GCB Kunstlexikon
IDA KERKOVIUS
KUNSTWERKE IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius | inesvigo | IDA KERKOVIUS fue una pintora alemana (Riga, Letonia 1879, Stuttgart 1970). En 1903, despues de haber viajado a Italia, estudia durante cinco meses en Dachau (Baviera) con Adolf Hoelzel, con quien se reune en 1906 en Stuttgart, en donde se instala definitivamente. De 1920 a 1923 pasa tres inviernos en la Bauhaus de Weimar para aprender el tejido y allí se encuentra con Klee y Kandinsky. Desde 1933, el nuevo gobierno alemán le prohibe exponer. Despues de la muerte de Hoelzel en 1934, visita Noruega, Francia, Italia, Suiza, los países balcánicos y, por último, su país natal. En 1939 se traslada a Stuttgart, en donde, sin recursos despues de la completa destrucción de su taller, sufre los desastres de la guerra. Restablecida la paz, se hace célebre, y los aspectos variados de su arte alclanzan su pleno desarrollo. Junto a la pintura al óleo y el pastel, perfecciona la acuarela, sobre todo en la década de 1960. En su obra, ella misma distingue dos fuentes y tres estilos. Nonagenaria pintó todavía grandes cuadros de una conmovedora simplicidad, que narran recuerdos de su infancia en un lenguaje ingenueamente simbólico | YouTube
Nächtliche Landschaft mit Ruderboot (1912/14)
Gebirge im Schnee (1923)
Blumenstrauß (1943)
Moorish Courtyard (Maurischer Hof, 1955)
Zwei Figuren (1956)
Abstrakter Kopf grau-blau-gelb
Anbetung (ca. 1960)
Blüte auf gelbem Fond
Sonnenschein und Regenbogen
VIDEOS IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius | Im Herzen der Farbe | Ausstellungsfilm | Sonderausstellung „Ida Kerkovius | 28. März – 30. Juli 2017 | Städtischen Museum Engen + Galerie | Musik: hartwigmedia.com & allesgemafrei.de | © 2017 berndblum.com und Stadt Engen | YouTube
Ausstellungsfilm: Ida Kerkovius | Staatsgalerie Stuttgart | »Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten« war das Leitmotiv von Ida Kerkovius (1879‒1970). Unter den rund 20 Schülerinnen von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie, ragt die »Kerko«, wie sie genannt wurde, besonders hervor. Schon 1903 war sie bei dem großen Lehrer in Dachau, ab 1908 dann bei ihm in Stuttgart. Hölzel, der sie später zu seiner Assistentin machte, wusste ihre Eigenheit zu schätzen: »Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen.«Zwischen 1920 und 1923 studierte die Künstlerin in den Wintersemestern am Bauhaus in Weimar, wo sie besonders die Lehren von Wasily Kandinsky und Paul Klee inspirierten. | Durch die Ausstellung führt in diesem Film die Kuratorin Dr. Nathalie Frensch. | YouTube
BIOGRAFIE IDA KERKOVIUS
GEBURTSJAHR | 1879 | GEBURTSORT | Riga, Russisches Kaiserreich | TODESJAHR 1970 | STERBEORT | Stuttgart
1933 Ida Kerkovius‘ Kunst wird als entartet abgestempelt
1944 Zerstörung des Frühwerks durch einen Brand in ihrem Stuttgarter Atelier
Ida Kerkovius wuchs als Tochter einer wohlhabenden deutsch-baltischen Gutsbesitzerfamilie auf. Nach ersten künstlerischen Stationen in Riga zog sie nach Deutschland, um sich der modernen Kunstlehre anzuschließen. Sie wurde zur zentralen Meisterschülerin und Assistentin von Adolf Hölzel. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters und eines bereits etablierten Rufs schrieb sie sich 1920 am Staatlichen Bauhaus in Weimar ein. Während des Nationalsozialismus wurde ihre Kunst als „entartet“ diffamiert. Ein schwerer Einschnitt folgte 1944, als ihr Stuttgarter Atelier bei einem Bombenangriff ausbrannte und ein Großteil ihres bis dahin geschaffenen Frühwerks vernichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte sie in Stuttgart eine späte, intensive Phase der Anerkennung und wurde zu einer prägenden Leitfigur der süddeutschen Nachkriegsmoderne.
AUSBLDUNG IDA KERKOVIUS
Besuch einer privaten Kunstschule in ihrer Heimatstadt Riga
Ida Kerkovius geht an die Künstlerkolonie nach Dachau und folgt Adolf Hölzels Unterricht
1908 Adolf Hölzel holt Ida Kerkovius als seine Meisterschülerin und Assistentin an die Königlich Württembergische Akademie der Bildenden Künste nach Stuttgart
1920 – 1923 Studium am neu gegründeten Bauhaus in Weimar | Besuch der Webklasse | Lehre bei Kandinsky und Klee |
LEHRTÄTIGKEIT IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius gab ab 1908 als Assistentin Hölzels seine Lehre an viele Schüler, wie z.B. Johannes Itten, weiter. Zudem erteilte sie über Jahrzehnte privaten Mal- und Zeichenunterricht in ihrem eigenen Atelier.
MITGLIEDSCHAFTEN IDA KERKOVIUS
Stuttgarter Kreis der Avantgardisten
Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs (Eintritt 1950)
AUSZEICHNUNGEN IDA KERKOVIUS
1954 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
1958: Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN IDA KERKOVIUS
Kunstmuseum Stuttgart
Städel Museum, Frankfurt am Main
Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank
AUSSTELLUNGEN IDA KERKOVIUS
EINZELAUSSTELLUNGEN
1930: Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
1948: Große Einzelausstellungen in Frankfurt am Main sowie im Stuttgarter Kunstverein
2014: Kunstsammlungen Chemnitz (»Meine Welt ist die Farbe«)
2020: Staatsgalerie Stuttgart (Kabinettausstellung »Die ganze Welt ist Farbe«)
2025/2026: Fritz und Hildegard Ruoff Stiftung, Nürtingen (»Lichträume. Ida Kerkovius – Fritz Ruoff«)
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1925, 1928, 1929: Ausstellungen der Novembergruppe, Berlin
1929: Leopold-Hösch-Museum, Düren
PROJEKTE IDA KERKOVIUS
Integration von Kunst am Bau: Entwurf und Realisierung monumentaler Glasfensterarchitekturen in Stuttgart (1955/56) und Tübingen (1958). Wissenschaftliche Aufarbeitung ihres Gesamtschaffens durch das fortlaufende, zweibändige Ida Kerkovius Werkverzeichnis von Uwe Jourdan.
WERKBESCHREIBUNG IDA KERKOVIUS
Das Œuvre von Ida Kerkovius zeichnet sich durch ein radikales Bekenntnis zur Autonomie der Farbe aus. Nach dem Verlust ihres Frühwerks erfand sie sich neu und entwickelte ein reifes Spätwerk, das von leuchtender Farbdynamik getragen wird. Ihre Kompositionen basieren auf dem bewussten Spiel bildnerischer Mittel, bei dem formale und farbliche Harmonien ein inneres Erleben ausdrücken, ohne sich theoretischen Dogmen zu unterwerfen.
SCHWERPUNKTE / MEDIEN
Malerei (Öl auf Leinwand, Rupfen und Karton)
Grafik und Papierarbeiten (Pastell, Kreide, Kohlezeichnung)
Textilkunst (Handgewebte Bild- und Wandteppiche nach eigenen Entwürfen)
Glasmalerei (Kirchen- und Bau-Glasfenster)
STIL
Klassische Moderne, verortet an der Schnittstelle von Expressionismus, Adolf Hölzels „Stuttgarter Avantgarde“ und den konstruktivistisch-poetischen Impulsen des Bauhauses.
THEMEN | MOTIVE
Landschaften und Stadtansichten (oft inspiriert von Reisen nach Italien und Nordeuropa)
Gärten und opulente Blumenstillleben
Religiöse und sakrale Figurenbilder (Motive wie die Anbetung oder Geburt Christi)
Abstrakte geometrische Farbkompositionen, Fantasiefiguren, Akte und kindliche Motive
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Ida Kerkovius gilt als eine führende Koloristin der Moderne, deren Stil von einer tiefen Subjektivität, ursprünglicher („naiver“) Originalität und poetischer Heiterkeit geprägt ist. Ihr Schaffen zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Primat der Farbe: In ihren Arbeiten steht die Farbe stets über der Form. Sie nutzt eine hochempathische und emotionale Farbgebung.
Synthese aus Abstraktion und Figuration: Sie verschmilzt gegenständliche Elemente frei mit reiner Abstraktion zu einer heterogenen Bildsprache.
Visuelle Spannung: Durch den intensiven Einsatz von Komplementärkontrasten erzeugt sie eine starke visuelle Dynamik. Ihre praktische Erfahrung im Web-Handwerk beeinflusste ihr malerisches und grafisches Denken maßgeblich; hieraus flossen flächenbetonte, konstruktivistische Muster und Strukturen in ihre Bilder ein.
ZITATE IDA KERKOVIUS
„Ich bekenne mich zu keiner Kunstrichtung.“ | Ida Kerkovius
„Meine Welt ist die Farbe…“ | Ida Kerkovius
KÜNSTLERPORTRÄT IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius (1879–1964): In Riga geborene Malerin, Bildteppichweberin und herausragende Pionierin der ungegenständlichen Moderne. Sie kam 1903 nach Dachau zu Adolf Hölzel, folgte ihm 1908 nach Stuttgart und wurde dort seine Meisterschülerin und Assistentin in seiner legendären Kompositionsklasse. Um sich weiterzuentwickeln, ging sie 1920 für drei Jahre an das neu gegründete Bauhaus in Weimar, wo sie bei Itten, Kandinsky und Klee lernte und sich intensiv der Avantgarde-Weberei widmete. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, verlor sie 1944 bei einem Luftangriff auf Stuttgart ihr Atelier und den Großteil ihres Lebenswerks. Nach 1945 wurde ihr neues Stuttgarter Atelier zu einem spirituellen Zentrum des künstlerischen Wiederaufbaus. Kerkovius’ Werk zeichnet sich durch eine singuläre Farberuptivität aus: Sowohl in ihren Ölbildern und leuchtenden Pastellen als auch in ihren kunsthistorisch wegweisenden Bildteppichen befreite sie die Farbe von jeglicher abbildenden Funktion und steigerte sie zu autonomen, tief poetischen und magisch-religiösen Lichtklängen. Als zweifache documenta-Teilnehmerin (1955, 1959), Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes und Ehrenmitglied der Stuttgarter Kunstakademie (1954) sicherte sie weiblichen Positionen einen absolut gleichrangigen, prägenden Platz in der männlich dominierten Nachkriegsabstraktion des Südwestens.
STICHWORTE IDA KERKOVIUS
Adolf Hölzel, außergewöhnliches Gespür für Farbgebung, Lust am Experimentieren, Klassische Moderne, Bauhaus Weimar, Weberei, Farbkomposition, Pastellmalerei, Bildteppich, Stuttgarter Avantgarde, Entartete Kunst, Abstraktion, Meisterschülerin von Adolf Hölzel
LINKS IDA KERKOVIUS
IDA KERKOVIUS
KUNSTWERKE IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius | inesvigo | IDA KERKOVIUS fue una pintora alemana (Riga, Letonia 1879, Stuttgart 1970). En 1903, despues de haber viajado a Italia, estudia durante cinco meses en Dachau (Baviera) con Adolf Hoelzel, con quien se reune en 1906 en Stuttgart, en donde se instala definitivamente. De 1920 a 1923 pasa tres inviernos en la Bauhaus de Weimar para aprender el tejido y allí se encuentra con Klee y Kandinsky. Desde 1933, el nuevo gobierno alemán le prohibe exponer. Despues de la muerte de Hoelzel en 1934, visita Noruega, Francia, Italia, Suiza, los países balcánicos y, por último, su país natal. En 1939 se traslada a Stuttgart, en donde, sin recursos despues de la completa destrucción de su taller, sufre los desastres de la guerra. Restablecida la paz, se hace célebre, y los aspectos variados de su arte alclanzan su pleno desarrollo. Junto a la pintura al óleo y el pastel, perfecciona la acuarela, sobre todo en la década de 1960. En su obra, ella misma distingue dos fuentes y tres estilos. Nonagenaria pintó todavía grandes cuadros de una conmovedora simplicidad, que narran recuerdos de su infancia en un lenguaje ingenueamente simbólico | YouTube
Nächtliche Landschaft mit Ruderboot (1912/14)
Gebirge im Schnee (1923)
Blumenstrauß (1943)
Moorish Courtyard (Maurischer Hof, 1955)
Zwei Figuren (1956)
Abstrakter Kopf grau-blau-gelb
Anbetung (ca. 1960)
Blüte auf gelbem Fond
Sonnenschein und Regenbogen
VIDEOS IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius | Im Herzen der Farbe | Ausstellungsfilm | Sonderausstellung „Ida Kerkovius | 28. März – 30. Juli 2017 | Städtischen Museum Engen + Galerie | Musik: hartwigmedia.com & allesgemafrei.de | © 2017 berndblum.com und Stadt Engen | YouTube
Ausstellungsfilm: Ida Kerkovius | Staatsgalerie Stuttgart | »Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten« war das Leitmotiv von Ida Kerkovius (1879‒1970). Unter den rund 20 Schülerinnen von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie, ragt die »Kerko«, wie sie genannt wurde, besonders hervor. Schon 1903 war sie bei dem großen Lehrer in Dachau, ab 1908 dann bei ihm in Stuttgart. Hölzel, der sie später zu seiner Assistentin machte, wusste ihre Eigenheit zu schätzen: »Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen.«Zwischen 1920 und 1923 studierte die Künstlerin in den Wintersemestern am Bauhaus in Weimar, wo sie besonders die Lehren von Wasily Kandinsky und Paul Klee inspirierten. | Durch die Ausstellung führt in diesem Film die Kuratorin Dr. Nathalie Frensch. | YouTube
BIOGRAFIE IDA KERKOVIUS
GEBURTSJAHR | 1879 | GEBURTSORT | Riga, Russisches Kaiserreich | TODESJAHR 1970 | STERBEORT | Stuttgart
1933 Ida Kerkovius‘ Kunst wird als entartet abgestempelt
1944 Zerstörung des Frühwerks durch einen Brand in ihrem Stuttgarter Atelier
Ida Kerkovius wuchs als Tochter einer wohlhabenden deutsch-baltischen Gutsbesitzerfamilie auf. Nach ersten künstlerischen Stationen in Riga zog sie nach Deutschland, um sich der modernen Kunstlehre anzuschließen. Sie wurde zur zentralen Meisterschülerin und Assistentin von Adolf Hölzel. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters und eines bereits etablierten Rufs schrieb sie sich 1920 am Staatlichen Bauhaus in Weimar ein. Während des Nationalsozialismus wurde ihre Kunst als „entartet“ diffamiert. Ein schwerer Einschnitt folgte 1944, als ihr Stuttgarter Atelier bei einem Bombenangriff ausbrannte und ein Großteil ihres bis dahin geschaffenen Frühwerks vernichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte sie in Stuttgart eine späte, intensive Phase der Anerkennung und wurde zu einer prägenden Leitfigur der süddeutschen Nachkriegsmoderne.
AUSBLDUNG IDA KERKOVIUS
Besuch einer privaten Kunstschule in ihrer Heimatstadt Riga
Ida Kerkovius geht an die Künstlerkolonie nach Dachau und folgt Adolf Hölzels Unterricht
1908 Adolf Hölzel holt Ida Kerkovius als seine Meisterschülerin und Assistentin an die Königlich Württembergische Akademie der Bildenden Künste nach Stuttgart
1920 – 1923 Studium am neu gegründeten Bauhaus in Weimar | Besuch der Webklasse | Lehre bei Kandinsky und Klee |
LEHRTÄTIGKEIT IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius gab ab 1908 als Assistentin Hölzels seine Lehre an viele Schüler, wie z.B. Johannes Itten, weiter. Zudem erteilte sie über Jahrzehnte privaten Mal- und Zeichenunterricht in ihrem eigenen Atelier.
MITGLIEDSCHAFTEN IDA KERKOVIUS
Stuttgarter Kreis der Avantgardisten
Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs (Eintritt 1950)
AUSZEICHNUNGEN IDA KERKOVIUS
1954 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
1958: Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN IDA KERKOVIUS
Kunstmuseum Stuttgart
Städel Museum, Frankfurt am Main
Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank
AUSSTELLUNGEN IDA KERKOVIUS
EINZELAUSSTELLUNGEN
1930: Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
1948: Große Einzelausstellungen in Frankfurt am Main sowie im Stuttgarter Kunstverein
2014: Kunstsammlungen Chemnitz (»Meine Welt ist die Farbe«)
2020: Staatsgalerie Stuttgart (Kabinettausstellung »Die ganze Welt ist Farbe«)
2025/2026: Fritz und Hildegard Ruoff Stiftung, Nürtingen (»Lichträume. Ida Kerkovius – Fritz Ruoff«)
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1925, 1928, 1929: Ausstellungen der Novembergruppe, Berlin
1929: Leopold-Hösch-Museum, Düren
PROJEKTE IDA KERKOVIUS
Integration von Kunst am Bau: Entwurf und Realisierung monumentaler Glasfensterarchitekturen in Stuttgart (1955/56) und Tübingen (1958). Wissenschaftliche Aufarbeitung ihres Gesamtschaffens durch das fortlaufende, zweibändige Ida Kerkovius Werkverzeichnis von Uwe Jourdan.
WERKBESCHREIBUNG IDA KERKOVIUS
Das Œuvre von Ida Kerkovius zeichnet sich durch ein radikales Bekenntnis zur Autonomie der Farbe aus. Nach dem Verlust ihres Frühwerks erfand sie sich neu und entwickelte ein reifes Spätwerk, das von leuchtender Farbdynamik getragen wird. Ihre Kompositionen basieren auf dem bewussten Spiel bildnerischer Mittel, bei dem formale und farbliche Harmonien ein inneres Erleben ausdrücken, ohne sich theoretischen Dogmen zu unterwerfen.
SCHWERPUNKTE / MEDIEN
Malerei (Öl auf Leinwand, Rupfen und Karton)
Grafik und Papierarbeiten (Pastell, Kreide, Kohlezeichnung)
Textilkunst (Handgewebte Bild- und Wandteppiche nach eigenen Entwürfen)
Glasmalerei (Kirchen- und Bau-Glasfenster)
STIL
Klassische Moderne, verortet an der Schnittstelle von Expressionismus, Adolf Hölzels „Stuttgarter Avantgarde“ und den konstruktivistisch-poetischen Impulsen des Bauhauses.
THEMEN | MOTIVE
Landschaften und Stadtansichten (oft inspiriert von Reisen nach Italien und Nordeuropa)
Gärten und opulente Blumenstillleben
Religiöse und sakrale Figurenbilder (Motive wie die Anbetung oder Geburt Christi)
Abstrakte geometrische Farbkompositionen, Fantasiefiguren, Akte und kindliche Motive
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Ida Kerkovius gilt als eine führende Koloristin der Moderne, deren Stil von einer tiefen Subjektivität, ursprünglicher („naiver“) Originalität und poetischer Heiterkeit geprägt ist. Ihr Schaffen zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Primat der Farbe: In ihren Arbeiten steht die Farbe stets über der Form. Sie nutzt eine hochempathische und emotionale Farbgebung.
Synthese aus Abstraktion und Figuration: Sie verschmilzt gegenständliche Elemente frei mit reiner Abstraktion zu einer heterogenen Bildsprache.
Visuelle Spannung: Durch den intensiven Einsatz von Komplementärkontrasten erzeugt sie eine starke visuelle Dynamik. Ihre praktische Erfahrung im Web-Handwerk beeinflusste ihr malerisches und grafisches Denken maßgeblich; hieraus flossen flächenbetonte, konstruktivistische Muster und Strukturen in ihre Bilder ein.
ZITATE IDA KERKOVIUS
„Ich bekenne mich zu keiner Kunstrichtung.“ | Ida Kerkovius
„Meine Welt ist die Farbe…“ | Ida Kerkovius
KÜNSTLERPORTRÄT IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius (1879–1964): In Riga geborene Malerin, Bildteppichweberin und herausragende Pionierin der ungegenständlichen Moderne. Sie kam 1903 nach Dachau zu Adolf Hölzel, folgte ihm 1908 nach Stuttgart und wurde dort seine Meisterschülerin und Assistentin in seiner legendären Kompositionsklasse. Um sich weiterzuentwickeln, ging sie 1920 für drei Jahre an das neu gegründete Bauhaus in Weimar, wo sie bei Itten, Kandinsky und Klee lernte und sich intensiv der Avantgarde-Weberei widmete. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, verlor sie 1944 bei einem Luftangriff auf Stuttgart ihr Atelier und den Großteil ihres Lebenswerks. Nach 1945 wurde ihr neues Stuttgarter Atelier zu einem spirituellen Zentrum des künstlerischen Wiederaufbaus. Kerkovius’ Werk zeichnet sich durch eine singuläre Farberuptivität aus: Sowohl in ihren Ölbildern und leuchtenden Pastellen als auch in ihren kunsthistorisch wegweisenden Bildteppichen befreite sie die Farbe von jeglicher abbildenden Funktion und steigerte sie zu autonomen, tief poetischen und magisch-religiösen Lichtklängen. Als zweifache documenta-Teilnehmerin (1955, 1959), Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes und Ehrenmitglied der Stuttgarter Kunstakademie (1954) sicherte sie weiblichen Positionen einen absolut gleichrangigen, prägenden Platz in der männlich dominierten Nachkriegsabstraktion des Südwestens.
STICHWORTE IDA KERKOVIUS
Adolf Hölzel, außergewöhnliches Gespür für Farbgebung, Lust am Experimentieren, Klassische Moderne, Bauhaus Weimar, Weberei, Farbkomposition, Pastellmalerei, Bildteppich, Stuttgarter Avantgarde, Entartete Kunst, Abstraktion, Meisterschülerin von Adolf Hölzel
LINKS IDA KERKOVIUS
IDA KERKOVIUS
KUNSTWERKE IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius | inesvigo | IDA KERKOVIUS fue una pintora alemana (Riga, Letonia 1879, Stuttgart 1970). En 1903, despues de haber viajado a Italia, estudia durante cinco meses en Dachau (Baviera) con Adolf Hoelzel, con quien se reune en 1906 en Stuttgart, en donde se instala definitivamente. De 1920 a 1923 pasa tres inviernos en la Bauhaus de Weimar para aprender el tejido y allí se encuentra con Klee y Kandinsky. Desde 1933, el nuevo gobierno alemán le prohibe exponer. Despues de la muerte de Hoelzel en 1934, visita Noruega, Francia, Italia, Suiza, los países balcánicos y, por último, su país natal. En 1939 se traslada a Stuttgart, en donde, sin recursos despues de la completa destrucción de su taller, sufre los desastres de la guerra. Restablecida la paz, se hace célebre, y los aspectos variados de su arte alclanzan su pleno desarrollo. Junto a la pintura al óleo y el pastel, perfecciona la acuarela, sobre todo en la década de 1960. En su obra, ella misma distingue dos fuentes y tres estilos. Nonagenaria pintó todavía grandes cuadros de una conmovedora simplicidad, que narran recuerdos de su infancia en un lenguaje ingenueamente simbólico | YouTube
Nächtliche Landschaft mit Ruderboot (1912/14)
Gebirge im Schnee (1923)
Blumenstrauß (1943)
Moorish Courtyard (Maurischer Hof, 1955)
Zwei Figuren (1956)
Abstrakter Kopf grau-blau-gelb
Anbetung (ca. 1960)
Blüte auf gelbem Fond
Sonnenschein und Regenbogen
VIDEOS IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius | Im Herzen der Farbe | Ausstellungsfilm | Sonderausstellung „Ida Kerkovius | 28. März – 30. Juli 2017 | Städtischen Museum Engen + Galerie | Musik: hartwigmedia.com & allesgemafrei.de | © 2017 berndblum.com und Stadt Engen | YouTube
Ausstellungsfilm: Ida Kerkovius | Staatsgalerie Stuttgart | »Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten« war das Leitmotiv von Ida Kerkovius (1879‒1970). Unter den rund 20 Schülerinnen von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie, ragt die »Kerko«, wie sie genannt wurde, besonders hervor. Schon 1903 war sie bei dem großen Lehrer in Dachau, ab 1908 dann bei ihm in Stuttgart. Hölzel, der sie später zu seiner Assistentin machte, wusste ihre Eigenheit zu schätzen: »Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen.«Zwischen 1920 und 1923 studierte die Künstlerin in den Wintersemestern am Bauhaus in Weimar, wo sie besonders die Lehren von Wasily Kandinsky und Paul Klee inspirierten. | Durch die Ausstellung führt in diesem Film die Kuratorin Dr. Nathalie Frensch. | YouTube
BIOGRAFIE IDA KERKOVIUS
GEBURTSJAHR | 1879 | GEBURTSORT | Riga, Russisches Kaiserreich | TODESJAHR 1970 | STERBEORT | Stuttgart
1933 Ida Kerkovius‘ Kunst wird als entartet abgestempelt
1944 Zerstörung des Frühwerks durch einen Brand in ihrem Stuttgarter Atelier
Ida Kerkovius wuchs als Tochter einer wohlhabenden deutsch-baltischen Gutsbesitzerfamilie auf. Nach ersten künstlerischen Stationen in Riga zog sie nach Deutschland, um sich der modernen Kunstlehre anzuschließen. Sie wurde zur zentralen Meisterschülerin und Assistentin von Adolf Hölzel. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters und eines bereits etablierten Rufs schrieb sie sich 1920 am Staatlichen Bauhaus in Weimar ein. Während des Nationalsozialismus wurde ihre Kunst als „entartet“ diffamiert. Ein schwerer Einschnitt folgte 1944, als ihr Stuttgarter Atelier bei einem Bombenangriff ausbrannte und ein Großteil ihres bis dahin geschaffenen Frühwerks vernichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte sie in Stuttgart eine späte, intensive Phase der Anerkennung und wurde zu einer prägenden Leitfigur der süddeutschen Nachkriegsmoderne.
AUSBLDUNG IDA KERKOVIUS
Besuch einer privaten Kunstschule in ihrer Heimatstadt Riga
Ida Kerkovius geht an die Künstlerkolonie nach Dachau und folgt Adolf Hölzels Unterricht
1908 Adolf Hölzel holt Ida Kerkovius als seine Meisterschülerin und Assistentin an die Königlich Württembergische Akademie der Bildenden Künste nach Stuttgart
1920 – 1923 Studium am neu gegründeten Bauhaus in Weimar | Besuch der Webklasse | Lehre bei Kandinsky und Klee |
LEHRTÄTIGKEIT IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius gab ab 1908 als Assistentin Hölzels seine Lehre an viele Schüler, wie z.B. Johannes Itten, weiter. Zudem erteilte sie über Jahrzehnte privaten Mal- und Zeichenunterricht in ihrem eigenen Atelier.
MITGLIEDSCHAFTEN IDA KERKOVIUS
Stuttgarter Kreis der Avantgardisten
Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs (Eintritt 1950)
AUSZEICHNUNGEN IDA KERKOVIUS
1954 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
1958: Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg
SAMMLUNGEN IDA KERKOVIUS
Kunstmuseum Stuttgart
Städel Museum, Frankfurt am Main
Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank
AUSSTELLUNGEN IDA KERKOVIUS
EINZELAUSSTELLUNGEN
1930: Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
1948: Große Einzelausstellungen in Frankfurt am Main sowie im Stuttgarter Kunstverein
2014: Kunstsammlungen Chemnitz (»Meine Welt ist die Farbe«)
2020: Staatsgalerie Stuttgart (Kabinettausstellung »Die ganze Welt ist Farbe«)
2025/2026: Fritz und Hildegard Ruoff Stiftung, Nürtingen (»Lichträume. Ida Kerkovius – Fritz Ruoff«)
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1925, 1928, 1929: Ausstellungen der Novembergruppe, Berlin
1929: Leopold-Hösch-Museum, Düren
PROJEKTE IDA KERKOVIUS
Integration von Kunst am Bau: Entwurf und Realisierung monumentaler Glasfensterarchitekturen in Stuttgart (1955/56) und Tübingen (1958). Wissenschaftliche Aufarbeitung ihres Gesamtschaffens durch das fortlaufende, zweibändige Ida Kerkovius Werkverzeichnis von Uwe Jourdan.
WERKBESCHREIBUNG IDA KERKOVIUS
Das Œuvre von Ida Kerkovius zeichnet sich durch ein radikales Bekenntnis zur Autonomie der Farbe aus. Nach dem Verlust ihres Frühwerks erfand sie sich neu und entwickelte ein reifes Spätwerk, das von leuchtender Farbdynamik getragen wird. Ihre Kompositionen basieren auf dem bewussten Spiel bildnerischer Mittel, bei dem formale und farbliche Harmonien ein inneres Erleben ausdrücken, ohne sich theoretischen Dogmen zu unterwerfen.
SCHWERPUNKTE / MEDIEN
Malerei (Öl auf Leinwand, Rupfen und Karton)
Grafik und Papierarbeiten (Pastell, Kreide, Kohlezeichnung)
Textilkunst (Handgewebte Bild- und Wandteppiche nach eigenen Entwürfen)
Glasmalerei (Kirchen- und Bau-Glasfenster)
STIL
Klassische Moderne, verortet an der Schnittstelle von Expressionismus, Adolf Hölzels „Stuttgarter Avantgarde“ und den konstruktivistisch-poetischen Impulsen des Bauhauses.
THEMEN | MOTIVE
Landschaften und Stadtansichten (oft inspiriert von Reisen nach Italien und Nordeuropa)
Gärten und opulente Blumenstillleben
Religiöse und sakrale Figurenbilder (Motive wie die Anbetung oder Geburt Christi)
Abstrakte geometrische Farbkompositionen, Fantasiefiguren, Akte und kindliche Motive
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Ida Kerkovius gilt als eine führende Koloristin der Moderne, deren Stil von einer tiefen Subjektivität, ursprünglicher („naiver“) Originalität und poetischer Heiterkeit geprägt ist. Ihr Schaffen zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Primat der Farbe: In ihren Arbeiten steht die Farbe stets über der Form. Sie nutzt eine hochempathische und emotionale Farbgebung.
Synthese aus Abstraktion und Figuration: Sie verschmilzt gegenständliche Elemente frei mit reiner Abstraktion zu einer heterogenen Bildsprache.
Visuelle Spannung: Durch den intensiven Einsatz von Komplementärkontrasten erzeugt sie eine starke visuelle Dynamik. Ihre praktische Erfahrung im Web-Handwerk beeinflusste ihr malerisches und grafisches Denken maßgeblich; hieraus flossen flächenbetonte, konstruktivistische Muster und Strukturen in ihre Bilder ein.
ZITATE IDA KERKOVIUS
„Ich bekenne mich zu keiner Kunstrichtung.“ | Ida Kerkovius
„Meine Welt ist die Farbe…“ | Ida Kerkovius
KÜNSTLERPORTRÄT IDA KERKOVIUS
Ida Kerkovius (1879–1964): In Riga geborene Malerin, Bildteppichweberin und herausragende Pionierin der ungegenständlichen Moderne. Sie kam 1903 nach Dachau zu Adolf Hölzel, folgte ihm 1908 nach Stuttgart und wurde dort seine Meisterschülerin und Assistentin in seiner legendären Kompositionsklasse. Um sich weiterzuentwickeln, ging sie 1920 für drei Jahre an das neu gegründete Bauhaus in Weimar, wo sie bei Itten, Kandinsky und Klee lernte und sich intensiv der Avantgarde-Weberei widmete. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, verlor sie 1944 bei einem Luftangriff auf Stuttgart ihr Atelier und den Großteil ihres Lebenswerks. Nach 1945 wurde ihr neues Stuttgarter Atelier zu einem spirituellen Zentrum des künstlerischen Wiederaufbaus. Kerkovius’ Werk zeichnet sich durch eine singuläre Farberuptivität aus: Sowohl in ihren Ölbildern und leuchtenden Pastellen als auch in ihren kunsthistorisch wegweisenden Bildteppichen befreite sie die Farbe von jeglicher abbildenden Funktion und steigerte sie zu autonomen, tief poetischen und magisch-religiösen Lichtklängen. Als zweifache documenta-Teilnehmerin (1955, 1959), Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes und Ehrenmitglied der Stuttgarter Kunstakademie (1954) sicherte sie weiblichen Positionen einen absolut gleichrangigen, prägenden Platz in der männlich dominierten Nachkriegsabstraktion des Südwestens.
STICHWORTE IDA KERKOVIUS
Adolf Hölzel, außergewöhnliches Gespür für Farbgebung, Lust am Experimentieren, Klassische Moderne, Bauhaus Weimar, Weberei, Farbkomposition, Pastellmalerei, Bildteppich, Stuttgarter Avantgarde, Entartete Kunst, Abstraktion, Meisterschülerin von Adolf Hölzel