GCB Kunstlexikon
BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
KUNSTWERKE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550008, 2024, Öl auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Peter Witt, Samnaungruppe bei Ischgl, 202649000799, 2026, Öl auf Leinwand, 100 cm x 140 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550028, 2025 – 2026, ÖL auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Peter Witt, Alpen bei der Zugspitze, 202616500799, 2026, Öl auf Leinwand, 50 cm x 40 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550044, 2025 – 2026, ÖL auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner
VIDEOS BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Spektakuläre Kunst in den Dolomiten: Elevated Art | Capriccio | BR
Bayerischer Rundfunk | Dieser Beitrag aus dem Kulturmagazin „Capriccio“ stellt einen Kinofilm über Kunstprojekte in den Dolomiten vor. Kunst auf die Berge gestellt? Kann sehr toll sein. Für manche eine Sünde, eine Schmach, für manche Grund für große Begeisterung. Ein neuer Dokumentarfilm zeigt zeitgenössische Kunst in spektakulärer Berglandschaft in den Dolomiten. Elevated Art – Wer Kunst auf Berge stellt- so der Titel. Autor: Henning Biedermann Aus der TV-Sendung vom 24.7.2025 | YouTube
DEFINITION BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Berge in der zeitgenössischen Kunst bezeichnet die visuelle, konzeptuelle und mediale Auseinandersetzung mit dem Motiv des Berges in der Kunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Im Gegensatz zur klassischen Landschaftsmalerei dient der Berg hier nicht mehr primär als Kulisse für das „Erhabene“ oder als romantischer Sehnsuchtsort. In der zeitgenössischen Praxis fungiert das Bergmassiv als hyperkomplexer Kultur- und Projektionsraum. Zentrale Diskurse umfassen die ökologische Krise (Klimawandel, Gletscherschmelze, Permafrostverlust), die Zivilisationskritik (Massentourismus, Kommerzialisierung, Erschließung der Natur), die mediale Dekonstruktion (Auflösung starrer Perspektiven durch digitale Fotografie, 3D-Scans und KI) und die Phänomenologie des Raums (Der Berg als körperlich zu erfahrender Ausstellungsort in der Land Art).
HISTORIE & CHRONOLOGIE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
1960er–1970er Jahre (Die physische Wende): Die Land Art bricht aus den Museen aus. Künstler nutzen die Berge als direktes Arbeitsmaterial oder als monumentale Ausstellungsfläche. Der Aufstieg zum Kunstwerk wird selbst zur Performance.
1980er–1990er Jahre (Die Entmystifizierung): Die zeitgenössische Fotografie (insbesondere die Düsseldorfer Photoschule) nähert sich dem Berg mit dokumentarischer Nüchternheit. Gleichzeitig dekonstruiert die Postmoderne das romantische Bergbild durch Ironie und Aneignung (Appropriation Art).
2000er Jahre bis heute (Die ökologische und digitale Wende): Der Fokus verschiebt sich radikal auf das Anthropozän. Der Berg wird als verletzliches, sterbendes Ökosystem porträtiert. Technologisch lösen Künstler das klassische Zentralperspektiven-Bild durch digitale Rekonstruktionen auf.
WEGBEREITER BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Caspar David Friedrich (1774–1840): Begründer des romantischen Bergbildes, bei dem der Berg zur metaphysischen Projektionsfläche für die menschliche Seele und das Erhabene wird. Zeitgenössische Künstler arbeiten sich bis heute an seinen Bildkompositionen ab.
Paul Cézanne (1839–1906): Mit seinen unzähligen Darstellungen der Montagne Sainte-Victoire brach er die Zentralperspektive auf. Er bereitete den Weg dafür, Berge als geometrische und strukturelle Systeme statt als bloße Naturabbilder zu begreifen.
Ferdinand Hodler (1853–1918): Seine extremen Stilisierungen, Symmetrien und die Betonung der monumentalen Linienführung der Alpen lösten das Motiv von der reinen Geografie und machten den Berg zu einem symbolistischen Ausdrucksträger.
KÜNSTLER BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Gerhard Richter (*1932): Seine berühmten, fotorealistischen und zugleich unscharf verwischten Alpenbilder hinterfragen das Medium der Malerei und brechen mit jeglicher romantischer Kitsch-Erwartung.
Walter De Maria (1935–2013) & Michael Heizer (*1944): Pioniere der Land Art, die Wüsten und Bergregionen der USA durch monumentale Erdarbeiten und geometrische Einschnitte in skulpturale Räume verwandelten.
Balthasar Burkhard (1944–2010): Schweizer Fotograf, dessen monumentale, kontrastreiche Schwarz-Weiß-Fotografien von Alpenmassiven die architektonische und fast abstrakte Wucht von Felsformationen dokumentieren.
Gabriele Engelhardt (*1967): In ihrer Serie „Kehler Berge“ dokumentiert sie Abraumhalden und industrielle Gesteinsberge. Sie setzt diese digital aus tausenden Einzelaufnahmen neu zusammen, was die Grenze zwischen Naturmonument und anthropogener Skulptur verwischt.
Per Kristian Nygård (*1979): Bekannt für ortsspezifische Installationen, bei denen er ganze Berglandschaften aus Erde und Gras in sterile, urbane Galerieräume baut, um die Entfremdung zwischen Mensch und Natur physisch erfahrbar zu machen.
Felix Rehfeld (*1981): Ein zentraler Akteur der zeitgenössischen Bergmalerei. Der Meisterschüler von Karin Kneffel dekonstruiert alpine Landschaften, indem er sie oft in extreme Unschärfen auflöst oder stark abstrahiert. Seine Werke changieren zwischen fotorealistischer Anmutung und reiner Materialität der Farbe, wodurch der Berg zum reinen Malereidiskurs wird.
Peter Witt (*1958): setzt sich intensiv mit den geologischen Schichten, Mustern und Verwerfungen von Bergmassiven auseinander. Seine Arbeiten übersetzen die monumentale Tektonik der Berge oft in reduzierte, fast minimalistische Strukturen und thematisieren die zeitliche Tiefe und Transformation der Natur.
ZITATE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
„Der Berg ist nicht mehr das Unvergängliche. In der zeitgenössischen Kunst ist er zum Seismografen unserer eigenen Endlichkeit geworden.“ | Kuratorisches Statement, Ausstellung „Weil er da ist… Berge in der zeitgenössischen Kunst“ (2026)
„Wenn ich einen Berg male, male ich kein Stück Natur, sondern die Geschichte unserer Versuche, diese Natur zu begreifen und zu beherrschen.“ | Gerhard Richter
„Die Berge sind die großen Kulturdenkmäler des Anthropozäns. Jede schmelzende Flanke, jeder rissige Fels erzählt von unserem kollektiven Fußabdruck.“ | Unbekannter zeitgenössischer Land-Art-Künstler
BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
KUNSTWERKE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550008, 2024, Öl auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Peter Witt, Samnaungruppe bei Ischgl, 202649000799, 2026, Öl auf Leinwand, 100 cm x 140 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550028, 2025 – 2026, ÖL auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Peter Witt, Alpen bei der Zugspitze, 202616500799, 2026, Öl auf Leinwand, 50 cm x 40 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550044, 2025 – 2026, ÖL auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner
VIDEOS BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Spektakuläre Kunst in den Dolomiten: Elevated Art | Capriccio | BR
Bayerischer Rundfunk | Dieser Beitrag aus dem Kulturmagazin „Capriccio“ stellt einen Kinofilm über Kunstprojekte in den Dolomiten vor. Kunst auf die Berge gestellt? Kann sehr toll sein. Für manche eine Sünde, eine Schmach, für manche Grund für große Begeisterung. Ein neuer Dokumentarfilm zeigt zeitgenössische Kunst in spektakulärer Berglandschaft in den Dolomiten. Elevated Art – Wer Kunst auf Berge stellt- so der Titel. Autor: Henning Biedermann Aus der TV-Sendung vom 24.7.2025 | YouTube
DEFINITION BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Berge in der zeitgenössischen Kunst bezeichnet die visuelle, konzeptuelle und mediale Auseinandersetzung mit dem Motiv des Berges in der Kunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Im Gegensatz zur klassischen Landschaftsmalerei dient der Berg hier nicht mehr primär als Kulisse für das „Erhabene“ oder als romantischer Sehnsuchtsort. In der zeitgenössischen Praxis fungiert das Bergmassiv als hyperkomplexer Kultur- und Projektionsraum. Zentrale Diskurse umfassen die ökologische Krise (Klimawandel, Gletscherschmelze, Permafrostverlust), die Zivilisationskritik (Massentourismus, Kommerzialisierung, Erschließung der Natur), die mediale Dekonstruktion (Auflösung starrer Perspektiven durch digitale Fotografie, 3D-Scans und KI) und die Phänomenologie des Raums (Der Berg als körperlich zu erfahrender Ausstellungsort in der Land Art).
HISTORIE & CHRONOLOGIE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
1960er–1970er Jahre (Die physische Wende): Die Land Art bricht aus den Museen aus. Künstler nutzen die Berge als direktes Arbeitsmaterial oder als monumentale Ausstellungsfläche. Der Aufstieg zum Kunstwerk wird selbst zur Performance.
1980er–1990er Jahre (Die Entmystifizierung): Die zeitgenössische Fotografie (insbesondere die Düsseldorfer Photoschule) nähert sich dem Berg mit dokumentarischer Nüchternheit. Gleichzeitig dekonstruiert die Postmoderne das romantische Bergbild durch Ironie und Aneignung (Appropriation Art).
2000er Jahre bis heute (Die ökologische und digitale Wende): Der Fokus verschiebt sich radikal auf das Anthropozän. Der Berg wird als verletzliches, sterbendes Ökosystem porträtiert. Technologisch lösen Künstler das klassische Zentralperspektiven-Bild durch digitale Rekonstruktionen auf.
WEGBEREITER BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Caspar David Friedrich (1774–1840): Begründer des romantischen Bergbildes, bei dem der Berg zur metaphysischen Projektionsfläche für die menschliche Seele und das Erhabene wird. Zeitgenössische Künstler arbeiten sich bis heute an seinen Bildkompositionen ab.
Paul Cézanne (1839–1906): Mit seinen unzähligen Darstellungen der Montagne Sainte-Victoire brach er die Zentralperspektive auf. Er bereitete den Weg dafür, Berge als geometrische und strukturelle Systeme statt als bloße Naturabbilder zu begreifen.
Ferdinand Hodler (1853–1918): Seine extremen Stilisierungen, Symmetrien und die Betonung der monumentalen Linienführung der Alpen lösten das Motiv von der reinen Geografie und machten den Berg zu einem symbolistischen Ausdrucksträger.
KÜNSTLER BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Gerhard Richter (*1932): Seine berühmten, fotorealistischen und zugleich unscharf verwischten Alpenbilder hinterfragen das Medium der Malerei und brechen mit jeglicher romantischer Kitsch-Erwartung.
Walter De Maria (1935–2013) & Michael Heizer (*1944): Pioniere der Land Art, die Wüsten und Bergregionen der USA durch monumentale Erdarbeiten und geometrische Einschnitte in skulpturale Räume verwandelten.
Balthasar Burkhard (1944–2010): Schweizer Fotograf, dessen monumentale, kontrastreiche Schwarz-Weiß-Fotografien von Alpenmassiven die architektonische und fast abstrakte Wucht von Felsformationen dokumentieren.
Gabriele Engelhardt (*1967): In ihrer Serie „Kehler Berge“ dokumentiert sie Abraumhalden und industrielle Gesteinsberge. Sie setzt diese digital aus tausenden Einzelaufnahmen neu zusammen, was die Grenze zwischen Naturmonument und anthropogener Skulptur verwischt.
Per Kristian Nygård (*1979): Bekannt für ortsspezifische Installationen, bei denen er ganze Berglandschaften aus Erde und Gras in sterile, urbane Galerieräume baut, um die Entfremdung zwischen Mensch und Natur physisch erfahrbar zu machen.
Felix Rehfeld (*1981): Ein zentraler Akteur der zeitgenössischen Bergmalerei. Der Meisterschüler von Karin Kneffel dekonstruiert alpine Landschaften, indem er sie oft in extreme Unschärfen auflöst oder stark abstrahiert. Seine Werke changieren zwischen fotorealistischer Anmutung und reiner Materialität der Farbe, wodurch der Berg zum reinen Malereidiskurs wird.
Peter Witt (*1958): setzt sich intensiv mit den geologischen Schichten, Mustern und Verwerfungen von Bergmassiven auseinander. Seine Arbeiten übersetzen die monumentale Tektonik der Berge oft in reduzierte, fast minimalistische Strukturen und thematisieren die zeitliche Tiefe und Transformation der Natur.
ZITATE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
„Der Berg ist nicht mehr das Unvergängliche. In der zeitgenössischen Kunst ist er zum Seismografen unserer eigenen Endlichkeit geworden.“ | Kuratorisches Statement, Ausstellung „Weil er da ist… Berge in der zeitgenössischen Kunst“ (2026)
„Wenn ich einen Berg male, male ich kein Stück Natur, sondern die Geschichte unserer Versuche, diese Natur zu begreifen und zu beherrschen.“ | Gerhard Richter
„Die Berge sind die großen Kulturdenkmäler des Anthropozäns. Jede schmelzende Flanke, jeder rissige Fels erzählt von unserem kollektiven Fußabdruck.“ | Unbekannter zeitgenössischer Land-Art-Künstler
BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
KUNSTWERKE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550008, 2024, Öl auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Peter Witt, Samnaungruppe bei Ischgl, 202649000799, 2026, Öl auf Leinwand, 100 cm x 140 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550028, 2025 – 2026, ÖL auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Peter Witt, Alpen bei der Zugspitze, 202616500799, 2026, Öl auf Leinwand, 50 cm x 40 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Berge in der zeitgenössischen Kunst, Felix Rehfeld, Ohne Titel Berg 37550044, 2025 – 2026, ÖL auf MDF, Schattenfugenrahmen, 37,5 cm x 50 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner
VIDEOS BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Spektakuläre Kunst in den Dolomiten: Elevated Art | Capriccio | BR
Bayerischer Rundfunk | Dieser Beitrag aus dem Kulturmagazin „Capriccio“ stellt einen Kinofilm über Kunstprojekte in den Dolomiten vor. Kunst auf die Berge gestellt? Kann sehr toll sein. Für manche eine Sünde, eine Schmach, für manche Grund für große Begeisterung. Ein neuer Dokumentarfilm zeigt zeitgenössische Kunst in spektakulärer Berglandschaft in den Dolomiten. Elevated Art – Wer Kunst auf Berge stellt- so der Titel. Autor: Henning Biedermann Aus der TV-Sendung vom 24.7.2025 | YouTube
DEFINITION BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Berge in der zeitgenössischen Kunst bezeichnet die visuelle, konzeptuelle und mediale Auseinandersetzung mit dem Motiv des Berges in der Kunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Im Gegensatz zur klassischen Landschaftsmalerei dient der Berg hier nicht mehr primär als Kulisse für das „Erhabene“ oder als romantischer Sehnsuchtsort. In der zeitgenössischen Praxis fungiert das Bergmassiv als hyperkomplexer Kultur- und Projektionsraum. Zentrale Diskurse umfassen die ökologische Krise (Klimawandel, Gletscherschmelze, Permafrostverlust), die Zivilisationskritik (Massentourismus, Kommerzialisierung, Erschließung der Natur), die mediale Dekonstruktion (Auflösung starrer Perspektiven durch digitale Fotografie, 3D-Scans und KI) und die Phänomenologie des Raums (Der Berg als körperlich zu erfahrender Ausstellungsort in der Land Art).
HISTORIE & CHRONOLOGIE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
1960er–1970er Jahre (Die physische Wende): Die Land Art bricht aus den Museen aus. Künstler nutzen die Berge als direktes Arbeitsmaterial oder als monumentale Ausstellungsfläche. Der Aufstieg zum Kunstwerk wird selbst zur Performance.
1980er–1990er Jahre (Die Entmystifizierung): Die zeitgenössische Fotografie (insbesondere die Düsseldorfer Photoschule) nähert sich dem Berg mit dokumentarischer Nüchternheit. Gleichzeitig dekonstruiert die Postmoderne das romantische Bergbild durch Ironie und Aneignung (Appropriation Art).
2000er Jahre bis heute (Die ökologische und digitale Wende): Der Fokus verschiebt sich radikal auf das Anthropozän. Der Berg wird als verletzliches, sterbendes Ökosystem porträtiert. Technologisch lösen Künstler das klassische Zentralperspektiven-Bild durch digitale Rekonstruktionen auf.
WEGBEREITER BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Caspar David Friedrich (1774–1840): Begründer des romantischen Bergbildes, bei dem der Berg zur metaphysischen Projektionsfläche für die menschliche Seele und das Erhabene wird. Zeitgenössische Künstler arbeiten sich bis heute an seinen Bildkompositionen ab.
Paul Cézanne (1839–1906): Mit seinen unzähligen Darstellungen der Montagne Sainte-Victoire brach er die Zentralperspektive auf. Er bereitete den Weg dafür, Berge als geometrische und strukturelle Systeme statt als bloße Naturabbilder zu begreifen.
Ferdinand Hodler (1853–1918): Seine extremen Stilisierungen, Symmetrien und die Betonung der monumentalen Linienführung der Alpen lösten das Motiv von der reinen Geografie und machten den Berg zu einem symbolistischen Ausdrucksträger.
KÜNSTLER BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
Gerhard Richter (*1932): Seine berühmten, fotorealistischen und zugleich unscharf verwischten Alpenbilder hinterfragen das Medium der Malerei und brechen mit jeglicher romantischer Kitsch-Erwartung.
Walter De Maria (1935–2013) & Michael Heizer (*1944): Pioniere der Land Art, die Wüsten und Bergregionen der USA durch monumentale Erdarbeiten und geometrische Einschnitte in skulpturale Räume verwandelten.
Balthasar Burkhard (1944–2010): Schweizer Fotograf, dessen monumentale, kontrastreiche Schwarz-Weiß-Fotografien von Alpenmassiven die architektonische und fast abstrakte Wucht von Felsformationen dokumentieren.
Gabriele Engelhardt (*1967): In ihrer Serie „Kehler Berge“ dokumentiert sie Abraumhalden und industrielle Gesteinsberge. Sie setzt diese digital aus tausenden Einzelaufnahmen neu zusammen, was die Grenze zwischen Naturmonument und anthropogener Skulptur verwischt.
Per Kristian Nygård (*1979): Bekannt für ortsspezifische Installationen, bei denen er ganze Berglandschaften aus Erde und Gras in sterile, urbane Galerieräume baut, um die Entfremdung zwischen Mensch und Natur physisch erfahrbar zu machen.
Felix Rehfeld (*1981): Ein zentraler Akteur der zeitgenössischen Bergmalerei. Der Meisterschüler von Karin Kneffel dekonstruiert alpine Landschaften, indem er sie oft in extreme Unschärfen auflöst oder stark abstrahiert. Seine Werke changieren zwischen fotorealistischer Anmutung und reiner Materialität der Farbe, wodurch der Berg zum reinen Malereidiskurs wird.
Peter Witt (*1958): setzt sich intensiv mit den geologischen Schichten, Mustern und Verwerfungen von Bergmassiven auseinander. Seine Arbeiten übersetzen die monumentale Tektonik der Berge oft in reduzierte, fast minimalistische Strukturen und thematisieren die zeitliche Tiefe und Transformation der Natur.
ZITATE BERGE IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST
„Der Berg ist nicht mehr das Unvergängliche. In der zeitgenössischen Kunst ist er zum Seismografen unserer eigenen Endlichkeit geworden.“ | Kuratorisches Statement, Ausstellung „Weil er da ist… Berge in der zeitgenössischen Kunst“ (2026)
„Wenn ich einen Berg male, male ich kein Stück Natur, sondern die Geschichte unserer Versuche, diese Natur zu begreifen und zu beherrschen.“ | Gerhard Richter
„Die Berge sind die großen Kulturdenkmäler des Anthropozäns. Jede schmelzende Flanke, jeder rissige Fels erzählt von unserem kollektiven Fußabdruck.“ | Unbekannter zeitgenössischer Land-Art-Künstler