GCB Kunstlexikon
HISTORIENMALEREI
KUNSTWERKE HISTORIENMALEREI

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Lady Hamilton in Neapel (nach Tischbein) | 2015 | Serigrafie | 70 cm x 90 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Luise und Friederike bekränzen die Büste Friedrich Wilhelm II (nach Friedrich Georg Weitsch) | 2009 | Öl auf Leinwand mit Emaillerahmen | 238 cm x 164 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | They´re starting to Look….Human! | Öl auf Leinwand | 200 cm x 300 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Barrikadenkampf am 18. März 1848 – Drei Schuss nach C.L.F. Becker | 2004 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 140 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Frühstück im Freien nach Manet | 2012 | Öl auf Leinwand | 240 cm x 240 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Der Kuss nach Philipp-Otto Runge | Emaille | 2015 | 3-teilig | 170 cm x 270 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Unterwegs mit CDF | 2005 | Öl auf Leinwand | 160 cm x 200 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Sweet Home (nach Botticelli) | 2016 | Öl auf Leinwand | 120 cm x 80 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Superstar 2.0 | 2016 | Emaillemalerei | 260 cm x 300 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Schön | 2018 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 160 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Amor und Psyche | 2013 | Öl auf Leinwand | 120 cm x 80 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Erfindung der Malerei nach W.E. Daege | 2008 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 160 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner
VIDEO HISTORIENMALEREI
Anton von Werner Historienmaler | KunstdemVolke | Der deutsche Maler Anton von Werner hinterließ in fotografischer Manier gemalte und bis heute reproduzierte Historienbilder von Ereignissen seiner Zeit. Er gilt wegen seiner Ablehnung der Modernen Kunst als Hauptrepräsentant des Wilhelminismus.Die nationalsozialistische Kunstbetrachtung wertete die offizielle Kunst des Kaiserreiches trotz ihrer figürlich-gegenständlichen Formensprache als Verfallserscheinung und ignorierte Werner wegen seiner Verbundenheit mit der Monarchie und dem, auch jüdischen, Großbürgertum. | YouTube
DEFINITION HISTORIENMALEREI
Die aus der Renaissance hervorgehende Historienmalerei verarbeitet, verdichtet und symbolisiert, häufig im Auftrag von Herrschenden, historische, religiöse oder mystische Themen und Momente, deren Hauptprotagonisten als herausragende, heldenhafte oder idealisierte Persönlichkeiten, mit der Zielsetzung einer Mystifizierung und Heroisierung, inszeniert werden.
Die Historienmalerei ist die bedeutendste Gattung der klassischen europäisch-akademischen Kunsttheorie vom 16. bis zum späten 19. Jahrhundert. Der Begriff leitet sich vom lateinischen historia (Erzählung, Geschichte) ab. Sie umfasst die visuelle Darstellung von historisch verbürgten Ereignissen, biblischen Erzählungen, antiker Mythologie sowie bedeutenden literarischen Stoffen.
In der akademischen Hierarchie rangierte sie weit vor dem Porträt, der Genremalerei, der Landschaft und dem Stillleben. Ihr Ziel war es nicht, Geschichte bloß dokumentarisch abzubilden. Sie sollte moralische Werte vermitteln, tugendhaftes Handeln aufzeigen und politische Herrschaft legitimieren oder glorifizieren. Charakteristisch sind das monumentale Großformat, eine theatralische Figurenkomposition und die Verdichtung komplexer Abläufe auf einen einzigen, emotional aufgeladenen Moment.
KÜNSTLER HISTORIENMALEREI
Albrecht Altdorfer (ca. 1480–1538): Deutscher Maler der Renaissance; gilt als Pionier, der kosmische Dimensionen und dramatische Menschenmassen in historischen Szenen miteinander verband.
Peter Paul Rubens (1577–1640): Flämischer Barockmeister; prägte die Gattung durch dynamische, allegorisch aufgeladene Großaufträge für die europäischen Königshäuser.
Jacques-Louis David (1748–1825): Hauptmeister des französischen Klassizismus; nutzte antike Stoffe als streng komponierte, moralische Appelle für das Revolutionszeitalter.
Théodore Géricault (1791–1824): Französischer Romantiker; brach mit der akademischen Tradition, indem er zeitgenössische, reale Tragödien mit monumentaler Wucht darstellte.
Eugène Delacroix (1798–1863): Führender Maler der französischen Romantik; revolutionierte die Gattung durch emotionalen Farbeinsatz und hochaktuelle politische Symbolik.
Karl von Piloty (1826–1886): Deutscher Maler des Historismus; berühmt für bühnenhaft inszenierte, detailgetreue und psychologisierte Darstellungen von Schlüsselmomenten der Geschichte.
Anton von Werner (1843–1915): Führender deutscher Maler des Wilhelminismus und langjähriger Direktor der Berliner Kunstakademie. Als Prototyp des offiziellen Staatskünstlers schuf er fotorealistisch-genaue Großformate, welche die preußisch-deutsche Reichsgründung und das Herrscherhaus Hohenzollern propagandistisch feierten.
Jan Matejko (1838–1893): Polnischer Maler; schuf monumentale Werke zur Identitätsstiftung und historisch-politischen Mythenbildung seines geteilten Heimatlandes.
Moritz Götze (*1964): Zeitgenössischer deutscher Maler; gilt als einer der wichtigsten Erneuerer der Gattung im 21. Jahrhundert. Er bricht, zitiert und ironisiert die klassische deutsche Geschichtsschreibung sowie den „Bildersaal Deutscher Geschichte“ durch eine unverwechselbare Synthese aus Pop-Art, Comic-Ästhetik, knalligen Primärfarben und monumentalen Emaille-Tableaus.
HAUPTWERKE HISTORIENMALEREI
Die Alexanderschlacht (Albrecht Altdorfer, 1529): Ein Meilenstein der Renaissance, der den Sieg Alexanders des Großen über Darius in einer kosmischen Landschaft mit tausenden Soldaten zeigt.
Der Schwur der Horatier (Jacques-Louis David, 1784): Das programmatische Meisterwerk des Klassizismus; feiert Vaterlandsliebe und Pflichterfüllung über familiäre Bindungen hinweg.
Das Floß der Medusa (Théodore Géricault, 1819): Monumentales Werk der Romantik; klagt das Versagen des Staates anhand einer realen Schiffskatastrophe des Jahres 1816 an.
Die Freiheit führt das Volk (Eugène Delacroix, 1830): Die Ikone der politischen Historienmalerei; allegorisiert die Pariser Julirevolution von 1830 mit der Barrikadenkämpferin Marianne.
Seni vor der Leiche Wallensteins (Karl von Piloty, 1855): Meisterwerk des deutschen Historismus; fängt den psychologischen Moment ein, in dem der Astrologe auf den ermordeten Feldherrn blickt.
Bildersaal – Vier Emaille-Tableaus zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus (Moritz Götze, 2000er Jahre): Großformatige, zeitgenössische Zyklen (u. a. für den Deutschen Bundestag). Götze inszeniert historische Zyklen, Mythen und Alltagsrelikte der deutschen Vergangenheit als farbintensive, pop-art-artige Tableaus, die Nationalpathos radikal entmystifizieren.
HISTORIE & CHRONOLOGIE HISTORIENMALEREI
1435 – Das theoretische Fundament: Leon Battista Alberti definiert in seiner Schrift „De pictura die historia“ als die edelste Aufgabe der Malerei, da sie den Verstand des Betrachters fordere.
1500–1530 – Renaissance-Pioniere: Künstler wie Raffael (Vatikanische Stanzen) und Albrecht Altdorfer lösen die Historie aus rein religiösen Kontexten und führen weltliche Herrschafts- und Schlachtenbilder ein.
1667 – Institutionalisierung: André Félibien formuliert für die französische Académie royale die offizielle Gattungshierarchie. Die Historienmalerei wird formell an die Spitze gesetzt.
1784 – Der klassizistische Wendepunkt: Jacques-Louis Davids Der Schwur der Horatier bricht mit dem verspielten Rokoko. Es etabliert das Historienbild als moralische und revolutionäre Waffe.
1819–1830 – Die romantische Revolution: Mit Géricaults Floß der Medusa und Delacroix‘ Julirevolution erobert die brennende Zeitgeschichte das monumentale Format. Helden werden zu Opfern, Pathos wird zu blanker Emotion.
1850–1880 – Der akademische Höhepunkt im Historismus: Europaweit entstehen monumentale Geschichtsbilder. Sie dienen der Legitimation junger Nationalstaaten (z.B. im Deutschen Kaiserreich oder in Polen).
Ab 1880 – Der Niedergang: Die Erfindung der Fotografie übernimmt die Dokumentarfunktion der Kunst. Impressionismus und Moderne lehnen die akademischen Regeln ab. Das Historienbild verliert seine Vormachtstellung im Kanon der Avantgarde.
Ab 2000 – Die postmoderne Renaissance: Zeitgenössische Künstler wie Moritz Götze beweisen, dass die totgeglaubte Gattung durch die Verknüpfung historischer Sujets mit popkulturellen Chiffren eine völlig neue, gesellschaftspolitische Relevanz gewinnen kann.
LINKS HISTORIENMALEREI
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KUNSTWERKE HISTORIENMALEREI

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Lady Hamilton in Neapel (nach Tischbein) | 2015 | Serigrafie | 70 cm x 90 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Luise und Friederike bekränzen die Büste Friedrich Wilhelm II (nach Friedrich Georg Weitsch) | 2009 | Öl auf Leinwand mit Emaillerahmen | 238 cm x 164 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | They´re starting to Look….Human! | Öl auf Leinwand | 200 cm x 300 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Barrikadenkampf am 18. März 1848 – Drei Schuss nach C.L.F. Becker | 2004 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 140 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Frühstück im Freien nach Manet | 2012 | Öl auf Leinwand | 240 cm x 240 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Der Kuss nach Philipp-Otto Runge | Emaille | 2015 | 3-teilig | 170 cm x 270 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Unterwegs mit CDF | 2005 | Öl auf Leinwand | 160 cm x 200 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Sweet Home (nach Botticelli) | 2016 | Öl auf Leinwand | 120 cm x 80 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Superstar 2.0 | 2016 | Emaillemalerei | 260 cm x 300 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Schön | 2018 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 160 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Amor und Psyche | 2013 | Öl auf Leinwand | 120 cm x 80 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Erfindung der Malerei nach W.E. Daege | 2008 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 160 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner
VIDEO HISTORIENMALEREI
Anton von Werner Historienmaler | KunstdemVolke | Der deutsche Maler Anton von Werner hinterließ in fotografischer Manier gemalte und bis heute reproduzierte Historienbilder von Ereignissen seiner Zeit. Er gilt wegen seiner Ablehnung der Modernen Kunst als Hauptrepräsentant des Wilhelminismus.Die nationalsozialistische Kunstbetrachtung wertete die offizielle Kunst des Kaiserreiches trotz ihrer figürlich-gegenständlichen Formensprache als Verfallserscheinung und ignorierte Werner wegen seiner Verbundenheit mit der Monarchie und dem, auch jüdischen, Großbürgertum. | YouTube
DEFINITION HISTORIENMALEREI
Die aus der Renaissance hervorgehende Historienmalerei verarbeitet, verdichtet und symbolisiert, häufig im Auftrag von Herrschenden, historische, religiöse oder mystische Themen und Momente, deren Hauptprotagonisten als herausragende, heldenhafte oder idealisierte Persönlichkeiten, mit der Zielsetzung einer Mystifizierung und Heroisierung, inszeniert werden.
Die Historienmalerei ist die bedeutendste Gattung der klassischen europäisch-akademischen Kunsttheorie vom 16. bis zum späten 19. Jahrhundert. Der Begriff leitet sich vom lateinischen historia (Erzählung, Geschichte) ab. Sie umfasst die visuelle Darstellung von historisch verbürgten Ereignissen, biblischen Erzählungen, antiker Mythologie sowie bedeutenden literarischen Stoffen.
In der akademischen Hierarchie rangierte sie weit vor dem Porträt, der Genremalerei, der Landschaft und dem Stillleben. Ihr Ziel war es nicht, Geschichte bloß dokumentarisch abzubilden. Sie sollte moralische Werte vermitteln, tugendhaftes Handeln aufzeigen und politische Herrschaft legitimieren oder glorifizieren. Charakteristisch sind das monumentale Großformat, eine theatralische Figurenkomposition und die Verdichtung komplexer Abläufe auf einen einzigen, emotional aufgeladenen Moment.
KÜNSTLER HISTORIENMALEREI
Albrecht Altdorfer (ca. 1480–1538): Deutscher Maler der Renaissance; gilt als Pionier, der kosmische Dimensionen und dramatische Menschenmassen in historischen Szenen miteinander verband.
Peter Paul Rubens (1577–1640): Flämischer Barockmeister; prägte die Gattung durch dynamische, allegorisch aufgeladene Großaufträge für die europäischen Königshäuser.
Jacques-Louis David (1748–1825): Hauptmeister des französischen Klassizismus; nutzte antike Stoffe als streng komponierte, moralische Appelle für das Revolutionszeitalter.
Théodore Géricault (1791–1824): Französischer Romantiker; brach mit der akademischen Tradition, indem er zeitgenössische, reale Tragödien mit monumentaler Wucht darstellte.
Eugène Delacroix (1798–1863): Führender Maler der französischen Romantik; revolutionierte die Gattung durch emotionalen Farbeinsatz und hochaktuelle politische Symbolik.
Karl von Piloty (1826–1886): Deutscher Maler des Historismus; berühmt für bühnenhaft inszenierte, detailgetreue und psychologisierte Darstellungen von Schlüsselmomenten der Geschichte.
Anton von Werner (1843–1915): Führender deutscher Maler des Wilhelminismus und langjähriger Direktor der Berliner Kunstakademie. Als Prototyp des offiziellen Staatskünstlers schuf er fotorealistisch-genaue Großformate, welche die preußisch-deutsche Reichsgründung und das Herrscherhaus Hohenzollern propagandistisch feierten.
Jan Matejko (1838–1893): Polnischer Maler; schuf monumentale Werke zur Identitätsstiftung und historisch-politischen Mythenbildung seines geteilten Heimatlandes.
Moritz Götze (*1964): Zeitgenössischer deutscher Maler; gilt als einer der wichtigsten Erneuerer der Gattung im 21. Jahrhundert. Er bricht, zitiert und ironisiert die klassische deutsche Geschichtsschreibung sowie den „Bildersaal Deutscher Geschichte“ durch eine unverwechselbare Synthese aus Pop-Art, Comic-Ästhetik, knalligen Primärfarben und monumentalen Emaille-Tableaus.
HAUPTWERKE HISTORIENMALEREI
Die Alexanderschlacht (Albrecht Altdorfer, 1529): Ein Meilenstein der Renaissance, der den Sieg Alexanders des Großen über Darius in einer kosmischen Landschaft mit tausenden Soldaten zeigt.
Der Schwur der Horatier (Jacques-Louis David, 1784): Das programmatische Meisterwerk des Klassizismus; feiert Vaterlandsliebe und Pflichterfüllung über familiäre Bindungen hinweg.
Das Floß der Medusa (Théodore Géricault, 1819): Monumentales Werk der Romantik; klagt das Versagen des Staates anhand einer realen Schiffskatastrophe des Jahres 1816 an.
Die Freiheit führt das Volk (Eugène Delacroix, 1830): Die Ikone der politischen Historienmalerei; allegorisiert die Pariser Julirevolution von 1830 mit der Barrikadenkämpferin Marianne.
Seni vor der Leiche Wallensteins (Karl von Piloty, 1855): Meisterwerk des deutschen Historismus; fängt den psychologischen Moment ein, in dem der Astrologe auf den ermordeten Feldherrn blickt.
Bildersaal – Vier Emaille-Tableaus zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus (Moritz Götze, 2000er Jahre): Großformatige, zeitgenössische Zyklen (u. a. für den Deutschen Bundestag). Götze inszeniert historische Zyklen, Mythen und Alltagsrelikte der deutschen Vergangenheit als farbintensive, pop-art-artige Tableaus, die Nationalpathos radikal entmystifizieren.
HISTORIE & CHRONOLOGIE HISTORIENMALEREI
1435 – Das theoretische Fundament: Leon Battista Alberti definiert in seiner Schrift „De pictura die historia“ als die edelste Aufgabe der Malerei, da sie den Verstand des Betrachters fordere.
1500–1530 – Renaissance-Pioniere: Künstler wie Raffael (Vatikanische Stanzen) und Albrecht Altdorfer lösen die Historie aus rein religiösen Kontexten und führen weltliche Herrschafts- und Schlachtenbilder ein.
1667 – Institutionalisierung: André Félibien formuliert für die französische Académie royale die offizielle Gattungshierarchie. Die Historienmalerei wird formell an die Spitze gesetzt.
1784 – Der klassizistische Wendepunkt: Jacques-Louis Davids Der Schwur der Horatier bricht mit dem verspielten Rokoko. Es etabliert das Historienbild als moralische und revolutionäre Waffe.
1819–1830 – Die romantische Revolution: Mit Géricaults Floß der Medusa und Delacroix‘ Julirevolution erobert die brennende Zeitgeschichte das monumentale Format. Helden werden zu Opfern, Pathos wird zu blanker Emotion.
1850–1880 – Der akademische Höhepunkt im Historismus: Europaweit entstehen monumentale Geschichtsbilder. Sie dienen der Legitimation junger Nationalstaaten (z.B. im Deutschen Kaiserreich oder in Polen).
Ab 1880 – Der Niedergang: Die Erfindung der Fotografie übernimmt die Dokumentarfunktion der Kunst. Impressionismus und Moderne lehnen die akademischen Regeln ab. Das Historienbild verliert seine Vormachtstellung im Kanon der Avantgarde.
Ab 2000 – Die postmoderne Renaissance: Zeitgenössische Künstler wie Moritz Götze beweisen, dass die totgeglaubte Gattung durch die Verknüpfung historischer Sujets mit popkulturellen Chiffren eine völlig neue, gesellschaftspolitische Relevanz gewinnen kann.
LINKS HISTORIENMALEREI
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KUNSTWERKE HISTORIENMALEREI

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Lady Hamilton in Neapel (nach Tischbein) | 2015 | Serigrafie | 70 cm x 90 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Luise und Friederike bekränzen die Büste Friedrich Wilhelm II (nach Friedrich Georg Weitsch) | 2009 | Öl auf Leinwand mit Emaillerahmen | 238 cm x 164 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | They´re starting to Look….Human! | Öl auf Leinwand | 200 cm x 300 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Barrikadenkampf am 18. März 1848 – Drei Schuss nach C.L.F. Becker | 2004 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 140 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Frühstück im Freien nach Manet | 2012 | Öl auf Leinwand | 240 cm x 240 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Der Kuss nach Philipp-Otto Runge | Emaille | 2015 | 3-teilig | 170 cm x 270 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Unterwegs mit CDF | 2005 | Öl auf Leinwand | 160 cm x 200 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Sweet Home (nach Botticelli) | 2016 | Öl auf Leinwand | 120 cm x 80 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Superstar 2.0 | 2016 | Emaillemalerei | 260 cm x 300 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Schön | 2018 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 160 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Amor und Psyche | 2013 | Öl auf Leinwand | 120 cm x 80 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner

HISTORIENMALEREI | Moritz Götze | Erfindung der Malerei nach W.E. Daege | 2008 | Öl auf Leinwand | 200 cm x 160 cm | Preis auf Anfrage | Galerie Cyprian Brenner
VIDEO HISTORIENMALEREI
Anton von Werner Historienmaler | KunstdemVolke | Der deutsche Maler Anton von Werner hinterließ in fotografischer Manier gemalte und bis heute reproduzierte Historienbilder von Ereignissen seiner Zeit. Er gilt wegen seiner Ablehnung der Modernen Kunst als Hauptrepräsentant des Wilhelminismus.Die nationalsozialistische Kunstbetrachtung wertete die offizielle Kunst des Kaiserreiches trotz ihrer figürlich-gegenständlichen Formensprache als Verfallserscheinung und ignorierte Werner wegen seiner Verbundenheit mit der Monarchie und dem, auch jüdischen, Großbürgertum. | YouTube
DEFINITION HISTORIENMALEREI
Die aus der Renaissance hervorgehende Historienmalerei verarbeitet, verdichtet und symbolisiert, häufig im Auftrag von Herrschenden, historische, religiöse oder mystische Themen und Momente, deren Hauptprotagonisten als herausragende, heldenhafte oder idealisierte Persönlichkeiten, mit der Zielsetzung einer Mystifizierung und Heroisierung, inszeniert werden.
Die Historienmalerei ist die bedeutendste Gattung der klassischen europäisch-akademischen Kunsttheorie vom 16. bis zum späten 19. Jahrhundert. Der Begriff leitet sich vom lateinischen historia (Erzählung, Geschichte) ab. Sie umfasst die visuelle Darstellung von historisch verbürgten Ereignissen, biblischen Erzählungen, antiker Mythologie sowie bedeutenden literarischen Stoffen.
In der akademischen Hierarchie rangierte sie weit vor dem Porträt, der Genremalerei, der Landschaft und dem Stillleben. Ihr Ziel war es nicht, Geschichte bloß dokumentarisch abzubilden. Sie sollte moralische Werte vermitteln, tugendhaftes Handeln aufzeigen und politische Herrschaft legitimieren oder glorifizieren. Charakteristisch sind das monumentale Großformat, eine theatralische Figurenkomposition und die Verdichtung komplexer Abläufe auf einen einzigen, emotional aufgeladenen Moment.
KÜNSTLER HISTORIENMALEREI
Albrecht Altdorfer (ca. 1480–1538): Deutscher Maler der Renaissance; gilt als Pionier, der kosmische Dimensionen und dramatische Menschenmassen in historischen Szenen miteinander verband.
Peter Paul Rubens (1577–1640): Flämischer Barockmeister; prägte die Gattung durch dynamische, allegorisch aufgeladene Großaufträge für die europäischen Königshäuser.
Jacques-Louis David (1748–1825): Hauptmeister des französischen Klassizismus; nutzte antike Stoffe als streng komponierte, moralische Appelle für das Revolutionszeitalter.
Théodore Géricault (1791–1824): Französischer Romantiker; brach mit der akademischen Tradition, indem er zeitgenössische, reale Tragödien mit monumentaler Wucht darstellte.
Eugène Delacroix (1798–1863): Führender Maler der französischen Romantik; revolutionierte die Gattung durch emotionalen Farbeinsatz und hochaktuelle politische Symbolik.
Karl von Piloty (1826–1886): Deutscher Maler des Historismus; berühmt für bühnenhaft inszenierte, detailgetreue und psychologisierte Darstellungen von Schlüsselmomenten der Geschichte.
Anton von Werner (1843–1915): Führender deutscher Maler des Wilhelminismus und langjähriger Direktor der Berliner Kunstakademie. Als Prototyp des offiziellen Staatskünstlers schuf er fotorealistisch-genaue Großformate, welche die preußisch-deutsche Reichsgründung und das Herrscherhaus Hohenzollern propagandistisch feierten.
Jan Matejko (1838–1893): Polnischer Maler; schuf monumentale Werke zur Identitätsstiftung und historisch-politischen Mythenbildung seines geteilten Heimatlandes.
Moritz Götze (*1964): Zeitgenössischer deutscher Maler; gilt als einer der wichtigsten Erneuerer der Gattung im 21. Jahrhundert. Er bricht, zitiert und ironisiert die klassische deutsche Geschichtsschreibung sowie den „Bildersaal Deutscher Geschichte“ durch eine unverwechselbare Synthese aus Pop-Art, Comic-Ästhetik, knalligen Primärfarben und monumentalen Emaille-Tableaus.
HAUPTWERKE HISTORIENMALEREI
Die Alexanderschlacht (Albrecht Altdorfer, 1529): Ein Meilenstein der Renaissance, der den Sieg Alexanders des Großen über Darius in einer kosmischen Landschaft mit tausenden Soldaten zeigt.
Der Schwur der Horatier (Jacques-Louis David, 1784): Das programmatische Meisterwerk des Klassizismus; feiert Vaterlandsliebe und Pflichterfüllung über familiäre Bindungen hinweg.
Das Floß der Medusa (Théodore Géricault, 1819): Monumentales Werk der Romantik; klagt das Versagen des Staates anhand einer realen Schiffskatastrophe des Jahres 1816 an.
Die Freiheit führt das Volk (Eugène Delacroix, 1830): Die Ikone der politischen Historienmalerei; allegorisiert die Pariser Julirevolution von 1830 mit der Barrikadenkämpferin Marianne.
Seni vor der Leiche Wallensteins (Karl von Piloty, 1855): Meisterwerk des deutschen Historismus; fängt den psychologischen Moment ein, in dem der Astrologe auf den ermordeten Feldherrn blickt.
Bildersaal – Vier Emaille-Tableaus zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus (Moritz Götze, 2000er Jahre): Großformatige, zeitgenössische Zyklen (u. a. für den Deutschen Bundestag). Götze inszeniert historische Zyklen, Mythen und Alltagsrelikte der deutschen Vergangenheit als farbintensive, pop-art-artige Tableaus, die Nationalpathos radikal entmystifizieren.
HISTORIE & CHRONOLOGIE HISTORIENMALEREI
1435 – Das theoretische Fundament: Leon Battista Alberti definiert in seiner Schrift „De pictura die historia“ als die edelste Aufgabe der Malerei, da sie den Verstand des Betrachters fordere.
1500–1530 – Renaissance-Pioniere: Künstler wie Raffael (Vatikanische Stanzen) und Albrecht Altdorfer lösen die Historie aus rein religiösen Kontexten und führen weltliche Herrschafts- und Schlachtenbilder ein.
1667 – Institutionalisierung: André Félibien formuliert für die französische Académie royale die offizielle Gattungshierarchie. Die Historienmalerei wird formell an die Spitze gesetzt.
1784 – Der klassizistische Wendepunkt: Jacques-Louis Davids Der Schwur der Horatier bricht mit dem verspielten Rokoko. Es etabliert das Historienbild als moralische und revolutionäre Waffe.
1819–1830 – Die romantische Revolution: Mit Géricaults Floß der Medusa und Delacroix‘ Julirevolution erobert die brennende Zeitgeschichte das monumentale Format. Helden werden zu Opfern, Pathos wird zu blanker Emotion.
1850–1880 – Der akademische Höhepunkt im Historismus: Europaweit entstehen monumentale Geschichtsbilder. Sie dienen der Legitimation junger Nationalstaaten (z.B. im Deutschen Kaiserreich oder in Polen).
Ab 1880 – Der Niedergang: Die Erfindung der Fotografie übernimmt die Dokumentarfunktion der Kunst. Impressionismus und Moderne lehnen die akademischen Regeln ab. Das Historienbild verliert seine Vormachtstellung im Kanon der Avantgarde.
Ab 2000 – Die postmoderne Renaissance: Zeitgenössische Künstler wie Moritz Götze beweisen, dass die totgeglaubte Gattung durch die Verknüpfung historischer Sujets mit popkulturellen Chiffren eine völlig neue, gesellschaftspolitische Relevanz gewinnen kann.