GCB Kunstlexikon
ADOLF STRÜBE
KUNSTWERKE ADOLF STRÜBE
Rote Brücke (1925, Ölgemälde, 1937 von den Nationalsozialisten zerstört)
Wandbild im ehemaligen Reichssportfeld – Sportforum Berlin (1939/1940)
Gefallenen-Denkmal in Lörrach
Gefallenen-Denkmal in Eilenburg
Zahlreiche Kriegsskizzen (1914–1918, Frankreich und Belgien)
BIOGRAFIE ADOLF STRÜBE
Adolf Strübe wuchs im südbadischen Wiesental auf und war der Bruder des bekannten Dichters und Dramatikers Hermann Strübe-Burte. Nach einem fundierten Studium in Karlsruhe und prägenden Studienaufhalten in Paris zog es ihn 1909 nach Berlin. Dort entwickelte er sich zu einer festen Instanz der Berliner Kunstszene der Zwischenkriegszeit, übernahm einflussreiche Professuren und leitete zeitweise die Berliner Secession.
Unter dem NS-Regime wurde seine Kunst teilweise als „entartete Kunst“ diffamiert. Ein verheerender Bombenangriff im Jahr 1944 zerstörte sein Berliner Atelier und vernichtete den Großteil seines bisherigen Lebenswerks. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Strübe in das Markgräflerland zurück, wo er maßgeblich am kulturellen Wiederaufbau des regionalen Kunstlebens mitwirkte.
Geburtsjahr: 1881 (7. Dezember)
Geburtsort: Maulburg (Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg)
Todesjahr: 1973 (23. September)
Sterbeort: Schopfheim (Baden-Württemberg)
AUSBILDUNG ADOLF STRÜBE
1901–1908: Studium an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe sowie an der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Akademische Lehrer: Schüler der bedeutenden Maler Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner.
Studienaufenthalt: Paris, Frankreich – intensive Auseinandersetzung mit der klassischen Komposition Nicolas Poussins sowie der Strukturlehre Paul Cézannes).
LEHRTÄTIGKEIT ADOLF STRÜBE
1909–1918: Dozent an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin – ab 1914 Leiter der eigens von ihm eingerichteten Klasse für Stoff- und Tapetendruckerei.
1918–1944: Professor für Tafel- und Wandmalerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste (HBK) Berlin bzw. den Vereinigten Staatsschulen.
1949–1956: Dozent und Mitaufbauer an der neu gegründeten Kunstakademie Freiburg im Breisgau.
MITGLIEDSCHAFTEN ADOLF STRÜBE
Berliner Secession: Langjähriges Mitglied und Vorstandsvorsitzender (Vorsitz von 1934 bis 1937).
Badische Secession: Mitbegründer im Jahr 1927 sowie treibende Kraft bei der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg (1945/1947).
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und Aussteller im Rahmen der großen Jahresausstellungen der Zwischenkriegszeit.
AUSZEICHNUNGEN ADOLF STRÜBE
1952: Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Maulburg.
1955: Träger des Hans-Thoma-Preises (Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für Bildende Kunst).
1971: Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Lörrach.
SAMMLUNGEN ADOLF STRÜBE
Dreiländermuseum Lörrach (umfangreicher Bestand des Spätwerks sowie Dokumente)
Augustinermuseum Freiburg
Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
AUSSTELLUNGEN ADOLF STRÜBE
EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)
1941: Große Einzelausstellung im Kronprinzenpalais Berlin anlässlich seines 60. Geburtstages.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN (Auswahl)
Gemeinschaftsausstellungen in renommierten Galerien wie Paul Cassirer, Alfred Flechtheim und Galerie Hartberg (Berlin).
Regelmäßige Beteiligungen an den offiziellen Sezessions-Ausstellungen an der Seite von Max Liebermann, Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und Max Pechstein.
WERKBESCHREIBUNG ADOLF STRÜBE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei: Vorwiegend Ölmalerei auf Leinwand, feine Tafelmalerei.
Grafik & Papier: Hochwertige Aquarelle, Kohle-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen.
Plastik: Bildhauerei, Denkmalkunst (Stein- und Bronzearbeiten).
Kunstgewerbe: Entwürfe für den großflächigen Textil-, Stoff- und Tapetendruck.
STIL
Strübe verortet sich im Kern im deutschen Spätimpressionismus mit starker Tendenz zur expressiven Moderne. Seine Karlsruher Ausbildung unter Trübner gab ihm ein klares Gespür für tonige Malerei und Lichtstimmungen. Durch den französischen Einfluss Cézannes löste er sich jedoch von rein flüchtigen Impressionen und gab seinen Bildkompositionen eine strengere, tektonische und geometrisierte Struktur.
THEMEN | MOTIVE
Südbadische Kulturlandschaften (insb. das Markgräflerland, Wiesental, Lörrach und Umgebung).
Klassische Stillleben und sensible, psychologisierende Porträtdarstellungen.
Architektonische Elemente (Brücken, Kirchtürme, urbane Ensembles).
Existenzielle Dokumentation (dokumentarische, ungeschönte Skizzen des Soldatenalltags an der Westfront im Ersten Weltkrieg).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das Werk von Adolf Strübe zeichnet sich durch die Synthese aus badischer Naturverbundenheit und Berliner großstädtischer Avantgarde aus. Typische Merkmale sind ein virtuoser, oft pastoser Pinselstrich gepaart mit einer harmonischen, aber bestimmten Farbwahl (oft erdige Töne kontrastiert mit leuchtenden Akzenten). Seine Kompositionen weisen trotz aller malerischen Freiheit stets ein solides, architektonisches Grundgerüst auf.
ZITATE ADOLF STRÜBE
„Der Krieg hat das Auge geschärft, nicht die Hand gelähmt.“ | Zeitgenössische Reflexion über Strübes im Schützengraben entstandene zeichnerische Raritäten.
KÜNSTLERPORTRÄT ADOLF STRÜBE
Adolf Strübe (1881–1973): In Maulburg im Wiesental geborener Maler, Grafiker, Bildhauer und herausragender Wegbereiter der klassischen Moderne, der im deutschen Südwesten und in der Reichshauptstadt Berlin als einer der profiliertesten Wandmaler, langjähriger Vorsitzender der Berliner Sezession (1934–1937) sowie als führender Kopf der Badischen Sezession gilt. Nach seiner Ausbildung an der Karlsruher Kunstgewerbeschule und der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste wurde er unter Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner zu einem handwerklich unbestechlichen Meisterschüler. Stilistisch bewegt sich sein vielschichtiges Werk an einer faszinierenden Schnittstelle von spätimpressionistischer Freilichtmalerei, französisch inspiriertem Postimpressionismus und expressivem Realismus.
Unter dem Verzicht auf akademische Erstarrung überführte er nach einer prägenden Parisreise, auf der er entscheidende Impulse durch Nicolas Poussin und Paul Cézanne empfing, die flüchtige Lichtwelt seiner Heimat in eine architektonisch strukturierte Farbwelt. Seine Porträts, Landschaften, Stillleben und monumentalen Wandgemälde nutzen einen kraftvollen, rhythmischen Farbauftrag sowie eine feine, formgebende Linienführung, um die Essenz des Sujets unbeschönigt freizulegen. Als langjähriger Professor an den Vereinigten Staatsschulen in Berlin (1919–1944) erlangte er weitreichende Bekanntheit, bis ein verheerender Luftangriff im Jahr 1944 sein Berliner Atelier und den Großteil seines bisherigen Lebenswerkes vernichtete. Nach dem Krieg kehrte er in das Markgräflerland zurück, knüpfte als Dozent an der Kunsthochschule Freiburg (1949–1956) an seine akademischen Erfolge an und schuf zudem bedeutende plastische Werke wie das Gefallenendenkmal in Lörrach. Seine seltenen, erhaltenen Werkgruppen – darunter frühe, erschütternde Zeichnungen aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs sowie meisterhafte Hell-Dunkel-Gefüge der Nachkriegszeit – untersuchten mit unerschütterlicher Klarheit die würdevolle Melancholie des Individuums und sicherten dem Künstler einen festen Spitzenplatz im kulturellen Erbe der badischen Kunstszene.
STICHWORTE ADOLF STRÜBE
Badische Secession, Berliner Secession, Wilhelm Trübner, Hans-Thoma-Preis, Tafelmalerei, Wandmalerei, Markgräflerland, Entartete Kunst, Schützengraben-Zeichnungen, Kunsthochschule Berlin, Dreiländermuseum
ADOLF STRÜBE
KUNSTWERKE ADOLF STRÜBE
Rote Brücke (1925, Ölgemälde, 1937 von den Nationalsozialisten zerstört)
Wandbild im ehemaligen Reichssportfeld – Sportforum Berlin (1939/1940)
Gefallenen-Denkmal in Lörrach
Gefallenen-Denkmal in Eilenburg
Zahlreiche Kriegsskizzen (1914–1918, Frankreich und Belgien)
BIOGRAFIE ADOLF STRÜBE
Adolf Strübe wuchs im südbadischen Wiesental auf und war der Bruder des bekannten Dichters und Dramatikers Hermann Strübe-Burte. Nach einem fundierten Studium in Karlsruhe und prägenden Studienaufhalten in Paris zog es ihn 1909 nach Berlin. Dort entwickelte er sich zu einer festen Instanz der Berliner Kunstszene der Zwischenkriegszeit, übernahm einflussreiche Professuren und leitete zeitweise die Berliner Secession.
Unter dem NS-Regime wurde seine Kunst teilweise als „entartete Kunst“ diffamiert. Ein verheerender Bombenangriff im Jahr 1944 zerstörte sein Berliner Atelier und vernichtete den Großteil seines bisherigen Lebenswerks. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Strübe in das Markgräflerland zurück, wo er maßgeblich am kulturellen Wiederaufbau des regionalen Kunstlebens mitwirkte.
Geburtsjahr: 1881 (7. Dezember)
Geburtsort: Maulburg (Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg)
Todesjahr: 1973 (23. September)
Sterbeort: Schopfheim (Baden-Württemberg)
AUSBILDUNG ADOLF STRÜBE
1901–1908: Studium an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe sowie an der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Akademische Lehrer: Schüler der bedeutenden Maler Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner.
Studienaufenthalt: Paris, Frankreich – intensive Auseinandersetzung mit der klassischen Komposition Nicolas Poussins sowie der Strukturlehre Paul Cézannes).
LEHRTÄTIGKEIT ADOLF STRÜBE
1909–1918: Dozent an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin – ab 1914 Leiter der eigens von ihm eingerichteten Klasse für Stoff- und Tapetendruckerei.
1918–1944: Professor für Tafel- und Wandmalerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste (HBK) Berlin bzw. den Vereinigten Staatsschulen.
1949–1956: Dozent und Mitaufbauer an der neu gegründeten Kunstakademie Freiburg im Breisgau.
MITGLIEDSCHAFTEN ADOLF STRÜBE
Berliner Secession: Langjähriges Mitglied und Vorstandsvorsitzender (Vorsitz von 1934 bis 1937).
Badische Secession: Mitbegründer im Jahr 1927 sowie treibende Kraft bei der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg (1945/1947).
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und Aussteller im Rahmen der großen Jahresausstellungen der Zwischenkriegszeit.
AUSZEICHNUNGEN ADOLF STRÜBE
1952: Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Maulburg.
1955: Träger des Hans-Thoma-Preises (Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für Bildende Kunst).
1971: Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Lörrach.
SAMMLUNGEN ADOLF STRÜBE
Dreiländermuseum Lörrach (umfangreicher Bestand des Spätwerks sowie Dokumente)
Augustinermuseum Freiburg
Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
AUSSTELLUNGEN ADOLF STRÜBE
EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)
1941: Große Einzelausstellung im Kronprinzenpalais Berlin anlässlich seines 60. Geburtstages.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN (Auswahl)
Gemeinschaftsausstellungen in renommierten Galerien wie Paul Cassirer, Alfred Flechtheim und Galerie Hartberg (Berlin).
Regelmäßige Beteiligungen an den offiziellen Sezessions-Ausstellungen an der Seite von Max Liebermann, Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und Max Pechstein.
WERKBESCHREIBUNG ADOLF STRÜBE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei: Vorwiegend Ölmalerei auf Leinwand, feine Tafelmalerei.
Grafik & Papier: Hochwertige Aquarelle, Kohle-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen.
Plastik: Bildhauerei, Denkmalkunst (Stein- und Bronzearbeiten).
Kunstgewerbe: Entwürfe für den großflächigen Textil-, Stoff- und Tapetendruck.
STIL
Strübe verortet sich im Kern im deutschen Spätimpressionismus mit starker Tendenz zur expressiven Moderne. Seine Karlsruher Ausbildung unter Trübner gab ihm ein klares Gespür für tonige Malerei und Lichtstimmungen. Durch den französischen Einfluss Cézannes löste er sich jedoch von rein flüchtigen Impressionen und gab seinen Bildkompositionen eine strengere, tektonische und geometrisierte Struktur.
THEMEN | MOTIVE
Südbadische Kulturlandschaften (insb. das Markgräflerland, Wiesental, Lörrach und Umgebung).
Klassische Stillleben und sensible, psychologisierende Porträtdarstellungen.
Architektonische Elemente (Brücken, Kirchtürme, urbane Ensembles).
Existenzielle Dokumentation (dokumentarische, ungeschönte Skizzen des Soldatenalltags an der Westfront im Ersten Weltkrieg).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das Werk von Adolf Strübe zeichnet sich durch die Synthese aus badischer Naturverbundenheit und Berliner großstädtischer Avantgarde aus. Typische Merkmale sind ein virtuoser, oft pastoser Pinselstrich gepaart mit einer harmonischen, aber bestimmten Farbwahl (oft erdige Töne kontrastiert mit leuchtenden Akzenten). Seine Kompositionen weisen trotz aller malerischen Freiheit stets ein solides, architektonisches Grundgerüst auf.
ZITATE ADOLF STRÜBE
„Der Krieg hat das Auge geschärft, nicht die Hand gelähmt.“ | Zeitgenössische Reflexion über Strübes im Schützengraben entstandene zeichnerische Raritäten.
KÜNSTLERPORTRÄT ADOLF STRÜBE
Adolf Strübe (1881–1973): In Maulburg im Wiesental geborener Maler, Grafiker, Bildhauer und herausragender Wegbereiter der klassischen Moderne, der im deutschen Südwesten und in der Reichshauptstadt Berlin als einer der profiliertesten Wandmaler, langjähriger Vorsitzender der Berliner Sezession (1934–1937) sowie als führender Kopf der Badischen Sezession gilt. Nach seiner Ausbildung an der Karlsruher Kunstgewerbeschule und der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste wurde er unter Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner zu einem handwerklich unbestechlichen Meisterschüler. Stilistisch bewegt sich sein vielschichtiges Werk an einer faszinierenden Schnittstelle von spätimpressionistischer Freilichtmalerei, französisch inspiriertem Postimpressionismus und expressivem Realismus.
Unter dem Verzicht auf akademische Erstarrung überführte er nach einer prägenden Parisreise, auf der er entscheidende Impulse durch Nicolas Poussin und Paul Cézanne empfing, die flüchtige Lichtwelt seiner Heimat in eine architektonisch strukturierte Farbwelt. Seine Porträts, Landschaften, Stillleben und monumentalen Wandgemälde nutzen einen kraftvollen, rhythmischen Farbauftrag sowie eine feine, formgebende Linienführung, um die Essenz des Sujets unbeschönigt freizulegen. Als langjähriger Professor an den Vereinigten Staatsschulen in Berlin (1919–1944) erlangte er weitreichende Bekanntheit, bis ein verheerender Luftangriff im Jahr 1944 sein Berliner Atelier und den Großteil seines bisherigen Lebenswerkes vernichtete. Nach dem Krieg kehrte er in das Markgräflerland zurück, knüpfte als Dozent an der Kunsthochschule Freiburg (1949–1956) an seine akademischen Erfolge an und schuf zudem bedeutende plastische Werke wie das Gefallenendenkmal in Lörrach. Seine seltenen, erhaltenen Werkgruppen – darunter frühe, erschütternde Zeichnungen aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs sowie meisterhafte Hell-Dunkel-Gefüge der Nachkriegszeit – untersuchten mit unerschütterlicher Klarheit die würdevolle Melancholie des Individuums und sicherten dem Künstler einen festen Spitzenplatz im kulturellen Erbe der badischen Kunstszene.
STICHWORTE ADOLF STRÜBE
Badische Secession, Berliner Secession, Wilhelm Trübner, Hans-Thoma-Preis, Tafelmalerei, Wandmalerei, Markgräflerland, Entartete Kunst, Schützengraben-Zeichnungen, Kunsthochschule Berlin, Dreiländermuseum
ADOLF STRÜBE
KUNSTWERKE ADOLF STRÜBE
Rote Brücke (1925, Ölgemälde, 1937 von den Nationalsozialisten zerstört)
Wandbild im ehemaligen Reichssportfeld – Sportforum Berlin (1939/1940)
Gefallenen-Denkmal in Lörrach
Gefallenen-Denkmal in Eilenburg
Zahlreiche Kriegsskizzen (1914–1918, Frankreich und Belgien)
BIOGRAFIE ADOLF STRÜBE
Adolf Strübe wuchs im südbadischen Wiesental auf und war der Bruder des bekannten Dichters und Dramatikers Hermann Strübe-Burte. Nach einem fundierten Studium in Karlsruhe und prägenden Studienaufhalten in Paris zog es ihn 1909 nach Berlin. Dort entwickelte er sich zu einer festen Instanz der Berliner Kunstszene der Zwischenkriegszeit, übernahm einflussreiche Professuren und leitete zeitweise die Berliner Secession.
Unter dem NS-Regime wurde seine Kunst teilweise als „entartete Kunst“ diffamiert. Ein verheerender Bombenangriff im Jahr 1944 zerstörte sein Berliner Atelier und vernichtete den Großteil seines bisherigen Lebenswerks. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Strübe in das Markgräflerland zurück, wo er maßgeblich am kulturellen Wiederaufbau des regionalen Kunstlebens mitwirkte.
Geburtsjahr: 1881 (7. Dezember)
Geburtsort: Maulburg (Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg)
Todesjahr: 1973 (23. September)
Sterbeort: Schopfheim (Baden-Württemberg)
AUSBILDUNG ADOLF STRÜBE
1901–1908: Studium an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe sowie an der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Akademische Lehrer: Schüler der bedeutenden Maler Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner.
Studienaufenthalt: Paris, Frankreich – intensive Auseinandersetzung mit der klassischen Komposition Nicolas Poussins sowie der Strukturlehre Paul Cézannes).
LEHRTÄTIGKEIT ADOLF STRÜBE
1909–1918: Dozent an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin – ab 1914 Leiter der eigens von ihm eingerichteten Klasse für Stoff- und Tapetendruckerei.
1918–1944: Professor für Tafel- und Wandmalerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste (HBK) Berlin bzw. den Vereinigten Staatsschulen.
1949–1956: Dozent und Mitaufbauer an der neu gegründeten Kunstakademie Freiburg im Breisgau.
MITGLIEDSCHAFTEN ADOLF STRÜBE
Berliner Secession: Langjähriges Mitglied und Vorstandsvorsitzender (Vorsitz von 1934 bis 1937).
Badische Secession: Mitbegründer im Jahr 1927 sowie treibende Kraft bei der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg (1945/1947).
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und Aussteller im Rahmen der großen Jahresausstellungen der Zwischenkriegszeit.
AUSZEICHNUNGEN ADOLF STRÜBE
1952: Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Maulburg.
1955: Träger des Hans-Thoma-Preises (Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für Bildende Kunst).
1971: Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Lörrach.
SAMMLUNGEN ADOLF STRÜBE
Dreiländermuseum Lörrach (umfangreicher Bestand des Spätwerks sowie Dokumente)
Augustinermuseum Freiburg
Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
AUSSTELLUNGEN ADOLF STRÜBE
EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)
1941: Große Einzelausstellung im Kronprinzenpalais Berlin anlässlich seines 60. Geburtstages.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN (Auswahl)
Gemeinschaftsausstellungen in renommierten Galerien wie Paul Cassirer, Alfred Flechtheim und Galerie Hartberg (Berlin).
Regelmäßige Beteiligungen an den offiziellen Sezessions-Ausstellungen an der Seite von Max Liebermann, Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und Max Pechstein.
WERKBESCHREIBUNG ADOLF STRÜBE
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Malerei: Vorwiegend Ölmalerei auf Leinwand, feine Tafelmalerei.
Grafik & Papier: Hochwertige Aquarelle, Kohle-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen.
Plastik: Bildhauerei, Denkmalkunst (Stein- und Bronzearbeiten).
Kunstgewerbe: Entwürfe für den großflächigen Textil-, Stoff- und Tapetendruck.
STIL
Strübe verortet sich im Kern im deutschen Spätimpressionismus mit starker Tendenz zur expressiven Moderne. Seine Karlsruher Ausbildung unter Trübner gab ihm ein klares Gespür für tonige Malerei und Lichtstimmungen. Durch den französischen Einfluss Cézannes löste er sich jedoch von rein flüchtigen Impressionen und gab seinen Bildkompositionen eine strengere, tektonische und geometrisierte Struktur.
THEMEN | MOTIVE
Südbadische Kulturlandschaften (insb. das Markgräflerland, Wiesental, Lörrach und Umgebung).
Klassische Stillleben und sensible, psychologisierende Porträtdarstellungen.
Architektonische Elemente (Brücken, Kirchtürme, urbane Ensembles).
Existenzielle Dokumentation (dokumentarische, ungeschönte Skizzen des Soldatenalltags an der Westfront im Ersten Weltkrieg).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Das Werk von Adolf Strübe zeichnet sich durch die Synthese aus badischer Naturverbundenheit und Berliner großstädtischer Avantgarde aus. Typische Merkmale sind ein virtuoser, oft pastoser Pinselstrich gepaart mit einer harmonischen, aber bestimmten Farbwahl (oft erdige Töne kontrastiert mit leuchtenden Akzenten). Seine Kompositionen weisen trotz aller malerischen Freiheit stets ein solides, architektonisches Grundgerüst auf.
ZITATE ADOLF STRÜBE
„Der Krieg hat das Auge geschärft, nicht die Hand gelähmt.“ | Zeitgenössische Reflexion über Strübes im Schützengraben entstandene zeichnerische Raritäten.
KÜNSTLERPORTRÄT ADOLF STRÜBE
Adolf Strübe (1881–1973): In Maulburg im Wiesental geborener Maler, Grafiker, Bildhauer und herausragender Wegbereiter der klassischen Moderne, der im deutschen Südwesten und in der Reichshauptstadt Berlin als einer der profiliertesten Wandmaler, langjähriger Vorsitzender der Berliner Sezession (1934–1937) sowie als führender Kopf der Badischen Sezession gilt. Nach seiner Ausbildung an der Karlsruher Kunstgewerbeschule und der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste wurde er unter Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner zu einem handwerklich unbestechlichen Meisterschüler. Stilistisch bewegt sich sein vielschichtiges Werk an einer faszinierenden Schnittstelle von spätimpressionistischer Freilichtmalerei, französisch inspiriertem Postimpressionismus und expressivem Realismus.
Unter dem Verzicht auf akademische Erstarrung überführte er nach einer prägenden Parisreise, auf der er entscheidende Impulse durch Nicolas Poussin und Paul Cézanne empfing, die flüchtige Lichtwelt seiner Heimat in eine architektonisch strukturierte Farbwelt. Seine Porträts, Landschaften, Stillleben und monumentalen Wandgemälde nutzen einen kraftvollen, rhythmischen Farbauftrag sowie eine feine, formgebende Linienführung, um die Essenz des Sujets unbeschönigt freizulegen. Als langjähriger Professor an den Vereinigten Staatsschulen in Berlin (1919–1944) erlangte er weitreichende Bekanntheit, bis ein verheerender Luftangriff im Jahr 1944 sein Berliner Atelier und den Großteil seines bisherigen Lebenswerkes vernichtete. Nach dem Krieg kehrte er in das Markgräflerland zurück, knüpfte als Dozent an der Kunsthochschule Freiburg (1949–1956) an seine akademischen Erfolge an und schuf zudem bedeutende plastische Werke wie das Gefallenendenkmal in Lörrach. Seine seltenen, erhaltenen Werkgruppen – darunter frühe, erschütternde Zeichnungen aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs sowie meisterhafte Hell-Dunkel-Gefüge der Nachkriegszeit – untersuchten mit unerschütterlicher Klarheit die würdevolle Melancholie des Individuums und sicherten dem Künstler einen festen Spitzenplatz im kulturellen Erbe der badischen Kunstszene.
STICHWORTE ADOLF STRÜBE
Badische Secession, Berliner Secession, Wilhelm Trübner, Hans-Thoma-Preis, Tafelmalerei, Wandmalerei, Markgräflerland, Entartete Kunst, Schützengraben-Zeichnungen, Kunsthochschule Berlin, Dreiländermuseum