GCB Kunstlexikon
THEODOR WERNER
KUNSTWERKE THEODOR WERNER
Landschaften und Stillleben (Frühwerk, 1919–1929): Vorwiegend post-impressionistische und gegenständliche Ölgemälde (ein Großteil wurde 1945 zerstört).
Formes (1934)
Volute
Geburt (Nr. 49/41)
Komposition 62a (1951)
Zeichen in Bewegung II (1953)
Es Wächst (1954)
Komposition 26/56 (1956)
BIOGRAFIE THEODOR WERNER
Theodor Werner zählt zu den wegweisenden Pionieren und wichtigsten Vertretern der deutschen abstrakten Nachkriegsmoderne. Nach Anfängen in der gegenständlichen Malerei zog er 1930 nach Paris, wo er Anschluss an die internationale Avantgarde fand. Während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland als „entartet“ gebrandmarkt und mit einem totalen Malverbot belegt, wirkte er im Verborgenen als bedeutender Kunstsammler französischer Moderne. Nach 1945 prägte er von Berlin und München aus die Rückkehr Deutschlands in den internationalen Kunstdiskurs maßgeblich mit und verhalf der gegenstandslosen Abstraktion zum Durchbruch.
Geburtsjahr: 1886 (14. Februar)
Geburtsort: Jettenburg, Württemberg (Deutschland)
Todesjahr: 1969 (15. Januar)
Sterbeort: München, Bayern (Deutschland)
AUSBILDUNG THEODOR WERNER
1902–1908: Volksschullehrerausbildung an den württembergischen Lehrerbildungsanstalten in Nagold und Nürtingen.
1908–1909: Studium an der Stuttgarter Kunstakademie bei Robert Poetzelberger.
1909–1914: Mehrere ausgedehnte Studienreisen nach Paris; dort private künstlerische Weiterbildung und Ausbildung im Atelier von Charles Guérin sowie bei Kees van Dongen.
LEHRTÄTIGKEIT THEODOR WERNER
Frühe Phase: Vor seiner Vollzeit-Karriere als freischaffender Künstler war er kurzzeitig im württembergischen Schuldienst als Volksschullehrer tätig, um sein Studium zu finanzieren.
MITGLIEDSCHAFTEN THEODOR WERNER
Abstraction-Création: Pariser Künstlervereinigung (Eintritt 1930).
ZEN 49: Mitbegründer und Kernmitglied der einflussreichen Münchner Gruppe für abstrakte Kunst (aktiv 1950–1955).
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und aktiver Mitgestalter beim Wiederaufbau nach dem Krieg.
Akademie der Künste, Berlin: Ordentliches Mitglied der Abteilung Bildende Kunst.
AUSZEICHNUNGEN THEODOR WERNER
1951: Berliner Kunstpreis
1953: Premio Lissone (Italien)
1953 & 1954: Kritikerpreis Berlin
1962: Oberschwäbischer Kunstpreis
SAMMLUNGEN THEODOR WERNER
Werkes seines Schaffens befinden sich in namhaften internationalen Institutionen:
Museum of Modern Art (MoMA), New York
Staatsgalerie Stuttgart
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München (Verbleib seines Hauptnachlasses)
Berlinische Galerie, Berlin
AUSSTELLUNGEN THEODOR WERNER
EINZELAUSSTELLUNGEN
Historisch bedeutende Einzelausstellungen fanden unter anderem in den 1950er Jahren in der Galerie Springer (Berlin) und im Kestner-Gesellschaft (Hannover) statt.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1930–1935: Regelmäßige Salons der Gruppe Abstraction-Création in Paris.
1950–1955: Wanderausstellungen der Gruppe ZEN 49 im In- und Ausland.
1955: documenta I, Kassel
1959: documenta II, Kassel
PROJEKTE THEODOR WERNER
Manifestiert durch die Gruppe ZEN 49 beteiligte Theodor Werner aktiv an den kulturpolitischen Debatten der Nachkriegszeit, um der abstrakten Kunst im zerstörten Nachkriegsdeutschland eine neue Plattform und internationale Anschlussfähigkeit zu verschaffen.
WERKBESCHREIBUNG THEODOR WERNER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Medien: Vorwiegend Malerei auf Leinwand und Karton (Öl, Tempera).
Grafik: Mischtechniken, Gouachen und Lithografien.
STIL
Abstrakter Expressionismus & Informel: Werners Stil entwickelte sich weg vom frühen, strukturierenden Post-Impressionismus (Cézanne-Einfluss) hin zu einer völlig gegenstandslosen, lyrischen Abstraktion. Seine Bildsprache ist westeuropäisch-kosmopolitisch geprägt (Pariser Schule).
THEMEN | MOTIVE
Frühwerk: Stillleben und klassische Landschaftsmotive.
Spätwerk: Rhythmisierung des Bildraums. Abstrahierte, kosmische Chiffren, schwebende biomorphe Formen, Kraftlinien und energetische Farbkonstellationen. Es geht nicht um Abbildung, sondern um das Sichtbarmachen innerer, seelischer Bewegungen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Theodor Werners Arbeiten der Reifezeit zeichnen sich durch ein hochdynamisches Zusammenspiel von feinen, tastenden oder schwungvollen Linienkonstrukten und flächigen Farbfeldern aus. Die Kompositionen wirken selten starr-geometrisch, sondern organisch-rhythmisch. Seine Kunst verstand sich als universelle, von Gegenständen befreite Weltsprache.
ZITATE THEODOR WERNER
„Die gegenstandslose Kunst ist kein Verzicht auf die Wirklichkeit, sondern der Vorstoß in eine tiefere, unsichtbare Realität der Kräfte und Rhythmen.“ | Theodor Werner
KÜNSTLERPORTRÄT THODOR WERNER
Theodor Werner (1886–1969): In Jettenburg bei Tübingen geborener Maler, der nach einer Lehrerausbildung und prägenden Studien an der Stuttgarter Kunstakademie unter Robert Poetzelberger sowie längeren Aufenthalten in Paris zu einem der international bedeutendsten Pioniere der deutschen Nachkriegsabstraktion heranwuchs. Nach Jahren der Isolation und einem strikten Malverbot während der NS-Diktatur avancierte er ab 1947 in Berlin und später in München zu einer intellektuellen Leitfigur des künstlerischen Neuanfangs. Berühmt wurde Werner vor allem als Kernmitglied der legendären Münchner Künstlergruppe ZEN 49 sowie als zweifacher documenta-Teilnehmer (1955 und 1959). Seine meisterhaften, ungegenständlichen Kompositionen zeugen von einer tiefen Auseinandersetzung mit kosmischen, physikalischen und philosophischen Fragestellungen, wobei er das unkontrollierte Ausbrechen des Informel stets durch eine durchdachte Bildarchitektur disziplinierte. Sein unverwechselbarer Stil zeichnet sich durch organisch geschwungene, zeichenhafte Linienformationen und leuchtende, kontrastreiche Farbflächen aus, die eine vibrierende, beinahe musikalische Rhythmik auf der Leinwand entfalten. Als Gewinner des Kritikerpreises der Stadt Berlin (1951) und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes hinterließ er ein epochemachendes Œuvre, dessen substanzieller Nachlass heute in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bewahrt wird und den „Spielraum der Seele“ als energetisches Kraftfeld reiner Abstraktion meisterhaft verdichtet.
STICHWORTE THEODOR WERNER
Abstrakte Malerei, ZEN 49, Abstraction-Création, Entartete Kunst, Nachkriegsmoderne, Informel, Deutscher Künstlerbund, documenta
THEODOR WERNER
KUNSTWERKE THEODOR WERNER
Landschaften und Stillleben (Frühwerk, 1919–1929): Vorwiegend post-impressionistische und gegenständliche Ölgemälde (ein Großteil wurde 1945 zerstört).
Formes (1934)
Volute
Geburt (Nr. 49/41)
Komposition 62a (1951)
Zeichen in Bewegung II (1953)
Es Wächst (1954)
Komposition 26/56 (1956)
BIOGRAFIE THEODOR WERNER
Theodor Werner zählt zu den wegweisenden Pionieren und wichtigsten Vertretern der deutschen abstrakten Nachkriegsmoderne. Nach Anfängen in der gegenständlichen Malerei zog er 1930 nach Paris, wo er Anschluss an die internationale Avantgarde fand. Während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland als „entartet“ gebrandmarkt und mit einem totalen Malverbot belegt, wirkte er im Verborgenen als bedeutender Kunstsammler französischer Moderne. Nach 1945 prägte er von Berlin und München aus die Rückkehr Deutschlands in den internationalen Kunstdiskurs maßgeblich mit und verhalf der gegenstandslosen Abstraktion zum Durchbruch.
Geburtsjahr: 1886 (14. Februar)
Geburtsort: Jettenburg, Württemberg (Deutschland)
Todesjahr: 1969 (15. Januar)
Sterbeort: München, Bayern (Deutschland)
AUSBILDUNG THEODOR WERNER
1902–1908: Volksschullehrerausbildung an den württembergischen Lehrerbildungsanstalten in Nagold und Nürtingen.
1908–1909: Studium an der Stuttgarter Kunstakademie bei Robert Poetzelberger.
1909–1914: Mehrere ausgedehnte Studienreisen nach Paris; dort private künstlerische Weiterbildung und Ausbildung im Atelier von Charles Guérin sowie bei Kees van Dongen.
LEHRTÄTIGKEIT THEODOR WERNER
Frühe Phase: Vor seiner Vollzeit-Karriere als freischaffender Künstler war er kurzzeitig im württembergischen Schuldienst als Volksschullehrer tätig, um sein Studium zu finanzieren.
MITGLIEDSCHAFTEN THEODOR WERNER
Abstraction-Création: Pariser Künstlervereinigung (Eintritt 1930).
ZEN 49: Mitbegründer und Kernmitglied der einflussreichen Münchner Gruppe für abstrakte Kunst (aktiv 1950–1955).
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und aktiver Mitgestalter beim Wiederaufbau nach dem Krieg.
Akademie der Künste, Berlin: Ordentliches Mitglied der Abteilung Bildende Kunst.
AUSZEICHNUNGEN THEODOR WERNER
1951: Berliner Kunstpreis
1953: Premio Lissone (Italien)
1953 & 1954: Kritikerpreis Berlin
1962: Oberschwäbischer Kunstpreis
SAMMLUNGEN THEODOR WERNER
Werkes seines Schaffens befinden sich in namhaften internationalen Institutionen:
Museum of Modern Art (MoMA), New York
Staatsgalerie Stuttgart
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München (Verbleib seines Hauptnachlasses)
Berlinische Galerie, Berlin
AUSSTELLUNGEN THEODOR WERNER
EINZELAUSSTELLUNGEN
Historisch bedeutende Einzelausstellungen fanden unter anderem in den 1950er Jahren in der Galerie Springer (Berlin) und im Kestner-Gesellschaft (Hannover) statt.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1930–1935: Regelmäßige Salons der Gruppe Abstraction-Création in Paris.
1950–1955: Wanderausstellungen der Gruppe ZEN 49 im In- und Ausland.
1955: documenta I, Kassel
1959: documenta II, Kassel
PROJEKTE THEODOR WERNER
Manifestiert durch die Gruppe ZEN 49 beteiligte Theodor Werner aktiv an den kulturpolitischen Debatten der Nachkriegszeit, um der abstrakten Kunst im zerstörten Nachkriegsdeutschland eine neue Plattform und internationale Anschlussfähigkeit zu verschaffen.
WERKBESCHREIBUNG THEODOR WERNER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Medien: Vorwiegend Malerei auf Leinwand und Karton (Öl, Tempera).
Grafik: Mischtechniken, Gouachen und Lithografien.
STIL
Abstrakter Expressionismus & Informel: Werners Stil entwickelte sich weg vom frühen, strukturierenden Post-Impressionismus (Cézanne-Einfluss) hin zu einer völlig gegenstandslosen, lyrischen Abstraktion. Seine Bildsprache ist westeuropäisch-kosmopolitisch geprägt (Pariser Schule).
THEMEN | MOTIVE
Frühwerk: Stillleben und klassische Landschaftsmotive.
Spätwerk: Rhythmisierung des Bildraums. Abstrahierte, kosmische Chiffren, schwebende biomorphe Formen, Kraftlinien und energetische Farbkonstellationen. Es geht nicht um Abbildung, sondern um das Sichtbarmachen innerer, seelischer Bewegungen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Theodor Werners Arbeiten der Reifezeit zeichnen sich durch ein hochdynamisches Zusammenspiel von feinen, tastenden oder schwungvollen Linienkonstrukten und flächigen Farbfeldern aus. Die Kompositionen wirken selten starr-geometrisch, sondern organisch-rhythmisch. Seine Kunst verstand sich als universelle, von Gegenständen befreite Weltsprache.
ZITATE THEODOR WERNER
„Die gegenstandslose Kunst ist kein Verzicht auf die Wirklichkeit, sondern der Vorstoß in eine tiefere, unsichtbare Realität der Kräfte und Rhythmen.“ | Theodor Werner
KÜNSTLERPORTRÄT THODOR WERNER
Theodor Werner (1886–1969): In Jettenburg bei Tübingen geborener Maler, der nach einer Lehrerausbildung und prägenden Studien an der Stuttgarter Kunstakademie unter Robert Poetzelberger sowie längeren Aufenthalten in Paris zu einem der international bedeutendsten Pioniere der deutschen Nachkriegsabstraktion heranwuchs. Nach Jahren der Isolation und einem strikten Malverbot während der NS-Diktatur avancierte er ab 1947 in Berlin und später in München zu einer intellektuellen Leitfigur des künstlerischen Neuanfangs. Berühmt wurde Werner vor allem als Kernmitglied der legendären Münchner Künstlergruppe ZEN 49 sowie als zweifacher documenta-Teilnehmer (1955 und 1959). Seine meisterhaften, ungegenständlichen Kompositionen zeugen von einer tiefen Auseinandersetzung mit kosmischen, physikalischen und philosophischen Fragestellungen, wobei er das unkontrollierte Ausbrechen des Informel stets durch eine durchdachte Bildarchitektur disziplinierte. Sein unverwechselbarer Stil zeichnet sich durch organisch geschwungene, zeichenhafte Linienformationen und leuchtende, kontrastreiche Farbflächen aus, die eine vibrierende, beinahe musikalische Rhythmik auf der Leinwand entfalten. Als Gewinner des Kritikerpreises der Stadt Berlin (1951) und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes hinterließ er ein epochemachendes Œuvre, dessen substanzieller Nachlass heute in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bewahrt wird und den „Spielraum der Seele“ als energetisches Kraftfeld reiner Abstraktion meisterhaft verdichtet.
STICHWORTE THEODOR WERNER
Abstrakte Malerei, ZEN 49, Abstraction-Création, Entartete Kunst, Nachkriegsmoderne, Informel, Deutscher Künstlerbund, documenta
THEODOR WERNER
KUNSTWERKE THEODOR WERNER
Landschaften und Stillleben (Frühwerk, 1919–1929): Vorwiegend post-impressionistische und gegenständliche Ölgemälde (ein Großteil wurde 1945 zerstört).
Formes (1934)
Volute
Geburt (Nr. 49/41)
Komposition 62a (1951)
Zeichen in Bewegung II (1953)
Es Wächst (1954)
Komposition 26/56 (1956)
BIOGRAFIE THEODOR WERNER
Theodor Werner zählt zu den wegweisenden Pionieren und wichtigsten Vertretern der deutschen abstrakten Nachkriegsmoderne. Nach Anfängen in der gegenständlichen Malerei zog er 1930 nach Paris, wo er Anschluss an die internationale Avantgarde fand. Während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland als „entartet“ gebrandmarkt und mit einem totalen Malverbot belegt, wirkte er im Verborgenen als bedeutender Kunstsammler französischer Moderne. Nach 1945 prägte er von Berlin und München aus die Rückkehr Deutschlands in den internationalen Kunstdiskurs maßgeblich mit und verhalf der gegenstandslosen Abstraktion zum Durchbruch.
Geburtsjahr: 1886 (14. Februar)
Geburtsort: Jettenburg, Württemberg (Deutschland)
Todesjahr: 1969 (15. Januar)
Sterbeort: München, Bayern (Deutschland)
AUSBILDUNG THEODOR WERNER
1902–1908: Volksschullehrerausbildung an den württembergischen Lehrerbildungsanstalten in Nagold und Nürtingen.
1908–1909: Studium an der Stuttgarter Kunstakademie bei Robert Poetzelberger.
1909–1914: Mehrere ausgedehnte Studienreisen nach Paris; dort private künstlerische Weiterbildung und Ausbildung im Atelier von Charles Guérin sowie bei Kees van Dongen.
LEHRTÄTIGKEIT THEODOR WERNER
Frühe Phase: Vor seiner Vollzeit-Karriere als freischaffender Künstler war er kurzzeitig im württembergischen Schuldienst als Volksschullehrer tätig, um sein Studium zu finanzieren.
MITGLIEDSCHAFTEN THEODOR WERNER
Abstraction-Création: Pariser Künstlervereinigung (Eintritt 1930).
ZEN 49: Mitbegründer und Kernmitglied der einflussreichen Münchner Gruppe für abstrakte Kunst (aktiv 1950–1955).
Deutscher Künstlerbund: Mitglied und aktiver Mitgestalter beim Wiederaufbau nach dem Krieg.
Akademie der Künste, Berlin: Ordentliches Mitglied der Abteilung Bildende Kunst.
AUSZEICHNUNGEN THEODOR WERNER
1951: Berliner Kunstpreis
1953: Premio Lissone (Italien)
1953 & 1954: Kritikerpreis Berlin
1962: Oberschwäbischer Kunstpreis
SAMMLUNGEN THEODOR WERNER
Werkes seines Schaffens befinden sich in namhaften internationalen Institutionen:
Museum of Modern Art (MoMA), New York
Staatsgalerie Stuttgart
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München (Verbleib seines Hauptnachlasses)
Berlinische Galerie, Berlin
AUSSTELLUNGEN THEODOR WERNER
EINZELAUSSTELLUNGEN
Historisch bedeutende Einzelausstellungen fanden unter anderem in den 1950er Jahren in der Galerie Springer (Berlin) und im Kestner-Gesellschaft (Hannover) statt.
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
1930–1935: Regelmäßige Salons der Gruppe Abstraction-Création in Paris.
1950–1955: Wanderausstellungen der Gruppe ZEN 49 im In- und Ausland.
1955: documenta I, Kassel
1959: documenta II, Kassel
PROJEKTE THEODOR WERNER
Manifestiert durch die Gruppe ZEN 49 beteiligte Theodor Werner aktiv an den kulturpolitischen Debatten der Nachkriegszeit, um der abstrakten Kunst im zerstörten Nachkriegsdeutschland eine neue Plattform und internationale Anschlussfähigkeit zu verschaffen.
WERKBESCHREIBUNG THEODOR WERNER
SCHWERPUNKTE | MEDIEN
Medien: Vorwiegend Malerei auf Leinwand und Karton (Öl, Tempera).
Grafik: Mischtechniken, Gouachen und Lithografien.
STIL
Abstrakter Expressionismus & Informel: Werners Stil entwickelte sich weg vom frühen, strukturierenden Post-Impressionismus (Cézanne-Einfluss) hin zu einer völlig gegenstandslosen, lyrischen Abstraktion. Seine Bildsprache ist westeuropäisch-kosmopolitisch geprägt (Pariser Schule).
THEMEN | MOTIVE
Frühwerk: Stillleben und klassische Landschaftsmotive.
Spätwerk: Rhythmisierung des Bildraums. Abstrahierte, kosmische Chiffren, schwebende biomorphe Formen, Kraftlinien und energetische Farbkonstellationen. Es geht nicht um Abbildung, sondern um das Sichtbarmachen innerer, seelischer Bewegungen.
DEFINITION | BESCHREIBUNG | MERKMALE
Theodor Werners Arbeiten der Reifezeit zeichnen sich durch ein hochdynamisches Zusammenspiel von feinen, tastenden oder schwungvollen Linienkonstrukten und flächigen Farbfeldern aus. Die Kompositionen wirken selten starr-geometrisch, sondern organisch-rhythmisch. Seine Kunst verstand sich als universelle, von Gegenständen befreite Weltsprache.
ZITATE THEODOR WERNER
„Die gegenstandslose Kunst ist kein Verzicht auf die Wirklichkeit, sondern der Vorstoß in eine tiefere, unsichtbare Realität der Kräfte und Rhythmen.“ | Theodor Werner
KÜNSTLERPORTRÄT THODOR WERNER
Theodor Werner (1886–1969): In Jettenburg bei Tübingen geborener Maler, der nach einer Lehrerausbildung und prägenden Studien an der Stuttgarter Kunstakademie unter Robert Poetzelberger sowie längeren Aufenthalten in Paris zu einem der international bedeutendsten Pioniere der deutschen Nachkriegsabstraktion heranwuchs. Nach Jahren der Isolation und einem strikten Malverbot während der NS-Diktatur avancierte er ab 1947 in Berlin und später in München zu einer intellektuellen Leitfigur des künstlerischen Neuanfangs. Berühmt wurde Werner vor allem als Kernmitglied der legendären Münchner Künstlergruppe ZEN 49 sowie als zweifacher documenta-Teilnehmer (1955 und 1959). Seine meisterhaften, ungegenständlichen Kompositionen zeugen von einer tiefen Auseinandersetzung mit kosmischen, physikalischen und philosophischen Fragestellungen, wobei er das unkontrollierte Ausbrechen des Informel stets durch eine durchdachte Bildarchitektur disziplinierte. Sein unverwechselbarer Stil zeichnet sich durch organisch geschwungene, zeichenhafte Linienformationen und leuchtende, kontrastreiche Farbflächen aus, die eine vibrierende, beinahe musikalische Rhythmik auf der Leinwand entfalten. Als Gewinner des Kritikerpreises der Stadt Berlin (1951) und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes hinterließ er ein epochemachendes Œuvre, dessen substanzieller Nachlass heute in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bewahrt wird und den „Spielraum der Seele“ als energetisches Kraftfeld reiner Abstraktion meisterhaft verdichtet.
STICHWORTE THEODOR WERNER
Abstrakte Malerei, ZEN 49, Abstraction-Création, Entartete Kunst, Nachkriegsmoderne, Informel, Deutscher Künstlerbund, documenta