GCB Kunstlexikon
BERT JÄGER
KUNSTWERKE BERT JÄGER
Mosaikwand in der Mensa I der Universität Freiburg, 1960er-Jahre) – Großflächiges, farbintensives baugebundenes Keramikmosaik.
„Flammenkreuz“-Logo der Caritas (1962) – Von Jäger radikal modernisiertes und bis heute international genutztes grafisches Markenzeichen.
Sondermarke zur 500-Jahr-Feier der Universität Freiburg (Deutsche Bundespost, 1957).
Wohlfahrtsmarken-Serien (1956–1971) – Zahlreiche Entwürfe für Sonder- und Wohltätigkeitsmarken.
„Campobasso“ (1961) – Repräsentative Arbeit der frühen expressiven Phase.
„Manarola“ (1963) – Gestisch-abstraktes Werk
Umfangreiches fotografisches Spätwerk (ca. 25.000 Farbdias, entstanden 1979–1986).
VIDEO BERT JÄGER
Bert Jäger Sonderausstellung im Uniseum Freiburg | H.L. Breisach | Ausstellung von Bert Jäger „Im Spiegel des Informel“ im Uniseum Freiburg. Immer wieder gibt es auch für mich Neues in Freiburg zu entdecken. Das Uniseum war mir bis jetzt vollkommen unbekannt. Sicher ein einmaliger Schatz über die Geschichte der Universität Freiburg. In den tiefen Gewölben der Alten Universität mit seinen Eindrucksvollen Räumlichkeit sind die expressiven Gemälde des Freiburger Malers Bert Jäger in einer Sonderausstellung zu würdigen. Eine beeindruckende Begegnung in Freiburgs Unterwelt. | YouTube
BIOGRAFIE BERT JÄGER
Geburtsjahr: 1919 (11. Januar)
Geburtsort: Karlsruhe, Deutschland
Todesjahr: 1998 (2. Mai)
Sterbeort: Freiburg im Breisgau, Deutschland
Albert „Bert“ Jäger verbrachte nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft (1949) sein restliches Leben und Schaffen vorwiegend in Freiburg. Zwischen 1987 und 1998 verlagerte er seine Arbeit temporär in ein zusätzliches Atelier nach Ligurien, Italien.
AUSBILDUNG BERT JÄGER
1934–1939: Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Siegfried Czerny, Georg Siebert und Hermann Goebel.
1942: Nach schwerer Verwundung an der russischen Front folgte ein temporärer Aufenthalt in einem Lazarett in Wien, verbunden mit einem kurzen Gaststudium an der Akademie der bildenden Künste Wien unter dem österreichischen Expressionisten Herbert Boeckl. In dieser Zeit begegnete er auch Emil Nolde.
MITGLIEDSCHAFTEN BERT JÄGER
BBK (Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler)
Junge Gruppe Baden (Freiburg)
Freie Gruppe Oberrhein
Künstlerbund Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN BERT JÄGER
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Museum für Neue Kunst – Städtische Museen Freiburg
Sammlung Bert Jäger – Nachlassverwaltung – Archiv Dieter Weber
Universitätsklinikum Freiburg & Mathematisches Institut der Universität Freiburg
AUSSTELLUNGEN BERT JÄGER
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 2001, „Werke auf Papier 1961–1998“.
Markgräfler Museum Müllheim & Ehemalige Synagoge Sulzburg 2009,
Städtische Galerie „Fähre“ Saulgau 1997.
Städtische Galerie Iserlohn 2015-2016
Uniseum der Universität Freiburg 2025, „Bert Jäger im Spiegel des Informel“.
Kunsthaus Dahlem, Berlin 2025-2026, „Bert Jäger – When Seeking Kindred Spirits“.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Museum für Neue Kunst, Freiburg 2000, „Totale 03. Das Jahrhundert im Blick der Sammlung“.
Mannheimer Kunstverein 1998, 44. Jahresausstellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Villa Bosch, Radolfzell 2012, „Heike Endemann – Skulptur / Bert Jäger – Malerei“.
PROJEKTE BERT JÄGER
Das fotografische Nachlass-Projekt 2004: Posthume wissenschaftliche Aufarbeitung eines sensationellen Funds von über 3.000 Negativen aus den 50er/60er Jahren, welche Jäger als dokumentarisch-poetischen Chronisten entdeckte.
Gestaltung des öffentlichen Raumes im Zuge des Wiederaufbaus der Universität Freiburg.
WERKBESCHREIBUNG BERT JÄGER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Ölmalerei, Mischtechnik auf Papier, Tusche, Baukeramik (Mosaik), Farbfotografie (Dias), Grafikdesign/Gebrauchsgrafik sowie Prosa/Lyrik.
Thematisiert wurde der radikale Wechsel zwischen kontrollierter angewandter Grafik und anarchisch-freier, gestischer Malerei.
STIL
Seine Anfänge waren kühl-geometrisch und teilweise gegenständlich geprägt. Ende der 1950er-Jahre vollzog er den Bruch hin zu wilden, gestischen Schwüngen, bei denen der Prozess selbst zum Inhalt seiner informellen Malerei wird. Als Fotograf stand Bert Jäger für einen sensiblen, präzisen und poetischen Bildjournalismus (Street Photography), der formale Strenge mit humanistischem Blick vereint.
THEMEN | MOTIVE
Dynamik und Rhythmus: Visuelle Umsetzung von Energie durch reine Farbe und Linie zeigt eine Verwandtschaft zum Action Painting.
Italien-Motive: Licht- und Farberlebnisse aus Ligurien und Reisen nach Südeuropa.
Menschliche Existenz: In seiner Fotografie zeigt er den Alltag der Nachkriegszeit; in der Literatur die psychologische Verarbeitung von Krieg und Gefangenschaft.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Jägers informelle Malerei ist frei von akademischen Konventionen. Die Arbeiten zeichnen sich durch pastose, heftige Farbaufträge aus, oft kontrastiert durch feine Linien oder radikale Übermalungen. Sein Schaffen beschrieb er als eine Notwendigkeit, sich durch den „reinen Akt des Malens“ von den Traumata und der Enge der Vergangenheit freizukämpfen. Ein besonderes Merkmal ist seine fast 20-jährige bewusste Pause von der Malerei (1970–1987), in der er das Medium zugunsten von Sprache und Fotografie völlig einfror, um danach reifer und befreiter zu Pinsel und Zeichnung zurückzukehren.
KÜNSTLERPORTRÄT BERT JÄGER
Bert Jäger (1919–1998): In Karlsruhe geborener Maler, Grafiker und Essayist, der nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ab 1948 in Freiburg im Breisgau lebte und arbeitete. Jäger gilt als der kompromissloseste Pionier der abstrakten Malerei und des Informel in Südbaden. Weitgehend als Autodidakt gestartet, löste er sich radikal von der landschaftlichen Tradition der Region und entwickelte eine hochdynamische, gestische Bildsprache. Seine wuchtigen, prozesshaften Material- und Strukturbilder leben von der Schichtung, Verletzung und eruptiven Überlagerung reiner Farbmaterie. Als Mitbegründer der avantgardistischen „Breisgauer Sezession“ (1954) und enger Freund von Intellektuellen und Künstlern der Nachkriegszeit war er der entscheidende intellektuelle Motor, der die ungegenständliche Moderne im Südwesten jenseits der Stuttgarter und Karlsruher Zentren verankerte.
ZITATE BERT JÄGER
„Hier in Italien singe ich immer.“ | Ein oft zitierter Satz Jägers, der als Leitmotiv über seinen späten, lichtdurchfluteten ligurischen Werken und Ausstellungen steht).
STICHWORTE BERT JÄGER
Informel, Abstrakter Expressionismus, Grafikdesign, Caritas Flammenkreuz, Universität Freiburg, Kriegsgefangenschaft, Ligurien, Emilio Vedova, Fotografie, Gestische Malerei, Nachkriegsmoderne, Wohlfahrtsmarke
LINKS BERT JÄGER
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KUNSTWERKE BERT JÄGER
Mosaikwand in der Mensa I der Universität Freiburg, 1960er-Jahre) – Großflächiges, farbintensives baugebundenes Keramikmosaik.
„Flammenkreuz“-Logo der Caritas (1962) – Von Jäger radikal modernisiertes und bis heute international genutztes grafisches Markenzeichen.
Sondermarke zur 500-Jahr-Feier der Universität Freiburg (Deutsche Bundespost, 1957).
Wohlfahrtsmarken-Serien (1956–1971) – Zahlreiche Entwürfe für Sonder- und Wohltätigkeitsmarken.
„Campobasso“ (1961) – Repräsentative Arbeit der frühen expressiven Phase.
„Manarola“ (1963) – Gestisch-abstraktes Werk
Umfangreiches fotografisches Spätwerk (ca. 25.000 Farbdias, entstanden 1979–1986).
VIDEO BERT JÄGER
Bert Jäger Sonderausstellung im Uniseum Freiburg | H.L. Breisach | Ausstellung von Bert Jäger „Im Spiegel des Informel“ im Uniseum Freiburg. Immer wieder gibt es auch für mich Neues in Freiburg zu entdecken. Das Uniseum war mir bis jetzt vollkommen unbekannt. Sicher ein einmaliger Schatz über die Geschichte der Universität Freiburg. In den tiefen Gewölben der Alten Universität mit seinen Eindrucksvollen Räumlichkeit sind die expressiven Gemälde des Freiburger Malers Bert Jäger in einer Sonderausstellung zu würdigen. Eine beeindruckende Begegnung in Freiburgs Unterwelt. | YouTube
BIOGRAFIE BERT JÄGER
Geburtsjahr: 1919 (11. Januar)
Geburtsort: Karlsruhe, Deutschland
Todesjahr: 1998 (2. Mai)
Sterbeort: Freiburg im Breisgau, Deutschland
Albert „Bert“ Jäger verbrachte nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft (1949) sein restliches Leben und Schaffen vorwiegend in Freiburg. Zwischen 1987 und 1998 verlagerte er seine Arbeit temporär in ein zusätzliches Atelier nach Ligurien, Italien.
AUSBILDUNG BERT JÄGER
1934–1939: Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Siegfried Czerny, Georg Siebert und Hermann Goebel.
1942: Nach schwerer Verwundung an der russischen Front folgte ein temporärer Aufenthalt in einem Lazarett in Wien, verbunden mit einem kurzen Gaststudium an der Akademie der bildenden Künste Wien unter dem österreichischen Expressionisten Herbert Boeckl. In dieser Zeit begegnete er auch Emil Nolde.
MITGLIEDSCHAFTEN BERT JÄGER
BBK (Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler)
Junge Gruppe Baden (Freiburg)
Freie Gruppe Oberrhein
Künstlerbund Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN BERT JÄGER
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Museum für Neue Kunst – Städtische Museen Freiburg
Sammlung Bert Jäger – Nachlassverwaltung – Archiv Dieter Weber
Universitätsklinikum Freiburg & Mathematisches Institut der Universität Freiburg
AUSSTELLUNGEN BERT JÄGER
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 2001, „Werke auf Papier 1961–1998“.
Markgräfler Museum Müllheim & Ehemalige Synagoge Sulzburg 2009,
Städtische Galerie „Fähre“ Saulgau 1997.
Städtische Galerie Iserlohn 2015-2016
Uniseum der Universität Freiburg 2025, „Bert Jäger im Spiegel des Informel“.
Kunsthaus Dahlem, Berlin 2025-2026, „Bert Jäger – When Seeking Kindred Spirits“.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Museum für Neue Kunst, Freiburg 2000, „Totale 03. Das Jahrhundert im Blick der Sammlung“.
Mannheimer Kunstverein 1998, 44. Jahresausstellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Villa Bosch, Radolfzell 2012, „Heike Endemann – Skulptur / Bert Jäger – Malerei“.
PROJEKTE BERT JÄGER
Das fotografische Nachlass-Projekt 2004: Posthume wissenschaftliche Aufarbeitung eines sensationellen Funds von über 3.000 Negativen aus den 50er/60er Jahren, welche Jäger als dokumentarisch-poetischen Chronisten entdeckte.
Gestaltung des öffentlichen Raumes im Zuge des Wiederaufbaus der Universität Freiburg.
WERKBESCHREIBUNG BERT JÄGER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Ölmalerei, Mischtechnik auf Papier, Tusche, Baukeramik (Mosaik), Farbfotografie (Dias), Grafikdesign/Gebrauchsgrafik sowie Prosa/Lyrik.
Thematisiert wurde der radikale Wechsel zwischen kontrollierter angewandter Grafik und anarchisch-freier, gestischer Malerei.
STIL
Seine Anfänge waren kühl-geometrisch und teilweise gegenständlich geprägt. Ende der 1950er-Jahre vollzog er den Bruch hin zu wilden, gestischen Schwüngen, bei denen der Prozess selbst zum Inhalt seiner informellen Malerei wird. Als Fotograf stand Bert Jäger für einen sensiblen, präzisen und poetischen Bildjournalismus (Street Photography), der formale Strenge mit humanistischem Blick vereint.
THEMEN | MOTIVE
Dynamik und Rhythmus: Visuelle Umsetzung von Energie durch reine Farbe und Linie zeigt eine Verwandtschaft zum Action Painting.
Italien-Motive: Licht- und Farberlebnisse aus Ligurien und Reisen nach Südeuropa.
Menschliche Existenz: In seiner Fotografie zeigt er den Alltag der Nachkriegszeit; in der Literatur die psychologische Verarbeitung von Krieg und Gefangenschaft.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Jägers informelle Malerei ist frei von akademischen Konventionen. Die Arbeiten zeichnen sich durch pastose, heftige Farbaufträge aus, oft kontrastiert durch feine Linien oder radikale Übermalungen. Sein Schaffen beschrieb er als eine Notwendigkeit, sich durch den „reinen Akt des Malens“ von den Traumata und der Enge der Vergangenheit freizukämpfen. Ein besonderes Merkmal ist seine fast 20-jährige bewusste Pause von der Malerei (1970–1987), in der er das Medium zugunsten von Sprache und Fotografie völlig einfror, um danach reifer und befreiter zu Pinsel und Zeichnung zurückzukehren.
KÜNSTLERPORTRÄT BERT JÄGER
Bert Jäger (1919–1998): In Karlsruhe geborener Maler, Grafiker und Essayist, der nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ab 1948 in Freiburg im Breisgau lebte und arbeitete. Jäger gilt als der kompromissloseste Pionier der abstrakten Malerei und des Informel in Südbaden. Weitgehend als Autodidakt gestartet, löste er sich radikal von der landschaftlichen Tradition der Region und entwickelte eine hochdynamische, gestische Bildsprache. Seine wuchtigen, prozesshaften Material- und Strukturbilder leben von der Schichtung, Verletzung und eruptiven Überlagerung reiner Farbmaterie. Als Mitbegründer der avantgardistischen „Breisgauer Sezession“ (1954) und enger Freund von Intellektuellen und Künstlern der Nachkriegszeit war er der entscheidende intellektuelle Motor, der die ungegenständliche Moderne im Südwesten jenseits der Stuttgarter und Karlsruher Zentren verankerte.
ZITATE BERT JÄGER
„Hier in Italien singe ich immer.“ | Ein oft zitierter Satz Jägers, der als Leitmotiv über seinen späten, lichtdurchfluteten ligurischen Werken und Ausstellungen steht).
STICHWORTE BERT JÄGER
Informel, Abstrakter Expressionismus, Grafikdesign, Caritas Flammenkreuz, Universität Freiburg, Kriegsgefangenschaft, Ligurien, Emilio Vedova, Fotografie, Gestische Malerei, Nachkriegsmoderne, Wohlfahrtsmarke
LINKS BERT JÄGER
BERT JÄGER
KUNSTWERKE BERT JÄGER
Mosaikwand in der Mensa I der Universität Freiburg, 1960er-Jahre) – Großflächiges, farbintensives baugebundenes Keramikmosaik.
„Flammenkreuz“-Logo der Caritas (1962) – Von Jäger radikal modernisiertes und bis heute international genutztes grafisches Markenzeichen.
Sondermarke zur 500-Jahr-Feier der Universität Freiburg (Deutsche Bundespost, 1957).
Wohlfahrtsmarken-Serien (1956–1971) – Zahlreiche Entwürfe für Sonder- und Wohltätigkeitsmarken.
„Campobasso“ (1961) – Repräsentative Arbeit der frühen expressiven Phase.
„Manarola“ (1963) – Gestisch-abstraktes Werk
Umfangreiches fotografisches Spätwerk (ca. 25.000 Farbdias, entstanden 1979–1986).
VIDEO BERT JÄGER
Bert Jäger Sonderausstellung im Uniseum Freiburg | H.L. Breisach | Ausstellung von Bert Jäger „Im Spiegel des Informel“ im Uniseum Freiburg. Immer wieder gibt es auch für mich Neues in Freiburg zu entdecken. Das Uniseum war mir bis jetzt vollkommen unbekannt. Sicher ein einmaliger Schatz über die Geschichte der Universität Freiburg. In den tiefen Gewölben der Alten Universität mit seinen Eindrucksvollen Räumlichkeit sind die expressiven Gemälde des Freiburger Malers Bert Jäger in einer Sonderausstellung zu würdigen. Eine beeindruckende Begegnung in Freiburgs Unterwelt. | YouTube
BIOGRAFIE BERT JÄGER
Geburtsjahr: 1919 (11. Januar)
Geburtsort: Karlsruhe, Deutschland
Todesjahr: 1998 (2. Mai)
Sterbeort: Freiburg im Breisgau, Deutschland
Albert „Bert“ Jäger verbrachte nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft (1949) sein restliches Leben und Schaffen vorwiegend in Freiburg. Zwischen 1987 und 1998 verlagerte er seine Arbeit temporär in ein zusätzliches Atelier nach Ligurien, Italien.
AUSBILDUNG BERT JÄGER
1934–1939: Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Siegfried Czerny, Georg Siebert und Hermann Goebel.
1942: Nach schwerer Verwundung an der russischen Front folgte ein temporärer Aufenthalt in einem Lazarett in Wien, verbunden mit einem kurzen Gaststudium an der Akademie der bildenden Künste Wien unter dem österreichischen Expressionisten Herbert Boeckl. In dieser Zeit begegnete er auch Emil Nolde.
MITGLIEDSCHAFTEN BERT JÄGER
BBK (Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler)
Junge Gruppe Baden (Freiburg)
Freie Gruppe Oberrhein
Künstlerbund Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN BERT JÄGER
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Museum für Neue Kunst – Städtische Museen Freiburg
Sammlung Bert Jäger – Nachlassverwaltung – Archiv Dieter Weber
Universitätsklinikum Freiburg & Mathematisches Institut der Universität Freiburg
AUSSTELLUNGEN BERT JÄGER
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 2001, „Werke auf Papier 1961–1998“.
Markgräfler Museum Müllheim & Ehemalige Synagoge Sulzburg 2009,
Städtische Galerie „Fähre“ Saulgau 1997.
Städtische Galerie Iserlohn 2015-2016
Uniseum der Universität Freiburg 2025, „Bert Jäger im Spiegel des Informel“.
Kunsthaus Dahlem, Berlin 2025-2026, „Bert Jäger – When Seeking Kindred Spirits“.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Museum für Neue Kunst, Freiburg 2000, „Totale 03. Das Jahrhundert im Blick der Sammlung“.
Mannheimer Kunstverein 1998, 44. Jahresausstellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Villa Bosch, Radolfzell 2012, „Heike Endemann – Skulptur / Bert Jäger – Malerei“.
PROJEKTE BERT JÄGER
Das fotografische Nachlass-Projekt 2004: Posthume wissenschaftliche Aufarbeitung eines sensationellen Funds von über 3.000 Negativen aus den 50er/60er Jahren, welche Jäger als dokumentarisch-poetischen Chronisten entdeckte.
Gestaltung des öffentlichen Raumes im Zuge des Wiederaufbaus der Universität Freiburg.
WERKBESCHREIBUNG BERT JÄGER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Ölmalerei, Mischtechnik auf Papier, Tusche, Baukeramik (Mosaik), Farbfotografie (Dias), Grafikdesign/Gebrauchsgrafik sowie Prosa/Lyrik.
Thematisiert wurde der radikale Wechsel zwischen kontrollierter angewandter Grafik und anarchisch-freier, gestischer Malerei.
STIL
Seine Anfänge waren kühl-geometrisch und teilweise gegenständlich geprägt. Ende der 1950er-Jahre vollzog er den Bruch hin zu wilden, gestischen Schwüngen, bei denen der Prozess selbst zum Inhalt seiner informellen Malerei wird. Als Fotograf stand Bert Jäger für einen sensiblen, präzisen und poetischen Bildjournalismus (Street Photography), der formale Strenge mit humanistischem Blick vereint.
THEMEN | MOTIVE
Dynamik und Rhythmus: Visuelle Umsetzung von Energie durch reine Farbe und Linie zeigt eine Verwandtschaft zum Action Painting.
Italien-Motive: Licht- und Farberlebnisse aus Ligurien und Reisen nach Südeuropa.
Menschliche Existenz: In seiner Fotografie zeigt er den Alltag der Nachkriegszeit; in der Literatur die psychologische Verarbeitung von Krieg und Gefangenschaft.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Jägers informelle Malerei ist frei von akademischen Konventionen. Die Arbeiten zeichnen sich durch pastose, heftige Farbaufträge aus, oft kontrastiert durch feine Linien oder radikale Übermalungen. Sein Schaffen beschrieb er als eine Notwendigkeit, sich durch den „reinen Akt des Malens“ von den Traumata und der Enge der Vergangenheit freizukämpfen. Ein besonderes Merkmal ist seine fast 20-jährige bewusste Pause von der Malerei (1970–1987), in der er das Medium zugunsten von Sprache und Fotografie völlig einfror, um danach reifer und befreiter zu Pinsel und Zeichnung zurückzukehren.
KÜNSTLERPORTRÄT BERT JÄGER
Bert Jäger (1919–1998): In Karlsruhe geborener Maler, Grafiker und Essayist, der nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ab 1948 in Freiburg im Breisgau lebte und arbeitete. Jäger gilt als der kompromissloseste Pionier der abstrakten Malerei und des Informel in Südbaden. Weitgehend als Autodidakt gestartet, löste er sich radikal von der landschaftlichen Tradition der Region und entwickelte eine hochdynamische, gestische Bildsprache. Seine wuchtigen, prozesshaften Material- und Strukturbilder leben von der Schichtung, Verletzung und eruptiven Überlagerung reiner Farbmaterie. Als Mitbegründer der avantgardistischen „Breisgauer Sezession“ (1954) und enger Freund von Intellektuellen und Künstlern der Nachkriegszeit war er der entscheidende intellektuelle Motor, der die ungegenständliche Moderne im Südwesten jenseits der Stuttgarter und Karlsruher Zentren verankerte.
ZITATE BERT JÄGER
„Hier in Italien singe ich immer.“ | Ein oft zitierter Satz Jägers, der als Leitmotiv über seinen späten, lichtdurchfluteten ligurischen Werken und Ausstellungen steht).
STICHWORTE BERT JÄGER
Informel, Abstrakter Expressionismus, Grafikdesign, Caritas Flammenkreuz, Universität Freiburg, Kriegsgefangenschaft, Ligurien, Emilio Vedova, Fotografie, Gestische Malerei, Nachkriegsmoderne, Wohlfahrtsmarke