GCB Kunstlexikon
DER ELFENBEINTURM IN DER KUNST
KUNSTWERKE ELFENBEINTURM

Theo Hellmerich, Elfenbeinturm, 1952, Radierung, Probedruck, 24 cm x 27 cm, mit Rahmen 42 cm x 53 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Theo Hellmerich, Elfenbeinturm, 1952, Radierung, Probedruck, 24 cm x 27 cm, mit Rahmen 42 cm x 53 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie
DEFINITION ELFENBEINTURM
Der Begriff „Elfenbeinturm“ ist eine Metapher für einen Zustand der bewussten Abgeschiedenheit, Distanzierung und Entkopplung von der alltäglichen Realität und der praktischen Lebenswelt.
Abstrakte Denkwelt: Er beschreibt Orte oder Geisteshaltungen, an denen sich Menschen rein theoretisch, wissenschaftlich oder künstlerisch betätigen, ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Wirklichkeit.
Akademische Isolation: Am häufigsten wird der Begriff heute als Kritik an Universitäten und der Wissenschaft genutzt. Er wirft Forschenden vor, in einer elitären Blase zu leben und Theorien zu entwickeln, die für die normale Bevölkerung unverständlich oder nutzlos sind.
DIE ZWEI FACETTEN DES BEGRIFFS ELFENBEINTURM
Negativer Vorwurf – Arroganz: Der Vorwurf impliziert Weltfremdheit, Überheblichkeit, Realitätsverlust und einen Mangel an sozialer Verantwortung.
Schutzraum – Autonomie: Der Turm kann auch ein notwendiger Rückzugsort sein. Er schützt das Denken und Schaffen vor kommerziellem Druck, politischer Zensur und dem Zwang, sofort nützlich sein zu müssen.
HISTORIE + CHRONOLOGIE ELFENBEINTURM
Die historische Entwicklung des Begriffs „Elfenbeinturm“ vollzog sich in drei großen Schritten: von einem antiken Schönheitsideal über ein christliches Symbol hin zur heutigen Metapher für weltfremde Isolation.
Ca. 10. – 4. Jahrhundert v. Chr. – Antike | Altes Testament)
Die allererste Erwähnung findet sich in der Bibel im Hohelied Salomos (Kapitel 7, Vers 5). Dort heißt es lobend über die Braut: „Dein Hals ist wie ein Elfenbeinturm“. Zu dieser Zeit stand der Begriff rein für ästhetische Makellosigkeit, Kostbarkeit, Schlankheit und Stolz.
12. – 16. Jahrhundert – Mittelalter | Christliche Liturgie
Die katholische Kirche deutet die antike Metapher im Zuge der Marienverehrung um. In der Lauretanischen Litanei wird die Jungfrau Maria allegorisch als „turris eburnea“ (elfenbeinerner Turm) angerufen. Das weiße, edle Elfenbein symbolisiert hier ihre Reinheit, Unberührtheit und Unnahbarkeit gegenüber den Sünden der Welt.
1837 | 19. Jahrhundert | Die literarische Wende
Der französische Literaturkritiker Charles-Augustin Sainte-Beuve bricht radikal mit der religiösen Bedeutung. In seinem Gedicht „Pensées d’Août“ beschreibt er den Dichter Alfred de Vigny. Während andere Autoren sich politisch engagierten, habe de Vigny sich in seinen „Elfenbeinturm“ (tour d’ivoire) zurückgezogen, um reine Kunst zu schaffen. Die moderne Bedeutung des freiwilligen Rückzugs aus der Realität war geboren.
Spätes 19. & frühes 20. Jahrhundert – Ästhetizismus | L’art pour l’art
Künstler und Intellektuelle des „Fin de Siècle“ besetzen den Begriff positiv. Der Elfenbeinturm wird zum stolzen Symbol für die Autonomie der Kunst. Geistiges Schaffen soll frei von moralischen, politischen oder wirtschaftlichen Zwecken existieren – „Die Kunst um der Kunst willen“.
Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute – Die Demokratisierung & Kritik
Mit dem Ausbau der Universitäten nach dem Zweiten Weltkrieg wandelt sich der Begriff endgültig zum negativen Vorwurf. Er etabliert sich als Kampfbegriff gegen die Wissenschaft und Politik. Der Vorwurf lautet seither: Praxisferne, Arroganz und soziale Verantwortungslosigkeit einer abgehobenen Elite.
MODERNE UND SURREALISTISCHE HAUPTWERKE ELFENBEINTURM
In der modernen Kunst wird der Turm als Ort der Isolation, der Wissenschaft oder der Abgeschiedenheit gemalt.
„Elfenbeinturm“ (1996) von Paul Flora: Eine berühmte Tuschezeichnung des österreichischen Grafikers Paul Flora. Er bildete das Motiv gewohnt feinsinnig-ironisch ab.
„Elfenbeinturm“ (2001) von Johann Meier: Ein konkretes, zeitgenössisches Ölgemälde des deutschen Surrealisten Johann Meier. Das Werk zeigt eine surreale, futuristische Turm- und Stadtlandschaft, die die Einsamkeit und Künstlichkeit des Motivs visuell einfängt.
„Der Elfenbeinturm“ (2022) von Marcus und Liam Tanzen: Das Hamburger Künstlerduo hat unter diesem Namen eine dreidimensionale Wandminiatur in der Urbanshit Gallery erschaffen. Es stellt eine detailgetreue, urbane, fiktive Hausfassade dar, die die Isolation im städtischen Raum thematisiert.
ZITATE ELFENBEINTURM
„Und Vigny, der besonnenere, hielt sich abseits wie in seinem Elfenbeinturm, wo er noch vor Mittag hineingegangen war.“ | Charles-Augustin Sainte-Beuve – Gedicht „Pensées d’Août“, 1837 | Das Zitat begründet die moderne Metapher
„Ein Intellektueller, der sich in den Elfenbeinturm zurückzieht, verliert die Fähigkeit, die Welt zu verändern, und wird schließlich unfähig, sie überhaupt noch zu verstehen.“ | Jean-Paul Sartre
„Wissenschaftler im Elfenbeinturm neigen dazu, Antworten auf Fragen zu geben, die niemand gestellt hat.“ | Unbekannt – häufiges Bonmot in der Wissenschaftskritik
„Die Kunst darf kein Elfenbeinturm sein; sie muss auf die Straße gehen und mit den Menschen sprechen.“ | Wolf Vostell – deutscher Aktionskünstler
„Man wirft den Künstlern oft vor, sie lebten im Elfenbeinturm. Aber vergessen Sie nicht: Manchmal ist der Elfenbeinturm der einzige Ort, an dem man nicht vom Dreck der Straße besudelt wird.“ | Gottfried Benn
„Der Elfenbeinturm ist keine Festung der Arroganz, sondern ein Sanatorium für Gedanken, die in der Hektik des Alltags sterben würden.“ | Unbekannt
DER ELFENBEINTURM IN DER KUNST
KUNSTWERKE ELFENBEINTURM

Theo Hellmerich, Elfenbeinturm, 1952, Radierung, Probedruck, 24 cm x 27 cm, mit Rahmen 42 cm x 53 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Theo Hellmerich, Elfenbeinturm, 1952, Radierung, Probedruck, 24 cm x 27 cm, mit Rahmen 42 cm x 53 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie
DEFINITION ELFENBEINTURM
Der Begriff „Elfenbeinturm“ ist eine Metapher für einen Zustand der bewussten Abgeschiedenheit, Distanzierung und Entkopplung von der alltäglichen Realität und der praktischen Lebenswelt.
Abstrakte Denkwelt: Er beschreibt Orte oder Geisteshaltungen, an denen sich Menschen rein theoretisch, wissenschaftlich oder künstlerisch betätigen, ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Wirklichkeit.
Akademische Isolation: Am häufigsten wird der Begriff heute als Kritik an Universitäten und der Wissenschaft genutzt. Er wirft Forschenden vor, in einer elitären Blase zu leben und Theorien zu entwickeln, die für die normale Bevölkerung unverständlich oder nutzlos sind.
DIE ZWEI FACETTEN DES BEGRIFFS ELFENBEINTURM
Negativer Vorwurf – Arroganz: Der Vorwurf impliziert Weltfremdheit, Überheblichkeit, Realitätsverlust und einen Mangel an sozialer Verantwortung.
Schutzraum – Autonomie: Der Turm kann auch ein notwendiger Rückzugsort sein. Er schützt das Denken und Schaffen vor kommerziellem Druck, politischer Zensur und dem Zwang, sofort nützlich sein zu müssen.
HISTORIE + CHRONOLOGIE ELFENBEINTURM
Die historische Entwicklung des Begriffs „Elfenbeinturm“ vollzog sich in drei großen Schritten: von einem antiken Schönheitsideal über ein christliches Symbol hin zur heutigen Metapher für weltfremde Isolation.
Ca. 10. – 4. Jahrhundert v. Chr. – Antike | Altes Testament)
Die allererste Erwähnung findet sich in der Bibel im Hohelied Salomos (Kapitel 7, Vers 5). Dort heißt es lobend über die Braut: „Dein Hals ist wie ein Elfenbeinturm“. Zu dieser Zeit stand der Begriff rein für ästhetische Makellosigkeit, Kostbarkeit, Schlankheit und Stolz.
12. – 16. Jahrhundert – Mittelalter | Christliche Liturgie
Die katholische Kirche deutet die antike Metapher im Zuge der Marienverehrung um. In der Lauretanischen Litanei wird die Jungfrau Maria allegorisch als „turris eburnea“ (elfenbeinerner Turm) angerufen. Das weiße, edle Elfenbein symbolisiert hier ihre Reinheit, Unberührtheit und Unnahbarkeit gegenüber den Sünden der Welt.
1837 | 19. Jahrhundert | Die literarische Wende
Der französische Literaturkritiker Charles-Augustin Sainte-Beuve bricht radikal mit der religiösen Bedeutung. In seinem Gedicht „Pensées d’Août“ beschreibt er den Dichter Alfred de Vigny. Während andere Autoren sich politisch engagierten, habe de Vigny sich in seinen „Elfenbeinturm“ (tour d’ivoire) zurückgezogen, um reine Kunst zu schaffen. Die moderne Bedeutung des freiwilligen Rückzugs aus der Realität war geboren.
Spätes 19. & frühes 20. Jahrhundert – Ästhetizismus | L’art pour l’art
Künstler und Intellektuelle des „Fin de Siècle“ besetzen den Begriff positiv. Der Elfenbeinturm wird zum stolzen Symbol für die Autonomie der Kunst. Geistiges Schaffen soll frei von moralischen, politischen oder wirtschaftlichen Zwecken existieren – „Die Kunst um der Kunst willen“.
Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute – Die Demokratisierung & Kritik
Mit dem Ausbau der Universitäten nach dem Zweiten Weltkrieg wandelt sich der Begriff endgültig zum negativen Vorwurf. Er etabliert sich als Kampfbegriff gegen die Wissenschaft und Politik. Der Vorwurf lautet seither: Praxisferne, Arroganz und soziale Verantwortungslosigkeit einer abgehobenen Elite.
MODERNE UND SURREALISTISCHE HAUPTWERKE ELFENBEINTURM
In der modernen Kunst wird der Turm als Ort der Isolation, der Wissenschaft oder der Abgeschiedenheit gemalt.
„Elfenbeinturm“ (1996) von Paul Flora: Eine berühmte Tuschezeichnung des österreichischen Grafikers Paul Flora. Er bildete das Motiv gewohnt feinsinnig-ironisch ab.
„Elfenbeinturm“ (2001) von Johann Meier: Ein konkretes, zeitgenössisches Ölgemälde des deutschen Surrealisten Johann Meier. Das Werk zeigt eine surreale, futuristische Turm- und Stadtlandschaft, die die Einsamkeit und Künstlichkeit des Motivs visuell einfängt.
„Der Elfenbeinturm“ (2022) von Marcus und Liam Tanzen: Das Hamburger Künstlerduo hat unter diesem Namen eine dreidimensionale Wandminiatur in der Urbanshit Gallery erschaffen. Es stellt eine detailgetreue, urbane, fiktive Hausfassade dar, die die Isolation im städtischen Raum thematisiert.
ZITATE ELFENBEINTURM
„Und Vigny, der besonnenere, hielt sich abseits wie in seinem Elfenbeinturm, wo er noch vor Mittag hineingegangen war.“ | Charles-Augustin Sainte-Beuve – Gedicht „Pensées d’Août“, 1837 | Das Zitat begründet die moderne Metapher
„Ein Intellektueller, der sich in den Elfenbeinturm zurückzieht, verliert die Fähigkeit, die Welt zu verändern, und wird schließlich unfähig, sie überhaupt noch zu verstehen.“ | Jean-Paul Sartre
„Wissenschaftler im Elfenbeinturm neigen dazu, Antworten auf Fragen zu geben, die niemand gestellt hat.“ | Unbekannt – häufiges Bonmot in der Wissenschaftskritik
„Die Kunst darf kein Elfenbeinturm sein; sie muss auf die Straße gehen und mit den Menschen sprechen.“ | Wolf Vostell – deutscher Aktionskünstler
„Man wirft den Künstlern oft vor, sie lebten im Elfenbeinturm. Aber vergessen Sie nicht: Manchmal ist der Elfenbeinturm der einzige Ort, an dem man nicht vom Dreck der Straße besudelt wird.“ | Gottfried Benn
„Der Elfenbeinturm ist keine Festung der Arroganz, sondern ein Sanatorium für Gedanken, die in der Hektik des Alltags sterben würden.“ | Unbekannt
DER ELFENBEINTURM IN DER KUNST
KUNSTWERKE ELFENBEINTURM

Theo Hellmerich, Elfenbeinturm, 1952, Radierung, Probedruck, 24 cm x 27 cm, mit Rahmen 42 cm x 53 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Theo Hellmerich, Elfenbeinturm, 1952, Radierung, Probedruck, 24 cm x 27 cm, mit Rahmen 42 cm x 53 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie
DEFINITION ELFENBEINTURM
Der Begriff „Elfenbeinturm“ ist eine Metapher für einen Zustand der bewussten Abgeschiedenheit, Distanzierung und Entkopplung von der alltäglichen Realität und der praktischen Lebenswelt.
Abstrakte Denkwelt: Er beschreibt Orte oder Geisteshaltungen, an denen sich Menschen rein theoretisch, wissenschaftlich oder künstlerisch betätigen, ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Wirklichkeit.
Akademische Isolation: Am häufigsten wird der Begriff heute als Kritik an Universitäten und der Wissenschaft genutzt. Er wirft Forschenden vor, in einer elitären Blase zu leben und Theorien zu entwickeln, die für die normale Bevölkerung unverständlich oder nutzlos sind.
DIE ZWEI FACETTEN DES BEGRIFFS ELFENBEINTURM
Negativer Vorwurf – Arroganz: Der Vorwurf impliziert Weltfremdheit, Überheblichkeit, Realitätsverlust und einen Mangel an sozialer Verantwortung.
Schutzraum – Autonomie: Der Turm kann auch ein notwendiger Rückzugsort sein. Er schützt das Denken und Schaffen vor kommerziellem Druck, politischer Zensur und dem Zwang, sofort nützlich sein zu müssen.
HISTORIE + CHRONOLOGIE ELFENBEINTURM
Die historische Entwicklung des Begriffs „Elfenbeinturm“ vollzog sich in drei großen Schritten: von einem antiken Schönheitsideal über ein christliches Symbol hin zur heutigen Metapher für weltfremde Isolation.
Ca. 10. – 4. Jahrhundert v. Chr. – Antike | Altes Testament)
Die allererste Erwähnung findet sich in der Bibel im Hohelied Salomos (Kapitel 7, Vers 5). Dort heißt es lobend über die Braut: „Dein Hals ist wie ein Elfenbeinturm“. Zu dieser Zeit stand der Begriff rein für ästhetische Makellosigkeit, Kostbarkeit, Schlankheit und Stolz.
12. – 16. Jahrhundert – Mittelalter | Christliche Liturgie
Die katholische Kirche deutet die antike Metapher im Zuge der Marienverehrung um. In der Lauretanischen Litanei wird die Jungfrau Maria allegorisch als „turris eburnea“ (elfenbeinerner Turm) angerufen. Das weiße, edle Elfenbein symbolisiert hier ihre Reinheit, Unberührtheit und Unnahbarkeit gegenüber den Sünden der Welt.
1837 | 19. Jahrhundert | Die literarische Wende
Der französische Literaturkritiker Charles-Augustin Sainte-Beuve bricht radikal mit der religiösen Bedeutung. In seinem Gedicht „Pensées d’Août“ beschreibt er den Dichter Alfred de Vigny. Während andere Autoren sich politisch engagierten, habe de Vigny sich in seinen „Elfenbeinturm“ (tour d’ivoire) zurückgezogen, um reine Kunst zu schaffen. Die moderne Bedeutung des freiwilligen Rückzugs aus der Realität war geboren.
Spätes 19. & frühes 20. Jahrhundert – Ästhetizismus | L’art pour l’art
Künstler und Intellektuelle des „Fin de Siècle“ besetzen den Begriff positiv. Der Elfenbeinturm wird zum stolzen Symbol für die Autonomie der Kunst. Geistiges Schaffen soll frei von moralischen, politischen oder wirtschaftlichen Zwecken existieren – „Die Kunst um der Kunst willen“.
Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute – Die Demokratisierung & Kritik
Mit dem Ausbau der Universitäten nach dem Zweiten Weltkrieg wandelt sich der Begriff endgültig zum negativen Vorwurf. Er etabliert sich als Kampfbegriff gegen die Wissenschaft und Politik. Der Vorwurf lautet seither: Praxisferne, Arroganz und soziale Verantwortungslosigkeit einer abgehobenen Elite.
MODERNE UND SURREALISTISCHE HAUPTWERKE ELFENBEINTURM
In der modernen Kunst wird der Turm als Ort der Isolation, der Wissenschaft oder der Abgeschiedenheit gemalt.
„Elfenbeinturm“ (1996) von Paul Flora: Eine berühmte Tuschezeichnung des österreichischen Grafikers Paul Flora. Er bildete das Motiv gewohnt feinsinnig-ironisch ab.
„Elfenbeinturm“ (2001) von Johann Meier: Ein konkretes, zeitgenössisches Ölgemälde des deutschen Surrealisten Johann Meier. Das Werk zeigt eine surreale, futuristische Turm- und Stadtlandschaft, die die Einsamkeit und Künstlichkeit des Motivs visuell einfängt.
„Der Elfenbeinturm“ (2022) von Marcus und Liam Tanzen: Das Hamburger Künstlerduo hat unter diesem Namen eine dreidimensionale Wandminiatur in der Urbanshit Gallery erschaffen. Es stellt eine detailgetreue, urbane, fiktive Hausfassade dar, die die Isolation im städtischen Raum thematisiert.
ZITATE ELFENBEINTURM
„Und Vigny, der besonnenere, hielt sich abseits wie in seinem Elfenbeinturm, wo er noch vor Mittag hineingegangen war.“ | Charles-Augustin Sainte-Beuve – Gedicht „Pensées d’Août“, 1837 | Das Zitat begründet die moderne Metapher
„Ein Intellektueller, der sich in den Elfenbeinturm zurückzieht, verliert die Fähigkeit, die Welt zu verändern, und wird schließlich unfähig, sie überhaupt noch zu verstehen.“ | Jean-Paul Sartre
„Wissenschaftler im Elfenbeinturm neigen dazu, Antworten auf Fragen zu geben, die niemand gestellt hat.“ | Unbekannt – häufiges Bonmot in der Wissenschaftskritik
„Die Kunst darf kein Elfenbeinturm sein; sie muss auf die Straße gehen und mit den Menschen sprechen.“ | Wolf Vostell – deutscher Aktionskünstler
„Man wirft den Künstlern oft vor, sie lebten im Elfenbeinturm. Aber vergessen Sie nicht: Manchmal ist der Elfenbeinturm der einzige Ort, an dem man nicht vom Dreck der Straße besudelt wird.“ | Gottfried Benn
„Der Elfenbeinturm ist keine Festung der Arroganz, sondern ein Sanatorium für Gedanken, die in der Hektik des Alltags sterben würden.“ | Unbekannt