GCB Kunstlexikon
FRANZ LENK
KUNSTWERKE FRANZ LENK
Erzgebirgshäuser (1928, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)
Winter im Neckarbergland (1932)
Hegaulandschaft mit Hohentwiel (1934)
Blick auf Amrum (1936)
Tanzplan bei Sebnitz (1937)
Berg und Tal (1945)
Bergdorf Toscana (1951)
Hohenloher Landschaft (1961)
Herbstlandschaft (1966)
Die Brandung
Stilleben mit roter Amaryllis und Birne
BIOGRAFIE FRANZ LENK
Geburtsjahr: 1898 (21. Juni)
Geburtsort: Langenbernsdorf (Sachsen, Vogtland)
Todesjahr: 1968 (13. September)
Sterbeort: Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall (ab 1959): Tätigkeit als städtischer Kulturbeauftragter mit beratender und vermittelnder Funktion.
AUSBILDUNG FRANZ LENK
Handwerkliche Basis: Erste Ausbildung im Rahmen einer Lehre als Dekorationsmaler und als Lithograf.
Akademisches Studium: Ab 1916 Studium der Malerei an der Dresdner Kunstakademie bei Richard Müller und Ludwig von Hofmann. Unterbrechung des Studiums durch den aktiven Dienst im Ersten Weltkrieg.
Fortsetzung & Abschluss: Wiederaufnahme des Studiums 1922 bei Richard Dreher. Er wird schließlich Meisterschüler unter Ferdinand Dorsch und Max Feldbauer.
LEHRTÄTIGKEIT FRANZ LENK
Berlin (1933–1938): Berufung als Professor für Landschaftsmalerei an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin (Staatliche Kunstschule Berlin-Schöneberg). 1938 legte er seine Professur aus Protest gegen die nationalsozialistische Kunstpolitik und die Diffamierung jüdischer sowie moderner Kollegen demonstrativ nieder.
Pittsburgh (1950): Gast-Lehrauftrag am renommierten Carnegie Institute in Pittsburgh, USA.
MITGLIEDSCHAFTEN FRANZ LENK
Künstlergruppe „Die Sieben“: Mitbegründer (1928/1932) der bedeutenden sachlich-realistischen Vereinigung neben Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hugo, Alexander Kanoldt, Franz Radziwill und Georg Schrimpf.
Berliner Secession: Vorstandsmitglied ab 1936.
Preußische Akademie der Künste: Mitglied ab 1937.
Reichskammerrat: Mitgliedschaft von 1933 bis 1936 (während seiner ambivalenten Frühphase im Dritten Reich, gefolgt vom radikalen Bruch mit dem Regime).
AUSZEICHNUNGEN FRANZ LENK
Genaue historische Individualpreise und staatliche Medaillen sind in den gängigen Werkverzeichnissen primär durch hochrangige Akademie-Auszeichnungen in Dresden und Berlin dokumentiert; seine größte Anerkennung fand er durch Berufungen in die Preußische Akademie der Künste sowie durch internationale Einladungen, wie etwa die mehrfachen Teilnahmen an den Carnegie-Ausstellungen in den USA.
SAMMLUNGEN FRANZ LENK
Werke des Künstlers befinden sich in über 20 namhaften öffentlichen und privaten Institutionen, darunter:
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Kunstsammlung der Städtischen Galerie Dresden
Kunsthalle Mannheim
Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz
Städtische Sammlungen Freital auf Schloss Burgk
AUSSTELLUNGEN FRANZ LENK
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1976: Franz Lenk 1898–1968. Retrospektive und Dokumentationen, Galerie von Abercron, Köln (posthume Großretrospektive zum Werkverzeichnis).
2022–2023: Franz Lenk – Der entwirklichte Blick, große, wissenschaftlich aufgearbeitete Wanderausstellung in der Städtischen Galerie Dresden und der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Ab 1925: Beteiligung an mehr als 70 kollektiven Themenausstellungen im In- und Ausland (u. a. Niederlande, Norwegen, USA).
Gemeinschaftsausstellungen in der berühmten Galerie Nierendorf, Berlin (zusammen mit Georg Schrimpf und Alexander Kanoldt).
Regelmäßige Teilnahme an den internationalen Kunstausstellungen des Carnegie Instituts in Pittsburgh in den 1930er-Jahren.
PROJEKTE FRANZ LENK
Das Bodensee-Projekt (1934): Intensive, gemeinschaftliche Arbeitsphase und Freiluftmalerei am Bodensee in enger künstlerischer Kooperation und Austausch mit Otto Dix.
WERKBESCHREIBUNG FRANZ LENK
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Medien: Primär Tafelmalerei in Öl sowie Mischtechniken (Öl und Eitempera auf Leinwand oder Holz). Zudem ein umfangreiches grafisches Œuvre, bestehend aus feinen Bleistiftzeichnungen, Aquarellen und Gouachen.
Schwerpunkte: Landschaftsdarstellungen (Erzgebirge, Bodensee, Thüringen, Toskana) sowie hochpräzise Stillleben (Blumen und Objekte) und sensible Porträts.
STIL
Franz Lenk gilt als einer der profiliertesten Vertreter der Neuen Sachlichkeit (im Speziellen dem magisch-realistischen und klassizistischen Flügel zuzuordnen). Seine Handschrift verbindet die nüchterne Objektivität der 1920er Jahre mit den formalen Traditionen einer „neuen Romantik“.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Motive: Unbelebte, oft menschenleere Landschaften, karge Mittelgebirgszüge, weite Horizonte, isolierte Gehöfte, reduzierte Küstenlinien sowie isolierte Alltagsgegenstände und Pflanzen im Stillleben.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Altmeisterliche Technik: Lenk bevorzugte einen extrem feinen, glatten Farbauftrag ohne sichtbaren Pinselduktus, stark angelehnt an die Malweise der Renaissance und Romantik (z. B. Caspar David Friedrich).
„Der entwirklichte Blick“: Seine Bilder besitzen ein bestechend klares, geometrisch gefestigtes Bildkonzept. Durch die extreme Reduktion, die kühle Farbpalette und die unnatürliche, glasklare Schärfe bis in den Hintergrund wirken die eigentlich realistischen Motive eigentümlich still, isoliert und beinahe surreal („entwirklicht“).
ZITATE FRANZ LENK
In den publizierten Selbstzeugnissen und Briefen des Künstlers im Werkverzeichnis spiegelt sich seine tiefe Skepsis gegenüber der reinen Abstraktion wider:
„Die Natur ist das Fundament, an dem sich das Auge und der Geist reinigen müssen, um zur wahren, inneren Form zu gelangen.“ | Franz Lenk
KÜNSTLERPORTRÄT FRANZ LENK
Franz Lenk (1898–1968): In Langenbernsdorf geborener Maler, Zeichner und einer der profiliertesten Protagonisten der neusachlichen Landschaftsmalerei in Deutschland. Nach seinem durch den Weltkrieg unterbrochenen Studium an der Dresdner Akademie, wo er in den Kreis um Otto Dix fand, stieg er im Berlin der späten 1920er Jahre zu künstlerischem Ruhm auf und gründete 1932 mit Ikonen wie Alexander Kanoldt und Franz Radziwill die renommierte Gruppe „Die Sieben“. Aus Protest gegen die ideologische Gleichschaltung der Kunst legte er 1938 seine Professur an den Berliner Staatsschulen nieder, fand später eine Zuflucht im Südwesten und wirkte bis zu seinem Tod in Schwäbisch Hall. Lenk gilt als herausragender Meister der Neuen Sachlichkeit und eines naturnahen Magischen Realismus. Seine altmeisterlich lasierten Landschaften, detailgenauen Stillleben und Porträts blicken mit einer eigentümlichen Melancholie und kristallinen Klarheit auf die Welt. Durch das unbestechliche, mikroskopisch exakte Erfassen von Ackerschollen, Gräsern und Wolkenformationen verlieh er der Natur eine unheimliche, statische Ruhe und verwandelte die vordergründige Realität in Räume von metaphysischer, „entwirklichter“ Tiefgründigkeit. Als bedeutender Impulsgeber der Zwischenkriegsmoderne ist sein zeitloses Œuvre heute in großen Sammlungen wie der Kunsthalle Mannheim oder der Städtischen Galerie Dresden vertreten.
STICHWORTE FRANZ LENK
Neue Sachlichkeit | Die Sieben | Magischer Realismus | Landschaftsmalerei | Altmeisterliche Technik | Kunstprotest 1938 | Berliner Secession | Otto Dix | Der entwirklichte Blick
FRANZ LENK
KUNSTWERKE FRANZ LENK
Erzgebirgshäuser (1928, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)
Winter im Neckarbergland (1932)
Hegaulandschaft mit Hohentwiel (1934)
Blick auf Amrum (1936)
Tanzplan bei Sebnitz (1937)
Berg und Tal (1945)
Bergdorf Toscana (1951)
Hohenloher Landschaft (1961)
Herbstlandschaft (1966)
Die Brandung
Stilleben mit roter Amaryllis und Birne
BIOGRAFIE FRANZ LENK
Geburtsjahr: 1898 (21. Juni)
Geburtsort: Langenbernsdorf (Sachsen, Vogtland)
Todesjahr: 1968 (13. September)
Sterbeort: Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall (ab 1959): Tätigkeit als städtischer Kulturbeauftragter mit beratender und vermittelnder Funktion.
AUSBILDUNG FRANZ LENK
Handwerkliche Basis: Erste Ausbildung im Rahmen einer Lehre als Dekorationsmaler und als Lithograf.
Akademisches Studium: Ab 1916 Studium der Malerei an der Dresdner Kunstakademie bei Richard Müller und Ludwig von Hofmann. Unterbrechung des Studiums durch den aktiven Dienst im Ersten Weltkrieg.
Fortsetzung & Abschluss: Wiederaufnahme des Studiums 1922 bei Richard Dreher. Er wird schließlich Meisterschüler unter Ferdinand Dorsch und Max Feldbauer.
LEHRTÄTIGKEIT FRANZ LENK
Berlin (1933–1938): Berufung als Professor für Landschaftsmalerei an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin (Staatliche Kunstschule Berlin-Schöneberg). 1938 legte er seine Professur aus Protest gegen die nationalsozialistische Kunstpolitik und die Diffamierung jüdischer sowie moderner Kollegen demonstrativ nieder.
Pittsburgh (1950): Gast-Lehrauftrag am renommierten Carnegie Institute in Pittsburgh, USA.
MITGLIEDSCHAFTEN FRANZ LENK
Künstlergruppe „Die Sieben“: Mitbegründer (1928/1932) der bedeutenden sachlich-realistischen Vereinigung neben Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hugo, Alexander Kanoldt, Franz Radziwill und Georg Schrimpf.
Berliner Secession: Vorstandsmitglied ab 1936.
Preußische Akademie der Künste: Mitglied ab 1937.
Reichskammerrat: Mitgliedschaft von 1933 bis 1936 (während seiner ambivalenten Frühphase im Dritten Reich, gefolgt vom radikalen Bruch mit dem Regime).
AUSZEICHNUNGEN FRANZ LENK
Genaue historische Individualpreise und staatliche Medaillen sind in den gängigen Werkverzeichnissen primär durch hochrangige Akademie-Auszeichnungen in Dresden und Berlin dokumentiert; seine größte Anerkennung fand er durch Berufungen in die Preußische Akademie der Künste sowie durch internationale Einladungen, wie etwa die mehrfachen Teilnahmen an den Carnegie-Ausstellungen in den USA.
SAMMLUNGEN FRANZ LENK
Werke des Künstlers befinden sich in über 20 namhaften öffentlichen und privaten Institutionen, darunter:
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Kunstsammlung der Städtischen Galerie Dresden
Kunsthalle Mannheim
Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz
Städtische Sammlungen Freital auf Schloss Burgk
AUSSTELLUNGEN FRANZ LENK
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1976: Franz Lenk 1898–1968. Retrospektive und Dokumentationen, Galerie von Abercron, Köln (posthume Großretrospektive zum Werkverzeichnis).
2022–2023: Franz Lenk – Der entwirklichte Blick, große, wissenschaftlich aufgearbeitete Wanderausstellung in der Städtischen Galerie Dresden und der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Ab 1925: Beteiligung an mehr als 70 kollektiven Themenausstellungen im In- und Ausland (u. a. Niederlande, Norwegen, USA).
Gemeinschaftsausstellungen in der berühmten Galerie Nierendorf, Berlin (zusammen mit Georg Schrimpf und Alexander Kanoldt).
Regelmäßige Teilnahme an den internationalen Kunstausstellungen des Carnegie Instituts in Pittsburgh in den 1930er-Jahren.
PROJEKTE FRANZ LENK
Das Bodensee-Projekt (1934): Intensive, gemeinschaftliche Arbeitsphase und Freiluftmalerei am Bodensee in enger künstlerischer Kooperation und Austausch mit Otto Dix.
WERKBESCHREIBUNG FRANZ LENK
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Medien: Primär Tafelmalerei in Öl sowie Mischtechniken (Öl und Eitempera auf Leinwand oder Holz). Zudem ein umfangreiches grafisches Œuvre, bestehend aus feinen Bleistiftzeichnungen, Aquarellen und Gouachen.
Schwerpunkte: Landschaftsdarstellungen (Erzgebirge, Bodensee, Thüringen, Toskana) sowie hochpräzise Stillleben (Blumen und Objekte) und sensible Porträts.
STIL
Franz Lenk gilt als einer der profiliertesten Vertreter der Neuen Sachlichkeit (im Speziellen dem magisch-realistischen und klassizistischen Flügel zuzuordnen). Seine Handschrift verbindet die nüchterne Objektivität der 1920er Jahre mit den formalen Traditionen einer „neuen Romantik“.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Motive: Unbelebte, oft menschenleere Landschaften, karge Mittelgebirgszüge, weite Horizonte, isolierte Gehöfte, reduzierte Küstenlinien sowie isolierte Alltagsgegenstände und Pflanzen im Stillleben.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Altmeisterliche Technik: Lenk bevorzugte einen extrem feinen, glatten Farbauftrag ohne sichtbaren Pinselduktus, stark angelehnt an die Malweise der Renaissance und Romantik (z. B. Caspar David Friedrich).
„Der entwirklichte Blick“: Seine Bilder besitzen ein bestechend klares, geometrisch gefestigtes Bildkonzept. Durch die extreme Reduktion, die kühle Farbpalette und die unnatürliche, glasklare Schärfe bis in den Hintergrund wirken die eigentlich realistischen Motive eigentümlich still, isoliert und beinahe surreal („entwirklicht“).
ZITATE FRANZ LENK
In den publizierten Selbstzeugnissen und Briefen des Künstlers im Werkverzeichnis spiegelt sich seine tiefe Skepsis gegenüber der reinen Abstraktion wider:
„Die Natur ist das Fundament, an dem sich das Auge und der Geist reinigen müssen, um zur wahren, inneren Form zu gelangen.“ | Franz Lenk
KÜNSTLERPORTRÄT FRANZ LENK
Franz Lenk (1898–1968): In Langenbernsdorf geborener Maler, Zeichner und einer der profiliertesten Protagonisten der neusachlichen Landschaftsmalerei in Deutschland. Nach seinem durch den Weltkrieg unterbrochenen Studium an der Dresdner Akademie, wo er in den Kreis um Otto Dix fand, stieg er im Berlin der späten 1920er Jahre zu künstlerischem Ruhm auf und gründete 1932 mit Ikonen wie Alexander Kanoldt und Franz Radziwill die renommierte Gruppe „Die Sieben“. Aus Protest gegen die ideologische Gleichschaltung der Kunst legte er 1938 seine Professur an den Berliner Staatsschulen nieder, fand später eine Zuflucht im Südwesten und wirkte bis zu seinem Tod in Schwäbisch Hall. Lenk gilt als herausragender Meister der Neuen Sachlichkeit und eines naturnahen Magischen Realismus. Seine altmeisterlich lasierten Landschaften, detailgenauen Stillleben und Porträts blicken mit einer eigentümlichen Melancholie und kristallinen Klarheit auf die Welt. Durch das unbestechliche, mikroskopisch exakte Erfassen von Ackerschollen, Gräsern und Wolkenformationen verlieh er der Natur eine unheimliche, statische Ruhe und verwandelte die vordergründige Realität in Räume von metaphysischer, „entwirklichter“ Tiefgründigkeit. Als bedeutender Impulsgeber der Zwischenkriegsmoderne ist sein zeitloses Œuvre heute in großen Sammlungen wie der Kunsthalle Mannheim oder der Städtischen Galerie Dresden vertreten.
STICHWORTE FRANZ LENK
Neue Sachlichkeit | Die Sieben | Magischer Realismus | Landschaftsmalerei | Altmeisterliche Technik | Kunstprotest 1938 | Berliner Secession | Otto Dix | Der entwirklichte Blick
FRANZ LENK
KUNSTWERKE FRANZ LENK
Erzgebirgshäuser (1928, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)
Winter im Neckarbergland (1932)
Hegaulandschaft mit Hohentwiel (1934)
Blick auf Amrum (1936)
Tanzplan bei Sebnitz (1937)
Berg und Tal (1945)
Bergdorf Toscana (1951)
Hohenloher Landschaft (1961)
Herbstlandschaft (1966)
Die Brandung
Stilleben mit roter Amaryllis und Birne
BIOGRAFIE FRANZ LENK
Geburtsjahr: 1898 (21. Juni)
Geburtsort: Langenbernsdorf (Sachsen, Vogtland)
Todesjahr: 1968 (13. September)
Sterbeort: Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall (ab 1959): Tätigkeit als städtischer Kulturbeauftragter mit beratender und vermittelnder Funktion.
AUSBILDUNG FRANZ LENK
Handwerkliche Basis: Erste Ausbildung im Rahmen einer Lehre als Dekorationsmaler und als Lithograf.
Akademisches Studium: Ab 1916 Studium der Malerei an der Dresdner Kunstakademie bei Richard Müller und Ludwig von Hofmann. Unterbrechung des Studiums durch den aktiven Dienst im Ersten Weltkrieg.
Fortsetzung & Abschluss: Wiederaufnahme des Studiums 1922 bei Richard Dreher. Er wird schließlich Meisterschüler unter Ferdinand Dorsch und Max Feldbauer.
LEHRTÄTIGKEIT FRANZ LENK
Berlin (1933–1938): Berufung als Professor für Landschaftsmalerei an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin (Staatliche Kunstschule Berlin-Schöneberg). 1938 legte er seine Professur aus Protest gegen die nationalsozialistische Kunstpolitik und die Diffamierung jüdischer sowie moderner Kollegen demonstrativ nieder.
Pittsburgh (1950): Gast-Lehrauftrag am renommierten Carnegie Institute in Pittsburgh, USA.
MITGLIEDSCHAFTEN FRANZ LENK
Künstlergruppe „Die Sieben“: Mitbegründer (1928/1932) der bedeutenden sachlich-realistischen Vereinigung neben Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hugo, Alexander Kanoldt, Franz Radziwill und Georg Schrimpf.
Berliner Secession: Vorstandsmitglied ab 1936.
Preußische Akademie der Künste: Mitglied ab 1937.
Reichskammerrat: Mitgliedschaft von 1933 bis 1936 (während seiner ambivalenten Frühphase im Dritten Reich, gefolgt vom radikalen Bruch mit dem Regime).
AUSZEICHNUNGEN FRANZ LENK
Genaue historische Individualpreise und staatliche Medaillen sind in den gängigen Werkverzeichnissen primär durch hochrangige Akademie-Auszeichnungen in Dresden und Berlin dokumentiert; seine größte Anerkennung fand er durch Berufungen in die Preußische Akademie der Künste sowie durch internationale Einladungen, wie etwa die mehrfachen Teilnahmen an den Carnegie-Ausstellungen in den USA.
SAMMLUNGEN FRANZ LENK
Werke des Künstlers befinden sich in über 20 namhaften öffentlichen und privaten Institutionen, darunter:
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Kunstsammlung der Städtischen Galerie Dresden
Kunsthalle Mannheim
Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz
Städtische Sammlungen Freital auf Schloss Burgk
AUSSTELLUNGEN FRANZ LENK
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1976: Franz Lenk 1898–1968. Retrospektive und Dokumentationen, Galerie von Abercron, Köln (posthume Großretrospektive zum Werkverzeichnis).
2022–2023: Franz Lenk – Der entwirklichte Blick, große, wissenschaftlich aufgearbeitete Wanderausstellung in der Städtischen Galerie Dresden und der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
Ab 1925: Beteiligung an mehr als 70 kollektiven Themenausstellungen im In- und Ausland (u. a. Niederlande, Norwegen, USA).
Gemeinschaftsausstellungen in der berühmten Galerie Nierendorf, Berlin (zusammen mit Georg Schrimpf und Alexander Kanoldt).
Regelmäßige Teilnahme an den internationalen Kunstausstellungen des Carnegie Instituts in Pittsburgh in den 1930er-Jahren.
PROJEKTE FRANZ LENK
Das Bodensee-Projekt (1934): Intensive, gemeinschaftliche Arbeitsphase und Freiluftmalerei am Bodensee in enger künstlerischer Kooperation und Austausch mit Otto Dix.
WERKBESCHREIBUNG FRANZ LENK
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Medien: Primär Tafelmalerei in Öl sowie Mischtechniken (Öl und Eitempera auf Leinwand oder Holz). Zudem ein umfangreiches grafisches Œuvre, bestehend aus feinen Bleistiftzeichnungen, Aquarellen und Gouachen.
Schwerpunkte: Landschaftsdarstellungen (Erzgebirge, Bodensee, Thüringen, Toskana) sowie hochpräzise Stillleben (Blumen und Objekte) und sensible Porträts.
STIL
Franz Lenk gilt als einer der profiliertesten Vertreter der Neuen Sachlichkeit (im Speziellen dem magisch-realistischen und klassizistischen Flügel zuzuordnen). Seine Handschrift verbindet die nüchterne Objektivität der 1920er Jahre mit den formalen Traditionen einer „neuen Romantik“.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Motive: Unbelebte, oft menschenleere Landschaften, karge Mittelgebirgszüge, weite Horizonte, isolierte Gehöfte, reduzierte Küstenlinien sowie isolierte Alltagsgegenstände und Pflanzen im Stillleben.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Altmeisterliche Technik: Lenk bevorzugte einen extrem feinen, glatten Farbauftrag ohne sichtbaren Pinselduktus, stark angelehnt an die Malweise der Renaissance und Romantik (z. B. Caspar David Friedrich).
„Der entwirklichte Blick“: Seine Bilder besitzen ein bestechend klares, geometrisch gefestigtes Bildkonzept. Durch die extreme Reduktion, die kühle Farbpalette und die unnatürliche, glasklare Schärfe bis in den Hintergrund wirken die eigentlich realistischen Motive eigentümlich still, isoliert und beinahe surreal („entwirklicht“).
ZITATE FRANZ LENK
In den publizierten Selbstzeugnissen und Briefen des Künstlers im Werkverzeichnis spiegelt sich seine tiefe Skepsis gegenüber der reinen Abstraktion wider:
„Die Natur ist das Fundament, an dem sich das Auge und der Geist reinigen müssen, um zur wahren, inneren Form zu gelangen.“ | Franz Lenk
KÜNSTLERPORTRÄT FRANZ LENK
Franz Lenk (1898–1968): In Langenbernsdorf geborener Maler, Zeichner und einer der profiliertesten Protagonisten der neusachlichen Landschaftsmalerei in Deutschland. Nach seinem durch den Weltkrieg unterbrochenen Studium an der Dresdner Akademie, wo er in den Kreis um Otto Dix fand, stieg er im Berlin der späten 1920er Jahre zu künstlerischem Ruhm auf und gründete 1932 mit Ikonen wie Alexander Kanoldt und Franz Radziwill die renommierte Gruppe „Die Sieben“. Aus Protest gegen die ideologische Gleichschaltung der Kunst legte er 1938 seine Professur an den Berliner Staatsschulen nieder, fand später eine Zuflucht im Südwesten und wirkte bis zu seinem Tod in Schwäbisch Hall. Lenk gilt als herausragender Meister der Neuen Sachlichkeit und eines naturnahen Magischen Realismus. Seine altmeisterlich lasierten Landschaften, detailgenauen Stillleben und Porträts blicken mit einer eigentümlichen Melancholie und kristallinen Klarheit auf die Welt. Durch das unbestechliche, mikroskopisch exakte Erfassen von Ackerschollen, Gräsern und Wolkenformationen verlieh er der Natur eine unheimliche, statische Ruhe und verwandelte die vordergründige Realität in Räume von metaphysischer, „entwirklichter“ Tiefgründigkeit. Als bedeutender Impulsgeber der Zwischenkriegsmoderne ist sein zeitloses Œuvre heute in großen Sammlungen wie der Kunsthalle Mannheim oder der Städtischen Galerie Dresden vertreten.
STICHWORTE FRANZ LENK
Neue Sachlichkeit | Die Sieben | Magischer Realismus | Landschaftsmalerei | Altmeisterliche Technik | Kunstprotest 1938 | Berliner Secession | Otto Dix | Der entwirklichte Blick