GCB Kunstlexikon
ALFRED LEHMANN
KUNSTWERKE ALFRED LEHMANN
Schwäbische Landschaft (Öl auf Hartfaserplatte)
Sestri Levante (1964, Öl auf Platte)
Figurenkomposition (Gruppe von fünf männlichen Akten)
Abendlicher Park – Sestri Levante (1964)
Der Ausruf (1961)
Weg mit Palmen – Teneriffa (1972)
VIDEO ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann | Künstler | Alfred Lehmann Stiftung | Leben und Werk
YouTube
BIOGRAFIE ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann (1899–1979) zählt zu den markanten Vertretern der sogenannten „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus in Süddeutschland. Sein bürgerlich geprägtes, aber von den historischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts überschattetes Leben war von tiefen Gegensätzen geprägt. Er überstand beide Weltkriege, trug schwere physische Kriegsverwundungen davon und litt zeitweise unter quälenden depressiven Phasen sowie wirtschaftlicher Not. Trotz dieser existenziellen Brüche blieb er zeitlebens ein eleganter, den Konventionen verbundener Mann, der seiner schwäbischen Heimat zutiefst treu blieb, zeitgleich aber durch ausgedehnte Reisen (u.a. nach Italien, Frankreich und Spanien) künstlerische Impulse aus ganz Europa aufsaugte. Heute wird sein Nachlass wissenschaftlich von der Alfred Lehmann-Stiftung verwaltet.
Geburtsjahr: 1899
Geburtsort: Stuttgart, Deutschland
Todesjahr: 1979
Sterbeort: Stuttgart, Deutschland [1]
AUSBILDUNG ALFRED LEHMANN
Grundstudium in der Zeichenklasse von Robert Poetzelberger in Stuttgart.
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Christian Landenberger, Christian Speyer und Heinrich Altherr.
MITGLIEDSCHAFTEN ALFRED LEHMANN
Gründungsmitglied der Neuen Sezession in Stuttgart
Mitglied im Stuttgarter Künstlerbund und eng vernetzt im Stuttgarter Maler-Freundeskreis (unter anderem befreundet mit Hans Fähnle, Manfred Henninger und Wilhelm Geyer).
WERKBESCHREIBUNG ALFRED LEHMANN
Lehmanns Kompositionen zeichnen sich durch eine eigentümliche, oft melancholische Ruhe aus. In seinen Landschaften reduziert er die Naturformen auf ihre wesentlichen, tektonischen Grundgerüste. Seine Figurenkompositionen zeigen meist anonymisierte menschliche Körper, die sich wie architektonische Elemente in den Bildraum einfügen. Es gibt keine schrillen Effekte; die Gemälde strahlen eine dichte, in sich geschlossene Ernsthaftigkeit aus.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Hauptsächlich Malerei in Öl auf Leinwand, Öl auf Karton oder Hartfaserplatten sowie vereinzelt Arbeiten in Acryl und Mischtechniken. Die Erfassung von Raum, Volumen und innerer Struktur der Gegenständlichkeit abseits bloßer Abbildhaftigkeit.
STIL
Expressiver Realismus: Lehmanns Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klassischer Moderne, Spätimpressionismus und gemäßigtem Expressionismus. Er fand zu einer eigenständigen, formfesten und doch farbintensiven Bildsprache, die stark von der Tektonik und Farbtheorie seines großen Vorbilds Paul Cézanne beeinflusst war.
THEMEN | MOTIVE
Über sechs Jahrzehnte hinweg konzentrierte sich Lehmann konsequent auf drei klassische, zeitlose Sujets: Mensch: Insbesondere anspruchsvolle Figurenkompositionen, Gruppenbilder und Akte. Landschaft: Darstellungen der schwäbischen Alb- und Hügellandschaften sowie mediterrane Impressionen von seinen Reisen (z.B. Italien, Teneriffa).
Stillleben: Blumen- und Objektdarstellungen im Raum.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Kein Naturalismus: Seine Kunst distanziert sich von der rein fotografischen oder oberflächlichen Wiedergabe der Natur.
Flächig-architektonischer Bildaufbau: Landschaften und Figuren werden oft in klare, geometrisch-stilisierte Farbflächen gegliedert. Die Farbe dient nicht der Dekoration, sondern baut die Form und die Tiefenwirkung des Bildraumes eigenständig auf.
KÜNSTERPORTRÄT ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann (1899–1979): In Stuttgart geborener Maler, Zeichner und herausragender Protagonist des Expressiven Realismus im deutschen Südwesten. Nach seinem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Heinrich Altherr, Christian Landenberger und Christian Speyer stieg er rasch zu einer zentralen Integrationsfigur der regionalen Kunstszene auf. Getrieben von der Suche nach unparteilicher künstlerischer Freiheit, gründete er 1929 gemeinsam mit Gleichgesinnten wie Wilhelm Geyer, Manfred Henninger und Manfred Pahl die wegweisende „Stuttgarter Neue Sezession“. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten beendete diese Aufbruchsphase abrupt, und nach dem tragischen Verlust seiner Ehefrau und seiner Tochter in den Kriegsjahren stürzte Lehmann in schwere Depressionen. In seiner darauffolgenden, intensiven Phase der Selbstreflexion (1945–1949) setzte er sich tiefgreifend mit der Farbenlehre und den Kompositionsgesetzen Adolf Hölzels auseinander, was seinem Schaffen neue Kraft verlieh. Sowohl in seinen tektonisch gebauten Figurenbildern (wie den Akten an Flussufern) als auch in seinen monumentalen Stillleben und schwäbischen Landschaften befreite er die Kunst von oberflächlichem Naturalismus. Stark von Paul Cézanne beeinflusst, zerlegte er die sichtbare Welt in geometrische Formgefüge und steigerte den pastosen, haptisch dichten Farbauftrag zu zeitlosen Bildarchitekturen von innerer Monumentalität. Als bewusster Maler „gegen den Zeitgeist“, der sich nach 1945 der herrschenden Modewelle der reinen Abstraktion verweigerte und die eigene Alfred-Lehmann-Stiftung (1969) ins Leben rief, sicherte er der figurativ-konstruktiven Naturbefragung einen absolut unumstößlichen, bleibenden Spitzenplatz im kunsthistorischen Erbe Baden-Württembergs.
SAMMLUNGEN ALFRED LEHMANN
Städtische Galerie Stuttgart – Kunstmuseum Stuttgart
Nachlassbestand der Alfred Lehmann-Stiftung
AUSSTELLUNGEN ALFRED LEHMANN
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Regelmäßige Gedächtnis- und Retrospektivausstellungen durch die Alfred Lehmann-Stiftung.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN AUSWAHL
Ausstellungen der Neuen Sezession Stuttgart in den 1920er/1930er Jahren.
Beteiligung an großen Sammelausstellungen zur „Verschollenen Generation“, zur Stuttgarter Kunstakademie und zum Expressiven Realismus in Deutschland.
ZITATE ALFRED LEHMANN
„Es geht im wörtlichsten Sinne „ums Ganze“. Wie ist sie strukturiert, unsere Welt? Und wo steht der Mensch?“ | Alfred Lehmann
STICHWORTE ALFRED LEHMANN
Verschollene Generation, Expressiver Realismus, Akademie Stuttgart, Neue Sezession Stuttgart, Heinrich Altherr, Paul Cézanne, Schwäbische Landschaft, Figurenkomposition, Stuttgarter Schule, Gegenständliche Avantgarde
ALFRED LEHMANN
KUNSTWERKE ALFRED LEHMANN
Schwäbische Landschaft (Öl auf Hartfaserplatte)
Sestri Levante (1964, Öl auf Platte)
Figurenkomposition (Gruppe von fünf männlichen Akten)
Abendlicher Park – Sestri Levante (1964)
Der Ausruf (1961)
Weg mit Palmen – Teneriffa (1972)
VIDEO ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann | Künstler | Alfred Lehmann Stiftung | Leben und Werk
YouTube
BIOGRAFIE ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann (1899–1979) zählt zu den markanten Vertretern der sogenannten „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus in Süddeutschland. Sein bürgerlich geprägtes, aber von den historischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts überschattetes Leben war von tiefen Gegensätzen geprägt. Er überstand beide Weltkriege, trug schwere physische Kriegsverwundungen davon und litt zeitweise unter quälenden depressiven Phasen sowie wirtschaftlicher Not. Trotz dieser existenziellen Brüche blieb er zeitlebens ein eleganter, den Konventionen verbundener Mann, der seiner schwäbischen Heimat zutiefst treu blieb, zeitgleich aber durch ausgedehnte Reisen (u.a. nach Italien, Frankreich und Spanien) künstlerische Impulse aus ganz Europa aufsaugte. Heute wird sein Nachlass wissenschaftlich von der Alfred Lehmann-Stiftung verwaltet.
Geburtsjahr: 1899
Geburtsort: Stuttgart, Deutschland
Todesjahr: 1979
Sterbeort: Stuttgart, Deutschland [1]
AUSBILDUNG ALFRED LEHMANN
Grundstudium in der Zeichenklasse von Robert Poetzelberger in Stuttgart.
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Christian Landenberger, Christian Speyer und Heinrich Altherr.
MITGLIEDSCHAFTEN ALFRED LEHMANN
Gründungsmitglied der Neuen Sezession in Stuttgart
Mitglied im Stuttgarter Künstlerbund und eng vernetzt im Stuttgarter Maler-Freundeskreis (unter anderem befreundet mit Hans Fähnle, Manfred Henninger und Wilhelm Geyer).
WERKBESCHREIBUNG ALFRED LEHMANN
Lehmanns Kompositionen zeichnen sich durch eine eigentümliche, oft melancholische Ruhe aus. In seinen Landschaften reduziert er die Naturformen auf ihre wesentlichen, tektonischen Grundgerüste. Seine Figurenkompositionen zeigen meist anonymisierte menschliche Körper, die sich wie architektonische Elemente in den Bildraum einfügen. Es gibt keine schrillen Effekte; die Gemälde strahlen eine dichte, in sich geschlossene Ernsthaftigkeit aus.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Hauptsächlich Malerei in Öl auf Leinwand, Öl auf Karton oder Hartfaserplatten sowie vereinzelt Arbeiten in Acryl und Mischtechniken. Die Erfassung von Raum, Volumen und innerer Struktur der Gegenständlichkeit abseits bloßer Abbildhaftigkeit.
STIL
Expressiver Realismus: Lehmanns Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klassischer Moderne, Spätimpressionismus und gemäßigtem Expressionismus. Er fand zu einer eigenständigen, formfesten und doch farbintensiven Bildsprache, die stark von der Tektonik und Farbtheorie seines großen Vorbilds Paul Cézanne beeinflusst war.
THEMEN | MOTIVE
Über sechs Jahrzehnte hinweg konzentrierte sich Lehmann konsequent auf drei klassische, zeitlose Sujets: Mensch: Insbesondere anspruchsvolle Figurenkompositionen, Gruppenbilder und Akte. Landschaft: Darstellungen der schwäbischen Alb- und Hügellandschaften sowie mediterrane Impressionen von seinen Reisen (z.B. Italien, Teneriffa).
Stillleben: Blumen- und Objektdarstellungen im Raum.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Kein Naturalismus: Seine Kunst distanziert sich von der rein fotografischen oder oberflächlichen Wiedergabe der Natur.
Flächig-architektonischer Bildaufbau: Landschaften und Figuren werden oft in klare, geometrisch-stilisierte Farbflächen gegliedert. Die Farbe dient nicht der Dekoration, sondern baut die Form und die Tiefenwirkung des Bildraumes eigenständig auf.
KÜNSTERPORTRÄT ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann (1899–1979): In Stuttgart geborener Maler, Zeichner und herausragender Protagonist des Expressiven Realismus im deutschen Südwesten. Nach seinem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Heinrich Altherr, Christian Landenberger und Christian Speyer stieg er rasch zu einer zentralen Integrationsfigur der regionalen Kunstszene auf. Getrieben von der Suche nach unparteilicher künstlerischer Freiheit, gründete er 1929 gemeinsam mit Gleichgesinnten wie Wilhelm Geyer, Manfred Henninger und Manfred Pahl die wegweisende „Stuttgarter Neue Sezession“. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten beendete diese Aufbruchsphase abrupt, und nach dem tragischen Verlust seiner Ehefrau und seiner Tochter in den Kriegsjahren stürzte Lehmann in schwere Depressionen. In seiner darauffolgenden, intensiven Phase der Selbstreflexion (1945–1949) setzte er sich tiefgreifend mit der Farbenlehre und den Kompositionsgesetzen Adolf Hölzels auseinander, was seinem Schaffen neue Kraft verlieh. Sowohl in seinen tektonisch gebauten Figurenbildern (wie den Akten an Flussufern) als auch in seinen monumentalen Stillleben und schwäbischen Landschaften befreite er die Kunst von oberflächlichem Naturalismus. Stark von Paul Cézanne beeinflusst, zerlegte er die sichtbare Welt in geometrische Formgefüge und steigerte den pastosen, haptisch dichten Farbauftrag zu zeitlosen Bildarchitekturen von innerer Monumentalität. Als bewusster Maler „gegen den Zeitgeist“, der sich nach 1945 der herrschenden Modewelle der reinen Abstraktion verweigerte und die eigene Alfred-Lehmann-Stiftung (1969) ins Leben rief, sicherte er der figurativ-konstruktiven Naturbefragung einen absolut unumstößlichen, bleibenden Spitzenplatz im kunsthistorischen Erbe Baden-Württembergs.
SAMMLUNGEN ALFRED LEHMANN
Städtische Galerie Stuttgart – Kunstmuseum Stuttgart
Nachlassbestand der Alfred Lehmann-Stiftung
AUSSTELLUNGEN ALFRED LEHMANN
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Regelmäßige Gedächtnis- und Retrospektivausstellungen durch die Alfred Lehmann-Stiftung.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN AUSWAHL
Ausstellungen der Neuen Sezession Stuttgart in den 1920er/1930er Jahren.
Beteiligung an großen Sammelausstellungen zur „Verschollenen Generation“, zur Stuttgarter Kunstakademie und zum Expressiven Realismus in Deutschland.
ZITATE ALFRED LEHMANN
„Es geht im wörtlichsten Sinne „ums Ganze“. Wie ist sie strukturiert, unsere Welt? Und wo steht der Mensch?“ | Alfred Lehmann
STICHWORTE ALFRED LEHMANN
Verschollene Generation, Expressiver Realismus, Akademie Stuttgart, Neue Sezession Stuttgart, Heinrich Altherr, Paul Cézanne, Schwäbische Landschaft, Figurenkomposition, Stuttgarter Schule, Gegenständliche Avantgarde
ALFRED LEHMANN
KUNSTWERKE ALFRED LEHMANN
Schwäbische Landschaft (Öl auf Hartfaserplatte)
Sestri Levante (1964, Öl auf Platte)
Figurenkomposition (Gruppe von fünf männlichen Akten)
Abendlicher Park – Sestri Levante (1964)
Der Ausruf (1961)
Weg mit Palmen – Teneriffa (1972)
VIDEO ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann | Künstler | Alfred Lehmann Stiftung | Leben und Werk
YouTube
BIOGRAFIE ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann (1899–1979) zählt zu den markanten Vertretern der sogenannten „Verschollenen Generation“ und des Expressiven Realismus in Süddeutschland. Sein bürgerlich geprägtes, aber von den historischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts überschattetes Leben war von tiefen Gegensätzen geprägt. Er überstand beide Weltkriege, trug schwere physische Kriegsverwundungen davon und litt zeitweise unter quälenden depressiven Phasen sowie wirtschaftlicher Not. Trotz dieser existenziellen Brüche blieb er zeitlebens ein eleganter, den Konventionen verbundener Mann, der seiner schwäbischen Heimat zutiefst treu blieb, zeitgleich aber durch ausgedehnte Reisen (u.a. nach Italien, Frankreich und Spanien) künstlerische Impulse aus ganz Europa aufsaugte. Heute wird sein Nachlass wissenschaftlich von der Alfred Lehmann-Stiftung verwaltet.
Geburtsjahr: 1899
Geburtsort: Stuttgart, Deutschland
Todesjahr: 1979
Sterbeort: Stuttgart, Deutschland [1]
AUSBILDUNG ALFRED LEHMANN
Grundstudium in der Zeichenklasse von Robert Poetzelberger in Stuttgart.
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Christian Landenberger, Christian Speyer und Heinrich Altherr.
MITGLIEDSCHAFTEN ALFRED LEHMANN
Gründungsmitglied der Neuen Sezession in Stuttgart
Mitglied im Stuttgarter Künstlerbund und eng vernetzt im Stuttgarter Maler-Freundeskreis (unter anderem befreundet mit Hans Fähnle, Manfred Henninger und Wilhelm Geyer).
WERKBESCHREIBUNG ALFRED LEHMANN
Lehmanns Kompositionen zeichnen sich durch eine eigentümliche, oft melancholische Ruhe aus. In seinen Landschaften reduziert er die Naturformen auf ihre wesentlichen, tektonischen Grundgerüste. Seine Figurenkompositionen zeigen meist anonymisierte menschliche Körper, die sich wie architektonische Elemente in den Bildraum einfügen. Es gibt keine schrillen Effekte; die Gemälde strahlen eine dichte, in sich geschlossene Ernsthaftigkeit aus.
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Hauptsächlich Malerei in Öl auf Leinwand, Öl auf Karton oder Hartfaserplatten sowie vereinzelt Arbeiten in Acryl und Mischtechniken. Die Erfassung von Raum, Volumen und innerer Struktur der Gegenständlichkeit abseits bloßer Abbildhaftigkeit.
STIL
Expressiver Realismus: Lehmanns Stil bewegt sich im Spannungsfeld zwischen klassischer Moderne, Spätimpressionismus und gemäßigtem Expressionismus. Er fand zu einer eigenständigen, formfesten und doch farbintensiven Bildsprache, die stark von der Tektonik und Farbtheorie seines großen Vorbilds Paul Cézanne beeinflusst war.
THEMEN | MOTIVE
Über sechs Jahrzehnte hinweg konzentrierte sich Lehmann konsequent auf drei klassische, zeitlose Sujets: Mensch: Insbesondere anspruchsvolle Figurenkompositionen, Gruppenbilder und Akte. Landschaft: Darstellungen der schwäbischen Alb- und Hügellandschaften sowie mediterrane Impressionen von seinen Reisen (z.B. Italien, Teneriffa).
Stillleben: Blumen- und Objektdarstellungen im Raum.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Kein Naturalismus: Seine Kunst distanziert sich von der rein fotografischen oder oberflächlichen Wiedergabe der Natur.
Flächig-architektonischer Bildaufbau: Landschaften und Figuren werden oft in klare, geometrisch-stilisierte Farbflächen gegliedert. Die Farbe dient nicht der Dekoration, sondern baut die Form und die Tiefenwirkung des Bildraumes eigenständig auf.
KÜNSTERPORTRÄT ALFRED LEHMANN
Alfred Lehmann (1899–1979): In Stuttgart geborener Maler, Zeichner und herausragender Protagonist des Expressiven Realismus im deutschen Südwesten. Nach seinem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Heinrich Altherr, Christian Landenberger und Christian Speyer stieg er rasch zu einer zentralen Integrationsfigur der regionalen Kunstszene auf. Getrieben von der Suche nach unparteilicher künstlerischer Freiheit, gründete er 1929 gemeinsam mit Gleichgesinnten wie Wilhelm Geyer, Manfred Henninger und Manfred Pahl die wegweisende „Stuttgarter Neue Sezession“. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten beendete diese Aufbruchsphase abrupt, und nach dem tragischen Verlust seiner Ehefrau und seiner Tochter in den Kriegsjahren stürzte Lehmann in schwere Depressionen. In seiner darauffolgenden, intensiven Phase der Selbstreflexion (1945–1949) setzte er sich tiefgreifend mit der Farbenlehre und den Kompositionsgesetzen Adolf Hölzels auseinander, was seinem Schaffen neue Kraft verlieh. Sowohl in seinen tektonisch gebauten Figurenbildern (wie den Akten an Flussufern) als auch in seinen monumentalen Stillleben und schwäbischen Landschaften befreite er die Kunst von oberflächlichem Naturalismus. Stark von Paul Cézanne beeinflusst, zerlegte er die sichtbare Welt in geometrische Formgefüge und steigerte den pastosen, haptisch dichten Farbauftrag zu zeitlosen Bildarchitekturen von innerer Monumentalität. Als bewusster Maler „gegen den Zeitgeist“, der sich nach 1945 der herrschenden Modewelle der reinen Abstraktion verweigerte und die eigene Alfred-Lehmann-Stiftung (1969) ins Leben rief, sicherte er der figurativ-konstruktiven Naturbefragung einen absolut unumstößlichen, bleibenden Spitzenplatz im kunsthistorischen Erbe Baden-Württembergs.
SAMMLUNGEN ALFRED LEHMANN
Städtische Galerie Stuttgart – Kunstmuseum Stuttgart
Nachlassbestand der Alfred Lehmann-Stiftung
AUSSTELLUNGEN ALFRED LEHMANN
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Regelmäßige Gedächtnis- und Retrospektivausstellungen durch die Alfred Lehmann-Stiftung.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN AUSWAHL
Ausstellungen der Neuen Sezession Stuttgart in den 1920er/1930er Jahren.
Beteiligung an großen Sammelausstellungen zur „Verschollenen Generation“, zur Stuttgarter Kunstakademie und zum Expressiven Realismus in Deutschland.
ZITATE ALFRED LEHMANN
„Es geht im wörtlichsten Sinne „ums Ganze“. Wie ist sie strukturiert, unsere Welt? Und wo steht der Mensch?“ | Alfred Lehmann
STICHWORTE ALFRED LEHMANN
Verschollene Generation, Expressiver Realismus, Akademie Stuttgart, Neue Sezession Stuttgart, Heinrich Altherr, Paul Cézanne, Schwäbische Landschaft, Figurenkomposition, Stuttgarter Schule, Gegenständliche Avantgarde