GCB Kunstlexikon
K. R. H. SONDERBORG
KUNSTWERKE K. R. H. SONDERBORG
D21 Sonderborg| Hamburger Kunsthalle | YouTube
Sonderborgs Werke tragen meist keine klassischen Titel, sondern sind präzise nach dem Tag ihrer Entstehung benannt (z. B. „10.12.59“, „13.X.61“ oder „20-VIII-60“). Zu den thematischen Serien und ortsbezogenen Ausnahmen gehören thematische Werkserien zu Hochspannungsleitungen, elektrischen Stühlen oder Maschinengewehren mit starkem Zeitbezug (z. B. zur RAF in den 1970er-Anfangsjahren).
VIDEO K. R. H. SONDERBORG
DLF 05.04.1923 Geburtstag der Maler K.R.H. Sonderborg. Bilder wie Songs. | Kalenderblatt | Der dänisch-deutsche Maler K.R.H. Sonderborg gilt als Hauptvertreter der abstrakten Kunstrichtung Informel. Sein Action Painting übersetzte Eindrücke des Urbanen und der Natur in kraftvoll ästhetische Gebilde. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden. | Carmela Thiele | YouTube
BIOGRAFIE K. R. H. SONDERBORG
Geburtsjahr: 1923 (5. April)
Geburtsort: Sønderborg (Insel Als), Dänemark
Todesjahr: 2008 (18. Februar)
Sterbeort: Hamburg, Deutschland
Geboren als Kurt Rudolf Hoffmann, wählte er 1951 den Namen seiner Geburtsstadt als Künstlernamen. Wuchs in Hamburg auf, war Teil der oppositionellen Swing-Jugend und von 1941 bis 1942 durch die Gestapo im Konzentrationslager Fuhlsbüttel inhaftiert.
AUSBILDUNG K. R. H. SONDERBORG
1939: Abschluss einer kaufmännischen Lehre in Hamburg.
1946: Privatschüler bei dem Maler Ewald Becker-Carus in Hamburg.
1947–1949: Studium der Malerei, Grafik und Textilgestaltung an der Landeskunstschule Hamburg unter Willem Grimm und Maria May.
1953: Weiterbildung in Kupferstich und Radierung im berühmten Atelier 17 bei Stanley William Hayter in Paris, wo er die Strömung des Tachismus unmittelbar kennenlernte.
LEHRTÄTIGKEIT K. R. H. SONDERBORG
1965–1990: Ordentlicher Professor für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Ab 1980: Mehrjährige Tätigkeit als Prorektor der Stuttgarter Kunstakademie.
Gastprofessuren: Unter anderem temporäre Lehrtätigkeiten in den USA (z. B. Minneapolis College of Art and Design, 1969–1970).
MITGLIEDSCHAFTEN K. R. H. SONDERBORG
Gruppe ZEN 49: Eintritt im Jahr 1953; wichtige Münchener Vereinigung für abstrakte Kunst.
Deutscher Künstlerbund
Akademie der Künste, Berlin: Mitglied der Sektion Bildende Kunst.
AUSZEICHNUNGEN K. R. H. SONDERBORG
1955: Kunstpreis der Jugend, Baden-Baden.
1960: Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen.
1963: Großer Internationaler Preis für Zeichnung auf der VII. Biennale von São Paulo.
1984: Hans-Molfenter-Preis der Landeshauptstadt Stuttgart.
SAMMLUNGEN K. R. H. SONDERBORG
Nationalgalerie (Berlin)
Museum Folkwang (Essen)
Kunstmuseum Stuttgart (Stuttgart)
Emil Schumacher Museum (Hagen)
Museum of Modern Art | MoMA (New York)
Centre Pompidou (Paris)
AUSSTELLUNGEN K. R. H. SONDERBORG
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956: Galerie d’Estructural, Paris (Erste internationale Einzelausstellung).
1960: Kölnischer Kunstverein, Köln.
2019/2020: K.R.H. Sonderborg – Bilder von Zeit und Raum, große Retrospektive im Emil Schumacher Museum, Hagen und im Museum Fürstenfeldbruck.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1949: Kunstverein Hamburg.
1959: Teilnahme an der documenta II in Kassel.
1964 Teilnahme an der documenta III in Kassel
1964: Teilnahme an der Biennale in Venedig.
1970: Teilnahme an der Biennale in Venedig.
WERKBESCHREIBUNG K. R. H. SONDERBORG
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Zeichnung, Malerei, Lithografie, Radierung, Sgraffito.
Schnelle, prozessorientierte Ausführung, oft auf Papier, Karton oder Leinwand mit Tusche, Eitempera und Ölfarben.
STIL
Deutsches Informel, expressiv, Tachismus, Action Painting.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Sonderborgs Stil zeichnet sich durch eine radikale Absage an die klassische Komposition aus. Seine Kunst ist die Visualisierung von Zeit, Rhythmus und reiner Energie. Der Farbauftrag erfolgt schlagartig und rasant mittels Pinseln, Spachteln, Bürsten oder Rasierklingen. Typisch ist das bewusste Freikratzen unterer Farbschichten (Kratztechnik). Die Farbpalette ist extrem reduziert auf Schwarz und Weiß. Gelegentlich setzte er gezielte farbliche Akzente in reinem Cadmiumrot. Seine ungegenständlichen Liniengefüge, Ballungen und Spritzer evozieren Assoziationen zur technisierten Welt der Moderne – sie spiegeln die Dynamik von Hafenkränen, Strommasten, Jazz-Rhythmen oder der modernen Großstadtgeschwindigkeit und damit die sichtbare Gegenwart wider.
KÜNSTLERPORTRÄT K. R. H. SONDERBORG
K.R.H. Sonderborg (1919–2000): Eigentlich Karl Robert Harvey Sonderborg, in Sønderborg (Dänemark) geborener Maler und Grafiker. Nach Studien in Hamburg und Paris (Atelier Hayter) wurde er 1965 als Professor an die Stuttgarter Kunstakademie berufen, wo er bis 1985 eine der einflussreichsten Klassen leitete. Sonderborg gilt als einer der international radikalsten Hauptvertreter des deutschen Informel und der Aktionsmalerei. Seine Werke – fast ausschließlich auf kontrastreiches Schwarz-Weiß-Rot reduziert – entstanden oft in eruptiven, rasanten Malsitzungen unter dem Einfluss von Jazzmusik. Unter Einsatz von unkonventionellen Werkzeugen wie Spachteln, Kratzern, Rasierklingen oder Autowischern riss, schleuderte und strukturierte er die Farbe auf den Untergrund. Diese Bilder fangen die nackte Dynamik von Zeit, Rhythmus und Bewegung ein und verweisen metaphorisch auf urbane Architekturen und technische Landschaften. Als dreifacher documenta-Teilnehmer (1959, 1964, 1977), Vertreter Deutschlands auf der Biennale von Venedig (1958) und Gewinner des Hans-Molfenter-Preises der Stadt Stuttgart (1987) verankerte er die internationale Aktionsavantgarde unwiderruflich im Südwesten.
ZITATE K. R. H. SONDERBORG
„Ich bin ein Maler ohne Atelier, immer in einem Provisorium. Und das liebe ich! Für mich ist die Malerei fast wie eine kriminelle Handlung. Ich bin wie jemand, der in den Keller hinabsteigt, um eine Ratte zu töten.“ | K. R. H. Sonderborg
„Ich kann nur soviel zu meinen Bildern sagen, dass ich weiß, dass ich sie gemacht habe, wo ich sie gemacht habe und wann ich sie gemacht habe.“ | K. R. H. Sonderborg
STICHWORTE K. R. H. SONDERBORG
Deutsches Informel, Action Painting, Tachismus, ZEN 49, documenta, Schwarz-Weiß-Ästhetik, Gestische Abstraktion, Swing-Jugend, Stuttgarter Kunstakademie, Maler ohne Atelier, Kurt Rudolf Hoffmann
LINKS K. R. H. SONDERBORG
K. R. H. SONDERBORG
KUNSTWERKE K. R. H. SONDERBORG
D21 Sonderborg| Hamburger Kunsthalle | YouTube
Sonderborgs Werke tragen meist keine klassischen Titel, sondern sind präzise nach dem Tag ihrer Entstehung benannt (z. B. „10.12.59“, „13.X.61“ oder „20-VIII-60“). Zu den thematischen Serien und ortsbezogenen Ausnahmen gehören thematische Werkserien zu Hochspannungsleitungen, elektrischen Stühlen oder Maschinengewehren mit starkem Zeitbezug (z. B. zur RAF in den 1970er-Anfangsjahren).
VIDEO K. R. H. SONDERBORG
DLF 05.04.1923 Geburtstag der Maler K.R.H. Sonderborg. Bilder wie Songs. | Kalenderblatt | Der dänisch-deutsche Maler K.R.H. Sonderborg gilt als Hauptvertreter der abstrakten Kunstrichtung Informel. Sein Action Painting übersetzte Eindrücke des Urbanen und der Natur in kraftvoll ästhetische Gebilde. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden. | Carmela Thiele | YouTube
BIOGRAFIE K. R. H. SONDERBORG
Geburtsjahr: 1923 (5. April)
Geburtsort: Sønderborg (Insel Als), Dänemark
Todesjahr: 2008 (18. Februar)
Sterbeort: Hamburg, Deutschland
Geboren als Kurt Rudolf Hoffmann, wählte er 1951 den Namen seiner Geburtsstadt als Künstlernamen. Wuchs in Hamburg auf, war Teil der oppositionellen Swing-Jugend und von 1941 bis 1942 durch die Gestapo im Konzentrationslager Fuhlsbüttel inhaftiert.
AUSBILDUNG K. R. H. SONDERBORG
1939: Abschluss einer kaufmännischen Lehre in Hamburg.
1946: Privatschüler bei dem Maler Ewald Becker-Carus in Hamburg.
1947–1949: Studium der Malerei, Grafik und Textilgestaltung an der Landeskunstschule Hamburg unter Willem Grimm und Maria May.
1953: Weiterbildung in Kupferstich und Radierung im berühmten Atelier 17 bei Stanley William Hayter in Paris, wo er die Strömung des Tachismus unmittelbar kennenlernte.
LEHRTÄTIGKEIT K. R. H. SONDERBORG
1965–1990: Ordentlicher Professor für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Ab 1980: Mehrjährige Tätigkeit als Prorektor der Stuttgarter Kunstakademie.
Gastprofessuren: Unter anderem temporäre Lehrtätigkeiten in den USA (z. B. Minneapolis College of Art and Design, 1969–1970).
MITGLIEDSCHAFTEN K. R. H. SONDERBORG
Gruppe ZEN 49: Eintritt im Jahr 1953; wichtige Münchener Vereinigung für abstrakte Kunst.
Deutscher Künstlerbund
Akademie der Künste, Berlin: Mitglied der Sektion Bildende Kunst.
AUSZEICHNUNGEN K. R. H. SONDERBORG
1955: Kunstpreis der Jugend, Baden-Baden.
1960: Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen.
1963: Großer Internationaler Preis für Zeichnung auf der VII. Biennale von São Paulo.
1984: Hans-Molfenter-Preis der Landeshauptstadt Stuttgart.
SAMMLUNGEN K. R. H. SONDERBORG
Nationalgalerie (Berlin)
Museum Folkwang (Essen)
Kunstmuseum Stuttgart (Stuttgart)
Emil Schumacher Museum (Hagen)
Museum of Modern Art | MoMA (New York)
Centre Pompidou (Paris)
AUSSTELLUNGEN K. R. H. SONDERBORG
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956: Galerie d’Estructural, Paris (Erste internationale Einzelausstellung).
1960: Kölnischer Kunstverein, Köln.
2019/2020: K.R.H. Sonderborg – Bilder von Zeit und Raum, große Retrospektive im Emil Schumacher Museum, Hagen und im Museum Fürstenfeldbruck.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1949: Kunstverein Hamburg.
1959: Teilnahme an der documenta II in Kassel.
1964 Teilnahme an der documenta III in Kassel
1964: Teilnahme an der Biennale in Venedig.
1970: Teilnahme an der Biennale in Venedig.
WERKBESCHREIBUNG K. R. H. SONDERBORG
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Zeichnung, Malerei, Lithografie, Radierung, Sgraffito.
Schnelle, prozessorientierte Ausführung, oft auf Papier, Karton oder Leinwand mit Tusche, Eitempera und Ölfarben.
STIL
Deutsches Informel, expressiv, Tachismus, Action Painting.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Sonderborgs Stil zeichnet sich durch eine radikale Absage an die klassische Komposition aus. Seine Kunst ist die Visualisierung von Zeit, Rhythmus und reiner Energie. Der Farbauftrag erfolgt schlagartig und rasant mittels Pinseln, Spachteln, Bürsten oder Rasierklingen. Typisch ist das bewusste Freikratzen unterer Farbschichten (Kratztechnik). Die Farbpalette ist extrem reduziert auf Schwarz und Weiß. Gelegentlich setzte er gezielte farbliche Akzente in reinem Cadmiumrot. Seine ungegenständlichen Liniengefüge, Ballungen und Spritzer evozieren Assoziationen zur technisierten Welt der Moderne – sie spiegeln die Dynamik von Hafenkränen, Strommasten, Jazz-Rhythmen oder der modernen Großstadtgeschwindigkeit und damit die sichtbare Gegenwart wider.
KÜNSTLERPORTRÄT K. R. H. SONDERBORG
K.R.H. Sonderborg (1919–2000): Eigentlich Karl Robert Harvey Sonderborg, in Sønderborg (Dänemark) geborener Maler und Grafiker. Nach Studien in Hamburg und Paris (Atelier Hayter) wurde er 1965 als Professor an die Stuttgarter Kunstakademie berufen, wo er bis 1985 eine der einflussreichsten Klassen leitete. Sonderborg gilt als einer der international radikalsten Hauptvertreter des deutschen Informel und der Aktionsmalerei. Seine Werke – fast ausschließlich auf kontrastreiches Schwarz-Weiß-Rot reduziert – entstanden oft in eruptiven, rasanten Malsitzungen unter dem Einfluss von Jazzmusik. Unter Einsatz von unkonventionellen Werkzeugen wie Spachteln, Kratzern, Rasierklingen oder Autowischern riss, schleuderte und strukturierte er die Farbe auf den Untergrund. Diese Bilder fangen die nackte Dynamik von Zeit, Rhythmus und Bewegung ein und verweisen metaphorisch auf urbane Architekturen und technische Landschaften. Als dreifacher documenta-Teilnehmer (1959, 1964, 1977), Vertreter Deutschlands auf der Biennale von Venedig (1958) und Gewinner des Hans-Molfenter-Preises der Stadt Stuttgart (1987) verankerte er die internationale Aktionsavantgarde unwiderruflich im Südwesten.
ZITATE K. R. H. SONDERBORG
„Ich bin ein Maler ohne Atelier, immer in einem Provisorium. Und das liebe ich! Für mich ist die Malerei fast wie eine kriminelle Handlung. Ich bin wie jemand, der in den Keller hinabsteigt, um eine Ratte zu töten.“ | K. R. H. Sonderborg
„Ich kann nur soviel zu meinen Bildern sagen, dass ich weiß, dass ich sie gemacht habe, wo ich sie gemacht habe und wann ich sie gemacht habe.“ | K. R. H. Sonderborg
STICHWORTE K. R. H. SONDERBORG
Deutsches Informel, Action Painting, Tachismus, ZEN 49, documenta, Schwarz-Weiß-Ästhetik, Gestische Abstraktion, Swing-Jugend, Stuttgarter Kunstakademie, Maler ohne Atelier, Kurt Rudolf Hoffmann
LINKS K. R. H. SONDERBORG
K. R. H. SONDERBORG
KUNSTWERKE K. R. H. SONDERBORG
D21 Sonderborg| Hamburger Kunsthalle | YouTube
Sonderborgs Werke tragen meist keine klassischen Titel, sondern sind präzise nach dem Tag ihrer Entstehung benannt (z. B. „10.12.59“, „13.X.61“ oder „20-VIII-60“). Zu den thematischen Serien und ortsbezogenen Ausnahmen gehören thematische Werkserien zu Hochspannungsleitungen, elektrischen Stühlen oder Maschinengewehren mit starkem Zeitbezug (z. B. zur RAF in den 1970er-Anfangsjahren).
VIDEO K. R. H. SONDERBORG
DLF 05.04.1923 Geburtstag der Maler K.R.H. Sonderborg. Bilder wie Songs. | Kalenderblatt | Der dänisch-deutsche Maler K.R.H. Sonderborg gilt als Hauptvertreter der abstrakten Kunstrichtung Informel. Sein Action Painting übersetzte Eindrücke des Urbanen und der Natur in kraftvoll ästhetische Gebilde. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden. | Carmela Thiele | YouTube
BIOGRAFIE K. R. H. SONDERBORG
Geburtsjahr: 1923 (5. April)
Geburtsort: Sønderborg (Insel Als), Dänemark
Todesjahr: 2008 (18. Februar)
Sterbeort: Hamburg, Deutschland
Geboren als Kurt Rudolf Hoffmann, wählte er 1951 den Namen seiner Geburtsstadt als Künstlernamen. Wuchs in Hamburg auf, war Teil der oppositionellen Swing-Jugend und von 1941 bis 1942 durch die Gestapo im Konzentrationslager Fuhlsbüttel inhaftiert.
AUSBILDUNG K. R. H. SONDERBORG
1939: Abschluss einer kaufmännischen Lehre in Hamburg.
1946: Privatschüler bei dem Maler Ewald Becker-Carus in Hamburg.
1947–1949: Studium der Malerei, Grafik und Textilgestaltung an der Landeskunstschule Hamburg unter Willem Grimm und Maria May.
1953: Weiterbildung in Kupferstich und Radierung im berühmten Atelier 17 bei Stanley William Hayter in Paris, wo er die Strömung des Tachismus unmittelbar kennenlernte.
LEHRTÄTIGKEIT K. R. H. SONDERBORG
1965–1990: Ordentlicher Professor für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Ab 1980: Mehrjährige Tätigkeit als Prorektor der Stuttgarter Kunstakademie.
Gastprofessuren: Unter anderem temporäre Lehrtätigkeiten in den USA (z. B. Minneapolis College of Art and Design, 1969–1970).
MITGLIEDSCHAFTEN K. R. H. SONDERBORG
Gruppe ZEN 49: Eintritt im Jahr 1953; wichtige Münchener Vereinigung für abstrakte Kunst.
Deutscher Künstlerbund
Akademie der Künste, Berlin: Mitglied der Sektion Bildende Kunst.
AUSZEICHNUNGEN K. R. H. SONDERBORG
1955: Kunstpreis der Jugend, Baden-Baden.
1960: Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen.
1963: Großer Internationaler Preis für Zeichnung auf der VII. Biennale von São Paulo.
1984: Hans-Molfenter-Preis der Landeshauptstadt Stuttgart.
SAMMLUNGEN K. R. H. SONDERBORG
Nationalgalerie (Berlin)
Museum Folkwang (Essen)
Kunstmuseum Stuttgart (Stuttgart)
Emil Schumacher Museum (Hagen)
Museum of Modern Art | MoMA (New York)
Centre Pompidou (Paris)
AUSSTELLUNGEN K. R. H. SONDERBORG
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956: Galerie d’Estructural, Paris (Erste internationale Einzelausstellung).
1960: Kölnischer Kunstverein, Köln.
2019/2020: K.R.H. Sonderborg – Bilder von Zeit und Raum, große Retrospektive im Emil Schumacher Museum, Hagen und im Museum Fürstenfeldbruck.
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1949: Kunstverein Hamburg.
1959: Teilnahme an der documenta II in Kassel.
1964 Teilnahme an der documenta III in Kassel
1964: Teilnahme an der Biennale in Venedig.
1970: Teilnahme an der Biennale in Venedig.
WERKBESCHREIBUNG K. R. H. SONDERBORG
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Zeichnung, Malerei, Lithografie, Radierung, Sgraffito.
Schnelle, prozessorientierte Ausführung, oft auf Papier, Karton oder Leinwand mit Tusche, Eitempera und Ölfarben.
STIL
Deutsches Informel, expressiv, Tachismus, Action Painting.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Sonderborgs Stil zeichnet sich durch eine radikale Absage an die klassische Komposition aus. Seine Kunst ist die Visualisierung von Zeit, Rhythmus und reiner Energie. Der Farbauftrag erfolgt schlagartig und rasant mittels Pinseln, Spachteln, Bürsten oder Rasierklingen. Typisch ist das bewusste Freikratzen unterer Farbschichten (Kratztechnik). Die Farbpalette ist extrem reduziert auf Schwarz und Weiß. Gelegentlich setzte er gezielte farbliche Akzente in reinem Cadmiumrot. Seine ungegenständlichen Liniengefüge, Ballungen und Spritzer evozieren Assoziationen zur technisierten Welt der Moderne – sie spiegeln die Dynamik von Hafenkränen, Strommasten, Jazz-Rhythmen oder der modernen Großstadtgeschwindigkeit und damit die sichtbare Gegenwart wider.
KÜNSTLERPORTRÄT K. R. H. SONDERBORG
K.R.H. Sonderborg (1919–2000): Eigentlich Karl Robert Harvey Sonderborg, in Sønderborg (Dänemark) geborener Maler und Grafiker. Nach Studien in Hamburg und Paris (Atelier Hayter) wurde er 1965 als Professor an die Stuttgarter Kunstakademie berufen, wo er bis 1985 eine der einflussreichsten Klassen leitete. Sonderborg gilt als einer der international radikalsten Hauptvertreter des deutschen Informel und der Aktionsmalerei. Seine Werke – fast ausschließlich auf kontrastreiches Schwarz-Weiß-Rot reduziert – entstanden oft in eruptiven, rasanten Malsitzungen unter dem Einfluss von Jazzmusik. Unter Einsatz von unkonventionellen Werkzeugen wie Spachteln, Kratzern, Rasierklingen oder Autowischern riss, schleuderte und strukturierte er die Farbe auf den Untergrund. Diese Bilder fangen die nackte Dynamik von Zeit, Rhythmus und Bewegung ein und verweisen metaphorisch auf urbane Architekturen und technische Landschaften. Als dreifacher documenta-Teilnehmer (1959, 1964, 1977), Vertreter Deutschlands auf der Biennale von Venedig (1958) und Gewinner des Hans-Molfenter-Preises der Stadt Stuttgart (1987) verankerte er die internationale Aktionsavantgarde unwiderruflich im Südwesten.
ZITATE K. R. H. SONDERBORG
„Ich bin ein Maler ohne Atelier, immer in einem Provisorium. Und das liebe ich! Für mich ist die Malerei fast wie eine kriminelle Handlung. Ich bin wie jemand, der in den Keller hinabsteigt, um eine Ratte zu töten.“ | K. R. H. Sonderborg
„Ich kann nur soviel zu meinen Bildern sagen, dass ich weiß, dass ich sie gemacht habe, wo ich sie gemacht habe und wann ich sie gemacht habe.“ | K. R. H. Sonderborg
STICHWORTE K. R. H. SONDERBORG
Deutsches Informel, Action Painting, Tachismus, ZEN 49, documenta, Schwarz-Weiß-Ästhetik, Gestische Abstraktion, Swing-Jugend, Stuttgarter Kunstakademie, Maler ohne Atelier, Kurt Rudolf Hoffmann