GCB Kunstlexikon
KURT WEINHOLD
KUNSTWERKE KURT WEINHOLD
Meine Frau mit Grammophon (1927)
Der Materialist (Gegenwart) (1931)
BIOGRAFIE KURT WEINHOLD
Geburtsjahr: 1896 (28. September)
Geburtsort: Berlin-Charlottenburg, Deutschland
Todesjahr: 1965 (2. September)
Sterbeort: Calw, Baden-Württemberg, Deutschland
AUSBILDUNG KURT WEINHOLD
Erste und prägende künstlerische sowie kunstgewerbliche Ausbildung direkt im familiären Umfeld durch seinen Vater, den Maler Carl Weinhold. Weitgehend autodidaktische Weiterbildung und bewusste Entscheidung gegen das klassische akademische Studium.
MITGLIEDSCHAFTEN KURT WEINHOLD
Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste (während der NS-Zeit für die Berufsausübung verpflichtend)
Enge Kooperationen und Ausstellungsbeteiligungen im Umfeld der Stuttgarter Sezession sowie der Künstlergruppe „Roter Reiter“ (ab 1951)
AUSZEICHNUNGEN KURT WEINHOLD
1934: Rom-Preis (Stipendium) der Preußischen Akademie der Künste, verbunden mit einem Studienaufenthalt an der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom
SAMMLUNGEN KURT WEINHOLD
Städtische Galerie Böblingen
AUSSTELLUNGEN KURT WEINHOLD
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956/1959: Zwischen Realismus und Abstraktion, Institut Français
Posthume Retrospektiven und Werkschauen in Calw
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1925–1935: Regelmäßige Ausstellungen an der Preußischen Akademie der Künste, Berlin
Ab 1951: Beteiligungen an den Schauen der Künstlergruppe „Roter Reiter“
Vertreten in überregionalen Retrospektiven zur Neuen Sachlichkeit und zum Magischen Realismus (u. a. Kunsthalle Bielefeld, Harvard University Art Museums)
WERKBESCHREIBUNG KURT WEINHOLD
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Ölmalerei auf Leinwand und Holz, Aquarell, Bleistift- und Kohlezeichnungen, Grafik.
Psychologische Einzel- und Doppelporträts, Aktdarstellungen, gesellschaftskritische Figurenbilder, im Spätwerk figurative Abstraktionen.
STIL
Hauptschaffensphase: Neue Sachlichkeit und Magischer Realismus. Charakterisiert durch eine glatte, oft fotorealistische Oberfläche, kühl-distanzierte Farbwahl und sezierende, altmeisterliche Präzision.
Spätwerk (ab Spät-1940er): Stilistische Zäsur hin zum Expressiven Realismus, zu surrealen Untertönen und amorph-abstrahierten Formexperimenten.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Der moderne Mensch der Zwischenkriegszeit im Spannungsfeld von technisiertem Alltag (z. B. Grammophon) und innerer Isolation.
Frauenporträts: Typisierungen der „Neuen Frau“ der 1920er-Jahre – selbstbewusst, unkonventionell im Stil, jedoch oft maskenhaft starr oder melancholisch inszeniert.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Weinholds Arbeiten der Zwischenkriegszeit definieren sich über die vollständige Zurückdrängung der malerischen Geste zugunsten einer sachlichen Oberflächenglätte. Gefühle werden nicht expressiv geschildert, sondern durch die starre Anordnung von Objekten und die kühle, präzise Lichtführung rationalisiert, was den Werken eine unterschwellige, magische Spannung verleiht.
STICHWORTE KURT WEINHOLD
Neue Sachlichkeit | Verismus | Magischer Realismus | Weimarer Republik | Porträtmalerei | Villa Massimo | Calw | Entartete Kunst | Innere Emigration
KURZPORRÄT KURT WEINHOLD
Kurt Weinhold (1896–1965): In Berlin-Charlottenburg geborener Maler, Grafiker und Zeichner, der nach einer rein familiären, kunstgewerblichen Ausbildung bei seinem Vater Carl Weinhold und einer frühen Übersiedlung nach Calw (1922) zu einem der markantesten und eigenwilligsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit im deutschen Südwesten heranwuchs. Durch seine enge Freundschaft mit dem Veristen Rudolf Schlichter und Kontakte zur Berliner Avantgarde fest im zeitgenössischen Diskurs verankert, feierte er in den späten 1920er-Jahren mit Teilnahmen an den Ausstellungen der Stuttgarter Sezession sowie der Preußischen Akademie der Künste beachtliche Erfolge. Berühmt wurde Weinhold für seine altmeisterlich-präzisen, psychologisch tiefenscharfen Porträts und gesellschaftskritischen Figurenbilder (wie „Meine Frau mit Grammophon“, 1927), die den typischen, kühlen Zeitgeist der Weimarer Republik – changierend zwischen technischem Fortschritt und existentieller Vereinsamung – in sezierender Schärfe einfingen. Seine glatte, beinahe fotorealistische Malweise und die kompromisslose Nüchternheit seiner Kompositionen wurden unter der NS-Diktatur als „entartet“ diffamiert, wenngleich er ohne formelles Malverbot im Schwarzwälder Exil durch „unverdächtige“ Porträtaufträge wirtschaftlich überlebte. Nach einem Stipendium in der römischen Villa Massimo (1934/35) leitete sein Spätwerk ab den späten 1940er-Jahren eine markante Zäsur ein, in der er mit surrealistischen Tendenzen, amorphen Formen und grafischen Experimenten spielte. Kurt Weinhold hinterließ ein faszinierendes Œuvre, das den Übergang von der messerscharfen Gesellschaftsanalyse der Zwischenkriegszeit zur phantastisch-abstrakten Nachkriegsmoderne eindrucksvoll dokumentiert.
LINKS KURT WEINHOLD
KURT WEINHOLD
KUNSTWERKE KURT WEINHOLD
Meine Frau mit Grammophon (1927)
Der Materialist (Gegenwart) (1931)
BIOGRAFIE KURT WEINHOLD
Geburtsjahr: 1896 (28. September)
Geburtsort: Berlin-Charlottenburg, Deutschland
Todesjahr: 1965 (2. September)
Sterbeort: Calw, Baden-Württemberg, Deutschland
AUSBILDUNG KURT WEINHOLD
Erste und prägende künstlerische sowie kunstgewerbliche Ausbildung direkt im familiären Umfeld durch seinen Vater, den Maler Carl Weinhold. Weitgehend autodidaktische Weiterbildung und bewusste Entscheidung gegen das klassische akademische Studium.
MITGLIEDSCHAFTEN KURT WEINHOLD
Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste (während der NS-Zeit für die Berufsausübung verpflichtend)
Enge Kooperationen und Ausstellungsbeteiligungen im Umfeld der Stuttgarter Sezession sowie der Künstlergruppe „Roter Reiter“ (ab 1951)
AUSZEICHNUNGEN KURT WEINHOLD
1934: Rom-Preis (Stipendium) der Preußischen Akademie der Künste, verbunden mit einem Studienaufenthalt an der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom
SAMMLUNGEN KURT WEINHOLD
Städtische Galerie Böblingen
AUSSTELLUNGEN KURT WEINHOLD
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956/1959: Zwischen Realismus und Abstraktion, Institut Français
Posthume Retrospektiven und Werkschauen in Calw
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1925–1935: Regelmäßige Ausstellungen an der Preußischen Akademie der Künste, Berlin
Ab 1951: Beteiligungen an den Schauen der Künstlergruppe „Roter Reiter“
Vertreten in überregionalen Retrospektiven zur Neuen Sachlichkeit und zum Magischen Realismus (u. a. Kunsthalle Bielefeld, Harvard University Art Museums)
WERKBESCHREIBUNG KURT WEINHOLD
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Ölmalerei auf Leinwand und Holz, Aquarell, Bleistift- und Kohlezeichnungen, Grafik.
Psychologische Einzel- und Doppelporträts, Aktdarstellungen, gesellschaftskritische Figurenbilder, im Spätwerk figurative Abstraktionen.
STIL
Hauptschaffensphase: Neue Sachlichkeit und Magischer Realismus. Charakterisiert durch eine glatte, oft fotorealistische Oberfläche, kühl-distanzierte Farbwahl und sezierende, altmeisterliche Präzision.
Spätwerk (ab Spät-1940er): Stilistische Zäsur hin zum Expressiven Realismus, zu surrealen Untertönen und amorph-abstrahierten Formexperimenten.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Der moderne Mensch der Zwischenkriegszeit im Spannungsfeld von technisiertem Alltag (z. B. Grammophon) und innerer Isolation.
Frauenporträts: Typisierungen der „Neuen Frau“ der 1920er-Jahre – selbstbewusst, unkonventionell im Stil, jedoch oft maskenhaft starr oder melancholisch inszeniert.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Weinholds Arbeiten der Zwischenkriegszeit definieren sich über die vollständige Zurückdrängung der malerischen Geste zugunsten einer sachlichen Oberflächenglätte. Gefühle werden nicht expressiv geschildert, sondern durch die starre Anordnung von Objekten und die kühle, präzise Lichtführung rationalisiert, was den Werken eine unterschwellige, magische Spannung verleiht.
STICHWORTE KURT WEINHOLD
Neue Sachlichkeit | Verismus | Magischer Realismus | Weimarer Republik | Porträtmalerei | Villa Massimo | Calw | Entartete Kunst | Innere Emigration
KURZPORRÄT KURT WEINHOLD
Kurt Weinhold (1896–1965): In Berlin-Charlottenburg geborener Maler, Grafiker und Zeichner, der nach einer rein familiären, kunstgewerblichen Ausbildung bei seinem Vater Carl Weinhold und einer frühen Übersiedlung nach Calw (1922) zu einem der markantesten und eigenwilligsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit im deutschen Südwesten heranwuchs. Durch seine enge Freundschaft mit dem Veristen Rudolf Schlichter und Kontakte zur Berliner Avantgarde fest im zeitgenössischen Diskurs verankert, feierte er in den späten 1920er-Jahren mit Teilnahmen an den Ausstellungen der Stuttgarter Sezession sowie der Preußischen Akademie der Künste beachtliche Erfolge. Berühmt wurde Weinhold für seine altmeisterlich-präzisen, psychologisch tiefenscharfen Porträts und gesellschaftskritischen Figurenbilder (wie „Meine Frau mit Grammophon“, 1927), die den typischen, kühlen Zeitgeist der Weimarer Republik – changierend zwischen technischem Fortschritt und existentieller Vereinsamung – in sezierender Schärfe einfingen. Seine glatte, beinahe fotorealistische Malweise und die kompromisslose Nüchternheit seiner Kompositionen wurden unter der NS-Diktatur als „entartet“ diffamiert, wenngleich er ohne formelles Malverbot im Schwarzwälder Exil durch „unverdächtige“ Porträtaufträge wirtschaftlich überlebte. Nach einem Stipendium in der römischen Villa Massimo (1934/35) leitete sein Spätwerk ab den späten 1940er-Jahren eine markante Zäsur ein, in der er mit surrealistischen Tendenzen, amorphen Formen und grafischen Experimenten spielte. Kurt Weinhold hinterließ ein faszinierendes Œuvre, das den Übergang von der messerscharfen Gesellschaftsanalyse der Zwischenkriegszeit zur phantastisch-abstrakten Nachkriegsmoderne eindrucksvoll dokumentiert.
LINKS KURT WEINHOLD
KURT WEINHOLD
KUNSTWERKE KURT WEINHOLD
Meine Frau mit Grammophon (1927)
Der Materialist (Gegenwart) (1931)
BIOGRAFIE KURT WEINHOLD
Geburtsjahr: 1896 (28. September)
Geburtsort: Berlin-Charlottenburg, Deutschland
Todesjahr: 1965 (2. September)
Sterbeort: Calw, Baden-Württemberg, Deutschland
AUSBILDUNG KURT WEINHOLD
Erste und prägende künstlerische sowie kunstgewerbliche Ausbildung direkt im familiären Umfeld durch seinen Vater, den Maler Carl Weinhold. Weitgehend autodidaktische Weiterbildung und bewusste Entscheidung gegen das klassische akademische Studium.
MITGLIEDSCHAFTEN KURT WEINHOLD
Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste (während der NS-Zeit für die Berufsausübung verpflichtend)
Enge Kooperationen und Ausstellungsbeteiligungen im Umfeld der Stuttgarter Sezession sowie der Künstlergruppe „Roter Reiter“ (ab 1951)
AUSZEICHNUNGEN KURT WEINHOLD
1934: Rom-Preis (Stipendium) der Preußischen Akademie der Künste, verbunden mit einem Studienaufenthalt an der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom
SAMMLUNGEN KURT WEINHOLD
Städtische Galerie Böblingen
AUSSTELLUNGEN KURT WEINHOLD
EINZELAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1956/1959: Zwischen Realismus und Abstraktion, Institut Français
Posthume Retrospektiven und Werkschauen in Calw
GRUPPENAUSSTELLUNGEN AUSWAHL
1925–1935: Regelmäßige Ausstellungen an der Preußischen Akademie der Künste, Berlin
Ab 1951: Beteiligungen an den Schauen der Künstlergruppe „Roter Reiter“
Vertreten in überregionalen Retrospektiven zur Neuen Sachlichkeit und zum Magischen Realismus (u. a. Kunsthalle Bielefeld, Harvard University Art Museums)
WERKBESCHREIBUNG KURT WEINHOLD
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Ölmalerei auf Leinwand und Holz, Aquarell, Bleistift- und Kohlezeichnungen, Grafik.
Psychologische Einzel- und Doppelporträts, Aktdarstellungen, gesellschaftskritische Figurenbilder, im Spätwerk figurative Abstraktionen.
STIL
Hauptschaffensphase: Neue Sachlichkeit und Magischer Realismus. Charakterisiert durch eine glatte, oft fotorealistische Oberfläche, kühl-distanzierte Farbwahl und sezierende, altmeisterliche Präzision.
Spätwerk (ab Spät-1940er): Stilistische Zäsur hin zum Expressiven Realismus, zu surrealen Untertönen und amorph-abstrahierten Formexperimenten.
THEMEN | MOTIVE | WERKE
Der moderne Mensch der Zwischenkriegszeit im Spannungsfeld von technisiertem Alltag (z. B. Grammophon) und innerer Isolation.
Frauenporträts: Typisierungen der „Neuen Frau“ der 1920er-Jahre – selbstbewusst, unkonventionell im Stil, jedoch oft maskenhaft starr oder melancholisch inszeniert.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Weinholds Arbeiten der Zwischenkriegszeit definieren sich über die vollständige Zurückdrängung der malerischen Geste zugunsten einer sachlichen Oberflächenglätte. Gefühle werden nicht expressiv geschildert, sondern durch die starre Anordnung von Objekten und die kühle, präzise Lichtführung rationalisiert, was den Werken eine unterschwellige, magische Spannung verleiht.
STICHWORTE KURT WEINHOLD
Neue Sachlichkeit | Verismus | Magischer Realismus | Weimarer Republik | Porträtmalerei | Villa Massimo | Calw | Entartete Kunst | Innere Emigration
KURZPORRÄT KURT WEINHOLD
Kurt Weinhold (1896–1965): In Berlin-Charlottenburg geborener Maler, Grafiker und Zeichner, der nach einer rein familiären, kunstgewerblichen Ausbildung bei seinem Vater Carl Weinhold und einer frühen Übersiedlung nach Calw (1922) zu einem der markantesten und eigenwilligsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit im deutschen Südwesten heranwuchs. Durch seine enge Freundschaft mit dem Veristen Rudolf Schlichter und Kontakte zur Berliner Avantgarde fest im zeitgenössischen Diskurs verankert, feierte er in den späten 1920er-Jahren mit Teilnahmen an den Ausstellungen der Stuttgarter Sezession sowie der Preußischen Akademie der Künste beachtliche Erfolge. Berühmt wurde Weinhold für seine altmeisterlich-präzisen, psychologisch tiefenscharfen Porträts und gesellschaftskritischen Figurenbilder (wie „Meine Frau mit Grammophon“, 1927), die den typischen, kühlen Zeitgeist der Weimarer Republik – changierend zwischen technischem Fortschritt und existentieller Vereinsamung – in sezierender Schärfe einfingen. Seine glatte, beinahe fotorealistische Malweise und die kompromisslose Nüchternheit seiner Kompositionen wurden unter der NS-Diktatur als „entartet“ diffamiert, wenngleich er ohne formelles Malverbot im Schwarzwälder Exil durch „unverdächtige“ Porträtaufträge wirtschaftlich überlebte. Nach einem Stipendium in der römischen Villa Massimo (1934/35) leitete sein Spätwerk ab den späten 1940er-Jahren eine markante Zäsur ein, in der er mit surrealistischen Tendenzen, amorphen Formen und grafischen Experimenten spielte. Kurt Weinhold hinterließ ein faszinierendes Œuvre, das den Übergang von der messerscharfen Gesellschaftsanalyse der Zwischenkriegszeit zur phantastisch-abstrakten Nachkriegsmoderne eindrucksvoll dokumentiert.