GCB Kunstlexikon
RUDOLF DAUDERT
KUNSTWERKE RUDOLF DAUDERT
Buste de Leopold Gmelin (1957) – Bronzebüste für das Gmelin-Institut.
Büste Walther Gebhardt (1972) – Skulpturensammlung der Universität Tübingen.
Griechische Gottheit – Skulptur, Kleinplastik.
Raub der Europa – Bronzerelief.
BIOGRAFIE RUDOLF DAUDERT
Rudolf Daudert verbrachte seine Jugend und erste prägende Jahre im lothringischen Metz. Nach seiner fundierten künstlerischen Ausbildung verlegte er sein Schaffen nach Königsberg und Berlin. Im Jahr 1941 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Ein schwerer Schicksalsschlag traf ihn 1943, als sein Berliner Atelier bei einem verheerenden Luftangriff vollständig zerstört wurde. Dabei ging fast sein gesamtes bis dahin geschaffenes Frühwerk unwiederbringlich verloren. Nach Kriegsende wagte Daudert 1945 in Bensheim an der Bergstraße einen künstlerischen Neuanfang und pflegte dort eine enge Künstlerfreundschaft mit dem Maler Paul Kleinschmidt. Ab 1947 wurde er nach Stuttgart berufen, wo er bis zu seinem Tod lebte und als eine der prägenden Lehrerpersönlichkeiten der süddeutschen Nachkriegsmoderne wirkte.
Geburtsjahr: 1903 (27. Dezember)
Geburtsort: Metz (damals Deutsches Kaiserreich / Lothringen)
Todesjahr: 1988 (10. April)
Sterbeort: Stuttgart
AUSBILDUNG RUDOLF DAUDERT
Daudert absolvierte eine umfassende akademische Ausbildung im Bereich der plastischen und bildenden Künste. Durch den Verlust seiner persönlichen Dokumente und die Zerstörung des Berliner Ateliers im Jahr 1943 sind genaue Stationen und Lehrer seiner Vorkriegszeit biografisch nur lückenhaft überliefert. Seine hohe technische Virtuosität und sein an klassischen Idealen geschultes Formverständnis qualifizierten ihn jedoch frühzeitig für den akademischen Dienst.
LEHRTÄTIGKEIT RUDOLF DAUDERT
1947–1949: Maßgliche Beteiligung am Wiederaufbau des Unterrichtsbetriebs für bildhauerisches Gestalten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (gemeinsam mit Peter Otto Heim, Otto Baum und Hermann Brachert).
1950–1962: Leiter der bildhauerischen Grundklasse an der Stuttgarter Akademie.
1962–1972: Ordentlicher Professor der Abteilung für Allgemeine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
MITGLIEDSCHAFTEN RUDOLF DAUDERT
Deutscher Künstlerbund
Künstlerbund Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN RUDOLF DAUDERT
Kunsthalle Bremen (Kupferstichkabinett / Grafische Sammlung)
Städtische Museen Heilbronn (Skulpturen- und Terrakottasammlung)
Skulpturensammlung der Universität Tübingen
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
AUSSTELLUNGEN RUDOLF DAUDERT
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1939: Galerie von der Heyde, Berlin
1980: Rudolf Daudert. Plastik in Terrakotta, Städtische Museen Heilbronn
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN AUSWAHL
1946: Städtische Sammlungen Baden-Baden (Gemeinschaftsausstellung mit Christa Moering, Vera Joho und Hanna Cauer)
1950: Kunstverein Hannover
PROJEKTE RUDOLF DAUDERT
Konzeptionelle Kunstpädagogik: Erarbeitung und Neustrukturierung der künstlerischen Grundausbildung im Nachkriegs-Baden-Württemberg (1947–1950) an der Stuttgarter Akademie.
WERKBESCHREIBUNG RUDOLF DAUDERT
Dauderts Schaffen zeichnet sich durch eine enge Synthese aus handwerklicher Tradition und moderner Reduktion aus. Trotz des Verlusts seines Frühwerks zeigt sein nach 1945 entstandenes Œuvre eine konsequente Weiterentwicklung der figürlichen Form, die sich stets gegen die vollständige Abstraktion behauptete.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Figürliche Groß- und Kleinplastik
Arbeiten in Terrakotta, Bronze und Eisenguss
Druckgrafik (vor allem Lithographie und Serigraphie)
Handzeichnungen und Mischtechniken auf Papier
STIL
Sein Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klassisch-figürlicher Tradition und einer gemäßigten Nachkriegsmoderne. Daudert verweigerte sich der radikalen Abstraktion der Avantgarde und suchte stattdessen die Vereinfachung, Tektonik und harmonische Reduktion der menschlichen und organischen Form auf das Wesentliche. Seine Terrakotten bestechen durch hochsensible Oberflächenmodulationen.
THEMEN | MOTIVE
Das menschliche Porträt (ausdrucksstarke Büsten von Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft).
Mythologische und antike Erzählungen (z. B. griechische Gottheiten, Akte und Tier-Mensch-Metamorphosen).
Naturstudien, Akte und Stillleben in seinen grafischen Arbeiten.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die Kunst Rudolf Dauderts definiert sich über das ausgewogene Verhältnis von Raum, Materialität und menschlicher Figur. Typische Merkmale sind eine feine architektonische Tektonik der Körper, die spürbare handwerkliche Spur im Ton oder Guss sowie das Festhalten am humanistischen Figurenbild in einer Epoche, die stark von nonfigurativer Kunst dominiert wurde.
KÜNSTLERPORTRÄT RUDOLF DAUDERT
Rudolf Daudert (1903–1988): In Metz (Lothringen) geborener Bildhauer, Maler, Zeichner und herausragender Hochschullehrer, der als einer der wichtigsten und einflussreichsten Pädagogen für die figurative Bildhauerei der Nachkriegszeit im deutschen Südwesten gilt. Er studierte ab 1921 an der Kunstakademie Königsberg in der Klasse von Hermann Brachert und absolvierte parallel eine handwerkliche Lehre zum Steinmetz. Bereits in seiner frühen ostpreußischen Phase erlangte er durch ausdrucksstarke Bauplastiken, Beton-Reliefs sowie Gedenktafeln und Bronze-Büsten im öffentlichen Raum rasch künstlerische Anerkennung. Nach den tiefen Zäsuren des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung fand Daudert in Stuttgart eine neue Heimat, wo er von 1947 bis 1970 als Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wirkte. In dieser über zwei Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit formte er eine legendäre Klasse und wurde zum richtungsweisenden Mentor für eine ganze Generation bedeutender Nachkriegskünstler, darunter Otto Herbert Hajek, Karl-Henning Seemann, Jürgen Weber, Jan Peter Tripp und Doris Waschk-Balz. Stilistisch blieb Daudert zeitlebens konsequent der Figürlichkeit verhaftet, verweigerte sich jedoch dem akademischen Realismus zugunsten einer sparsamen, aufs Wesentliche reduzierten Formensprache. Seine berühmten Werkgruppen umfassen klein- und mittelformatige Torsi, Reliefplatten sowie sensible Porträtbüsten – wie jene für das Haus Baden-Württemberg in Bonn oder die Universitätsbibliothek Tübingen. Die in Stein, Bronze und insbesondere in oft farbiger Terrakotta ausgeführten Plastiken zeichnen sich durch eine reiche, bewusst rau belassene Oberflächenstruktur aus, die den handwerklichen Entstehungsprozess lebendig sichtbar macht. Als Brückenbauer zwischen klassischem Handwerk und moderner Abstraktion legte Daudert ein praktisches wie pädagogisches Fundament, das durch große Retrospektiven, unter anderem in den Städtischen Museen Heilbronn (1980) oder im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen (1983), bleibende kunsthistorische Würdigung erfuhr.
ZITATE RUDOLF DAUDERT
„Durch die Zerstörung des Ateliers 1943 ist das Frühwerk stumm geworden. Was bleibt, ist das ständige Neuansetzen am Ton, die Suche nach der Form im Hier und Jetzt.“ | Rudolf Daudert
STICHWORTE RUDOLF DAUDERT
Südwestdeutsche Kunst, Bildhauer, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Terrakotta, Nachkriegsmoderne, Porträtbüste, Lithographie, Deutsche Bildhauerei des 20. Jahrhunderts, Paul Kleinschmidt, Kunst im deutschen Südwesten
RUDOLF DAUDERT
KUNSTWERKE RUDOLF DAUDERT
Buste de Leopold Gmelin (1957) – Bronzebüste für das Gmelin-Institut.
Büste Walther Gebhardt (1972) – Skulpturensammlung der Universität Tübingen.
Griechische Gottheit – Skulptur, Kleinplastik.
Raub der Europa – Bronzerelief.
BIOGRAFIE RUDOLF DAUDERT
Rudolf Daudert verbrachte seine Jugend und erste prägende Jahre im lothringischen Metz. Nach seiner fundierten künstlerischen Ausbildung verlegte er sein Schaffen nach Königsberg und Berlin. Im Jahr 1941 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Ein schwerer Schicksalsschlag traf ihn 1943, als sein Berliner Atelier bei einem verheerenden Luftangriff vollständig zerstört wurde. Dabei ging fast sein gesamtes bis dahin geschaffenes Frühwerk unwiederbringlich verloren. Nach Kriegsende wagte Daudert 1945 in Bensheim an der Bergstraße einen künstlerischen Neuanfang und pflegte dort eine enge Künstlerfreundschaft mit dem Maler Paul Kleinschmidt. Ab 1947 wurde er nach Stuttgart berufen, wo er bis zu seinem Tod lebte und als eine der prägenden Lehrerpersönlichkeiten der süddeutschen Nachkriegsmoderne wirkte.
Geburtsjahr: 1903 (27. Dezember)
Geburtsort: Metz (damals Deutsches Kaiserreich / Lothringen)
Todesjahr: 1988 (10. April)
Sterbeort: Stuttgart
AUSBILDUNG RUDOLF DAUDERT
Daudert absolvierte eine umfassende akademische Ausbildung im Bereich der plastischen und bildenden Künste. Durch den Verlust seiner persönlichen Dokumente und die Zerstörung des Berliner Ateliers im Jahr 1943 sind genaue Stationen und Lehrer seiner Vorkriegszeit biografisch nur lückenhaft überliefert. Seine hohe technische Virtuosität und sein an klassischen Idealen geschultes Formverständnis qualifizierten ihn jedoch frühzeitig für den akademischen Dienst.
LEHRTÄTIGKEIT RUDOLF DAUDERT
1947–1949: Maßgliche Beteiligung am Wiederaufbau des Unterrichtsbetriebs für bildhauerisches Gestalten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (gemeinsam mit Peter Otto Heim, Otto Baum und Hermann Brachert).
1950–1962: Leiter der bildhauerischen Grundklasse an der Stuttgarter Akademie.
1962–1972: Ordentlicher Professor der Abteilung für Allgemeine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
MITGLIEDSCHAFTEN RUDOLF DAUDERT
Deutscher Künstlerbund
Künstlerbund Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN RUDOLF DAUDERT
Kunsthalle Bremen (Kupferstichkabinett / Grafische Sammlung)
Städtische Museen Heilbronn (Skulpturen- und Terrakottasammlung)
Skulpturensammlung der Universität Tübingen
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
AUSSTELLUNGEN RUDOLF DAUDERT
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1939: Galerie von der Heyde, Berlin
1980: Rudolf Daudert. Plastik in Terrakotta, Städtische Museen Heilbronn
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN AUSWAHL
1946: Städtische Sammlungen Baden-Baden (Gemeinschaftsausstellung mit Christa Moering, Vera Joho und Hanna Cauer)
1950: Kunstverein Hannover
PROJEKTE RUDOLF DAUDERT
Konzeptionelle Kunstpädagogik: Erarbeitung und Neustrukturierung der künstlerischen Grundausbildung im Nachkriegs-Baden-Württemberg (1947–1950) an der Stuttgarter Akademie.
WERKBESCHREIBUNG RUDOLF DAUDERT
Dauderts Schaffen zeichnet sich durch eine enge Synthese aus handwerklicher Tradition und moderner Reduktion aus. Trotz des Verlusts seines Frühwerks zeigt sein nach 1945 entstandenes Œuvre eine konsequente Weiterentwicklung der figürlichen Form, die sich stets gegen die vollständige Abstraktion behauptete.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Figürliche Groß- und Kleinplastik
Arbeiten in Terrakotta, Bronze und Eisenguss
Druckgrafik (vor allem Lithographie und Serigraphie)
Handzeichnungen und Mischtechniken auf Papier
STIL
Sein Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klassisch-figürlicher Tradition und einer gemäßigten Nachkriegsmoderne. Daudert verweigerte sich der radikalen Abstraktion der Avantgarde und suchte stattdessen die Vereinfachung, Tektonik und harmonische Reduktion der menschlichen und organischen Form auf das Wesentliche. Seine Terrakotten bestechen durch hochsensible Oberflächenmodulationen.
THEMEN | MOTIVE
Das menschliche Porträt (ausdrucksstarke Büsten von Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft).
Mythologische und antike Erzählungen (z. B. griechische Gottheiten, Akte und Tier-Mensch-Metamorphosen).
Naturstudien, Akte und Stillleben in seinen grafischen Arbeiten.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die Kunst Rudolf Dauderts definiert sich über das ausgewogene Verhältnis von Raum, Materialität und menschlicher Figur. Typische Merkmale sind eine feine architektonische Tektonik der Körper, die spürbare handwerkliche Spur im Ton oder Guss sowie das Festhalten am humanistischen Figurenbild in einer Epoche, die stark von nonfigurativer Kunst dominiert wurde.
KÜNSTLERPORTRÄT RUDOLF DAUDERT
Rudolf Daudert (1903–1988): In Metz (Lothringen) geborener Bildhauer, Maler, Zeichner und herausragender Hochschullehrer, der als einer der wichtigsten und einflussreichsten Pädagogen für die figurative Bildhauerei der Nachkriegszeit im deutschen Südwesten gilt. Er studierte ab 1921 an der Kunstakademie Königsberg in der Klasse von Hermann Brachert und absolvierte parallel eine handwerkliche Lehre zum Steinmetz. Bereits in seiner frühen ostpreußischen Phase erlangte er durch ausdrucksstarke Bauplastiken, Beton-Reliefs sowie Gedenktafeln und Bronze-Büsten im öffentlichen Raum rasch künstlerische Anerkennung. Nach den tiefen Zäsuren des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung fand Daudert in Stuttgart eine neue Heimat, wo er von 1947 bis 1970 als Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wirkte. In dieser über zwei Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit formte er eine legendäre Klasse und wurde zum richtungsweisenden Mentor für eine ganze Generation bedeutender Nachkriegskünstler, darunter Otto Herbert Hajek, Karl-Henning Seemann, Jürgen Weber, Jan Peter Tripp und Doris Waschk-Balz. Stilistisch blieb Daudert zeitlebens konsequent der Figürlichkeit verhaftet, verweigerte sich jedoch dem akademischen Realismus zugunsten einer sparsamen, aufs Wesentliche reduzierten Formensprache. Seine berühmten Werkgruppen umfassen klein- und mittelformatige Torsi, Reliefplatten sowie sensible Porträtbüsten – wie jene für das Haus Baden-Württemberg in Bonn oder die Universitätsbibliothek Tübingen. Die in Stein, Bronze und insbesondere in oft farbiger Terrakotta ausgeführten Plastiken zeichnen sich durch eine reiche, bewusst rau belassene Oberflächenstruktur aus, die den handwerklichen Entstehungsprozess lebendig sichtbar macht. Als Brückenbauer zwischen klassischem Handwerk und moderner Abstraktion legte Daudert ein praktisches wie pädagogisches Fundament, das durch große Retrospektiven, unter anderem in den Städtischen Museen Heilbronn (1980) oder im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen (1983), bleibende kunsthistorische Würdigung erfuhr.
ZITATE RUDOLF DAUDERT
„Durch die Zerstörung des Ateliers 1943 ist das Frühwerk stumm geworden. Was bleibt, ist das ständige Neuansetzen am Ton, die Suche nach der Form im Hier und Jetzt.“ | Rudolf Daudert
STICHWORTE RUDOLF DAUDERT
Südwestdeutsche Kunst, Bildhauer, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Terrakotta, Nachkriegsmoderne, Porträtbüste, Lithographie, Deutsche Bildhauerei des 20. Jahrhunderts, Paul Kleinschmidt, Kunst im deutschen Südwesten
RUDOLF DAUDERT
KUNSTWERKE RUDOLF DAUDERT
Buste de Leopold Gmelin (1957) – Bronzebüste für das Gmelin-Institut.
Büste Walther Gebhardt (1972) – Skulpturensammlung der Universität Tübingen.
Griechische Gottheit – Skulptur, Kleinplastik.
Raub der Europa – Bronzerelief.
BIOGRAFIE RUDOLF DAUDERT
Rudolf Daudert verbrachte seine Jugend und erste prägende Jahre im lothringischen Metz. Nach seiner fundierten künstlerischen Ausbildung verlegte er sein Schaffen nach Königsberg und Berlin. Im Jahr 1941 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Ein schwerer Schicksalsschlag traf ihn 1943, als sein Berliner Atelier bei einem verheerenden Luftangriff vollständig zerstört wurde. Dabei ging fast sein gesamtes bis dahin geschaffenes Frühwerk unwiederbringlich verloren. Nach Kriegsende wagte Daudert 1945 in Bensheim an der Bergstraße einen künstlerischen Neuanfang und pflegte dort eine enge Künstlerfreundschaft mit dem Maler Paul Kleinschmidt. Ab 1947 wurde er nach Stuttgart berufen, wo er bis zu seinem Tod lebte und als eine der prägenden Lehrerpersönlichkeiten der süddeutschen Nachkriegsmoderne wirkte.
Geburtsjahr: 1903 (27. Dezember)
Geburtsort: Metz (damals Deutsches Kaiserreich / Lothringen)
Todesjahr: 1988 (10. April)
Sterbeort: Stuttgart
AUSBILDUNG RUDOLF DAUDERT
Daudert absolvierte eine umfassende akademische Ausbildung im Bereich der plastischen und bildenden Künste. Durch den Verlust seiner persönlichen Dokumente und die Zerstörung des Berliner Ateliers im Jahr 1943 sind genaue Stationen und Lehrer seiner Vorkriegszeit biografisch nur lückenhaft überliefert. Seine hohe technische Virtuosität und sein an klassischen Idealen geschultes Formverständnis qualifizierten ihn jedoch frühzeitig für den akademischen Dienst.
LEHRTÄTIGKEIT RUDOLF DAUDERT
1947–1949: Maßgliche Beteiligung am Wiederaufbau des Unterrichtsbetriebs für bildhauerisches Gestalten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (gemeinsam mit Peter Otto Heim, Otto Baum und Hermann Brachert).
1950–1962: Leiter der bildhauerischen Grundklasse an der Stuttgarter Akademie.
1962–1972: Ordentlicher Professor der Abteilung für Allgemeine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
MITGLIEDSCHAFTEN RUDOLF DAUDERT
Deutscher Künstlerbund
Künstlerbund Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN RUDOLF DAUDERT
Kunsthalle Bremen (Kupferstichkabinett / Grafische Sammlung)
Städtische Museen Heilbronn (Skulpturen- und Terrakottasammlung)
Skulpturensammlung der Universität Tübingen
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
AUSSTELLUNGEN RUDOLF DAUDERT
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1939: Galerie von der Heyde, Berlin
1980: Rudolf Daudert. Plastik in Terrakotta, Städtische Museen Heilbronn
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN AUSWAHL
1946: Städtische Sammlungen Baden-Baden (Gemeinschaftsausstellung mit Christa Moering, Vera Joho und Hanna Cauer)
1950: Kunstverein Hannover
PROJEKTE RUDOLF DAUDERT
Konzeptionelle Kunstpädagogik: Erarbeitung und Neustrukturierung der künstlerischen Grundausbildung im Nachkriegs-Baden-Württemberg (1947–1950) an der Stuttgarter Akademie.
WERKBESCHREIBUNG RUDOLF DAUDERT
Dauderts Schaffen zeichnet sich durch eine enge Synthese aus handwerklicher Tradition und moderner Reduktion aus. Trotz des Verlusts seines Frühwerks zeigt sein nach 1945 entstandenes Œuvre eine konsequente Weiterentwicklung der figürlichen Form, die sich stets gegen die vollständige Abstraktion behauptete.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Figürliche Groß- und Kleinplastik
Arbeiten in Terrakotta, Bronze und Eisenguss
Druckgrafik (vor allem Lithographie und Serigraphie)
Handzeichnungen und Mischtechniken auf Papier
STIL
Sein Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klassisch-figürlicher Tradition und einer gemäßigten Nachkriegsmoderne. Daudert verweigerte sich der radikalen Abstraktion der Avantgarde und suchte stattdessen die Vereinfachung, Tektonik und harmonische Reduktion der menschlichen und organischen Form auf das Wesentliche. Seine Terrakotten bestechen durch hochsensible Oberflächenmodulationen.
THEMEN | MOTIVE
Das menschliche Porträt (ausdrucksstarke Büsten von Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft).
Mythologische und antike Erzählungen (z. B. griechische Gottheiten, Akte und Tier-Mensch-Metamorphosen).
Naturstudien, Akte und Stillleben in seinen grafischen Arbeiten.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die Kunst Rudolf Dauderts definiert sich über das ausgewogene Verhältnis von Raum, Materialität und menschlicher Figur. Typische Merkmale sind eine feine architektonische Tektonik der Körper, die spürbare handwerkliche Spur im Ton oder Guss sowie das Festhalten am humanistischen Figurenbild in einer Epoche, die stark von nonfigurativer Kunst dominiert wurde.
KÜNSTLERPORTRÄT RUDOLF DAUDERT
Rudolf Daudert (1903–1988): In Metz (Lothringen) geborener Bildhauer, Maler, Zeichner und herausragender Hochschullehrer, der als einer der wichtigsten und einflussreichsten Pädagogen für die figurative Bildhauerei der Nachkriegszeit im deutschen Südwesten gilt. Er studierte ab 1921 an der Kunstakademie Königsberg in der Klasse von Hermann Brachert und absolvierte parallel eine handwerkliche Lehre zum Steinmetz. Bereits in seiner frühen ostpreußischen Phase erlangte er durch ausdrucksstarke Bauplastiken, Beton-Reliefs sowie Gedenktafeln und Bronze-Büsten im öffentlichen Raum rasch künstlerische Anerkennung. Nach den tiefen Zäsuren des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung fand Daudert in Stuttgart eine neue Heimat, wo er von 1947 bis 1970 als Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wirkte. In dieser über zwei Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit formte er eine legendäre Klasse und wurde zum richtungsweisenden Mentor für eine ganze Generation bedeutender Nachkriegskünstler, darunter Otto Herbert Hajek, Karl-Henning Seemann, Jürgen Weber, Jan Peter Tripp und Doris Waschk-Balz. Stilistisch blieb Daudert zeitlebens konsequent der Figürlichkeit verhaftet, verweigerte sich jedoch dem akademischen Realismus zugunsten einer sparsamen, aufs Wesentliche reduzierten Formensprache. Seine berühmten Werkgruppen umfassen klein- und mittelformatige Torsi, Reliefplatten sowie sensible Porträtbüsten – wie jene für das Haus Baden-Württemberg in Bonn oder die Universitätsbibliothek Tübingen. Die in Stein, Bronze und insbesondere in oft farbiger Terrakotta ausgeführten Plastiken zeichnen sich durch eine reiche, bewusst rau belassene Oberflächenstruktur aus, die den handwerklichen Entstehungsprozess lebendig sichtbar macht. Als Brückenbauer zwischen klassischem Handwerk und moderner Abstraktion legte Daudert ein praktisches wie pädagogisches Fundament, das durch große Retrospektiven, unter anderem in den Städtischen Museen Heilbronn (1980) oder im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen (1983), bleibende kunsthistorische Würdigung erfuhr.
ZITATE RUDOLF DAUDERT
„Durch die Zerstörung des Ateliers 1943 ist das Frühwerk stumm geworden. Was bleibt, ist das ständige Neuansetzen am Ton, die Suche nach der Form im Hier und Jetzt.“ | Rudolf Daudert
STICHWORTE RUDOLF DAUDERT
Südwestdeutsche Kunst, Bildhauer, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Terrakotta, Nachkriegsmoderne, Porträtbüste, Lithographie, Deutsche Bildhauerei des 20. Jahrhunderts, Paul Kleinschmidt, Kunst im deutschen Südwesten