GCB Kunstlexikon
GUSTAV SEITZ
KUNSTWERKE GUSTAV SEITZ
Käthe-Kollwitz-Denkmal (1960): Bronzeplastik, Kollwitzplatz, Berlin-Prenzlauer Berg.
Flensburger Venus (1963): Großplastik, Flensburg.
Der Hüter (1960): Monumentalskulptur, Hamburg.
Porta d’Amore (1968): Bronzetüren für die Staatsbibliothek Hamburg.
Männlicher Torso & Weiblicher Torso: Charakteristische Aktdarstellungen.
Porträtbüsten: Ausdrucksstarke Köpfe unter anderem von Bertolt Brecht (1956) und Thomas Mann.
VIDEOS GUSTAV SEITZ
GUSTAV SEITZ BILDHAUER 1903 – 1969 | Michael Fackelmann | Ein Besuch mit der Kamera im Atelier des Bildhauers Professor Gustav Seitz in der Hochschule für bildende Künste in Hamburg 1964. Gustav Seitz spielt mit anderen Professoren Boule. Das Atelier von Gustav Seitz in Blankenese 2011. Bekannt war Gustav Seitz für seine Porträts bekannter Künstler und Intellktueller seiner Zeit, indem er bestimmte Charakterzüge treffend darstellte: Bert Brecht, Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Ernst Bloch, Thomas Mann und viele andere. 1968 stellte Gustav Seitz seine Werke im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig aus. | YouTube
Das Gustav Seitz Museum stellt sich vor. | Schloss Trebnitz | Seit 2017 hat der Nachlass von Gustav Seitz im brandenburgischen Trebnitz ein neues Zuhause. Bisher im ehemaligen Hamburger Wohnhaus des bekannten Bildhauers kaum öffentlich zugänglich, stellt die Gustav Seitz Stiftung die Sammlung erstmals in einem eigenen Museum aus. Es ist ein Statement für mehr Kunst und kulturelle Bildung im ländlichen Raum, eingebettet in ein attraktives Gutsensemble – mit der Hauptstadt in Reichweite. Das Museum ist Teil des Campus Schloss Trebnitz. | YouTube
BIOGRAFIE GUSTAV SEITZ
Geburtsjahr: 1906 (11. September)
Geburtsort: Neckarau bei Mannheim
Todesjahr: 1969 (26. Oktober)
Sterbeort: Hamburg
AUSBILDUNG GUSTAV SEITZ
1922–1924: Stuckateurlehre im väterlichen Betrieb und beim Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen (Gesellenprüfung als Stuckateur).
1922–1924: Begleitender Unterricht im figürlichen Zeichnen und kunstgewerblichen Entwerfen an der Gewerbeschule Mannheim bei Wilhelm Morano.
1924–1925: Studium an der Landeskunstschule Karlsruhe.
1925–1929: Studium an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin (u. a. bei Ludwig Gies).
1929–1932: Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel in Berlin.
1933–1938: Meisterschüler bei Hugo Lederer an der Akademie der Künste in Berlin.
LEHRTÄTIGKEIT GUSTAV SEITZ
1946: Wahrnehmung eines Lehrstuhls an der Technischen Hochschule Berlin.
1947–1950: Professor für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Berlin-Charlottenburg.
1950–1958: Berufung und Lehrtätigkeit als Ordentlicher Professor und Leiter einer Meisterklasse an der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin.
1958–1969: Professor für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg (als Nachfolger von Edwin Scharff).
MITGLIEDSCHAFTEN GUSTAV SEITZ
Deutsche Akademie der Künste zu Berlin (Ost): Ordentliches Mitglied (ab 1950).
Künstlervereinigung „Der Kreis“: Nürnberg.
Société Européenne de Culture: Venedig.
Ernst-Barlach-Kuratorium: Güstrow.
Freie Akademie der Künste in Hamburg: Mitglied ab 1958.
AUSZEICHNUNGEN GUSTAV SEITZ
1949: Nationalpreis der DDR (III. Klasse) für sein plastisches Werk.
1965: Edwin-Scharff-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg.
1967: Großer Kulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
SAMMLUNGEN GUSTAV SEITZ
Gustav Seitz Museum (Schloss Trebnitz, Brandenburg): Zentraler Verwahrungsort des künstlerischen Nachlasses mit rund 170 Bronzen und über 4.500 Zeichnungen.
Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg): Bewahrung des schriftlichen Nachlasses und der Dokumente.
Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf (Schleswig): Beheimatet die Werke, Skizzenbücher und Tagebücher seiner prägenden Chinareise (1951).
Kunsthalle Mannheim: Umfangreiche Sammlung von Plastiken und Grafiken des Künstlers.
Städel Museum (Frankfurt am Main).
AUSSTELLUNGEN GUSTAV SEITZ
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956: Ausstellungen zum 50. Geburtstag in Mannheim und Bremen; Einrichtung eines eigenen Seitz-Kabinetts in der Nationalgalerie Ost-Berlin.
1969: Große Retrospektive in der Kunsthalle Darmstadt.
1986: Gustav Seitz 1906–1969. Plastik, Zeichnungen, Graphik – Altes Museum, Berlin.
2019-2020: Gustav Seitz. Leib und Seele – Kunsthalle Mannheim.
2026-2027: Gustav Seitz – Leben und Werk (Sonderausstellung zum 120. Geburtstag) – Gustav Seitz Museum, Trebnitz.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1959: documenta II, Kassel.
1964: documenta III, Kassel.
1967: Weltausstellung (Expo 67), Montreal.
1968: 34. Biennale von Venedig.
2026: Polnische Skulptur im Dialog – Gustav Seitz Museum.
PROJEKTE GUSTAV SEITZ
1951: Kulturdelegation und Chinareise: Eine offizielle Reise nach China, die zu den berühmten „Studienblättern aus China“ führte und sein zeichnerisches Spätwerk stark beeinflusste.
Posthumes Projekt (Seit 2016): Vergabe des Gustav Seitz Preises durch die Stiftung zur Förderung zeitgenössischer, figurativer Bildhauerei.
WERKBESCHREIBUNG GUSTAV SEITZ
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Plastiken und Skulpturen aus Bronze, Terrakotta und Gips; ein ebenso bedeutendes, eigenständiges Werk im Bereich der Zeichnung, Tuschezeichnung, Lithografie und Druckgrafik.
STIL
Figurativer Realismus | Klassische Moderne: Seitz blieb zeitlebens der menschlichen Gestalt treu und widersetzte sich der vollständigen Abstraktion der Nachkriegsmoderne. Seine Formen sind oft kompakt, blockhaft und von einer inneren Tektonik und organischen Rundung geprägt („Primitivismus“ und Rückbezug auf Maillol).
THEMEN | MOTIVE
Die menschliche Figur im Raum, Aktdarstellungen, Füllige, sitzende, stehende oder lauschende Frauenkörper, ausgemergelte, charakterstarke Köpfe alter oder schöpferischer Menschen und psychologisch dichte Porträtbüsten. Darstellung der weibliche Sinnlichkeit, Fruchtbarkeit, die Würde des Individuums, Paardarstellungen, Liebe (Porta d’Amore) sowie das Gedenken an historische Persönlichkeiten sind die tragenden Themen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Merkmale: Seine Plastiken zeichnen sich durch pralle, vitale und oft bewusst unvollendete Oberflächenstrukturen aus, bei denen der handwerkliche Entstehungsprozess des Modellierens (Spuren von Ton und Gips) spürbar bleibt. Trotz der Fülle der Körper besitzen seine Arbeiten eine schwebende Leichtigkeit und emotionale Wärme, die oft als „sinnlicher Humanismus“ beschrieben wird.
KÜNSTLERPORTRÄT GUSTAV SEITZ
Gustav Seitz (1906–1969): In Mannheim geborener Bildhauer, Zeichner und herausragender Hochschullehrer, der als einer der bedeutendsten Meister der figürlichen Plastik in Deutschland gilt. Er absolvierte eine Steinmetzlehre in Mannheim, studierte an den Kunstakademien in Karlsruhe und Berlin und reifte als Meisterschüler des renommierten Wilhelm Gerstel an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. In den 1930er-Jahren arbeitete er im fruchtbaren Umfeld der legendären Ateliergemeinschaft Klosterstraße in Berlin, zu der auch Künstler wie Käthe Kollwitz gehörten. Nach Kriegsdienst, Gefangenschaft und dem Totalverlust seines Ateliers durch Bombenangriffe prägte er die deutsche Nachkriegskunst maßgeblich als Brückenbauer in einem geteilten Land: Er lehrte ab 1950 als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Weißensee (DDR) und folgte 1958 einem Ruf an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seitz’ berühmte Werkgruppen (darunter feinsinnige Porträtbüsten bedeutender Zeitgenossen wie Thomas Mann und Bertolt Brecht, monumentale Denkmäler wie das Käthe-Kollwitz-Denkmal auf dem Berliner Kollwitzplatz sowie sinnlich-voluminöse weibliche Akte) untersuchten das organische Wachstum von Formen, die menschliche Würde und die ausdrucksstarke Reduktion des Körpers auf das Wesentliche. Als zweifacher Teilnehmer der documenta (1955 und 1959) und Vizepräsident der Akademie der Künste in Berlin legte er das intellektuelle und handwerkliche Fundament für eine zeitlose, humanistisch geprägte Bildhauerei der Moderne. Seine künstlerische Hinterlassenschaft wird heute durch die Gustav-Seitz-Stiftung in Trebnitz (Brandenburg) bewahrt.
ZITATE GUSTAV SEITZ
„In meiner Arbeit kommt der Torso wenig vor. Dabei verstehe und teile ich die Liebe zum Fragment. Der Reiz des Unvollendeten ist in ähnlicher Weise verführerisch, wie die Zeichnung meistens unmittelbarer ist als das ausgeführte Werk.“ | Gustav Seitz
„Es ist die merkwürdigste Reise, die ich je gemacht habe.“ Gustav Seitz über seine Reise nach China im Jahr 1951
STICHWORTE GUSTAV SEITZ
Figurativer Realismus, Bildhauer, Deutsche Nachkriegskunst, Käthe-Kollwitz-Denkmal, Flensburger Venus, Meisterschüler, Atelier Blankenese, Gustav Seitz Stiftung Schloss Trebnitz, Porträtplastik, Aktzeichnung, Deutsche Akademie der Künste, documenta, Edwin-Scharff-Preis, Humanismus
LINKS GUSTAV SEITZ
GUSTAV SEITZ
KUNSTWERKE GUSTAV SEITZ
Käthe-Kollwitz-Denkmal (1960): Bronzeplastik, Kollwitzplatz, Berlin-Prenzlauer Berg.
Flensburger Venus (1963): Großplastik, Flensburg.
Der Hüter (1960): Monumentalskulptur, Hamburg.
Porta d’Amore (1968): Bronzetüren für die Staatsbibliothek Hamburg.
Männlicher Torso & Weiblicher Torso: Charakteristische Aktdarstellungen.
Porträtbüsten: Ausdrucksstarke Köpfe unter anderem von Bertolt Brecht (1956) und Thomas Mann.
VIDEOS GUSTAV SEITZ
GUSTAV SEITZ BILDHAUER 1903 – 1969 | Michael Fackelmann | Ein Besuch mit der Kamera im Atelier des Bildhauers Professor Gustav Seitz in der Hochschule für bildende Künste in Hamburg 1964. Gustav Seitz spielt mit anderen Professoren Boule. Das Atelier von Gustav Seitz in Blankenese 2011. Bekannt war Gustav Seitz für seine Porträts bekannter Künstler und Intellktueller seiner Zeit, indem er bestimmte Charakterzüge treffend darstellte: Bert Brecht, Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Ernst Bloch, Thomas Mann und viele andere. 1968 stellte Gustav Seitz seine Werke im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig aus. | YouTube
Das Gustav Seitz Museum stellt sich vor. | Schloss Trebnitz | Seit 2017 hat der Nachlass von Gustav Seitz im brandenburgischen Trebnitz ein neues Zuhause. Bisher im ehemaligen Hamburger Wohnhaus des bekannten Bildhauers kaum öffentlich zugänglich, stellt die Gustav Seitz Stiftung die Sammlung erstmals in einem eigenen Museum aus. Es ist ein Statement für mehr Kunst und kulturelle Bildung im ländlichen Raum, eingebettet in ein attraktives Gutsensemble – mit der Hauptstadt in Reichweite. Das Museum ist Teil des Campus Schloss Trebnitz. | YouTube
BIOGRAFIE GUSTAV SEITZ
Geburtsjahr: 1906 (11. September)
Geburtsort: Neckarau bei Mannheim
Todesjahr: 1969 (26. Oktober)
Sterbeort: Hamburg
AUSBILDUNG GUSTAV SEITZ
1922–1924: Stuckateurlehre im väterlichen Betrieb und beim Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen (Gesellenprüfung als Stuckateur).
1922–1924: Begleitender Unterricht im figürlichen Zeichnen und kunstgewerblichen Entwerfen an der Gewerbeschule Mannheim bei Wilhelm Morano.
1924–1925: Studium an der Landeskunstschule Karlsruhe.
1925–1929: Studium an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin (u. a. bei Ludwig Gies).
1929–1932: Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel in Berlin.
1933–1938: Meisterschüler bei Hugo Lederer an der Akademie der Künste in Berlin.
LEHRTÄTIGKEIT GUSTAV SEITZ
1946: Wahrnehmung eines Lehrstuhls an der Technischen Hochschule Berlin.
1947–1950: Professor für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Berlin-Charlottenburg.
1950–1958: Berufung und Lehrtätigkeit als Ordentlicher Professor und Leiter einer Meisterklasse an der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin.
1958–1969: Professor für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg (als Nachfolger von Edwin Scharff).
MITGLIEDSCHAFTEN GUSTAV SEITZ
Deutsche Akademie der Künste zu Berlin (Ost): Ordentliches Mitglied (ab 1950).
Künstlervereinigung „Der Kreis“: Nürnberg.
Société Européenne de Culture: Venedig.
Ernst-Barlach-Kuratorium: Güstrow.
Freie Akademie der Künste in Hamburg: Mitglied ab 1958.
AUSZEICHNUNGEN GUSTAV SEITZ
1949: Nationalpreis der DDR (III. Klasse) für sein plastisches Werk.
1965: Edwin-Scharff-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg.
1967: Großer Kulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
SAMMLUNGEN GUSTAV SEITZ
Gustav Seitz Museum (Schloss Trebnitz, Brandenburg): Zentraler Verwahrungsort des künstlerischen Nachlasses mit rund 170 Bronzen und über 4.500 Zeichnungen.
Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg): Bewahrung des schriftlichen Nachlasses und der Dokumente.
Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf (Schleswig): Beheimatet die Werke, Skizzenbücher und Tagebücher seiner prägenden Chinareise (1951).
Kunsthalle Mannheim: Umfangreiche Sammlung von Plastiken und Grafiken des Künstlers.
Städel Museum (Frankfurt am Main).
AUSSTELLUNGEN GUSTAV SEITZ
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956: Ausstellungen zum 50. Geburtstag in Mannheim und Bremen; Einrichtung eines eigenen Seitz-Kabinetts in der Nationalgalerie Ost-Berlin.
1969: Große Retrospektive in der Kunsthalle Darmstadt.
1986: Gustav Seitz 1906–1969. Plastik, Zeichnungen, Graphik – Altes Museum, Berlin.
2019-2020: Gustav Seitz. Leib und Seele – Kunsthalle Mannheim.
2026-2027: Gustav Seitz – Leben und Werk (Sonderausstellung zum 120. Geburtstag) – Gustav Seitz Museum, Trebnitz.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1959: documenta II, Kassel.
1964: documenta III, Kassel.
1967: Weltausstellung (Expo 67), Montreal.
1968: 34. Biennale von Venedig.
2026: Polnische Skulptur im Dialog – Gustav Seitz Museum.
PROJEKTE GUSTAV SEITZ
1951: Kulturdelegation und Chinareise: Eine offizielle Reise nach China, die zu den berühmten „Studienblättern aus China“ führte und sein zeichnerisches Spätwerk stark beeinflusste.
Posthumes Projekt (Seit 2016): Vergabe des Gustav Seitz Preises durch die Stiftung zur Förderung zeitgenössischer, figurativer Bildhauerei.
WERKBESCHREIBUNG GUSTAV SEITZ
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Plastiken und Skulpturen aus Bronze, Terrakotta und Gips; ein ebenso bedeutendes, eigenständiges Werk im Bereich der Zeichnung, Tuschezeichnung, Lithografie und Druckgrafik.
STIL
Figurativer Realismus | Klassische Moderne: Seitz blieb zeitlebens der menschlichen Gestalt treu und widersetzte sich der vollständigen Abstraktion der Nachkriegsmoderne. Seine Formen sind oft kompakt, blockhaft und von einer inneren Tektonik und organischen Rundung geprägt („Primitivismus“ und Rückbezug auf Maillol).
THEMEN | MOTIVE
Die menschliche Figur im Raum, Aktdarstellungen, Füllige, sitzende, stehende oder lauschende Frauenkörper, ausgemergelte, charakterstarke Köpfe alter oder schöpferischer Menschen und psychologisch dichte Porträtbüsten. Darstellung der weibliche Sinnlichkeit, Fruchtbarkeit, die Würde des Individuums, Paardarstellungen, Liebe (Porta d’Amore) sowie das Gedenken an historische Persönlichkeiten sind die tragenden Themen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Merkmale: Seine Plastiken zeichnen sich durch pralle, vitale und oft bewusst unvollendete Oberflächenstrukturen aus, bei denen der handwerkliche Entstehungsprozess des Modellierens (Spuren von Ton und Gips) spürbar bleibt. Trotz der Fülle der Körper besitzen seine Arbeiten eine schwebende Leichtigkeit und emotionale Wärme, die oft als „sinnlicher Humanismus“ beschrieben wird.
KÜNSTLERPORTRÄT GUSTAV SEITZ
Gustav Seitz (1906–1969): In Mannheim geborener Bildhauer, Zeichner und herausragender Hochschullehrer, der als einer der bedeutendsten Meister der figürlichen Plastik in Deutschland gilt. Er absolvierte eine Steinmetzlehre in Mannheim, studierte an den Kunstakademien in Karlsruhe und Berlin und reifte als Meisterschüler des renommierten Wilhelm Gerstel an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. In den 1930er-Jahren arbeitete er im fruchtbaren Umfeld der legendären Ateliergemeinschaft Klosterstraße in Berlin, zu der auch Künstler wie Käthe Kollwitz gehörten. Nach Kriegsdienst, Gefangenschaft und dem Totalverlust seines Ateliers durch Bombenangriffe prägte er die deutsche Nachkriegskunst maßgeblich als Brückenbauer in einem geteilten Land: Er lehrte ab 1950 als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Weißensee (DDR) und folgte 1958 einem Ruf an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seitz’ berühmte Werkgruppen (darunter feinsinnige Porträtbüsten bedeutender Zeitgenossen wie Thomas Mann und Bertolt Brecht, monumentale Denkmäler wie das Käthe-Kollwitz-Denkmal auf dem Berliner Kollwitzplatz sowie sinnlich-voluminöse weibliche Akte) untersuchten das organische Wachstum von Formen, die menschliche Würde und die ausdrucksstarke Reduktion des Körpers auf das Wesentliche. Als zweifacher Teilnehmer der documenta (1955 und 1959) und Vizepräsident der Akademie der Künste in Berlin legte er das intellektuelle und handwerkliche Fundament für eine zeitlose, humanistisch geprägte Bildhauerei der Moderne. Seine künstlerische Hinterlassenschaft wird heute durch die Gustav-Seitz-Stiftung in Trebnitz (Brandenburg) bewahrt.
ZITATE GUSTAV SEITZ
„In meiner Arbeit kommt der Torso wenig vor. Dabei verstehe und teile ich die Liebe zum Fragment. Der Reiz des Unvollendeten ist in ähnlicher Weise verführerisch, wie die Zeichnung meistens unmittelbarer ist als das ausgeführte Werk.“ | Gustav Seitz
„Es ist die merkwürdigste Reise, die ich je gemacht habe.“ Gustav Seitz über seine Reise nach China im Jahr 1951
STICHWORTE GUSTAV SEITZ
Figurativer Realismus, Bildhauer, Deutsche Nachkriegskunst, Käthe-Kollwitz-Denkmal, Flensburger Venus, Meisterschüler, Atelier Blankenese, Gustav Seitz Stiftung Schloss Trebnitz, Porträtplastik, Aktzeichnung, Deutsche Akademie der Künste, documenta, Edwin-Scharff-Preis, Humanismus
LINKS GUSTAV SEITZ
GUSTAV SEITZ
KUNSTWERKE GUSTAV SEITZ
Käthe-Kollwitz-Denkmal (1960): Bronzeplastik, Kollwitzplatz, Berlin-Prenzlauer Berg.
Flensburger Venus (1963): Großplastik, Flensburg.
Der Hüter (1960): Monumentalskulptur, Hamburg.
Porta d’Amore (1968): Bronzetüren für die Staatsbibliothek Hamburg.
Männlicher Torso & Weiblicher Torso: Charakteristische Aktdarstellungen.
Porträtbüsten: Ausdrucksstarke Köpfe unter anderem von Bertolt Brecht (1956) und Thomas Mann.
VIDEOS GUSTAV SEITZ
GUSTAV SEITZ BILDHAUER 1903 – 1969 | Michael Fackelmann | Ein Besuch mit der Kamera im Atelier des Bildhauers Professor Gustav Seitz in der Hochschule für bildende Künste in Hamburg 1964. Gustav Seitz spielt mit anderen Professoren Boule. Das Atelier von Gustav Seitz in Blankenese 2011. Bekannt war Gustav Seitz für seine Porträts bekannter Künstler und Intellktueller seiner Zeit, indem er bestimmte Charakterzüge treffend darstellte: Bert Brecht, Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Ernst Bloch, Thomas Mann und viele andere. 1968 stellte Gustav Seitz seine Werke im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig aus. | YouTube
Das Gustav Seitz Museum stellt sich vor. | Schloss Trebnitz | Seit 2017 hat der Nachlass von Gustav Seitz im brandenburgischen Trebnitz ein neues Zuhause. Bisher im ehemaligen Hamburger Wohnhaus des bekannten Bildhauers kaum öffentlich zugänglich, stellt die Gustav Seitz Stiftung die Sammlung erstmals in einem eigenen Museum aus. Es ist ein Statement für mehr Kunst und kulturelle Bildung im ländlichen Raum, eingebettet in ein attraktives Gutsensemble – mit der Hauptstadt in Reichweite. Das Museum ist Teil des Campus Schloss Trebnitz. | YouTube
BIOGRAFIE GUSTAV SEITZ
Geburtsjahr: 1906 (11. September)
Geburtsort: Neckarau bei Mannheim
Todesjahr: 1969 (26. Oktober)
Sterbeort: Hamburg
AUSBILDUNG GUSTAV SEITZ
1922–1924: Stuckateurlehre im väterlichen Betrieb und beim Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen (Gesellenprüfung als Stuckateur).
1922–1924: Begleitender Unterricht im figürlichen Zeichnen und kunstgewerblichen Entwerfen an der Gewerbeschule Mannheim bei Wilhelm Morano.
1924–1925: Studium an der Landeskunstschule Karlsruhe.
1925–1929: Studium an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin (u. a. bei Ludwig Gies).
1929–1932: Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel in Berlin.
1933–1938: Meisterschüler bei Hugo Lederer an der Akademie der Künste in Berlin.
LEHRTÄTIGKEIT GUSTAV SEITZ
1946: Wahrnehmung eines Lehrstuhls an der Technischen Hochschule Berlin.
1947–1950: Professor für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Berlin-Charlottenburg.
1950–1958: Berufung und Lehrtätigkeit als Ordentlicher Professor und Leiter einer Meisterklasse an der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin.
1958–1969: Professor für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg (als Nachfolger von Edwin Scharff).
MITGLIEDSCHAFTEN GUSTAV SEITZ
Deutsche Akademie der Künste zu Berlin (Ost): Ordentliches Mitglied (ab 1950).
Künstlervereinigung „Der Kreis“: Nürnberg.
Société Européenne de Culture: Venedig.
Ernst-Barlach-Kuratorium: Güstrow.
Freie Akademie der Künste in Hamburg: Mitglied ab 1958.
AUSZEICHNUNGEN GUSTAV SEITZ
1949: Nationalpreis der DDR (III. Klasse) für sein plastisches Werk.
1965: Edwin-Scharff-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg.
1967: Großer Kulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
SAMMLUNGEN GUSTAV SEITZ
Gustav Seitz Museum (Schloss Trebnitz, Brandenburg): Zentraler Verwahrungsort des künstlerischen Nachlasses mit rund 170 Bronzen und über 4.500 Zeichnungen.
Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg): Bewahrung des schriftlichen Nachlasses und der Dokumente.
Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf (Schleswig): Beheimatet die Werke, Skizzenbücher und Tagebücher seiner prägenden Chinareise (1951).
Kunsthalle Mannheim: Umfangreiche Sammlung von Plastiken und Grafiken des Künstlers.
Städel Museum (Frankfurt am Main).
AUSSTELLUNGEN GUSTAV SEITZ
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956: Ausstellungen zum 50. Geburtstag in Mannheim und Bremen; Einrichtung eines eigenen Seitz-Kabinetts in der Nationalgalerie Ost-Berlin.
1969: Große Retrospektive in der Kunsthalle Darmstadt.
1986: Gustav Seitz 1906–1969. Plastik, Zeichnungen, Graphik – Altes Museum, Berlin.
2019-2020: Gustav Seitz. Leib und Seele – Kunsthalle Mannheim.
2026-2027: Gustav Seitz – Leben und Werk (Sonderausstellung zum 120. Geburtstag) – Gustav Seitz Museum, Trebnitz.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1959: documenta II, Kassel.
1964: documenta III, Kassel.
1967: Weltausstellung (Expo 67), Montreal.
1968: 34. Biennale von Venedig.
2026: Polnische Skulptur im Dialog – Gustav Seitz Museum.
PROJEKTE GUSTAV SEITZ
1951: Kulturdelegation und Chinareise: Eine offizielle Reise nach China, die zu den berühmten „Studienblättern aus China“ führte und sein zeichnerisches Spätwerk stark beeinflusste.
Posthumes Projekt (Seit 2016): Vergabe des Gustav Seitz Preises durch die Stiftung zur Förderung zeitgenössischer, figurativer Bildhauerei.
WERKBESCHREIBUNG GUSTAV SEITZ
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Plastiken und Skulpturen aus Bronze, Terrakotta und Gips; ein ebenso bedeutendes, eigenständiges Werk im Bereich der Zeichnung, Tuschezeichnung, Lithografie und Druckgrafik.
STIL
Figurativer Realismus | Klassische Moderne: Seitz blieb zeitlebens der menschlichen Gestalt treu und widersetzte sich der vollständigen Abstraktion der Nachkriegsmoderne. Seine Formen sind oft kompakt, blockhaft und von einer inneren Tektonik und organischen Rundung geprägt („Primitivismus“ und Rückbezug auf Maillol).
THEMEN | MOTIVE
Die menschliche Figur im Raum, Aktdarstellungen, Füllige, sitzende, stehende oder lauschende Frauenkörper, ausgemergelte, charakterstarke Köpfe alter oder schöpferischer Menschen und psychologisch dichte Porträtbüsten. Darstellung der weibliche Sinnlichkeit, Fruchtbarkeit, die Würde des Individuums, Paardarstellungen, Liebe (Porta d’Amore) sowie das Gedenken an historische Persönlichkeiten sind die tragenden Themen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Merkmale: Seine Plastiken zeichnen sich durch pralle, vitale und oft bewusst unvollendete Oberflächenstrukturen aus, bei denen der handwerkliche Entstehungsprozess des Modellierens (Spuren von Ton und Gips) spürbar bleibt. Trotz der Fülle der Körper besitzen seine Arbeiten eine schwebende Leichtigkeit und emotionale Wärme, die oft als „sinnlicher Humanismus“ beschrieben wird.
KÜNSTLERPORTRÄT GUSTAV SEITZ
Gustav Seitz (1906–1969): In Mannheim geborener Bildhauer, Zeichner und herausragender Hochschullehrer, der als einer der bedeutendsten Meister der figürlichen Plastik in Deutschland gilt. Er absolvierte eine Steinmetzlehre in Mannheim, studierte an den Kunstakademien in Karlsruhe und Berlin und reifte als Meisterschüler des renommierten Wilhelm Gerstel an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. In den 1930er-Jahren arbeitete er im fruchtbaren Umfeld der legendären Ateliergemeinschaft Klosterstraße in Berlin, zu der auch Künstler wie Käthe Kollwitz gehörten. Nach Kriegsdienst, Gefangenschaft und dem Totalverlust seines Ateliers durch Bombenangriffe prägte er die deutsche Nachkriegskunst maßgeblich als Brückenbauer in einem geteilten Land: Er lehrte ab 1950 als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Weißensee (DDR) und folgte 1958 einem Ruf an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seitz’ berühmte Werkgruppen (darunter feinsinnige Porträtbüsten bedeutender Zeitgenossen wie Thomas Mann und Bertolt Brecht, monumentale Denkmäler wie das Käthe-Kollwitz-Denkmal auf dem Berliner Kollwitzplatz sowie sinnlich-voluminöse weibliche Akte) untersuchten das organische Wachstum von Formen, die menschliche Würde und die ausdrucksstarke Reduktion des Körpers auf das Wesentliche. Als zweifacher Teilnehmer der documenta (1955 und 1959) und Vizepräsident der Akademie der Künste in Berlin legte er das intellektuelle und handwerkliche Fundament für eine zeitlose, humanistisch geprägte Bildhauerei der Moderne. Seine künstlerische Hinterlassenschaft wird heute durch die Gustav-Seitz-Stiftung in Trebnitz (Brandenburg) bewahrt.
ZITATE GUSTAV SEITZ
„In meiner Arbeit kommt der Torso wenig vor. Dabei verstehe und teile ich die Liebe zum Fragment. Der Reiz des Unvollendeten ist in ähnlicher Weise verführerisch, wie die Zeichnung meistens unmittelbarer ist als das ausgeführte Werk.“ | Gustav Seitz
„Es ist die merkwürdigste Reise, die ich je gemacht habe.“ Gustav Seitz über seine Reise nach China im Jahr 1951
STICHWORTE GUSTAV SEITZ
Figurativer Realismus, Bildhauer, Deutsche Nachkriegskunst, Käthe-Kollwitz-Denkmal, Flensburger Venus, Meisterschüler, Atelier Blankenese, Gustav Seitz Stiftung Schloss Trebnitz, Porträtplastik, Aktzeichnung, Deutsche Akademie der Künste, documenta, Edwin-Scharff-Preis, Humanismus