GCB Kunstlexikon
ALFRED WAIS
KUNSTWERKE ALFRED WAIS
Blautal mit Zementfabrik (1953) – Öl auf Hartfaserplatte
Ruderer I (1965) – Öl auf Hartfaser
Waldteich beim Schatten – Ölgemälde
Hinweis zum Frühwerk: Der weitaus größte Teil des umfangreichen Vorkriegswerks (bis 1944) wurde bei einem verheerenden Bombenangriff auf Stuttgart-Bad Cannstatt vollständig vernichtet. Das erhaltene Gesamtwerk nach 1946 umfasst zahlreiche Ölgemälde, Farb-Lithografien, Aquarelle, Radierungen und Zeichnungen.
BIOGRAFIE ALFRED WAIS
Geburtsjahr: 1905 (geboren am 2. August)
Geburtsort: Birkach bei Stuttgart, Deutschland
Todesjahr: 1988 (gestorben am 29. Februar)
Sterbeort: Stuttgart, Deutschland
AUSBILDUNG ALFRED WAIS
1922–1926: Lehrerausbildung an den Lehrerseminaren in Kirchheim unter Teck und Backnang.
1926–1927: Studium der Bildhauerei an der Technischen Hochschule Stuttgart bei Ulfert Janssen.
1927–1930: Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Zeichnen bei Hans Spiegel – Holzschnitt bei Gottfried Graf
Ab 1928: Aufnahme in die Malklasse und Ernennung zum Meisterschüler von Anton Kolig. Studienreisen mit Kolig nach Kärnten.
LEHRTÄTIGKEIT ALFRED WAIS
1930–1939: Schuldienst als staatlicher Kunsterzieher und Zeichenlehrer an Gymnasien in Stuttgart, Esslingen am Neckar und Nürtingen.
1981: Offizielle Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg in Anerkennung seines künstlerischen Lebenswerks.
MITGLIEDSCHAFTEN ALFRED WAIS
Stuttgarter Neue Sezession: Eintritt als ordentliches Mitglied im Jahr 1932 (nach erster Gastbeteiligung 1929/1931).
Freie Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer: Initiator und Mitbegründer im Jahr 1952 (als direkte Nachfolgeorganisation der ehemaligen Neuen Sezession).
Württembergischer Kunstverein Stuttgart: Mitglied des Verwaltungsrates von 1964 bis 1972.
AUSZEICHNUNGEN ALFRED WAIS
1974: Reisestipendium und Arbeitsaufenthalt in Ekely bei Oslo (auf dem ehemaligen Landgut von Edvard Munch), verliehen durch das Land Baden-Württemberg und die Bundesrepublik Deutschland.
1979: Ernennung zum Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom.
1981: Verleihung des Titels „Professor“.
SAMMLUNGEN ALFRED WAIS
Kunstmuseum Stuttgart (ehemals Galerie der Stadt Stuttgart)
Staatsgalerie Stuttgart
Landesarchiv Baden-Württemberg / Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Kunststiftung Hohenkarpfen
Sammlung des Förderkreises Expressiver Realismus, München
AUSSTELLUNGEN ALFRED WAIS
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1930er Jahre: Mehrere Einzelausstellungen im renommierten Kunsthaus Fischinger, Stuttgart
1954: Kunstverein Braunschweig
1985: Galerie der Stadt Stuttgart – Große Retrospektive anlässlich seines 80. Geburtstags
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1931/1932: Ausstellungen der Neuen Stuttgarter Sezession.
1952: Erste Ausstellung der Freien Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer in der Staatsgalerie Stuttgart.
1955: Künstlerbund Baden-Württemberg (Rathaus Esslingen).
PROJEKTE ALFRED WAIS
Das Kärnten-Projekt (ab 1928): Regelmäßige Expeditions- und Arbeitsaufenthalte im Kreise der Kolig-Schule. Ab 1957 verstetigten sich diese alljährlichen Sommeraufenthalte in Kärnten zur Entwicklung einer alpinen, expressiven Landschaftsabstraktion.
Westeuropa-Studienfahrten: Fortlaufendes Studienprojekt ab den 1960er Jahren nach Frankreich, Belgien und Spanien zur Erforschung des westeuropäischen Kolorismus.
WERKBESCHREIBUNG ALFRED WAIS
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Alfred Wais arbeitete schwerpunktmäßig in den Medien Ölmalerei auf Leinwand und Hartfaserplatten sowie der Druckgrafik, wobei hier insbesondere die Farblithografie und der Holzschnitt dominieren. In späten Jahren traten vermehrt leuchtende Aquarelle und Mischtechniken auf Papier in den Vordergrund.
STIL
Stilistisch wird Alfred Wais der Strömung des Expressiven Realismus (oft auch als Verschollene Generation bezeichnet) zugerechnet. Sein Stil zeichnet sich durch eine gelungene Synthese verschiedener europäischer Stilrichtungen der Moderne aus. Charakteristisch ist ein starker Wille zur Abstraktion bei gleichzeitigem Festhalten an einer gegenständlichen Chiffre.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Seine Hauptmotive umfassen Landschaften (insb. schwäbische Motive wie das Blautal sowie kärntnerische Berglandschaften), opulente Stillleben (insbesondere Blumenstillleben), intime Interieurs und figürliche Szenen (z. B. Ruderer- und Badenden-Motive).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Autonomie der Farbe: Der Bildraum bei Wais entsteht nicht durch klassische, perspektivische Konstruktionen, sondern baut sich vorrangig aus der autonomen Leuchtkraft der Farbe auf. Eine realistische Lichtquelle fehlt; die Farben leuchten aus sich selbst heraus.
Deformation des Gegenstands: Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass die gegenständliche Welt im Dienst des emotionalen Ausdrucks stark deformiert und rhythmisiert wird.
Erlebnishaftigkeit statt Narration: Wais nutzt den Gegenstand nicht narrativ-erzählend, sondern rein als Auslöser für einen „Zustand der Betroffenheit“ oder ein inneres Erlebnismoment.
KÜNSTLERPORTRÄT ALFRED WAIS
Alfred Wais (1905–1988): In Stuttgart-Birkach geborener Maler, Grafiker und langjähriger Kunsterzieher. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule und der Stuttgarter Kunstakademie (u. a. als Meisterschüler bei Anton Kolig) gehörte er der renommierten Stuttgarter Neuen Sezession an, ehe 1944 Bombenangriffe fast sein gesamtes Frühwerk vernichteten. Ab 1952 wirkte er als Mitinitiator der „Freien Gruppe Stuttgart“ prägend auf die baden-württembergische Nachkriegskunst ein. Wais gilt als einer der farbgewaltigsten Vertreter des Expressiven Realismus. Seine Gemälde, Aquarelle und virtuosen Radierungen befreiten die Farbe von ihrer rein abbildenden Funktion und verwandelten Landschaften, Stillleben und Akte in furios ineinanderfließende, leuchtende Farbräume, ohne dabei den Bezug zur gegenständlichen Realität vollständig aufzugeben. Als geschätzter Pädagoge, Mitglied im Verwaltungsrat des Württembergischen Kunstvereins und späterer Professor verlieh er der expressiv-gegenständlichen Moderne im Südwesten über Jahrzehnte ein unverwechselbares Gesicht.
ZITATE ALFRED WAIS
„Mich interessiert nicht die gesamte gegenständliche Welt des Sichtbaren, sondern nur das, was aus dem Erlebnis den Zustand einer Betroffenheit hervorruft.“ | Alfred Wais
„Zum Ausdruck von Erlebnismomenten ziehe ich den gegenständlichen Stoff zwar heran, gebrauche ihn aber niemals in erzählerischer Weise.“ | Alfred Wais
STICHWORTE ALFRED WAIS
Expressiver Realismus, Anton Kolig, Stuttgarter Neue Sezession, Farbautonomie, Farblithografie, Schwäbische Moderne, Malerei des 20. Jahrhunderts, Kunsterzieher, Abstrahierender Realismus
ALFRED WAIS
KUNSTWERKE ALFRED WAIS
Blautal mit Zementfabrik (1953) – Öl auf Hartfaserplatte
Ruderer I (1965) – Öl auf Hartfaser
Waldteich beim Schatten – Ölgemälde
Hinweis zum Frühwerk: Der weitaus größte Teil des umfangreichen Vorkriegswerks (bis 1944) wurde bei einem verheerenden Bombenangriff auf Stuttgart-Bad Cannstatt vollständig vernichtet. Das erhaltene Gesamtwerk nach 1946 umfasst zahlreiche Ölgemälde, Farb-Lithografien, Aquarelle, Radierungen und Zeichnungen.
BIOGRAFIE ALFRED WAIS
Geburtsjahr: 1905 (geboren am 2. August)
Geburtsort: Birkach bei Stuttgart, Deutschland
Todesjahr: 1988 (gestorben am 29. Februar)
Sterbeort: Stuttgart, Deutschland
AUSBILDUNG ALFRED WAIS
1922–1926: Lehrerausbildung an den Lehrerseminaren in Kirchheim unter Teck und Backnang.
1926–1927: Studium der Bildhauerei an der Technischen Hochschule Stuttgart bei Ulfert Janssen.
1927–1930: Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Zeichnen bei Hans Spiegel – Holzschnitt bei Gottfried Graf
Ab 1928: Aufnahme in die Malklasse und Ernennung zum Meisterschüler von Anton Kolig. Studienreisen mit Kolig nach Kärnten.
LEHRTÄTIGKEIT ALFRED WAIS
1930–1939: Schuldienst als staatlicher Kunsterzieher und Zeichenlehrer an Gymnasien in Stuttgart, Esslingen am Neckar und Nürtingen.
1981: Offizielle Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg in Anerkennung seines künstlerischen Lebenswerks.
MITGLIEDSCHAFTEN ALFRED WAIS
Stuttgarter Neue Sezession: Eintritt als ordentliches Mitglied im Jahr 1932 (nach erster Gastbeteiligung 1929/1931).
Freie Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer: Initiator und Mitbegründer im Jahr 1952 (als direkte Nachfolgeorganisation der ehemaligen Neuen Sezession).
Württembergischer Kunstverein Stuttgart: Mitglied des Verwaltungsrates von 1964 bis 1972.
AUSZEICHNUNGEN ALFRED WAIS
1974: Reisestipendium und Arbeitsaufenthalt in Ekely bei Oslo (auf dem ehemaligen Landgut von Edvard Munch), verliehen durch das Land Baden-Württemberg und die Bundesrepublik Deutschland.
1979: Ernennung zum Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom.
1981: Verleihung des Titels „Professor“.
SAMMLUNGEN ALFRED WAIS
Kunstmuseum Stuttgart (ehemals Galerie der Stadt Stuttgart)
Staatsgalerie Stuttgart
Landesarchiv Baden-Württemberg / Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Kunststiftung Hohenkarpfen
Sammlung des Förderkreises Expressiver Realismus, München
AUSSTELLUNGEN ALFRED WAIS
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1930er Jahre: Mehrere Einzelausstellungen im renommierten Kunsthaus Fischinger, Stuttgart
1954: Kunstverein Braunschweig
1985: Galerie der Stadt Stuttgart – Große Retrospektive anlässlich seines 80. Geburtstags
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1931/1932: Ausstellungen der Neuen Stuttgarter Sezession.
1952: Erste Ausstellung der Freien Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer in der Staatsgalerie Stuttgart.
1955: Künstlerbund Baden-Württemberg (Rathaus Esslingen).
PROJEKTE ALFRED WAIS
Das Kärnten-Projekt (ab 1928): Regelmäßige Expeditions- und Arbeitsaufenthalte im Kreise der Kolig-Schule. Ab 1957 verstetigten sich diese alljährlichen Sommeraufenthalte in Kärnten zur Entwicklung einer alpinen, expressiven Landschaftsabstraktion.
Westeuropa-Studienfahrten: Fortlaufendes Studienprojekt ab den 1960er Jahren nach Frankreich, Belgien und Spanien zur Erforschung des westeuropäischen Kolorismus.
WERKBESCHREIBUNG ALFRED WAIS
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Alfred Wais arbeitete schwerpunktmäßig in den Medien Ölmalerei auf Leinwand und Hartfaserplatten sowie der Druckgrafik, wobei hier insbesondere die Farblithografie und der Holzschnitt dominieren. In späten Jahren traten vermehrt leuchtende Aquarelle und Mischtechniken auf Papier in den Vordergrund.
STIL
Stilistisch wird Alfred Wais der Strömung des Expressiven Realismus (oft auch als Verschollene Generation bezeichnet) zugerechnet. Sein Stil zeichnet sich durch eine gelungene Synthese verschiedener europäischer Stilrichtungen der Moderne aus. Charakteristisch ist ein starker Wille zur Abstraktion bei gleichzeitigem Festhalten an einer gegenständlichen Chiffre.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Seine Hauptmotive umfassen Landschaften (insb. schwäbische Motive wie das Blautal sowie kärntnerische Berglandschaften), opulente Stillleben (insbesondere Blumenstillleben), intime Interieurs und figürliche Szenen (z. B. Ruderer- und Badenden-Motive).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Autonomie der Farbe: Der Bildraum bei Wais entsteht nicht durch klassische, perspektivische Konstruktionen, sondern baut sich vorrangig aus der autonomen Leuchtkraft der Farbe auf. Eine realistische Lichtquelle fehlt; die Farben leuchten aus sich selbst heraus.
Deformation des Gegenstands: Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass die gegenständliche Welt im Dienst des emotionalen Ausdrucks stark deformiert und rhythmisiert wird.
Erlebnishaftigkeit statt Narration: Wais nutzt den Gegenstand nicht narrativ-erzählend, sondern rein als Auslöser für einen „Zustand der Betroffenheit“ oder ein inneres Erlebnismoment.
KÜNSTLERPORTRÄT ALFRED WAIS
Alfred Wais (1905–1988): In Stuttgart-Birkach geborener Maler, Grafiker und langjähriger Kunsterzieher. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule und der Stuttgarter Kunstakademie (u. a. als Meisterschüler bei Anton Kolig) gehörte er der renommierten Stuttgarter Neuen Sezession an, ehe 1944 Bombenangriffe fast sein gesamtes Frühwerk vernichteten. Ab 1952 wirkte er als Mitinitiator der „Freien Gruppe Stuttgart“ prägend auf die baden-württembergische Nachkriegskunst ein. Wais gilt als einer der farbgewaltigsten Vertreter des Expressiven Realismus. Seine Gemälde, Aquarelle und virtuosen Radierungen befreiten die Farbe von ihrer rein abbildenden Funktion und verwandelten Landschaften, Stillleben und Akte in furios ineinanderfließende, leuchtende Farbräume, ohne dabei den Bezug zur gegenständlichen Realität vollständig aufzugeben. Als geschätzter Pädagoge, Mitglied im Verwaltungsrat des Württembergischen Kunstvereins und späterer Professor verlieh er der expressiv-gegenständlichen Moderne im Südwesten über Jahrzehnte ein unverwechselbares Gesicht.
ZITATE ALFRED WAIS
„Mich interessiert nicht die gesamte gegenständliche Welt des Sichtbaren, sondern nur das, was aus dem Erlebnis den Zustand einer Betroffenheit hervorruft.“ | Alfred Wais
„Zum Ausdruck von Erlebnismomenten ziehe ich den gegenständlichen Stoff zwar heran, gebrauche ihn aber niemals in erzählerischer Weise.“ | Alfred Wais
STICHWORTE ALFRED WAIS
Expressiver Realismus, Anton Kolig, Stuttgarter Neue Sezession, Farbautonomie, Farblithografie, Schwäbische Moderne, Malerei des 20. Jahrhunderts, Kunsterzieher, Abstrahierender Realismus
ALFRED WAIS
KUNSTWERKE ALFRED WAIS
Blautal mit Zementfabrik (1953) – Öl auf Hartfaserplatte
Ruderer I (1965) – Öl auf Hartfaser
Waldteich beim Schatten – Ölgemälde
Hinweis zum Frühwerk: Der weitaus größte Teil des umfangreichen Vorkriegswerks (bis 1944) wurde bei einem verheerenden Bombenangriff auf Stuttgart-Bad Cannstatt vollständig vernichtet. Das erhaltene Gesamtwerk nach 1946 umfasst zahlreiche Ölgemälde, Farb-Lithografien, Aquarelle, Radierungen und Zeichnungen.
BIOGRAFIE ALFRED WAIS
Geburtsjahr: 1905 (geboren am 2. August)
Geburtsort: Birkach bei Stuttgart, Deutschland
Todesjahr: 1988 (gestorben am 29. Februar)
Sterbeort: Stuttgart, Deutschland
AUSBILDUNG ALFRED WAIS
1922–1926: Lehrerausbildung an den Lehrerseminaren in Kirchheim unter Teck und Backnang.
1926–1927: Studium der Bildhauerei an der Technischen Hochschule Stuttgart bei Ulfert Janssen.
1927–1930: Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Zeichnen bei Hans Spiegel – Holzschnitt bei Gottfried Graf
Ab 1928: Aufnahme in die Malklasse und Ernennung zum Meisterschüler von Anton Kolig. Studienreisen mit Kolig nach Kärnten.
LEHRTÄTIGKEIT ALFRED WAIS
1930–1939: Schuldienst als staatlicher Kunsterzieher und Zeichenlehrer an Gymnasien in Stuttgart, Esslingen am Neckar und Nürtingen.
1981: Offizielle Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg in Anerkennung seines künstlerischen Lebenswerks.
MITGLIEDSCHAFTEN ALFRED WAIS
Stuttgarter Neue Sezession: Eintritt als ordentliches Mitglied im Jahr 1932 (nach erster Gastbeteiligung 1929/1931).
Freie Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer: Initiator und Mitbegründer im Jahr 1952 (als direkte Nachfolgeorganisation der ehemaligen Neuen Sezession).
Württembergischer Kunstverein Stuttgart: Mitglied des Verwaltungsrates von 1964 bis 1972.
AUSZEICHNUNGEN ALFRED WAIS
1974: Reisestipendium und Arbeitsaufenthalt in Ekely bei Oslo (auf dem ehemaligen Landgut von Edvard Munch), verliehen durch das Land Baden-Württemberg und die Bundesrepublik Deutschland.
1979: Ernennung zum Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom.
1981: Verleihung des Titels „Professor“.
SAMMLUNGEN ALFRED WAIS
Kunstmuseum Stuttgart (ehemals Galerie der Stadt Stuttgart)
Staatsgalerie Stuttgart
Landesarchiv Baden-Württemberg / Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Kunststiftung Hohenkarpfen
Sammlung des Förderkreises Expressiver Realismus, München
AUSSTELLUNGEN ALFRED WAIS
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1930er Jahre: Mehrere Einzelausstellungen im renommierten Kunsthaus Fischinger, Stuttgart
1954: Kunstverein Braunschweig
1985: Galerie der Stadt Stuttgart – Große Retrospektive anlässlich seines 80. Geburtstags
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1931/1932: Ausstellungen der Neuen Stuttgarter Sezession.
1952: Erste Ausstellung der Freien Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer in der Staatsgalerie Stuttgart.
1955: Künstlerbund Baden-Württemberg (Rathaus Esslingen).
PROJEKTE ALFRED WAIS
Das Kärnten-Projekt (ab 1928): Regelmäßige Expeditions- und Arbeitsaufenthalte im Kreise der Kolig-Schule. Ab 1957 verstetigten sich diese alljährlichen Sommeraufenthalte in Kärnten zur Entwicklung einer alpinen, expressiven Landschaftsabstraktion.
Westeuropa-Studienfahrten: Fortlaufendes Studienprojekt ab den 1960er Jahren nach Frankreich, Belgien und Spanien zur Erforschung des westeuropäischen Kolorismus.
WERKBESCHREIBUNG ALFRED WAIS
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Alfred Wais arbeitete schwerpunktmäßig in den Medien Ölmalerei auf Leinwand und Hartfaserplatten sowie der Druckgrafik, wobei hier insbesondere die Farblithografie und der Holzschnitt dominieren. In späten Jahren traten vermehrt leuchtende Aquarelle und Mischtechniken auf Papier in den Vordergrund.
STIL
Stilistisch wird Alfred Wais der Strömung des Expressiven Realismus (oft auch als Verschollene Generation bezeichnet) zugerechnet. Sein Stil zeichnet sich durch eine gelungene Synthese verschiedener europäischer Stilrichtungen der Moderne aus. Charakteristisch ist ein starker Wille zur Abstraktion bei gleichzeitigem Festhalten an einer gegenständlichen Chiffre.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Seine Hauptmotive umfassen Landschaften (insb. schwäbische Motive wie das Blautal sowie kärntnerische Berglandschaften), opulente Stillleben (insbesondere Blumenstillleben), intime Interieurs und figürliche Szenen (z. B. Ruderer- und Badenden-Motive).
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Autonomie der Farbe: Der Bildraum bei Wais entsteht nicht durch klassische, perspektivische Konstruktionen, sondern baut sich vorrangig aus der autonomen Leuchtkraft der Farbe auf. Eine realistische Lichtquelle fehlt; die Farben leuchten aus sich selbst heraus.
Deformation des Gegenstands: Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass die gegenständliche Welt im Dienst des emotionalen Ausdrucks stark deformiert und rhythmisiert wird.
Erlebnishaftigkeit statt Narration: Wais nutzt den Gegenstand nicht narrativ-erzählend, sondern rein als Auslöser für einen „Zustand der Betroffenheit“ oder ein inneres Erlebnismoment.
KÜNSTLERPORTRÄT ALFRED WAIS
Alfred Wais (1905–1988): In Stuttgart-Birkach geborener Maler, Grafiker und langjähriger Kunsterzieher. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule und der Stuttgarter Kunstakademie (u. a. als Meisterschüler bei Anton Kolig) gehörte er der renommierten Stuttgarter Neuen Sezession an, ehe 1944 Bombenangriffe fast sein gesamtes Frühwerk vernichteten. Ab 1952 wirkte er als Mitinitiator der „Freien Gruppe Stuttgart“ prägend auf die baden-württembergische Nachkriegskunst ein. Wais gilt als einer der farbgewaltigsten Vertreter des Expressiven Realismus. Seine Gemälde, Aquarelle und virtuosen Radierungen befreiten die Farbe von ihrer rein abbildenden Funktion und verwandelten Landschaften, Stillleben und Akte in furios ineinanderfließende, leuchtende Farbräume, ohne dabei den Bezug zur gegenständlichen Realität vollständig aufzugeben. Als geschätzter Pädagoge, Mitglied im Verwaltungsrat des Württembergischen Kunstvereins und späterer Professor verlieh er der expressiv-gegenständlichen Moderne im Südwesten über Jahrzehnte ein unverwechselbares Gesicht.
ZITATE ALFRED WAIS
„Mich interessiert nicht die gesamte gegenständliche Welt des Sichtbaren, sondern nur das, was aus dem Erlebnis den Zustand einer Betroffenheit hervorruft.“ | Alfred Wais
„Zum Ausdruck von Erlebnismomenten ziehe ich den gegenständlichen Stoff zwar heran, gebrauche ihn aber niemals in erzählerischer Weise.“ | Alfred Wais
STICHWORTE ALFRED WAIS
Expressiver Realismus, Anton Kolig, Stuttgarter Neue Sezession, Farbautonomie, Farblithografie, Schwäbische Moderne, Malerei des 20. Jahrhunderts, Kunsterzieher, Abstrahierender Realismus