GCB Kunstlexikon
HANS GASSEBNER
KUNSTWERKE HANS GASSEBNER
Drei Felsen bei Blaubeuren (Ölgemälde)
Die Ährenleserinnen (Öl auf Karton)
Landschaft mit Olivenbäumen aus Sipan (Aquarell / Zeichnung)
Tossa de Mar (Monotypie)
Personenstudien aus Alzey (Zeichnungen aus der Zeit als Hilfspfleger)
BIOGRAFIE HANS GASSEBNER
Hans Gassebner wuchs in Württemberg auf und fand früh seinen Weg zur Kunst. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seine Arbeiten 1933 als „entartete Kunst“ diffamiert. Um der Verfolgung zu entgehen, emigrierte er im selben Jahr gemeinsam mit seiner jüdischen Lebensgefährtin nach Jugoslawien. 1938 unterzog er sich in Zürich einer Angiographie, bei der ihm das Kontrastmittel Thorotrast injiziert wurde – ein fataler Eingriff, der schleichende Langzeitschäden verursachte. 1946 kehrte er nach Ulm zurück. Ab 1955 führte die Thorotrast-Schädigung zur vollständigen Lähmung seiner rechten Hand, weshalb er unter extremen Anstrengungen lernen musste, mit der linken Hand zu malen. Er verstarb 1966 an den Spätfolgen dieser Vergiftung.
Geburtsjahr: 1902 (7. März)
Geburtsort: Blaubeuren, Deutschland
Todesjahr: 1966 (19. Februar)
Sterbeort: Löwenstein (Sanatorium), Deutschland
AUSBILDUNG HANS GASSEBNER
Gassebner absolvierte eine akademische Malereiausbildung im süddeutschen Raum; genaue Stationen und Lehrer sind aufgrund der kriegs- und verfolgungsbedingten Lücken in der Dokumentation seiner „verschollenen Generation“ kunsthistorisch nur fragmentarisch überliefert. Seine frühe Formensprache war stark vom schwäbischen Realismus und späten Impressionismus geprägt.
MITGLIEDSCHAFTEN HANS GASSEBNER
Eng verbunden mit süddeutschen Künstlerkreisen der Nachkriegszeit, insbesondere im oberschwäbischen Raum rund um die Künstlervereinigung und Galerie „Die Fähre“ in Bad Saulgau (Zusammenarbeit u. a. mit Wilhelm Geyer und Albert Burkart).
SAMMLUNGEN HANS GASSEBNER
Städtische Kunstsammlung Bad Saulgau: Beheimatet den wichtigsten Grundstock seines Nachlasses, den die Galerie „Fähre“ 1990 erhielt.
AUSSTELLUNGEN HANS GASSEBNER
EINZELAUSSTELLUNGEN HANS GASSEBNER
1977: Gedächtnisausstellung zum 75. Geburtstag, Städtische Galerie „Fähre“, Bad Saulgau.
2002/2003: Retrospektive zum 100. Geburtstag, Bad Saulgau.
2016: Große Werkschau zum 50. Todestag, Städtische Galerie „Fähre“ im Alten Kloster, Bad Saulgau.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN HANS GASSEBNER
1948: Aquarelle oberschwäbischer Maler, Galerie „Fähre“ (zusammen mit Wilhelm Geyer, Carl Pflüger, Albert Burkart und Alfred Wais).
Diverse thematische Ausstellungen zur Kunst der „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus in Süddeutschland.
WERKBESCHREIBUNG HANS GASSEBNER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei: Öl auf Karton und Leinwand.
Grafik & Arbeiten auf Papier: Zeichnungen (Tusche, Kohle), Aquarelle sowie farbige Monotypien
STIL
Kunsthistorisch wird Gassebner dem Expressiven Realismus sowie der „Verschollenen Generation“ zugeordnet (Künstler, die durch den Nationalsozialismus in ihrer Entwicklung blockiert wurden und deren Werk erst spät Würdigung fand).
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Exil und Melancholie: Die Werke aus der Zeit der Emigration spiegeln eine dunkle, schwermütige Atmosphäre wider.
Landschaften: Südeuropäische Küsten (z.B. Tossa de Mar), mediterrane Vegetation sowie die raue Natur seiner schwäbischen Heimat (Drei Felsen bei Blaubeuren).
Mensch und Alltag: Figurendarstellungen, arbeitende Menschen auf dem Feld (Die Ährenleserinnen) und sensible Charakterstudien.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die zwei Phasen des Werks: Seine Kunst ist stilistisch zweigeteilt. Während sein Früh- und Exilwerk von gedeckten, erdigen und melancholischen Tönen dominiert ist, bricht in seinem Spätwerk – paradoxerweise trotz seiner schweren Lähmung – eine völlig neue, zarte und helle Farbigkeit durch, die sich besonders in den späten Aquarellen und Monotypien manifestiert.
KÜNSTLERPORTRÄT HANS GASSEBNER
Hans Gassebner (1902–1966): In Blaubeuren geborener Maler und Grafiker, der als markanter Vertreter der sogenannten „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus zu den tiefgründigsten Chronisten der süddeutschen Zwischen- und Nachkriegsmoderne zählt. Berühmt wurde Gassebner für seine zutiefst humanistische, am Realismus orientierte Formensprache, in der er einfühlsame Personenstudien, alltägliche Szenen wie „Die Ährenleserinnen“ und eindringliche Porträts aus seiner Zeit als Hilfspfleger in einer psychiatrischen Heilanstalt schuf. Seine frühen, oft dunkel-schwermütigen Kompositionen spiegeln die existenziellen Brüche seiner Biografie: Nach der Diffamierung durch die Nationalsozialisten floh er 1933 mit seiner jüdischen Lebensgefährtin ins jugoslawische Exil und lebte zeitweise im spanischen Tossa de Mar. Sein von herber Zärtlichkeit geprägtes Œuvre zeichnet sich durch eine stilistische Zweiteilung aus: Während die Exiljahre von erdigen, ernsten Tönen beherrscht wurden, entfaltete sein nach der Rückkehr nach Ulm (1946) entstandenes Spätwerk eine lichte, überraschend zarte Farbigkeit. In seinen meisterhaften Aquarellen, Landschaften und farbigen Monotypien fand er zu einer lyrischen Abstraktion, die die Melancholie der Vergangenheit in eine lichtdurchflutete, beinahe schwebende visuelle Poesie überführt.
STICHWORTE HANS GASSEBNER
Expressiver Realismus, Verschollene Generation, Entartete Kunst, Emigration Jugoslawien, Monotypie, Thorotrast-Schädigung, Oberschwäbische Kunst, Galerie Die Fähre
HANS GASSEBNER
KUNSTWERKE HANS GASSEBNER
Drei Felsen bei Blaubeuren (Ölgemälde)
Die Ährenleserinnen (Öl auf Karton)
Landschaft mit Olivenbäumen aus Sipan (Aquarell / Zeichnung)
Tossa de Mar (Monotypie)
Personenstudien aus Alzey (Zeichnungen aus der Zeit als Hilfspfleger)
BIOGRAFIE HANS GASSEBNER
Hans Gassebner wuchs in Württemberg auf und fand früh seinen Weg zur Kunst. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seine Arbeiten 1933 als „entartete Kunst“ diffamiert. Um der Verfolgung zu entgehen, emigrierte er im selben Jahr gemeinsam mit seiner jüdischen Lebensgefährtin nach Jugoslawien. 1938 unterzog er sich in Zürich einer Angiographie, bei der ihm das Kontrastmittel Thorotrast injiziert wurde – ein fataler Eingriff, der schleichende Langzeitschäden verursachte. 1946 kehrte er nach Ulm zurück. Ab 1955 führte die Thorotrast-Schädigung zur vollständigen Lähmung seiner rechten Hand, weshalb er unter extremen Anstrengungen lernen musste, mit der linken Hand zu malen. Er verstarb 1966 an den Spätfolgen dieser Vergiftung.
Geburtsjahr: 1902 (7. März)
Geburtsort: Blaubeuren, Deutschland
Todesjahr: 1966 (19. Februar)
Sterbeort: Löwenstein (Sanatorium), Deutschland
AUSBILDUNG HANS GASSEBNER
Gassebner absolvierte eine akademische Malereiausbildung im süddeutschen Raum; genaue Stationen und Lehrer sind aufgrund der kriegs- und verfolgungsbedingten Lücken in der Dokumentation seiner „verschollenen Generation“ kunsthistorisch nur fragmentarisch überliefert. Seine frühe Formensprache war stark vom schwäbischen Realismus und späten Impressionismus geprägt.
MITGLIEDSCHAFTEN HANS GASSEBNER
Eng verbunden mit süddeutschen Künstlerkreisen der Nachkriegszeit, insbesondere im oberschwäbischen Raum rund um die Künstlervereinigung und Galerie „Die Fähre“ in Bad Saulgau (Zusammenarbeit u. a. mit Wilhelm Geyer und Albert Burkart).
SAMMLUNGEN HANS GASSEBNER
Städtische Kunstsammlung Bad Saulgau: Beheimatet den wichtigsten Grundstock seines Nachlasses, den die Galerie „Fähre“ 1990 erhielt.
AUSSTELLUNGEN HANS GASSEBNER
EINZELAUSSTELLUNGEN HANS GASSEBNER
1977: Gedächtnisausstellung zum 75. Geburtstag, Städtische Galerie „Fähre“, Bad Saulgau.
2002/2003: Retrospektive zum 100. Geburtstag, Bad Saulgau.
2016: Große Werkschau zum 50. Todestag, Städtische Galerie „Fähre“ im Alten Kloster, Bad Saulgau.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN HANS GASSEBNER
1948: Aquarelle oberschwäbischer Maler, Galerie „Fähre“ (zusammen mit Wilhelm Geyer, Carl Pflüger, Albert Burkart und Alfred Wais).
Diverse thematische Ausstellungen zur Kunst der „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus in Süddeutschland.
WERKBESCHREIBUNG HANS GASSEBNER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei: Öl auf Karton und Leinwand.
Grafik & Arbeiten auf Papier: Zeichnungen (Tusche, Kohle), Aquarelle sowie farbige Monotypien
STIL
Kunsthistorisch wird Gassebner dem Expressiven Realismus sowie der „Verschollenen Generation“ zugeordnet (Künstler, die durch den Nationalsozialismus in ihrer Entwicklung blockiert wurden und deren Werk erst spät Würdigung fand).
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Exil und Melancholie: Die Werke aus der Zeit der Emigration spiegeln eine dunkle, schwermütige Atmosphäre wider.
Landschaften: Südeuropäische Küsten (z.B. Tossa de Mar), mediterrane Vegetation sowie die raue Natur seiner schwäbischen Heimat (Drei Felsen bei Blaubeuren).
Mensch und Alltag: Figurendarstellungen, arbeitende Menschen auf dem Feld (Die Ährenleserinnen) und sensible Charakterstudien.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die zwei Phasen des Werks: Seine Kunst ist stilistisch zweigeteilt. Während sein Früh- und Exilwerk von gedeckten, erdigen und melancholischen Tönen dominiert ist, bricht in seinem Spätwerk – paradoxerweise trotz seiner schweren Lähmung – eine völlig neue, zarte und helle Farbigkeit durch, die sich besonders in den späten Aquarellen und Monotypien manifestiert.
KÜNSTLERPORTRÄT HANS GASSEBNER
Hans Gassebner (1902–1966): In Blaubeuren geborener Maler und Grafiker, der als markanter Vertreter der sogenannten „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus zu den tiefgründigsten Chronisten der süddeutschen Zwischen- und Nachkriegsmoderne zählt. Berühmt wurde Gassebner für seine zutiefst humanistische, am Realismus orientierte Formensprache, in der er einfühlsame Personenstudien, alltägliche Szenen wie „Die Ährenleserinnen“ und eindringliche Porträts aus seiner Zeit als Hilfspfleger in einer psychiatrischen Heilanstalt schuf. Seine frühen, oft dunkel-schwermütigen Kompositionen spiegeln die existenziellen Brüche seiner Biografie: Nach der Diffamierung durch die Nationalsozialisten floh er 1933 mit seiner jüdischen Lebensgefährtin ins jugoslawische Exil und lebte zeitweise im spanischen Tossa de Mar. Sein von herber Zärtlichkeit geprägtes Œuvre zeichnet sich durch eine stilistische Zweiteilung aus: Während die Exiljahre von erdigen, ernsten Tönen beherrscht wurden, entfaltete sein nach der Rückkehr nach Ulm (1946) entstandenes Spätwerk eine lichte, überraschend zarte Farbigkeit. In seinen meisterhaften Aquarellen, Landschaften und farbigen Monotypien fand er zu einer lyrischen Abstraktion, die die Melancholie der Vergangenheit in eine lichtdurchflutete, beinahe schwebende visuelle Poesie überführt.
STICHWORTE HANS GASSEBNER
Expressiver Realismus, Verschollene Generation, Entartete Kunst, Emigration Jugoslawien, Monotypie, Thorotrast-Schädigung, Oberschwäbische Kunst, Galerie Die Fähre
HANS GASSEBNER
KUNSTWERKE HANS GASSEBNER
Drei Felsen bei Blaubeuren (Ölgemälde)
Die Ährenleserinnen (Öl auf Karton)
Landschaft mit Olivenbäumen aus Sipan (Aquarell / Zeichnung)
Tossa de Mar (Monotypie)
Personenstudien aus Alzey (Zeichnungen aus der Zeit als Hilfspfleger)
BIOGRAFIE HANS GASSEBNER
Hans Gassebner wuchs in Württemberg auf und fand früh seinen Weg zur Kunst. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seine Arbeiten 1933 als „entartete Kunst“ diffamiert. Um der Verfolgung zu entgehen, emigrierte er im selben Jahr gemeinsam mit seiner jüdischen Lebensgefährtin nach Jugoslawien. 1938 unterzog er sich in Zürich einer Angiographie, bei der ihm das Kontrastmittel Thorotrast injiziert wurde – ein fataler Eingriff, der schleichende Langzeitschäden verursachte. 1946 kehrte er nach Ulm zurück. Ab 1955 führte die Thorotrast-Schädigung zur vollständigen Lähmung seiner rechten Hand, weshalb er unter extremen Anstrengungen lernen musste, mit der linken Hand zu malen. Er verstarb 1966 an den Spätfolgen dieser Vergiftung.
Geburtsjahr: 1902 (7. März)
Geburtsort: Blaubeuren, Deutschland
Todesjahr: 1966 (19. Februar)
Sterbeort: Löwenstein (Sanatorium), Deutschland
AUSBILDUNG HANS GASSEBNER
Gassebner absolvierte eine akademische Malereiausbildung im süddeutschen Raum; genaue Stationen und Lehrer sind aufgrund der kriegs- und verfolgungsbedingten Lücken in der Dokumentation seiner „verschollenen Generation“ kunsthistorisch nur fragmentarisch überliefert. Seine frühe Formensprache war stark vom schwäbischen Realismus und späten Impressionismus geprägt.
MITGLIEDSCHAFTEN HANS GASSEBNER
Eng verbunden mit süddeutschen Künstlerkreisen der Nachkriegszeit, insbesondere im oberschwäbischen Raum rund um die Künstlervereinigung und Galerie „Die Fähre“ in Bad Saulgau (Zusammenarbeit u. a. mit Wilhelm Geyer und Albert Burkart).
SAMMLUNGEN HANS GASSEBNER
Städtische Kunstsammlung Bad Saulgau: Beheimatet den wichtigsten Grundstock seines Nachlasses, den die Galerie „Fähre“ 1990 erhielt.
AUSSTELLUNGEN HANS GASSEBNER
EINZELAUSSTELLUNGEN HANS GASSEBNER
1977: Gedächtnisausstellung zum 75. Geburtstag, Städtische Galerie „Fähre“, Bad Saulgau.
2002/2003: Retrospektive zum 100. Geburtstag, Bad Saulgau.
2016: Große Werkschau zum 50. Todestag, Städtische Galerie „Fähre“ im Alten Kloster, Bad Saulgau.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN HANS GASSEBNER
1948: Aquarelle oberschwäbischer Maler, Galerie „Fähre“ (zusammen mit Wilhelm Geyer, Carl Pflüger, Albert Burkart und Alfred Wais).
Diverse thematische Ausstellungen zur Kunst der „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus in Süddeutschland.
WERKBESCHREIBUNG HANS GASSEBNER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei: Öl auf Karton und Leinwand.
Grafik & Arbeiten auf Papier: Zeichnungen (Tusche, Kohle), Aquarelle sowie farbige Monotypien
STIL
Kunsthistorisch wird Gassebner dem Expressiven Realismus sowie der „Verschollenen Generation“ zugeordnet (Künstler, die durch den Nationalsozialismus in ihrer Entwicklung blockiert wurden und deren Werk erst spät Würdigung fand).
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Exil und Melancholie: Die Werke aus der Zeit der Emigration spiegeln eine dunkle, schwermütige Atmosphäre wider.
Landschaften: Südeuropäische Küsten (z.B. Tossa de Mar), mediterrane Vegetation sowie die raue Natur seiner schwäbischen Heimat (Drei Felsen bei Blaubeuren).
Mensch und Alltag: Figurendarstellungen, arbeitende Menschen auf dem Feld (Die Ährenleserinnen) und sensible Charakterstudien.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Die zwei Phasen des Werks: Seine Kunst ist stilistisch zweigeteilt. Während sein Früh- und Exilwerk von gedeckten, erdigen und melancholischen Tönen dominiert ist, bricht in seinem Spätwerk – paradoxerweise trotz seiner schweren Lähmung – eine völlig neue, zarte und helle Farbigkeit durch, die sich besonders in den späten Aquarellen und Monotypien manifestiert.
KÜNSTLERPORTRÄT HANS GASSEBNER
Hans Gassebner (1902–1966): In Blaubeuren geborener Maler und Grafiker, der als markanter Vertreter der sogenannten „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus zu den tiefgründigsten Chronisten der süddeutschen Zwischen- und Nachkriegsmoderne zählt. Berühmt wurde Gassebner für seine zutiefst humanistische, am Realismus orientierte Formensprache, in der er einfühlsame Personenstudien, alltägliche Szenen wie „Die Ährenleserinnen“ und eindringliche Porträts aus seiner Zeit als Hilfspfleger in einer psychiatrischen Heilanstalt schuf. Seine frühen, oft dunkel-schwermütigen Kompositionen spiegeln die existenziellen Brüche seiner Biografie: Nach der Diffamierung durch die Nationalsozialisten floh er 1933 mit seiner jüdischen Lebensgefährtin ins jugoslawische Exil und lebte zeitweise im spanischen Tossa de Mar. Sein von herber Zärtlichkeit geprägtes Œuvre zeichnet sich durch eine stilistische Zweiteilung aus: Während die Exiljahre von erdigen, ernsten Tönen beherrscht wurden, entfaltete sein nach der Rückkehr nach Ulm (1946) entstandenes Spätwerk eine lichte, überraschend zarte Farbigkeit. In seinen meisterhaften Aquarellen, Landschaften und farbigen Monotypien fand er zu einer lyrischen Abstraktion, die die Melancholie der Vergangenheit in eine lichtdurchflutete, beinahe schwebende visuelle Poesie überführt.
STICHWORTE HANS GASSEBNER
Expressiver Realismus, Verschollene Generation, Entartete Kunst, Emigration Jugoslawien, Monotypie, Thorotrast-Schädigung, Oberschwäbische Kunst, Galerie Die Fähre