (Farbholzschnitt, 1965)
„Große Pflanze“ (Farbholzschnitt, 1970)
„Baumnymphe I“ (Druckgrafik)
„Frieden (Peace)“ (Grafik, 1951/1952)
„Sommer II“ (Mehrfarbiger Holzschnitt)
BIOGRAFIE GERTH BIESE
Gerth Biese wurde als Sohn des bekannten Karl Biese (Landschaftsmaler und Lithograf) geboren. Er wuchs in einem hochgradig künstlerischen Umfeld auf. Seine frühen Berufsjahre verbrachte er als präzise arbeitender wissenschaftlicher Zeichner an diversen deutschen Universitätsinstituten. 1936 zog er mit seiner Ehefrau, der Malerin Valeska Biese, dauerhaft nach Tübingen. In der Zeit des Nationalsozialismus galt seine Kunst als unerwünscht, das Werk „Liebespaar“ wurde in der Aktion „Entartete Kunst“ vernichtet. Nach Kriegsdienst und Militäreinsatz im Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Tübingen zurück, wo er bis zu seinem Tod das akademische und künstlerische Leben der Region maßgeblich prägte und anführte.
Geburtsjahr: 1901 (20. August)
Geburtsort: Karlsruhe
Todesjahr: 1980 (11. März)
Sterbeort: Tübingen
AUSBILDUNG GERTH BIESE
Erste künstlerische Entwicklung: Kunstgewerbeschule Karlsruhe.
Ab 1919: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter Robert Poetzelberger.
Ab 1922: Kunstakademie Karlsruhe bei Hans-Adolf Bühler und Hermann Gehri.
Ab 1924: Erneuter Wechsel an die Stuttgarter Akademie zu den Professoren Christian Landenberger und Robert Breyer.
LEHRTÄTIGKEIT GERTH BIESE
Von 1926 bis in die 1930er-Jahre war Gerth Biese als wissenschaftlicher Zeichner an den Universitäten Tübingen, Leipzig, Marburg und Würzburg tätig. In Tübingen fertigte er zudem paläontologische Rekonstruktionen für Friedrich von Huene an.
Akademische Leitung: Von 1950 bis 1970 Leiter des Zeicheninstituts der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Ernennung zum Professor im Jahr 1977.
MITGLIEDSCHAFTEN GERTH BIESE
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg ab 1977 sowie Vernetzung mit der südwestdeutschen Nachkriegsavantgarde.
AUSZEICHNUNGEN GERTH BIESE
Verleihung des Professor-Titels durch Baden-Württemberg (1977).
Aufnahme seiner Grafik in die Mappe „Dankspende des deutschen Volkes“ (1951).
SAMMLUNGEN GERTH BIESE
Werke sind unter anderem in der National Gallery of Art in Washington, im Smithsonian American Art Museum, der Graphischen Sammlung Tübingen sowie der Staatsgalerie Stuttgart vertreten.
AUSSTELLUNGEN GERTH BIESE
Umspannt regionale und überregionale Schauen von der Zwischenkriegszeit bis zur späten Moderne.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN GERTH BIESE (Auswahl)
Beteiligungen u.a. an „Junge Kunst im Deutschen Reich“ (Wien, 1943), „Deutsche Graphik“ (1952) und den Jahresausstellungen des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
PROJEKTE GERTH BIESE
Beteiligung am Kulturprojekt „Dankspende des deutschen Volkes“ (1951).
WERKBESCHREIBUNG GERTH BIESE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Fokus auf Druckgrafik (Holzschnitt, Lithografie) ergänzt durch Malerei in Gouache, Aquarell und Öl.
STIL
Vertreter der Klassischen Moderne, der expressionistische Elemente mit kubistischer Formstrenge verknüpft.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Mensch und Figur: Akte, Paare und mythologische Figuren.
Natur und Landschaft: Florale Motive und Landschaften um Tübingen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Geprägt von figurativer Abstraktion und geometrisierten Strukturen bei gleichzeitiger Wahrung der Gegenständlichkeit.
KÜNSTLERPORTRÄT GERTH BIESE
Gerth Biese (1901–1980): In Karlsruhe geborener Maler und Grafiker, der nach einer fundierten Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe und der Kunstakademie Stuttgart (1919–1922) unter renommierten Meistern wie Christian Landenberger und Robert Breyer zu einem prägenden Vertreter einer konstruktiv-geometrischen Moderne im deutschen Südwesten heranwuchs. Über Stationen als wissenschaftlicher Zeichner an den Universitäten Leipzig, Marburg und Würzburg sowie eine jahrzehntelange, einflussreiche Lehrtätigkeit als Leiter des Universitätszeicheninstituts in Tübingen (1950–1970), entwickelte er eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Berühmt wurde Biese für seine meisterhaften Farbholzschnitte, Gouachen und Zeichnungen, in denen er die Errungenschaften des Kubismus und der Abstraktion mit einer strengen, harmonischen Komposition verband. Nach den Zäsuren der Vorkriegszeit und getragen von einer späten Ernennung zum Professor, fokussierte sich sein reifer Stil auf das Wesentliche: Seine Landschaftsdarstellungen und figürlichen Kompositionen zeugen von einer tektonischen Klarheit, einer rhythmischen Aufteilung des Bildraums und einer bewussten Abkehr vom rein Gegenständlichen. Gerth Biese hinterließ ein facettenreiches, heute international – etwa im Smithsonian American Art Museum – geschätztes Œuvre, das die akademische Präzision seiner Herkunft mit der avantgardistischen Formreduktion der Moderne in einer meisterhaften Balance verschmilzt.
STICHWORTE GERTH BIESE
Klassische Moderne, Farbholzschnitt, Kubismus, Expressionismus, Zeicheninstitut Tübingen, Südwestdeutsche Kunst, Graphik, Wissenschaftliches Zeichnen
GERTH BIESE
KUNSTWERKE GERTH BIESE
Sein Gesamtwerk zeichnet sich durch ein reichhaltiges Spektrum an druckgrafischen Arbeiten, Gemälden und Zeichnungen aus. Zu seinen nennenswerten Einzeltiteln gehören unter anderem:
„Frau mit Früchtekorb“ (Farbholzschnitt, 1955)
„Liebespaar“ (Öltafelbild, 1932; 1937 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vernichtet)
„Flötender Jüngling“ (Farbholzschnitt, 1965)
„Große Pflanze“ (Farbholzschnitt, 1970)
„Baumnymphe I“ (Druckgrafik)
„Frieden (Peace)“ (Grafik, 1951/1952)
„Sommer II“ (Mehrfarbiger Holzschnitt)
BIOGRAFIE GERTH BIESE
Gerth Biese wurde als Sohn des bekannten Karl Biese (Landschaftsmaler und Lithograf) geboren. Er wuchs in einem hochgradig künstlerischen Umfeld auf. Seine frühen Berufsjahre verbrachte er als präzise arbeitender wissenschaftlicher Zeichner an diversen deutschen Universitätsinstituten. 1936 zog er mit seiner Ehefrau, der Malerin Valeska Biese, dauerhaft nach Tübingen. In der Zeit des Nationalsozialismus galt seine Kunst als unerwünscht, das Werk „Liebespaar“ wurde in der Aktion „Entartete Kunst“ vernichtet. Nach Kriegsdienst und Militäreinsatz im Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Tübingen zurück, wo er bis zu seinem Tod das akademische und künstlerische Leben der Region maßgeblich prägte und anführte.
Geburtsjahr: 1901 (20. August)
Geburtsort: Karlsruhe
Todesjahr: 1980 (11. März)
Sterbeort: Tübingen
AUSBILDUNG GERTH BIESE
Erste künstlerische Entwicklung: Kunstgewerbeschule Karlsruhe.
Ab 1919: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter Robert Poetzelberger.
Ab 1922: Kunstakademie Karlsruhe bei Hans-Adolf Bühler und Hermann Gehri.
Ab 1924: Erneuter Wechsel an die Stuttgarter Akademie zu den Professoren Christian Landenberger und Robert Breyer.
LEHRTÄTIGKEIT GERTH BIESE
Von 1926 bis in die 1930er-Jahre war Gerth Biese als wissenschaftlicher Zeichner an den Universitäten Tübingen, Leipzig, Marburg und Würzburg tätig. In Tübingen fertigte er zudem paläontologische Rekonstruktionen für Friedrich von Huene an.
Akademische Leitung: Von 1950 bis 1970 Leiter des Zeicheninstituts der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Ernennung zum Professor im Jahr 1977.
MITGLIEDSCHAFTEN GERTH BIESE
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg ab 1977 sowie Vernetzung mit der südwestdeutschen Nachkriegsavantgarde.
AUSZEICHNUNGEN GERTH BIESE
Verleihung des Professor-Titels durch Baden-Württemberg (1977).
Aufnahme seiner Grafik in die Mappe „Dankspende des deutschen Volkes“ (1951).
SAMMLUNGEN GERTH BIESE
Werke sind unter anderem in der National Gallery of Art in Washington, im Smithsonian American Art Museum, der Graphischen Sammlung Tübingen sowie der Staatsgalerie Stuttgart vertreten.
AUSSTELLUNGEN GERTH BIESE
Umspannt regionale und überregionale Schauen von der Zwischenkriegszeit bis zur späten Moderne.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN GERTH BIESE (Auswahl)
Beteiligungen u.a. an „Junge Kunst im Deutschen Reich“ (Wien, 1943), „Deutsche Graphik“ (1952) und den Jahresausstellungen des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
PROJEKTE GERTH BIESE
Beteiligung am Kulturprojekt „Dankspende des deutschen Volkes“ (1951).
WERKBESCHREIBUNG GERTH BIESE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Fokus auf Druckgrafik (Holzschnitt, Lithografie) ergänzt durch Malerei in Gouache, Aquarell und Öl.
STIL
Vertreter der Klassischen Moderne, der expressionistische Elemente mit kubistischer Formstrenge verknüpft.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Mensch und Figur: Akte, Paare und mythologische Figuren.
Natur und Landschaft: Florale Motive und Landschaften um Tübingen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Geprägt von figurativer Abstraktion und geometrisierten Strukturen bei gleichzeitiger Wahrung der Gegenständlichkeit.
KÜNSTLERPORTRÄT GERTH BIESE
Gerth Biese (1901–1980): In Karlsruhe geborener Maler und Grafiker, der nach einer fundierten Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe und der Kunstakademie Stuttgart (1919–1922) unter renommierten Meistern wie Christian Landenberger und Robert Breyer zu einem prägenden Vertreter einer konstruktiv-geometrischen Moderne im deutschen Südwesten heranwuchs. Über Stationen als wissenschaftlicher Zeichner an den Universitäten Leipzig, Marburg und Würzburg sowie eine jahrzehntelange, einflussreiche Lehrtätigkeit als Leiter des Universitätszeicheninstituts in Tübingen (1950–1970), entwickelte er eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Berühmt wurde Biese für seine meisterhaften Farbholzschnitte, Gouachen und Zeichnungen, in denen er die Errungenschaften des Kubismus und der Abstraktion mit einer strengen, harmonischen Komposition verband. Nach den Zäsuren der Vorkriegszeit und getragen von einer späten Ernennung zum Professor, fokussierte sich sein reifer Stil auf das Wesentliche: Seine Landschaftsdarstellungen und figürlichen Kompositionen zeugen von einer tektonischen Klarheit, einer rhythmischen Aufteilung des Bildraums und einer bewussten Abkehr vom rein Gegenständlichen. Gerth Biese hinterließ ein facettenreiches, heute international – etwa im Smithsonian American Art Museum – geschätztes Œuvre, das die akademische Präzision seiner Herkunft mit der avantgardistischen Formreduktion der Moderne in einer meisterhaften Balance verschmilzt.
STICHWORTE GERTH BIESE
Klassische Moderne, Farbholzschnitt, Kubismus, Expressionismus, Zeicheninstitut Tübingen, Südwestdeutsche Kunst, Graphik, Wissenschaftliches Zeichnen
GERTH BIESE
KUNSTWERKE GERTH BIESE
Sein Gesamtwerk zeichnet sich durch ein reichhaltiges Spektrum an druckgrafischen Arbeiten, Gemälden und Zeichnungen aus. Zu seinen nennenswerten Einzeltiteln gehören unter anderem:
„Frau mit Früchtekorb“ (Farbholzschnitt, 1955)
„Liebespaar“ (Öltafelbild, 1932; 1937 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vernichtet)
„Flötender Jüngling“ (Farbholzschnitt, 1965)
„Große Pflanze“ (Farbholzschnitt, 1970)
„Baumnymphe I“ (Druckgrafik)
„Frieden (Peace)“ (Grafik, 1951/1952)
„Sommer II“ (Mehrfarbiger Holzschnitt)
BIOGRAFIE GERTH BIESE
Gerth Biese wurde als Sohn des bekannten Karl Biese (Landschaftsmaler und Lithograf) geboren. Er wuchs in einem hochgradig künstlerischen Umfeld auf. Seine frühen Berufsjahre verbrachte er als präzise arbeitender wissenschaftlicher Zeichner an diversen deutschen Universitätsinstituten. 1936 zog er mit seiner Ehefrau, der Malerin Valeska Biese, dauerhaft nach Tübingen. In der Zeit des Nationalsozialismus galt seine Kunst als unerwünscht, das Werk „Liebespaar“ wurde in der Aktion „Entartete Kunst“ vernichtet. Nach Kriegsdienst und Militäreinsatz im Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Tübingen zurück, wo er bis zu seinem Tod das akademische und künstlerische Leben der Region maßgeblich prägte und anführte.
Geburtsjahr: 1901 (20. August)
Geburtsort: Karlsruhe
Todesjahr: 1980 (11. März)
Sterbeort: Tübingen
AUSBILDUNG GERTH BIESE
Erste künstlerische Entwicklung: Kunstgewerbeschule Karlsruhe.
Ab 1919: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter Robert Poetzelberger.
Ab 1922: Kunstakademie Karlsruhe bei Hans-Adolf Bühler und Hermann Gehri.
Ab 1924: Erneuter Wechsel an die Stuttgarter Akademie zu den Professoren Christian Landenberger und Robert Breyer.
LEHRTÄTIGKEIT GERTH BIESE
Von 1926 bis in die 1930er-Jahre war Gerth Biese als wissenschaftlicher Zeichner an den Universitäten Tübingen, Leipzig, Marburg und Würzburg tätig. In Tübingen fertigte er zudem paläontologische Rekonstruktionen für Friedrich von Huene an.
Akademische Leitung: Von 1950 bis 1970 Leiter des Zeicheninstituts der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Ernennung zum Professor im Jahr 1977.
MITGLIEDSCHAFTEN GERTH BIESE
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg ab 1977 sowie Vernetzung mit der südwestdeutschen Nachkriegsavantgarde.
AUSZEICHNUNGEN GERTH BIESE
Verleihung des Professor-Titels durch Baden-Württemberg (1977).
Aufnahme seiner Grafik in die Mappe „Dankspende des deutschen Volkes“ (1951).
SAMMLUNGEN GERTH BIESE
Werke sind unter anderem in der National Gallery of Art in Washington, im Smithsonian American Art Museum, der Graphischen Sammlung Tübingen sowie der Staatsgalerie Stuttgart vertreten.
AUSSTELLUNGEN GERTH BIESE
Umspannt regionale und überregionale Schauen von der Zwischenkriegszeit bis zur späten Moderne.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN GERTH BIESE (Auswahl)
Beteiligungen u.a. an „Junge Kunst im Deutschen Reich“ (Wien, 1943), „Deutsche Graphik“ (1952) und den Jahresausstellungen des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
PROJEKTE GERTH BIESE
Beteiligung am Kulturprojekt „Dankspende des deutschen Volkes“ (1951).
WERKBESCHREIBUNG GERTH BIESE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Fokus auf Druckgrafik (Holzschnitt, Lithografie) ergänzt durch Malerei in Gouache, Aquarell und Öl.
STIL
Vertreter der Klassischen Moderne, der expressionistische Elemente mit kubistischer Formstrenge verknüpft.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Mensch und Figur: Akte, Paare und mythologische Figuren.
Natur und Landschaft: Florale Motive und Landschaften um Tübingen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Geprägt von figurativer Abstraktion und geometrisierten Strukturen bei gleichzeitiger Wahrung der Gegenständlichkeit.
KÜNSTLERPORTRÄT GERTH BIESE
Gerth Biese (1901–1980): In Karlsruhe geborener Maler und Grafiker, der nach einer fundierten Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe und der Kunstakademie Stuttgart (1919–1922) unter renommierten Meistern wie Christian Landenberger und Robert Breyer zu einem prägenden Vertreter einer konstruktiv-geometrischen Moderne im deutschen Südwesten heranwuchs. Über Stationen als wissenschaftlicher Zeichner an den Universitäten Leipzig, Marburg und Würzburg sowie eine jahrzehntelange, einflussreiche Lehrtätigkeit als Leiter des Universitätszeicheninstituts in Tübingen (1950–1970), entwickelte er eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Berühmt wurde Biese für seine meisterhaften Farbholzschnitte, Gouachen und Zeichnungen, in denen er die Errungenschaften des Kubismus und der Abstraktion mit einer strengen, harmonischen Komposition verband. Nach den Zäsuren der Vorkriegszeit und getragen von einer späten Ernennung zum Professor, fokussierte sich sein reifer Stil auf das Wesentliche: Seine Landschaftsdarstellungen und figürlichen Kompositionen zeugen von einer tektonischen Klarheit, einer rhythmischen Aufteilung des Bildraums und einer bewussten Abkehr vom rein Gegenständlichen. Gerth Biese hinterließ ein facettenreiches, heute international – etwa im Smithsonian American Art Museum – geschätztes Œuvre, das die akademische Präzision seiner Herkunft mit der avantgardistischen Formreduktion der Moderne in einer meisterhaften Balance verschmilzt.
STICHWORTE GERTH BIESE
Klassische Moderne, Farbholzschnitt, Kubismus, Expressionismus, Zeicheninstitut Tübingen, Südwestdeutsche Kunst, Graphik, Wissenschaftliches Zeichnen