GCB Kunstlexikon
WALTER HERZGER
KUNSTWERKE WALTER HERZGER
Tomaten vor Spiegel (Ölgemälde)
Frau Luna mit grüner Traube (1960, Ölfarben und Kreide auf Papier)
Rossgespann (1962, Lithografie auf Papier)
Vogel mit Nest (Druckgrafik)
Dorfmusikanten (Grafikserie / Holzschnitte)
BIOGRAFIE WALTER HERZGER
Walter Herzger war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Nach Stationen in den wichtigsten Zentren der europäischen Avantgarde (Weimar, Berlin, Paris) und politisch bedingtem Exil in Italien wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der berühmten Höri-Künstlerkolonie am Bodensee. Dort lebte und arbeitete er ab 1946 gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Malerin Gertraud Herzger von Harlessem. Seine späten Jahre waren von einer einflussreichen akademischen Lehrtätigkeit in Karlsruhe geprägt.
Geburtsjahr: 1901 (8. Dezember)
Geburtsort: Leipzig
Todesjahr: 1985 (24. Juni)
Sterbeort: Gaienhofen (Bodensee)
AUSBILDUNG WALTER HERZGER
1919: Studium der Architektur an der Technischen Universität Dresden.
1921–1924: Studium der Malerei und Grafik am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Er absolvierte den legendären Vorkurs bei Johannes Itten, studierte Steinbildhauerei bei Oskar Schlemmer, Harmonisierungslehre bei Gertrud Grunow und erhielt prägenden Unterricht bei Paul Klee und Wassily Kandinsky.
1930–1933: Meisterschüler von Charles Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle.
LEHRTÄTIGKEIT WALTER HERZGER
1930–1933: Leiter der grafischen Werkstatt an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle (Entlassung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933).
1952: Zeichenlehrer an der Schlossschule Gaienhofen.
1958–1967: Berufung an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe; zunächst als Leiter einer Malklasse, ab 1959 als Professor für Zeichnen (Emeritierung 1967).
MITGLIEDSCHAFTEN WALTER HERZGER
Künstlerbund Baden-Württemberg (langjähriges Mitglied und späteres Ehrenmitglied).
AUSZEICHNUNGEN WALTER HERZGER
1975: Hans-Thoma-Preis (Großer Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg)
1975: Ehrenmitgliedschaft des Künstlerbundes Baden-Württemberg
1981: Kunstpreis des Freundeskreises des Künstlerbundes Baden-Württemberg e. V.
SAMMLUNGEN WALTER HERZGER
Kunstmuseum Singen (umfangreicher Sammlungsbestand und Teilnachlass)
Hesse Museum Gaienhofen
Kunstsammlung der Kreissparkasse Ravensburg
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
AUSSTELLUNGEN WALTER HERZGER
EINZELAUSSTELLUNGEN WALTER HERZGER
1975: Hans-Thoma-Museum, Bernau im Schwarzwald (anlässlich der Verleihung des Hans-Thoma-Preises).
2025/2026: „Die Kunst des Einfachen“ – Große Retrospektive im Kunstmuseum Singen (erste umfassende, gleichberechtigte Doppelausstellung gemeinsam mit seiner Ehefrau Gertraud Herzger-von Harlessem).
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN WALTER HERZGER
Regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Ausstellungen der Künstlergruppe „Höri-Künstler“ in Konstanz, Singen und Radolfzell.
PROJEKTE WALTER HERZGER
Kulturoffensive Höri: Herzger beteiligte sich aktiv an regionalen Kunstprojekten am Bodensee.
WERKBESCHREIBUNG WALTER HERZGER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Das künstlerische Werk teilt sich ausgewogen in Malerei und traditionelle Grafik. Seine bevorzugten Medien waren Ölgemälde, Farbkreidezeichnungen, Aquarelle und Pastelle. Besondere Meisterschaft erlangte er in der Druckgrafik, vor allem im Holzschnitt, der Radierung und der Lithografie.
STIL
Herzgers Stil ist eine unverkennbare Synthese aus der Klassischen Moderne, dem Expressionismus und der konstruktiven Schule des Bauhauses. Er lehnte die reine Abstraktion ab und blieb zeitlebens der figurativen, gegenständlichen Welt treu. Seine Bildsprache zeichnet sich durch extreme Verknappung, lyrische Zurückhaltung und harmonisch gedämpfte Farbpaletten aus.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Im Zentrum seiner Arbeit steht die „Feier des Einfachen“. Seine Bildmotive fand er in alltäglichen Beobachtungen:
Mensch und Natur: Figuren in kargen Landschaften, dörfliche Musiker, Alltagsszenen.
Tierdarstellungen: Reduzierte Tierstudien (Vögel, Pferdegespanne).
Stillleben: Einfache Gegenstände wie Früchte, Gläser oder Spiegel im Raum.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das Hauptmerkmal seines Schaffens ist die Transformation von realen Formen in vereinfachte, sensible Chiffren. Figuren und Objekte werden flächig angelegt, Konturen bewusst verknappt, ohne jedoch die emotionale, poetische Grundstimmung zu verlieren. Es ist eine Kunst, die konsequent auf die Substanz der Dinge abzielt.
KURZPORTRÄT WALTER HERZGER
Walter Herzger (1901–1985): In Leipzig geborener Maler und Grafiker, der nach einem kurzen Architekturstudium in Dresden und einer prägenden Ausbildung am Staatlichen Bauhaus in Weimar (1921–1924) unter Koryphäen wie Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Paul Klee und Wassily Kandinsky zu einem herausragenden Vertreter einer lyrisch-zeichenhaften Moderne im deutschen Südwesten heranwuchs. Über Stationen in Paris und als Meisterschüler von Charles Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle, wo er bis zu seiner politisch erzwungenen Entlassung 1933 die Grafikwerkstatt leitete, entwickelte er eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Berühmt wurde Herzger für seine meisterhaften Holzschnitte, Lithografien und Zeichnungen, in denen er eine stark vereinfachte, flächige Formensprache mit einer tiefen, poetischen Symbolik verband. Nach Jahren des Exils in Italien und einer späten Ansiedlung in Gaienhofen am Bodensee fokussierte sich sein Stil auf das Wesentliche: Seine Darstellungen von Tieren (insbesondere Pferden und Vögeln) und menschlichen Figuren im Raum zeugen von einer architektonischen Bildtektonik und einer bewussten Abkehr vom dekorativen Detail. Walter Herzger hinterließ ein stilles, aber international geschätztes Œuvre, das die konstruktive Strenge des Bauhauses mit einer sensiblen, naturnahen Metaphorik in einer „Kunst des Einfachen“ meisterhaft verschmilzt.
ZITATE WALTER HERZGER
„Die Kunst darf das Gegenständliche nicht verlieren, aber sie muss es reinigen – bis nur noch die poetische Chiffre übrig bleibt.“ | Walter Herzger
STICHWORTE WALTER HERZGER
Bauhaus Weimar, Burg Giebichenstein, Höri-Künstlerkolonie, Bodensee-Maler, Holzschnitt, Deutsche Nachkriegsmoderne, Hans-Thoma-Preis, Gertraud Herzger-von Harlessem, Figurative Chiffre
WALTER HERZGER
KUNSTWERKE WALTER HERZGER
Tomaten vor Spiegel (Ölgemälde)
Frau Luna mit grüner Traube (1960, Ölfarben und Kreide auf Papier)
Rossgespann (1962, Lithografie auf Papier)
Vogel mit Nest (Druckgrafik)
Dorfmusikanten (Grafikserie / Holzschnitte)
BIOGRAFIE WALTER HERZGER
Walter Herzger war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Nach Stationen in den wichtigsten Zentren der europäischen Avantgarde (Weimar, Berlin, Paris) und politisch bedingtem Exil in Italien wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der berühmten Höri-Künstlerkolonie am Bodensee. Dort lebte und arbeitete er ab 1946 gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Malerin Gertraud Herzger von Harlessem. Seine späten Jahre waren von einer einflussreichen akademischen Lehrtätigkeit in Karlsruhe geprägt.
Geburtsjahr: 1901 (8. Dezember)
Geburtsort: Leipzig
Todesjahr: 1985 (24. Juni)
Sterbeort: Gaienhofen (Bodensee)
AUSBILDUNG WALTER HERZGER
1919: Studium der Architektur an der Technischen Universität Dresden.
1921–1924: Studium der Malerei und Grafik am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Er absolvierte den legendären Vorkurs bei Johannes Itten, studierte Steinbildhauerei bei Oskar Schlemmer, Harmonisierungslehre bei Gertrud Grunow und erhielt prägenden Unterricht bei Paul Klee und Wassily Kandinsky.
1930–1933: Meisterschüler von Charles Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle.
LEHRTÄTIGKEIT WALTER HERZGER
1930–1933: Leiter der grafischen Werkstatt an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle (Entlassung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933).
1952: Zeichenlehrer an der Schlossschule Gaienhofen.
1958–1967: Berufung an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe; zunächst als Leiter einer Malklasse, ab 1959 als Professor für Zeichnen (Emeritierung 1967).
MITGLIEDSCHAFTEN WALTER HERZGER
Künstlerbund Baden-Württemberg (langjähriges Mitglied und späteres Ehrenmitglied).
AUSZEICHNUNGEN WALTER HERZGER
1975: Hans-Thoma-Preis (Großer Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg)
1975: Ehrenmitgliedschaft des Künstlerbundes Baden-Württemberg
1981: Kunstpreis des Freundeskreises des Künstlerbundes Baden-Württemberg e. V.
SAMMLUNGEN WALTER HERZGER
Kunstmuseum Singen (umfangreicher Sammlungsbestand und Teilnachlass)
Hesse Museum Gaienhofen
Kunstsammlung der Kreissparkasse Ravensburg
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
AUSSTELLUNGEN WALTER HERZGER
EINZELAUSSTELLUNGEN WALTER HERZGER
1975: Hans-Thoma-Museum, Bernau im Schwarzwald (anlässlich der Verleihung des Hans-Thoma-Preises).
2025/2026: „Die Kunst des Einfachen“ – Große Retrospektive im Kunstmuseum Singen (erste umfassende, gleichberechtigte Doppelausstellung gemeinsam mit seiner Ehefrau Gertraud Herzger-von Harlessem).
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN WALTER HERZGER
Regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Ausstellungen der Künstlergruppe „Höri-Künstler“ in Konstanz, Singen und Radolfzell.
PROJEKTE WALTER HERZGER
Kulturoffensive Höri: Herzger beteiligte sich aktiv an regionalen Kunstprojekten am Bodensee.
WERKBESCHREIBUNG WALTER HERZGER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Das künstlerische Werk teilt sich ausgewogen in Malerei und traditionelle Grafik. Seine bevorzugten Medien waren Ölgemälde, Farbkreidezeichnungen, Aquarelle und Pastelle. Besondere Meisterschaft erlangte er in der Druckgrafik, vor allem im Holzschnitt, der Radierung und der Lithografie.
STIL
Herzgers Stil ist eine unverkennbare Synthese aus der Klassischen Moderne, dem Expressionismus und der konstruktiven Schule des Bauhauses. Er lehnte die reine Abstraktion ab und blieb zeitlebens der figurativen, gegenständlichen Welt treu. Seine Bildsprache zeichnet sich durch extreme Verknappung, lyrische Zurückhaltung und harmonisch gedämpfte Farbpaletten aus.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Im Zentrum seiner Arbeit steht die „Feier des Einfachen“. Seine Bildmotive fand er in alltäglichen Beobachtungen:
Mensch und Natur: Figuren in kargen Landschaften, dörfliche Musiker, Alltagsszenen.
Tierdarstellungen: Reduzierte Tierstudien (Vögel, Pferdegespanne).
Stillleben: Einfache Gegenstände wie Früchte, Gläser oder Spiegel im Raum.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das Hauptmerkmal seines Schaffens ist die Transformation von realen Formen in vereinfachte, sensible Chiffren. Figuren und Objekte werden flächig angelegt, Konturen bewusst verknappt, ohne jedoch die emotionale, poetische Grundstimmung zu verlieren. Es ist eine Kunst, die konsequent auf die Substanz der Dinge abzielt.
KURZPORTRÄT WALTER HERZGER
Walter Herzger (1901–1985): In Leipzig geborener Maler und Grafiker, der nach einem kurzen Architekturstudium in Dresden und einer prägenden Ausbildung am Staatlichen Bauhaus in Weimar (1921–1924) unter Koryphäen wie Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Paul Klee und Wassily Kandinsky zu einem herausragenden Vertreter einer lyrisch-zeichenhaften Moderne im deutschen Südwesten heranwuchs. Über Stationen in Paris und als Meisterschüler von Charles Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle, wo er bis zu seiner politisch erzwungenen Entlassung 1933 die Grafikwerkstatt leitete, entwickelte er eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Berühmt wurde Herzger für seine meisterhaften Holzschnitte, Lithografien und Zeichnungen, in denen er eine stark vereinfachte, flächige Formensprache mit einer tiefen, poetischen Symbolik verband. Nach Jahren des Exils in Italien und einer späten Ansiedlung in Gaienhofen am Bodensee fokussierte sich sein Stil auf das Wesentliche: Seine Darstellungen von Tieren (insbesondere Pferden und Vögeln) und menschlichen Figuren im Raum zeugen von einer architektonischen Bildtektonik und einer bewussten Abkehr vom dekorativen Detail. Walter Herzger hinterließ ein stilles, aber international geschätztes Œuvre, das die konstruktive Strenge des Bauhauses mit einer sensiblen, naturnahen Metaphorik in einer „Kunst des Einfachen“ meisterhaft verschmilzt.
ZITATE WALTER HERZGER
„Die Kunst darf das Gegenständliche nicht verlieren, aber sie muss es reinigen – bis nur noch die poetische Chiffre übrig bleibt.“ | Walter Herzger
STICHWORTE WALTER HERZGER
Bauhaus Weimar, Burg Giebichenstein, Höri-Künstlerkolonie, Bodensee-Maler, Holzschnitt, Deutsche Nachkriegsmoderne, Hans-Thoma-Preis, Gertraud Herzger-von Harlessem, Figurative Chiffre
WALTER HERZGER
KUNSTWERKE WALTER HERZGER
Tomaten vor Spiegel (Ölgemälde)
Frau Luna mit grüner Traube (1960, Ölfarben und Kreide auf Papier)
Rossgespann (1962, Lithografie auf Papier)
Vogel mit Nest (Druckgrafik)
Dorfmusikanten (Grafikserie / Holzschnitte)
BIOGRAFIE WALTER HERZGER
Walter Herzger war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Nach Stationen in den wichtigsten Zentren der europäischen Avantgarde (Weimar, Berlin, Paris) und politisch bedingtem Exil in Italien wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der berühmten Höri-Künstlerkolonie am Bodensee. Dort lebte und arbeitete er ab 1946 gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Malerin Gertraud Herzger von Harlessem. Seine späten Jahre waren von einer einflussreichen akademischen Lehrtätigkeit in Karlsruhe geprägt.
Geburtsjahr: 1901 (8. Dezember)
Geburtsort: Leipzig
Todesjahr: 1985 (24. Juni)
Sterbeort: Gaienhofen (Bodensee)
AUSBILDUNG WALTER HERZGER
1919: Studium der Architektur an der Technischen Universität Dresden.
1921–1924: Studium der Malerei und Grafik am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Er absolvierte den legendären Vorkurs bei Johannes Itten, studierte Steinbildhauerei bei Oskar Schlemmer, Harmonisierungslehre bei Gertrud Grunow und erhielt prägenden Unterricht bei Paul Klee und Wassily Kandinsky.
1930–1933: Meisterschüler von Charles Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle.
LEHRTÄTIGKEIT WALTER HERZGER
1930–1933: Leiter der grafischen Werkstatt an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle (Entlassung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933).
1952: Zeichenlehrer an der Schlossschule Gaienhofen.
1958–1967: Berufung an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe; zunächst als Leiter einer Malklasse, ab 1959 als Professor für Zeichnen (Emeritierung 1967).
MITGLIEDSCHAFTEN WALTER HERZGER
Künstlerbund Baden-Württemberg (langjähriges Mitglied und späteres Ehrenmitglied).
AUSZEICHNUNGEN WALTER HERZGER
1975: Hans-Thoma-Preis (Großer Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg)
1975: Ehrenmitgliedschaft des Künstlerbundes Baden-Württemberg
1981: Kunstpreis des Freundeskreises des Künstlerbundes Baden-Württemberg e. V.
SAMMLUNGEN WALTER HERZGER
Kunstmuseum Singen (umfangreicher Sammlungsbestand und Teilnachlass)
Hesse Museum Gaienhofen
Kunstsammlung der Kreissparkasse Ravensburg
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
AUSSTELLUNGEN WALTER HERZGER
EINZELAUSSTELLUNGEN WALTER HERZGER
1975: Hans-Thoma-Museum, Bernau im Schwarzwald (anlässlich der Verleihung des Hans-Thoma-Preises).
2025/2026: „Die Kunst des Einfachen“ – Große Retrospektive im Kunstmuseum Singen (erste umfassende, gleichberechtigte Doppelausstellung gemeinsam mit seiner Ehefrau Gertraud Herzger-von Harlessem).
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN WALTER HERZGER
Regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Ausstellungen der Künstlergruppe „Höri-Künstler“ in Konstanz, Singen und Radolfzell.
PROJEKTE WALTER HERZGER
Kulturoffensive Höri: Herzger beteiligte sich aktiv an regionalen Kunstprojekten am Bodensee.
WERKBESCHREIBUNG WALTER HERZGER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Das künstlerische Werk teilt sich ausgewogen in Malerei und traditionelle Grafik. Seine bevorzugten Medien waren Ölgemälde, Farbkreidezeichnungen, Aquarelle und Pastelle. Besondere Meisterschaft erlangte er in der Druckgrafik, vor allem im Holzschnitt, der Radierung und der Lithografie.
STIL
Herzgers Stil ist eine unverkennbare Synthese aus der Klassischen Moderne, dem Expressionismus und der konstruktiven Schule des Bauhauses. Er lehnte die reine Abstraktion ab und blieb zeitlebens der figurativen, gegenständlichen Welt treu. Seine Bildsprache zeichnet sich durch extreme Verknappung, lyrische Zurückhaltung und harmonisch gedämpfte Farbpaletten aus.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Im Zentrum seiner Arbeit steht die „Feier des Einfachen“. Seine Bildmotive fand er in alltäglichen Beobachtungen:
Mensch und Natur: Figuren in kargen Landschaften, dörfliche Musiker, Alltagsszenen.
Tierdarstellungen: Reduzierte Tierstudien (Vögel, Pferdegespanne).
Stillleben: Einfache Gegenstände wie Früchte, Gläser oder Spiegel im Raum.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das Hauptmerkmal seines Schaffens ist die Transformation von realen Formen in vereinfachte, sensible Chiffren. Figuren und Objekte werden flächig angelegt, Konturen bewusst verknappt, ohne jedoch die emotionale, poetische Grundstimmung zu verlieren. Es ist eine Kunst, die konsequent auf die Substanz der Dinge abzielt.
KURZPORTRÄT WALTER HERZGER
Walter Herzger (1901–1985): In Leipzig geborener Maler und Grafiker, der nach einem kurzen Architekturstudium in Dresden und einer prägenden Ausbildung am Staatlichen Bauhaus in Weimar (1921–1924) unter Koryphäen wie Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Paul Klee und Wassily Kandinsky zu einem herausragenden Vertreter einer lyrisch-zeichenhaften Moderne im deutschen Südwesten heranwuchs. Über Stationen in Paris und als Meisterschüler von Charles Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle, wo er bis zu seiner politisch erzwungenen Entlassung 1933 die Grafikwerkstatt leitete, entwickelte er eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Berühmt wurde Herzger für seine meisterhaften Holzschnitte, Lithografien und Zeichnungen, in denen er eine stark vereinfachte, flächige Formensprache mit einer tiefen, poetischen Symbolik verband. Nach Jahren des Exils in Italien und einer späten Ansiedlung in Gaienhofen am Bodensee fokussierte sich sein Stil auf das Wesentliche: Seine Darstellungen von Tieren (insbesondere Pferden und Vögeln) und menschlichen Figuren im Raum zeugen von einer architektonischen Bildtektonik und einer bewussten Abkehr vom dekorativen Detail. Walter Herzger hinterließ ein stilles, aber international geschätztes Œuvre, das die konstruktive Strenge des Bauhauses mit einer sensiblen, naturnahen Metaphorik in einer „Kunst des Einfachen“ meisterhaft verschmilzt.
ZITATE WALTER HERZGER
„Die Kunst darf das Gegenständliche nicht verlieren, aber sie muss es reinigen – bis nur noch die poetische Chiffre übrig bleibt.“ | Walter Herzger
STICHWORTE WALTER HERZGER
Bauhaus Weimar, Burg Giebichenstein, Höri-Künstlerkolonie, Bodensee-Maler, Holzschnitt, Deutsche Nachkriegsmoderne, Hans-Thoma-Preis, Gertraud Herzger-von Harlessem, Figurative Chiffre