GCB Kunstlexikon
WALTER SCHELENZ
KUNSTWERKE WALTER SCHELENZ
Frierendes Kind (1926) – Gips, rot getönt.
Selbstportrait (1929) – Bronze.
Laufendes Kind (1935) – Bronze.
Fechter (1954) – Bronze.
Kleine Sängerin (1954) – Bronze.
Formentfaltung (1957) – Baugebundene Großplastik.
L’horloge du printemps (1966) – Bronze.
Denkmal für die Opfer des Naziregimes (1970) – Freiburg im Breisgau.
Blick aus dem Fenster (1973) – Bronze.
Verloren in Zeit und Raum (1981/82) – Bronze.
Aus der Dingwelt der Gefäße (Metamorphose: Blumen für Elise) (1982) – Bronze.
BIOGRAFIE WALTER SCHELENZ
Geburtsjahr: 1903 (21. Mai)
Geburtsort: Karlsruhe
Todesjahr: 1987 (5. September)
Sterbeort: Freiburg im Breisgau
Walter Schelenz war ein bedeutender deutscher Bildhauer der Klassischen Moderne. Er verbrachte prägende Jahre als freischaffender Künstler in Berlin und Neubabelsberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg und einem Einsatz als technischer Zeichner an der Ostfront ließ er sich im Schwarzwald und schließlich in Freiburg nieder. Dort prägte er maßgeblich das regionale Nachkriegskunstleben.
AUSBILDUNG WALTER SCHELENZ
1920–1922: Ausbildung zum Dermoplastiker (Tierpräparator) bei seinem Vater.
Begleitend: Privatunterricht im Modellieren, Aktzeichnen und Holzschnitzen.
1922–1923: Studium an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe.
1923–1927: Studium an der Akademie der Bildenden Künste Dresden.
Meisterschüler von Karl Albiker.
LEHRTÄTIGKEIT WALTER SCHELENZ
Gründer und anfänglicher Leiter der Staatlichen Kunsthandwerkschule Schloß Bonndorf von 1948 bis 1954.
MITGLIEDSCHAFTEN WALTER SCHELENZ
BBK Südbaden: Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler von 1954 bis 1961.
Deutscher Künstlerbund: Ordentliches Mitglied und Verleihung der Ehrenmitgliedschaft 1986.
Neue Gruppe München: Mitglied mit regelmäßigen Ausstellungsbeteiligungen.
Berliner Sezession | Badische Secession: Historische Kernmitgliedschaften in den regionalen Avantgarde-Verbänden.
AUSZEICHNUNGEN WALTER SCHELENZ
1959: Kunstpreis Oberrhein.
1970: Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg.
1973: Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. [1]
1977: Verleihung des Professorentitels als Ehrentitel (h. c.) im Jahr 1977 durch den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg in Anerkennung seines Lebenswerks.
SAMMLUNGEN WALTER SCHELENZ
Museum für Neue Kunst, Freiburg
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Universitätsklinikum Freiburg (Kunst auf dem Campus)
AUSSTELLUNGEN WALTER SCHELENZ
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1950: Freiburger Kunstverein zusammen mit Otto Dix.
2003: Walter Schelenz 1903–1987. Blick aus dem Fenster – Große Retrospektive im Museum für Neue Kunst Freiburg.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1933: Deutscher Künstlerbund, Kassel.
1935: Berliner Sezession.
1947: Badische Secession – Universität Freiburg.
Ab 1955: Regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Deutschen Künstlerbundes sowie der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst, München.
PROJEKTE WALTER SCHELENZ
Kunst im öffentlichen Raum: Ab 1957 verstärkte Ausführung von baugebundenen Arbeiten, Brunnenanlagen und staatlichen Monumentalaufträgen im süddeutschen Raum.
Mahnmal-Projekte: Schaffung des zentralen Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus in Freiburg.
WERKBESCHREIBUNG WALTER SCHELENZ
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Plastiken und Skulpturen aus Bronze und Gips von der intimen Kleinplastik bis zur monumentalen Freiplastik.
Technische Zeichnungen, Aktstudien und subtile Aquarelle.
STIL
Im Rahmen der Klassischen Moderne sind die Werke von Walter Schelenz mit ihren feinen surrealistischen Untertönen eine permanente Gratwanderung zwischen Figuration und Abstraktion. Dabei werden organische, weiche Strukturen mit geometrisch-architektonischen Konstruktionen verschmolzen.
THEMEN | MOTIVE
Menschliche Figuren: Insbesondere die Darstellung von Kindern (Frierendes Kind, Laufendes Kind) und Bewegungsmotiven (Fechter).
Metamorphosen: Das Übergehen von unbelebten Objekten in organische Wesen.
Raum und Zeit: Visualisierung existenzieller Isolation und architektonischer Durchblicke (Blick aus dem Fenster, Verloren in Zeit und Raum).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Walter Schelenz’ Werk definiert sich über das Zusammenführen disparater Elemente. Seine Plastiken erzeugen eine bewusste Verfremdung. Lineare Gerüste brechen körperliche Volumina auf. Dadurch wirken die Bronzen oft filigran, zeichnerisch im Raum stehend und laden den Betrachter ein, eigene erzählerische Handlungsfäden zu spinnen.
KÜNSTLERPORTRÄT WALTER SCHELENZ
Walter Schelenz (1903–1987): In Karlsruhe geborener Bildhauer und Kulturorganisator, der als einer der profiliertesten Vermittler zwischen Figuration und Abstraktion in der badischen Kunst des 20. Jahrhunderts gilt. Nach einer Ausbildung zum Tierpräparator studierte er an der Kunstakademie Dresden bei Karl Albiker, der ihn 1926 zum Meisterschüler ernannte. Ab 1927 wirkte er als freischaffender Künstler in Berlin und Neubabelsberg, wo er in engem, fruchtbarem Austausch mit Weggefährten der Ateliergemeinschaft Klosterstraße (darunter Gustav Seitz und Hermann Blumenthal) stand. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine tiefe Zäsur: Als technischer Zeichner zur Luftwaffe eingezogen, verlor er bei den Bombenangriffen auf Berlin fast sein gesamtes, bis dahin rein figürliches Frühwerk. Nach Kriegsende schlug er im Schwarzwald Wurzeln, gründete 1947 die Kunsthandwerk-Schule im Schloss Bonndorf und leitete von 1954 bis 1961 als Erster Vorsitzender den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Südbaden. Mit seinem Umzug nach Freiburg im Breisgau (1955) vollzog Schelenz eine radikale stilistische Neuausrichtung: Er löste sich schrittweise von der reinen Naturform und wandte sich abstrakten, surreal anmutenden Bronze-Konstruktionen zu. Seine berühmten Werkgruppen und filigranen Reliefs (wie Formenspiel im Raum oder Verloren in Zeit und Raum) untersuchten die Balance zwischen plastischem Volumen, geometrischen Achsen und kosmischer Leere. Ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Oberrhein (1959) und dem Reinhold-Schneider-Preis (1970) sowie geehrt als Gast der Villa Massimo in Rom (1973), wurde ihm 1977 der Professorentitel verliehen. Schelenz’ Arbeiten, die heute unter anderem im Museum für Neue Kunst Freiburg bewahrt werden und zahlreiche öffentliche Bauten der Region zieren, bilden ein intellektuell wie handwerklich meisterhaftes Fundament der südbadischen Nachkriegsmoderne.
STICHWORTE WALTER SCHELENZ
Klassische Moderne, Karl Albiker, Bronzeplastik, Abstraktion und Figuration, Freiburg im Breisgau, Schloß Bonndorf, Deutscher Künstlerbund, Surrealistische Metamorphose
LINKS WALTER SCHELENZ
WALTER SCHELENZ
KUNSTWERKE WALTER SCHELENZ
Frierendes Kind (1926) – Gips, rot getönt.
Selbstportrait (1929) – Bronze.
Laufendes Kind (1935) – Bronze.
Fechter (1954) – Bronze.
Kleine Sängerin (1954) – Bronze.
Formentfaltung (1957) – Baugebundene Großplastik.
L’horloge du printemps (1966) – Bronze.
Denkmal für die Opfer des Naziregimes (1970) – Freiburg im Breisgau.
Blick aus dem Fenster (1973) – Bronze.
Verloren in Zeit und Raum (1981/82) – Bronze.
Aus der Dingwelt der Gefäße (Metamorphose: Blumen für Elise) (1982) – Bronze.
BIOGRAFIE WALTER SCHELENZ
Geburtsjahr: 1903 (21. Mai)
Geburtsort: Karlsruhe
Todesjahr: 1987 (5. September)
Sterbeort: Freiburg im Breisgau
Walter Schelenz war ein bedeutender deutscher Bildhauer der Klassischen Moderne. Er verbrachte prägende Jahre als freischaffender Künstler in Berlin und Neubabelsberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg und einem Einsatz als technischer Zeichner an der Ostfront ließ er sich im Schwarzwald und schließlich in Freiburg nieder. Dort prägte er maßgeblich das regionale Nachkriegskunstleben.
AUSBILDUNG WALTER SCHELENZ
1920–1922: Ausbildung zum Dermoplastiker (Tierpräparator) bei seinem Vater.
Begleitend: Privatunterricht im Modellieren, Aktzeichnen und Holzschnitzen.
1922–1923: Studium an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe.
1923–1927: Studium an der Akademie der Bildenden Künste Dresden.
Meisterschüler von Karl Albiker.
LEHRTÄTIGKEIT WALTER SCHELENZ
Gründer und anfänglicher Leiter der Staatlichen Kunsthandwerkschule Schloß Bonndorf von 1948 bis 1954.
MITGLIEDSCHAFTEN WALTER SCHELENZ
BBK Südbaden: Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler von 1954 bis 1961.
Deutscher Künstlerbund: Ordentliches Mitglied und Verleihung der Ehrenmitgliedschaft 1986.
Neue Gruppe München: Mitglied mit regelmäßigen Ausstellungsbeteiligungen.
Berliner Sezession | Badische Secession: Historische Kernmitgliedschaften in den regionalen Avantgarde-Verbänden.
AUSZEICHNUNGEN WALTER SCHELENZ
1959: Kunstpreis Oberrhein.
1970: Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg.
1973: Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. [1]
1977: Verleihung des Professorentitels als Ehrentitel (h. c.) im Jahr 1977 durch den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg in Anerkennung seines Lebenswerks.
SAMMLUNGEN WALTER SCHELENZ
Museum für Neue Kunst, Freiburg
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Universitätsklinikum Freiburg (Kunst auf dem Campus)
AUSSTELLUNGEN WALTER SCHELENZ
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1950: Freiburger Kunstverein zusammen mit Otto Dix.
2003: Walter Schelenz 1903–1987. Blick aus dem Fenster – Große Retrospektive im Museum für Neue Kunst Freiburg.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1933: Deutscher Künstlerbund, Kassel.
1935: Berliner Sezession.
1947: Badische Secession – Universität Freiburg.
Ab 1955: Regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Deutschen Künstlerbundes sowie der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst, München.
PROJEKTE WALTER SCHELENZ
Kunst im öffentlichen Raum: Ab 1957 verstärkte Ausführung von baugebundenen Arbeiten, Brunnenanlagen und staatlichen Monumentalaufträgen im süddeutschen Raum.
Mahnmal-Projekte: Schaffung des zentralen Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus in Freiburg.
WERKBESCHREIBUNG WALTER SCHELENZ
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Plastiken und Skulpturen aus Bronze und Gips von der intimen Kleinplastik bis zur monumentalen Freiplastik.
Technische Zeichnungen, Aktstudien und subtile Aquarelle.
STIL
Im Rahmen der Klassischen Moderne sind die Werke von Walter Schelenz mit ihren feinen surrealistischen Untertönen eine permanente Gratwanderung zwischen Figuration und Abstraktion. Dabei werden organische, weiche Strukturen mit geometrisch-architektonischen Konstruktionen verschmolzen.
THEMEN | MOTIVE
Menschliche Figuren: Insbesondere die Darstellung von Kindern (Frierendes Kind, Laufendes Kind) und Bewegungsmotiven (Fechter).
Metamorphosen: Das Übergehen von unbelebten Objekten in organische Wesen.
Raum und Zeit: Visualisierung existenzieller Isolation und architektonischer Durchblicke (Blick aus dem Fenster, Verloren in Zeit und Raum).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Walter Schelenz’ Werk definiert sich über das Zusammenführen disparater Elemente. Seine Plastiken erzeugen eine bewusste Verfremdung. Lineare Gerüste brechen körperliche Volumina auf. Dadurch wirken die Bronzen oft filigran, zeichnerisch im Raum stehend und laden den Betrachter ein, eigene erzählerische Handlungsfäden zu spinnen.
KÜNSTLERPORTRÄT WALTER SCHELENZ
Walter Schelenz (1903–1987): In Karlsruhe geborener Bildhauer und Kulturorganisator, der als einer der profiliertesten Vermittler zwischen Figuration und Abstraktion in der badischen Kunst des 20. Jahrhunderts gilt. Nach einer Ausbildung zum Tierpräparator studierte er an der Kunstakademie Dresden bei Karl Albiker, der ihn 1926 zum Meisterschüler ernannte. Ab 1927 wirkte er als freischaffender Künstler in Berlin und Neubabelsberg, wo er in engem, fruchtbarem Austausch mit Weggefährten der Ateliergemeinschaft Klosterstraße (darunter Gustav Seitz und Hermann Blumenthal) stand. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine tiefe Zäsur: Als technischer Zeichner zur Luftwaffe eingezogen, verlor er bei den Bombenangriffen auf Berlin fast sein gesamtes, bis dahin rein figürliches Frühwerk. Nach Kriegsende schlug er im Schwarzwald Wurzeln, gründete 1947 die Kunsthandwerk-Schule im Schloss Bonndorf und leitete von 1954 bis 1961 als Erster Vorsitzender den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Südbaden. Mit seinem Umzug nach Freiburg im Breisgau (1955) vollzog Schelenz eine radikale stilistische Neuausrichtung: Er löste sich schrittweise von der reinen Naturform und wandte sich abstrakten, surreal anmutenden Bronze-Konstruktionen zu. Seine berühmten Werkgruppen und filigranen Reliefs (wie Formenspiel im Raum oder Verloren in Zeit und Raum) untersuchten die Balance zwischen plastischem Volumen, geometrischen Achsen und kosmischer Leere. Ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Oberrhein (1959) und dem Reinhold-Schneider-Preis (1970) sowie geehrt als Gast der Villa Massimo in Rom (1973), wurde ihm 1977 der Professorentitel verliehen. Schelenz’ Arbeiten, die heute unter anderem im Museum für Neue Kunst Freiburg bewahrt werden und zahlreiche öffentliche Bauten der Region zieren, bilden ein intellektuell wie handwerklich meisterhaftes Fundament der südbadischen Nachkriegsmoderne.
STICHWORTE WALTER SCHELENZ
Klassische Moderne, Karl Albiker, Bronzeplastik, Abstraktion und Figuration, Freiburg im Breisgau, Schloß Bonndorf, Deutscher Künstlerbund, Surrealistische Metamorphose
LINKS WALTER SCHELENZ
WALTER SCHELENZ
KUNSTWERKE WALTER SCHELENZ
Frierendes Kind (1926) – Gips, rot getönt.
Selbstportrait (1929) – Bronze.
Laufendes Kind (1935) – Bronze.
Fechter (1954) – Bronze.
Kleine Sängerin (1954) – Bronze.
Formentfaltung (1957) – Baugebundene Großplastik.
L’horloge du printemps (1966) – Bronze.
Denkmal für die Opfer des Naziregimes (1970) – Freiburg im Breisgau.
Blick aus dem Fenster (1973) – Bronze.
Verloren in Zeit und Raum (1981/82) – Bronze.
Aus der Dingwelt der Gefäße (Metamorphose: Blumen für Elise) (1982) – Bronze.
BIOGRAFIE WALTER SCHELENZ
Geburtsjahr: 1903 (21. Mai)
Geburtsort: Karlsruhe
Todesjahr: 1987 (5. September)
Sterbeort: Freiburg im Breisgau
Walter Schelenz war ein bedeutender deutscher Bildhauer der Klassischen Moderne. Er verbrachte prägende Jahre als freischaffender Künstler in Berlin und Neubabelsberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg und einem Einsatz als technischer Zeichner an der Ostfront ließ er sich im Schwarzwald und schließlich in Freiburg nieder. Dort prägte er maßgeblich das regionale Nachkriegskunstleben.
AUSBILDUNG WALTER SCHELENZ
1920–1922: Ausbildung zum Dermoplastiker (Tierpräparator) bei seinem Vater.
Begleitend: Privatunterricht im Modellieren, Aktzeichnen und Holzschnitzen.
1922–1923: Studium an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe.
1923–1927: Studium an der Akademie der Bildenden Künste Dresden.
Meisterschüler von Karl Albiker.
LEHRTÄTIGKEIT WALTER SCHELENZ
Gründer und anfänglicher Leiter der Staatlichen Kunsthandwerkschule Schloß Bonndorf von 1948 bis 1954.
MITGLIEDSCHAFTEN WALTER SCHELENZ
BBK Südbaden: Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler von 1954 bis 1961.
Deutscher Künstlerbund: Ordentliches Mitglied und Verleihung der Ehrenmitgliedschaft 1986.
Neue Gruppe München: Mitglied mit regelmäßigen Ausstellungsbeteiligungen.
Berliner Sezession | Badische Secession: Historische Kernmitgliedschaften in den regionalen Avantgarde-Verbänden.
AUSZEICHNUNGEN WALTER SCHELENZ
1959: Kunstpreis Oberrhein.
1970: Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg.
1973: Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. [1]
1977: Verleihung des Professorentitels als Ehrentitel (h. c.) im Jahr 1977 durch den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg in Anerkennung seines Lebenswerks.
SAMMLUNGEN WALTER SCHELENZ
Museum für Neue Kunst, Freiburg
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Universitätsklinikum Freiburg (Kunst auf dem Campus)
AUSSTELLUNGEN WALTER SCHELENZ
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1950: Freiburger Kunstverein zusammen mit Otto Dix.
2003: Walter Schelenz 1903–1987. Blick aus dem Fenster – Große Retrospektive im Museum für Neue Kunst Freiburg.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1933: Deutscher Künstlerbund, Kassel.
1935: Berliner Sezession.
1947: Badische Secession – Universität Freiburg.
Ab 1955: Regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Deutschen Künstlerbundes sowie der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst, München.
PROJEKTE WALTER SCHELENZ
Kunst im öffentlichen Raum: Ab 1957 verstärkte Ausführung von baugebundenen Arbeiten, Brunnenanlagen und staatlichen Monumentalaufträgen im süddeutschen Raum.
Mahnmal-Projekte: Schaffung des zentralen Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus in Freiburg.
WERKBESCHREIBUNG WALTER SCHELENZ
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Plastiken und Skulpturen aus Bronze und Gips von der intimen Kleinplastik bis zur monumentalen Freiplastik.
Technische Zeichnungen, Aktstudien und subtile Aquarelle.
STIL
Im Rahmen der Klassischen Moderne sind die Werke von Walter Schelenz mit ihren feinen surrealistischen Untertönen eine permanente Gratwanderung zwischen Figuration und Abstraktion. Dabei werden organische, weiche Strukturen mit geometrisch-architektonischen Konstruktionen verschmolzen.
THEMEN | MOTIVE
Menschliche Figuren: Insbesondere die Darstellung von Kindern (Frierendes Kind, Laufendes Kind) und Bewegungsmotiven (Fechter).
Metamorphosen: Das Übergehen von unbelebten Objekten in organische Wesen.
Raum und Zeit: Visualisierung existenzieller Isolation und architektonischer Durchblicke (Blick aus dem Fenster, Verloren in Zeit und Raum).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Walter Schelenz’ Werk definiert sich über das Zusammenführen disparater Elemente. Seine Plastiken erzeugen eine bewusste Verfremdung. Lineare Gerüste brechen körperliche Volumina auf. Dadurch wirken die Bronzen oft filigran, zeichnerisch im Raum stehend und laden den Betrachter ein, eigene erzählerische Handlungsfäden zu spinnen.
KÜNSTLERPORTRÄT WALTER SCHELENZ
Walter Schelenz (1903–1987): In Karlsruhe geborener Bildhauer und Kulturorganisator, der als einer der profiliertesten Vermittler zwischen Figuration und Abstraktion in der badischen Kunst des 20. Jahrhunderts gilt. Nach einer Ausbildung zum Tierpräparator studierte er an der Kunstakademie Dresden bei Karl Albiker, der ihn 1926 zum Meisterschüler ernannte. Ab 1927 wirkte er als freischaffender Künstler in Berlin und Neubabelsberg, wo er in engem, fruchtbarem Austausch mit Weggefährten der Ateliergemeinschaft Klosterstraße (darunter Gustav Seitz und Hermann Blumenthal) stand. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine tiefe Zäsur: Als technischer Zeichner zur Luftwaffe eingezogen, verlor er bei den Bombenangriffen auf Berlin fast sein gesamtes, bis dahin rein figürliches Frühwerk. Nach Kriegsende schlug er im Schwarzwald Wurzeln, gründete 1947 die Kunsthandwerk-Schule im Schloss Bonndorf und leitete von 1954 bis 1961 als Erster Vorsitzender den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Südbaden. Mit seinem Umzug nach Freiburg im Breisgau (1955) vollzog Schelenz eine radikale stilistische Neuausrichtung: Er löste sich schrittweise von der reinen Naturform und wandte sich abstrakten, surreal anmutenden Bronze-Konstruktionen zu. Seine berühmten Werkgruppen und filigranen Reliefs (wie Formenspiel im Raum oder Verloren in Zeit und Raum) untersuchten die Balance zwischen plastischem Volumen, geometrischen Achsen und kosmischer Leere. Ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Oberrhein (1959) und dem Reinhold-Schneider-Preis (1970) sowie geehrt als Gast der Villa Massimo in Rom (1973), wurde ihm 1977 der Professorentitel verliehen. Schelenz’ Arbeiten, die heute unter anderem im Museum für Neue Kunst Freiburg bewahrt werden und zahlreiche öffentliche Bauten der Region zieren, bilden ein intellektuell wie handwerklich meisterhaftes Fundament der südbadischen Nachkriegsmoderne.
STICHWORTE WALTER SCHELENZ
Klassische Moderne, Karl Albiker, Bronzeplastik, Abstraktion und Figuration, Freiburg im Breisgau, Schloß Bonndorf, Deutscher Künstlerbund, Surrealistische Metamorphose