Arbeiten und Kunstwerke von Peter Guth
GCB Kunstlexikon
PETER GUTH
KUNSTWERKE PETER GUTH
BIOGRAFIE PETER GUTH
GEBURTSJAHR | 1957 | GEBURTSORT | Mengen | TODESJAHR | 2006 | STERBEORT | Ellwangen
Peter Guth gilt als ein bedeutender Erneuerer des Holzschnitts in der zeitgenössischen deutschen Grafik, da er das Medium von seiner traditionellen Statik befreite und es für neue, monumentale Ausdrucksformen öffnete. Seine Bedeutung wird durch Ausstellungen in renommierten Institutionen wie der Städtischen Kunsthalle Mannheim und dem Museum Schloss Moyland unterstrichen, die sein Werk als maßgeblichen Beitrag zur modernen Druckgrafik würdigten.
AUSBILDUNG PETER GUTH
1977 – 1983 Studium an der Staatlichen Akadademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Professoren Peter Grau und Herbert Baumann (Bildhauerei) sowie Rudolf Schoofs (Grafik)
1978 – 1981 Studium der Kunstwissenschaften an der Universität Stuttgart
LEHRTÄTIGKEIT PETER GUTH
1992 – 1997 Dozent für Holzschnitt und Zeichnen an der Haller Akademie der Künste | Schwäbisch Hall
ab 1985 Kunsterzieher am Peutinger Gymnasium in Ellwangen
MITGLIEDSCHAFT PETER GUTH
Kunstvereinsvorsitzender in Ellwangen
AUSZEICHNUNGEN PETER GUTH
1982 Zweiter Preis der Alpirsbacher Galerie
1985 Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN PETER GUTH
Kunsthalle Mannheim
Stiftung Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten
Museum Sindelfingen
AUSSTELLUNGEN PETER GUTH
EINZELAUSSTELLUNGEN
2018 Ausstellung „Peter Guth (1957-2006) | Vom Werden und Vergehen | Schloss Messkirch
Kunsthalle Mannheim
Schloss Moyland, Bedburg-Hau
Kunstmuseum Singen
WERKBESCHREIBUNG PETER GUTH
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei |Grafik | Bildhauerei | Installationen |Objekte | Inszenierungen | Holzschnitte | Tuschmalereien
STIL
gegenständlich im Sinne der Neuen Figuration | abstrakt-expressiv | an das Informel angelehnte Formensprache
THEMEN | MOTIVE | WERKE
vom Werden und Vergehen | Geburt | Leben | Tod | politische und gesellschaftlich relevante Statements |
Flügelhemd und Portrait-Zeichnungen seiner sterbenden Mutter | existenziell ausdrucksstarke Gesichter
1992 Turm der Künste entsteht als Mahnmal gegen die drohende Schließung der erst zwei Jahre zuvor neu eröffneten Galerie der Stadt Sindelfingen | Symbol gegen die Bedrohung der Kultur und der Künste
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Zentrale Aspekte seiner Erneuerungsleistung:
Abkehr vom Kleinformat: Guth überwand die Begrenzungen des klassischen Buch- oder Pressendrucks und schuf großformatige, oft monumentale Holzschnitte und Holzdrucke.
Dialogisches Prinzip: Er verstand den Druckprozess nicht als bloße Vervielfältigung, sondern als „dialogisches Prinzip“. Das Schneiden in das Holz (die „Verletzung“ des Stocks) und der anschließende Druckakt waren für ihn eng mit emotionalen und existenziellen Prozessen verknüpft.
Experimentelle Technik: Sein Werk umfasst nicht nur klassische Holzschnitte, sondern auch Holzdrucke und Objekte, bei denen er die Grenzen zwischen Grafik und Dreidimensionalität auslotete. Er arbeitete mit Überlagerungen und verschiedenen Druckzuständen, um Tiefe und komplexe Strukturen zu erzeugen.
Existenzielle Thematik: Während der Holzschnitt historisch oft narrativ oder dekorativ genutzt wurde, nutzte Guth ihn zur Reflexion über das „Werden und Vergehen“. Er thematisierte existenzielle Grenzbereiche der menschlichen Existenz, was seinen Arbeiten eine zeitlose, fast archaische Wucht verleiht.
Peter Guth setzt gebrauchte Bettteile, Fenster, Türen, Holzböden oder auch Baumscheiben als Bildträger und Druckstöcke ein, die Gebrauchs- und Lebensspuren vorweisen und ihre eigene Geschichten als Bestandteil des Kunstwerks erzählen. Die Holzschnitte werden häufig in zurückhaltender Farbigkeit gedruckt.