GCB Kunstlexikon
PRÄHISTORISCHE KUNST
KUNSTWERKE PRÄHISTORISCHE KUNST
VIDEOS PRÄHISTORISCHE KUNST
Auf den Spuren prähistorischer Künstler: Die Chauvet-Höhle | Doku Hd Reupload | ARTE | Irgendwas mit ARTE und Kultur | Die Chauvet-Höhle ist ein archäologisches Juwel, das erst vor rund dreißig Jahren entdeckt wurde. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Anhand spektakulärer 3D-Rekonstruktionen gewährt der Dokumentarfilm faszinierende Einblicke in die Höhle, die nur einmal pro Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden darf. Die Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèche-Tal wurde erst vor rund dreißig Jahren entdeckt. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Die Dokumentation bietet faszinierende Einblicke in diesen archäoligisch wertvollen Ort. Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Höhle in allen Einzelheiten erkundet werden. Die Höhle darf nur einmal im Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden. Die Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf große Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle als eines der ersten „Theater“ der Menschheit gelten. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten. Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuß- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten. Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden. Dokumentarfilm von Alexis De Favitski (F 2024, 89 Min) | YouTube
DEFINITION PRÄHISTORISCHE KUNST
Als prähistorische Kunst wird die älteste bekannte Form des künstlerischen Ausdrucks der analphabetischen Menschheit bezeichnet, die in der Zeit vor der Erfindung der Schrift (Prähistorie) entstand. Diese Epoche der Kunstgeschichte erstreckt sich über einen gewaltigen Zeitraum – von den ersten figürlichen Darstellungen vor rund 40.000 Jahren in der Altsteinzeit (Paläolithikum) bis hin zur Metallzeit. Die Werke spiegeln die sozialen Strukturen, die spirituelle Gedankenwelt und die unmittelbare Lebensumwelt der frühen Jäger und Sammler wider.
HISTORIE + CHRONOLOGIE PRÄHISTORISCHE KUNST
ALTSTEINZEIT (Paläolithikum) – Die Geburt der Kunst
In dieser Phase lebten die Menschen als nomadische Jäger und Sammler. Die Kunst war stark an die Tierwelt und die Jagd gebunden.
Mobiliarkunst: Kleine, tragbare Skulpturen aus Mammutelfenbein oder Knochen dominierten die Frühphase. Der Löwenmensch (Ulm, Deutschland) zeigt bereits eine komplexe spirituelle Vorstellungswelt durch die Verschmelzung von Mensch und Tier.
Parietalkunst: Ab ca. 36.000 v. Chr. entstanden monumentale Bildprogramme in tiefen Höhlensystemen. Die Künstler nutzten die rauen Felsstrukturen meisterhaft aus, um den gemalten Tieren Dreidimensionalität und Dynamik zu verleihen.
MITTELSTEINZEIT (Mesolithikum) – Der Wandel im Freien
Mit dem Ende der letzten Eiszeit veränderte sich das Klima. Die Jagd verlagerte sich in dichte Wälder.
Die Kunst zog aus den tiefen Höhlen an offene Felswände und Abri (Felsdächer).
Statt einzelner, monumentaler Tiere zeigten die Bilder nun vermehrt menschliche Gruppen.
Die Darstellungen wurden deutlich abstrakter und schematischer, mit Fokus auf dynamische Szenen wie Jagd, Krieg oder Tänze.
JUNGSTEINZEIT (Neolithikum) – Die sesshafte Revolution
Die Erfindung von Ackerbau und Viehzucht veränderte die Kunst grundlegend.
Megalithkultur: Die Menschen errichteten monumentale Steinbauten (Menhire, Dolmen und Steinkreise wie Stonehenge), die vermutlich astronomischen und rituellen Zwecken dienten.
Gebrauchskunst: Mit der Sesshaftigkeit entstand die Notwendigkeit von Vorratshaltung. Dies führte zur Erfindung und künstlerischen Verzierung von Keramik (z. B. Bandkeramik).
Die Darstellungen von Mensch und Tier wurden geometrischer und symbolhafter.
METALLZEITEN – Handwerk und Status
Mit der Entdeckung der Schmelzverfahren für Bronze und später Eisen wandelte sich die Kunst erneut.
Kunstobjekte wurden nun aus Metallen gegossen und oft mit Goldfolien verziert.
Die Motive drehten sich häufig um kosmische Symbole (Sonne, Mond, Schiffe) und den Status der neuen Eliten (Prunkwagen, verzierte Schwerter).
Ein weltberühmtes Meisterwerk dieser Epoche ist die Himmelsscheibe von Nebra (Deutschland), die älteste konkrete Darstellung des Kosmos.
HAUPTWERKE PRÄHISTORISCHE KUNST
ALTSTEINZEIT (ca. 40.000 – 10.000 v. Chr.)
Löwenmensch (ca. 40.000 v. Chr.)
Fundort: Hohlenstein-Stadel, Deutschland (Schwäbische Alb).
Bedeutung: Die älteste bekannte anthropomorphe (menschengestaltige) Skulptur der Welt. Die aus Mammutelfenbein geschnitzte Figur vereint einen menschlichen Körper mit dem Kopf eines Höhlenlöwen. Sie beweist, dass Menschen bereits damals zu komplexem, mythologischem Denken fähig waren.
Venus vom Hohle Fels (ca. 40.000 v. Chr.)
Fundort: Höhle Hohle Fels, Deutschland (Schwäbische Alb).
Bedeutung: Die älteste unbestrittene figürliche Darstellung eines Menschen weltweit. Die winzige Elfenbeinstatue betont stark die weiblichen Geschlechtsmerkmale und gilt als frühes Symbol für Fruchtbarkeit.
Venus von Willendorf (ca. 29.500 v. Chr.)
Fundort: Willendorf, Österreich.
Bedeutung: Das wohl berühmteste tragbare Kunstwerk (Mobiliarkunst) der Steinzeit. Die elf Zentimeter hohe, aus Kalkstein gefertigte und mit rotem Ocker bemalte Frauenfigur ist ein ikonisches Meisterwerk des Gravettiens. Es handelt sich dabei vermutlich um ein Fruchtbarkeitssymbol.
Wandmalereien der Chauvet-Höhle (ca. 36.000 v. Chr.)
Fundort: Ardèche, Frankreich.
Bedeutung: Sie beherbergt die ältesten und qualitativ anspruchsvollsten Höhlenmalereien der Menschheit. Berühmt ist das „Paneel der Löwen“. Die Dynamik, Perspektive und Schattierung der dargestellten Nashörner, Löwen und Pferde waren für diese frühe Zeit revolutionär.
Höhle von Lascaux (ca. 17.000 v. Chr.)
Fundort: Dordogne, Frankreich.
Bedeutung: Oft als „Sixtinische Kapelle der Urgeschichte“ bezeichnet. Der „Saal der Stiere“ zeigt hunderte monumentale, bis zu fünf Meter große Tierdarstellungen von überwältigender Farbkraft und Präzision, die mit Pigmenten mineralischen und pflanzlichen Ursprungs gemalt wurden.
Höhle von Altamira (ca. 15.000 v. Chr.)
Fundort: Kantabrien, Spanien.
Bedeutung: Die erste entdeckte Höhle mit steinzeitlichen Malereien. Weltberühmt sind die polychromen (mehrfarbigen) Darstellungen von Bisons, bei denen die Künstler die natürlichen Wölbungen der Felswand nutzten, um den Tieren einen plastischen 3D-Effekt zu verleihen.
JUNGSTEINZEIT (ca. 5.500 – 2.200 v. Chr.)
Steinkreis von Stonehenge (ca. 3.000 – 2.000 v. Chr.)
Ort: Wiltshire, England.
Bedeutung: Das weltweit bekannteste Monument der Megalithkultur. Die präzise Ausrichtung der tonnenschweren, bearbeiteten Steine auf den Mittsommer- und Mittwintersonnenaufgang zeugt von hochentwickelter Architektur, Organisation und astronomischem Wissen.
Megalith-Tempel von Malta (ca. 3.600 – 2.500 v. Chr.)
Ort: Malta und Gozo (z. B. Ġgantija, Tarxien).
Bedeutung: Diese Tempelanlagen gehören zu den ältesten freistehenden Steinbauten der Erde. Neben der Architektur sind sie für kunstvolle Reliefs von Spiralen, Tieren und die Skulpturen der „Fat Ladies“ (üppige Statuen einer Muttergottheit) bekannt.
BRONZEZEIT (ca. 2.200 – 800 v. Chr.)
Himmelsscheibe von Nebra (ca. 1.600 v. Chr.)
Fundort: Nebra (Sachsen-Anhalt), Deutschland.
Bedeutung: Die älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit. Die kreisrunde Bronzescheibe mit Goldapplikationen zeigt Sonne, Mond und die Plejaden. Sie diente als hochkomplexes astronomisches Instrument zur Bestimmung von Aussaat- und Erntezeiten.
Sonnenwagen von Trundholm (ca. 1.400 v. Chr.)
Fundort: Seeland, Dänemark.
Bedeutung: Ein Meisterwerk des bronzezeitlichen Metallgusses. Die Skulptur zeigt ein Pferd, das eine einseitig vergoldete Sonnenscheibe auf einem sechsrädrigen Wagen zieht – ein Beleg für den weit verbreiteten Sonnenkult jener Epoche.
ZITATE PRÄHISTORISCHE KUNST
„Keiner von uns kann so malen.“ | Pablo Picasso
Kontext: Dies soll der weltberühmte Maler beim Verlassen der Höhle von Lascaux im Jahr 1940 gesagt haben. Es drückt seine Bewunderung für die handwerkliche und ästhetische Perfektion der eiszeitlichen Künstler aus.
„Papa, schau, Ochsen!“ („¡Mira, papá! ¡Bueyes!“) | Maria Sanz de Sautuola (1879)
Kontext: Der historische Ausruf der damals neunjährigen Tochter des Forschers Marcelino Sanz de Sautuola. Sie war die erste Person, die die weltberühmte Decke der Höhle von Altamira in Spanien erblickte.
„Ein tiefes Gefühl der Ehrfurcht packte uns, als wir diese jahrtausendealten Meisterwerke im Schein unserer Lampen erblickten.“ | Jean-Marie Chauvet (1994)
Kontext: Der Entdecker der nach ihm benannten Chauvet-Höhle beschreibt den magischen Moment, als das Team die unberührten, 36.000 Jahre alten Wandmalereien fand.
„Die Kunst ist von Anfang an reif.“ | Ernst Gombrich (Kunsthistoriker)
Kontext: Aus seiner berühmten „Geschichte der Kunst“. Er stellt klar, dass prähistorische Kunst keine „primitive“ Vorstufe ist, sondern bereits auf einem handwerklich und geistig vollendeten Niveau begann.
„In den Höhlen der Eiszeit wurde der menschliche Geist geboren.“ | Nicholas Conard (Archäologe)
Kontext: Der Ausgräber des Löwenmenschen und der Venus vom Hohle Fels betont, dass die Erfindung der figürlichen Kunst den entscheidenden evolutionären Schritt zum modernen Menschen markiert.
„Höhlenmalerei war nicht Dekoration, sondern Überlebensstrategie.“ | Henri Breuil (Prähistoriker und „Höhlenpater“)
Kontext: Breuil begründete die Theorie der „Jagdmagie“. Er war überzeugt, dass das Malen der Tiere ein ritueller Akt war, um die Beute spirituell zu bezwingen und die Jagd zu sichern.
PRÄHISTORISCHE KUNST
KUNSTWERKE PRÄHISTORISCHE KUNST
VIDEOS PRÄHISTORISCHE KUNST
Auf den Spuren prähistorischer Künstler: Die Chauvet-Höhle | Doku Hd Reupload | ARTE | Irgendwas mit ARTE und Kultur | Die Chauvet-Höhle ist ein archäologisches Juwel, das erst vor rund dreißig Jahren entdeckt wurde. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Anhand spektakulärer 3D-Rekonstruktionen gewährt der Dokumentarfilm faszinierende Einblicke in die Höhle, die nur einmal pro Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden darf. Die Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèche-Tal wurde erst vor rund dreißig Jahren entdeckt. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Die Dokumentation bietet faszinierende Einblicke in diesen archäoligisch wertvollen Ort. Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Höhle in allen Einzelheiten erkundet werden. Die Höhle darf nur einmal im Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden. Die Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf große Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle als eines der ersten „Theater“ der Menschheit gelten. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten. Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuß- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten. Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden. Dokumentarfilm von Alexis De Favitski (F 2024, 89 Min) | YouTube
DEFINITION PRÄHISTORISCHE KUNST
Als prähistorische Kunst wird die älteste bekannte Form des künstlerischen Ausdrucks der analphabetischen Menschheit bezeichnet, die in der Zeit vor der Erfindung der Schrift (Prähistorie) entstand. Diese Epoche der Kunstgeschichte erstreckt sich über einen gewaltigen Zeitraum – von den ersten figürlichen Darstellungen vor rund 40.000 Jahren in der Altsteinzeit (Paläolithikum) bis hin zur Metallzeit. Die Werke spiegeln die sozialen Strukturen, die spirituelle Gedankenwelt und die unmittelbare Lebensumwelt der frühen Jäger und Sammler wider.
HISTORIE + CHRONOLOGIE PRÄHISTORISCHE KUNST
ALTSTEINZEIT (Paläolithikum) – Die Geburt der Kunst
In dieser Phase lebten die Menschen als nomadische Jäger und Sammler. Die Kunst war stark an die Tierwelt und die Jagd gebunden.
Mobiliarkunst: Kleine, tragbare Skulpturen aus Mammutelfenbein oder Knochen dominierten die Frühphase. Der Löwenmensch (Ulm, Deutschland) zeigt bereits eine komplexe spirituelle Vorstellungswelt durch die Verschmelzung von Mensch und Tier.
Parietalkunst: Ab ca. 36.000 v. Chr. entstanden monumentale Bildprogramme in tiefen Höhlensystemen. Die Künstler nutzten die rauen Felsstrukturen meisterhaft aus, um den gemalten Tieren Dreidimensionalität und Dynamik zu verleihen.
MITTELSTEINZEIT (Mesolithikum) – Der Wandel im Freien
Mit dem Ende der letzten Eiszeit veränderte sich das Klima. Die Jagd verlagerte sich in dichte Wälder.
Die Kunst zog aus den tiefen Höhlen an offene Felswände und Abri (Felsdächer).
Statt einzelner, monumentaler Tiere zeigten die Bilder nun vermehrt menschliche Gruppen.
Die Darstellungen wurden deutlich abstrakter und schematischer, mit Fokus auf dynamische Szenen wie Jagd, Krieg oder Tänze.
JUNGSTEINZEIT (Neolithikum) – Die sesshafte Revolution
Die Erfindung von Ackerbau und Viehzucht veränderte die Kunst grundlegend.
Megalithkultur: Die Menschen errichteten monumentale Steinbauten (Menhire, Dolmen und Steinkreise wie Stonehenge), die vermutlich astronomischen und rituellen Zwecken dienten.
Gebrauchskunst: Mit der Sesshaftigkeit entstand die Notwendigkeit von Vorratshaltung. Dies führte zur Erfindung und künstlerischen Verzierung von Keramik (z. B. Bandkeramik).
Die Darstellungen von Mensch und Tier wurden geometrischer und symbolhafter.
METALLZEITEN – Handwerk und Status
Mit der Entdeckung der Schmelzverfahren für Bronze und später Eisen wandelte sich die Kunst erneut.
Kunstobjekte wurden nun aus Metallen gegossen und oft mit Goldfolien verziert.
Die Motive drehten sich häufig um kosmische Symbole (Sonne, Mond, Schiffe) und den Status der neuen Eliten (Prunkwagen, verzierte Schwerter).
Ein weltberühmtes Meisterwerk dieser Epoche ist die Himmelsscheibe von Nebra (Deutschland), die älteste konkrete Darstellung des Kosmos.
HAUPTWERKE PRÄHISTORISCHE KUNST
ALTSTEINZEIT (ca. 40.000 – 10.000 v. Chr.)
Löwenmensch (ca. 40.000 v. Chr.)
Fundort: Hohlenstein-Stadel, Deutschland (Schwäbische Alb).
Bedeutung: Die älteste bekannte anthropomorphe (menschengestaltige) Skulptur der Welt. Die aus Mammutelfenbein geschnitzte Figur vereint einen menschlichen Körper mit dem Kopf eines Höhlenlöwen. Sie beweist, dass Menschen bereits damals zu komplexem, mythologischem Denken fähig waren.
Venus vom Hohle Fels (ca. 40.000 v. Chr.)
Fundort: Höhle Hohle Fels, Deutschland (Schwäbische Alb).
Bedeutung: Die älteste unbestrittene figürliche Darstellung eines Menschen weltweit. Die winzige Elfenbeinstatue betont stark die weiblichen Geschlechtsmerkmale und gilt als frühes Symbol für Fruchtbarkeit.
Venus von Willendorf (ca. 29.500 v. Chr.)
Fundort: Willendorf, Österreich.
Bedeutung: Das wohl berühmteste tragbare Kunstwerk (Mobiliarkunst) der Steinzeit. Die elf Zentimeter hohe, aus Kalkstein gefertigte und mit rotem Ocker bemalte Frauenfigur ist ein ikonisches Meisterwerk des Gravettiens. Es handelt sich dabei vermutlich um ein Fruchtbarkeitssymbol.
Wandmalereien der Chauvet-Höhle (ca. 36.000 v. Chr.)
Fundort: Ardèche, Frankreich.
Bedeutung: Sie beherbergt die ältesten und qualitativ anspruchsvollsten Höhlenmalereien der Menschheit. Berühmt ist das „Paneel der Löwen“. Die Dynamik, Perspektive und Schattierung der dargestellten Nashörner, Löwen und Pferde waren für diese frühe Zeit revolutionär.
Höhle von Lascaux (ca. 17.000 v. Chr.)
Fundort: Dordogne, Frankreich.
Bedeutung: Oft als „Sixtinische Kapelle der Urgeschichte“ bezeichnet. Der „Saal der Stiere“ zeigt hunderte monumentale, bis zu fünf Meter große Tierdarstellungen von überwältigender Farbkraft und Präzision, die mit Pigmenten mineralischen und pflanzlichen Ursprungs gemalt wurden.
Höhle von Altamira (ca. 15.000 v. Chr.)
Fundort: Kantabrien, Spanien.
Bedeutung: Die erste entdeckte Höhle mit steinzeitlichen Malereien. Weltberühmt sind die polychromen (mehrfarbigen) Darstellungen von Bisons, bei denen die Künstler die natürlichen Wölbungen der Felswand nutzten, um den Tieren einen plastischen 3D-Effekt zu verleihen.
JUNGSTEINZEIT (ca. 5.500 – 2.200 v. Chr.)
Steinkreis von Stonehenge (ca. 3.000 – 2.000 v. Chr.)
Ort: Wiltshire, England.
Bedeutung: Das weltweit bekannteste Monument der Megalithkultur. Die präzise Ausrichtung der tonnenschweren, bearbeiteten Steine auf den Mittsommer- und Mittwintersonnenaufgang zeugt von hochentwickelter Architektur, Organisation und astronomischem Wissen.
Megalith-Tempel von Malta (ca. 3.600 – 2.500 v. Chr.)
Ort: Malta und Gozo (z. B. Ġgantija, Tarxien).
Bedeutung: Diese Tempelanlagen gehören zu den ältesten freistehenden Steinbauten der Erde. Neben der Architektur sind sie für kunstvolle Reliefs von Spiralen, Tieren und die Skulpturen der „Fat Ladies“ (üppige Statuen einer Muttergottheit) bekannt.
BRONZEZEIT (ca. 2.200 – 800 v. Chr.)
Himmelsscheibe von Nebra (ca. 1.600 v. Chr.)
Fundort: Nebra (Sachsen-Anhalt), Deutschland.
Bedeutung: Die älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit. Die kreisrunde Bronzescheibe mit Goldapplikationen zeigt Sonne, Mond und die Plejaden. Sie diente als hochkomplexes astronomisches Instrument zur Bestimmung von Aussaat- und Erntezeiten.
Sonnenwagen von Trundholm (ca. 1.400 v. Chr.)
Fundort: Seeland, Dänemark.
Bedeutung: Ein Meisterwerk des bronzezeitlichen Metallgusses. Die Skulptur zeigt ein Pferd, das eine einseitig vergoldete Sonnenscheibe auf einem sechsrädrigen Wagen zieht – ein Beleg für den weit verbreiteten Sonnenkult jener Epoche.
ZITATE PRÄHISTORISCHE KUNST
„Keiner von uns kann so malen.“ | Pablo Picasso
Kontext: Dies soll der weltberühmte Maler beim Verlassen der Höhle von Lascaux im Jahr 1940 gesagt haben. Es drückt seine Bewunderung für die handwerkliche und ästhetische Perfektion der eiszeitlichen Künstler aus.
„Papa, schau, Ochsen!“ („¡Mira, papá! ¡Bueyes!“) | Maria Sanz de Sautuola (1879)
Kontext: Der historische Ausruf der damals neunjährigen Tochter des Forschers Marcelino Sanz de Sautuola. Sie war die erste Person, die die weltberühmte Decke der Höhle von Altamira in Spanien erblickte.
„Ein tiefes Gefühl der Ehrfurcht packte uns, als wir diese jahrtausendealten Meisterwerke im Schein unserer Lampen erblickten.“ | Jean-Marie Chauvet (1994)
Kontext: Der Entdecker der nach ihm benannten Chauvet-Höhle beschreibt den magischen Moment, als das Team die unberührten, 36.000 Jahre alten Wandmalereien fand.
„Die Kunst ist von Anfang an reif.“ | Ernst Gombrich (Kunsthistoriker)
Kontext: Aus seiner berühmten „Geschichte der Kunst“. Er stellt klar, dass prähistorische Kunst keine „primitive“ Vorstufe ist, sondern bereits auf einem handwerklich und geistig vollendeten Niveau begann.
„In den Höhlen der Eiszeit wurde der menschliche Geist geboren.“ | Nicholas Conard (Archäologe)
Kontext: Der Ausgräber des Löwenmenschen und der Venus vom Hohle Fels betont, dass die Erfindung der figürlichen Kunst den entscheidenden evolutionären Schritt zum modernen Menschen markiert.
„Höhlenmalerei war nicht Dekoration, sondern Überlebensstrategie.“ | Henri Breuil (Prähistoriker und „Höhlenpater“)
Kontext: Breuil begründete die Theorie der „Jagdmagie“. Er war überzeugt, dass das Malen der Tiere ein ritueller Akt war, um die Beute spirituell zu bezwingen und die Jagd zu sichern.
PRÄHISTORISCHE KUNST
KUNSTWERKE PRÄHISTORISCHE KUNST
VIDEOS PRÄHISTORISCHE KUNST
Auf den Spuren prähistorischer Künstler: Die Chauvet-Höhle | Doku Hd Reupload | ARTE | Irgendwas mit ARTE und Kultur | Die Chauvet-Höhle ist ein archäologisches Juwel, das erst vor rund dreißig Jahren entdeckt wurde. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Anhand spektakulärer 3D-Rekonstruktionen gewährt der Dokumentarfilm faszinierende Einblicke in die Höhle, die nur einmal pro Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden darf. Die Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèche-Tal wurde erst vor rund dreißig Jahren entdeckt. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Die Dokumentation bietet faszinierende Einblicke in diesen archäoligisch wertvollen Ort. Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Höhle in allen Einzelheiten erkundet werden. Die Höhle darf nur einmal im Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden. Die Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf große Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle als eines der ersten „Theater“ der Menschheit gelten. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten. Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuß- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten. Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden. Dokumentarfilm von Alexis De Favitski (F 2024, 89 Min) | YouTube
DEFINITION PRÄHISTORISCHE KUNST
Als prähistorische Kunst wird die älteste bekannte Form des künstlerischen Ausdrucks der analphabetischen Menschheit bezeichnet, die in der Zeit vor der Erfindung der Schrift (Prähistorie) entstand. Diese Epoche der Kunstgeschichte erstreckt sich über einen gewaltigen Zeitraum – von den ersten figürlichen Darstellungen vor rund 40.000 Jahren in der Altsteinzeit (Paläolithikum) bis hin zur Metallzeit. Die Werke spiegeln die sozialen Strukturen, die spirituelle Gedankenwelt und die unmittelbare Lebensumwelt der frühen Jäger und Sammler wider.
HISTORIE + CHRONOLOGIE PRÄHISTORISCHE KUNST
ALTSTEINZEIT (Paläolithikum) – Die Geburt der Kunst
In dieser Phase lebten die Menschen als nomadische Jäger und Sammler. Die Kunst war stark an die Tierwelt und die Jagd gebunden.
Mobiliarkunst: Kleine, tragbare Skulpturen aus Mammutelfenbein oder Knochen dominierten die Frühphase. Der Löwenmensch (Ulm, Deutschland) zeigt bereits eine komplexe spirituelle Vorstellungswelt durch die Verschmelzung von Mensch und Tier.
Parietalkunst: Ab ca. 36.000 v. Chr. entstanden monumentale Bildprogramme in tiefen Höhlensystemen. Die Künstler nutzten die rauen Felsstrukturen meisterhaft aus, um den gemalten Tieren Dreidimensionalität und Dynamik zu verleihen.
MITTELSTEINZEIT (Mesolithikum) – Der Wandel im Freien
Mit dem Ende der letzten Eiszeit veränderte sich das Klima. Die Jagd verlagerte sich in dichte Wälder.
Die Kunst zog aus den tiefen Höhlen an offene Felswände und Abri (Felsdächer).
Statt einzelner, monumentaler Tiere zeigten die Bilder nun vermehrt menschliche Gruppen.
Die Darstellungen wurden deutlich abstrakter und schematischer, mit Fokus auf dynamische Szenen wie Jagd, Krieg oder Tänze.
JUNGSTEINZEIT (Neolithikum) – Die sesshafte Revolution
Die Erfindung von Ackerbau und Viehzucht veränderte die Kunst grundlegend.
Megalithkultur: Die Menschen errichteten monumentale Steinbauten (Menhire, Dolmen und Steinkreise wie Stonehenge), die vermutlich astronomischen und rituellen Zwecken dienten.
Gebrauchskunst: Mit der Sesshaftigkeit entstand die Notwendigkeit von Vorratshaltung. Dies führte zur Erfindung und künstlerischen Verzierung von Keramik (z. B. Bandkeramik).
Die Darstellungen von Mensch und Tier wurden geometrischer und symbolhafter.
METALLZEITEN – Handwerk und Status
Mit der Entdeckung der Schmelzverfahren für Bronze und später Eisen wandelte sich die Kunst erneut.
Kunstobjekte wurden nun aus Metallen gegossen und oft mit Goldfolien verziert.
Die Motive drehten sich häufig um kosmische Symbole (Sonne, Mond, Schiffe) und den Status der neuen Eliten (Prunkwagen, verzierte Schwerter).
Ein weltberühmtes Meisterwerk dieser Epoche ist die Himmelsscheibe von Nebra (Deutschland), die älteste konkrete Darstellung des Kosmos.
HAUPTWERKE PRÄHISTORISCHE KUNST
ALTSTEINZEIT (ca. 40.000 – 10.000 v. Chr.)
Löwenmensch (ca. 40.000 v. Chr.)
Fundort: Hohlenstein-Stadel, Deutschland (Schwäbische Alb).
Bedeutung: Die älteste bekannte anthropomorphe (menschengestaltige) Skulptur der Welt. Die aus Mammutelfenbein geschnitzte Figur vereint einen menschlichen Körper mit dem Kopf eines Höhlenlöwen. Sie beweist, dass Menschen bereits damals zu komplexem, mythologischem Denken fähig waren.
Venus vom Hohle Fels (ca. 40.000 v. Chr.)
Fundort: Höhle Hohle Fels, Deutschland (Schwäbische Alb).
Bedeutung: Die älteste unbestrittene figürliche Darstellung eines Menschen weltweit. Die winzige Elfenbeinstatue betont stark die weiblichen Geschlechtsmerkmale und gilt als frühes Symbol für Fruchtbarkeit.
Venus von Willendorf (ca. 29.500 v. Chr.)
Fundort: Willendorf, Österreich.
Bedeutung: Das wohl berühmteste tragbare Kunstwerk (Mobiliarkunst) der Steinzeit. Die elf Zentimeter hohe, aus Kalkstein gefertigte und mit rotem Ocker bemalte Frauenfigur ist ein ikonisches Meisterwerk des Gravettiens. Es handelt sich dabei vermutlich um ein Fruchtbarkeitssymbol.
Wandmalereien der Chauvet-Höhle (ca. 36.000 v. Chr.)
Fundort: Ardèche, Frankreich.
Bedeutung: Sie beherbergt die ältesten und qualitativ anspruchsvollsten Höhlenmalereien der Menschheit. Berühmt ist das „Paneel der Löwen“. Die Dynamik, Perspektive und Schattierung der dargestellten Nashörner, Löwen und Pferde waren für diese frühe Zeit revolutionär.
Höhle von Lascaux (ca. 17.000 v. Chr.)
Fundort: Dordogne, Frankreich.
Bedeutung: Oft als „Sixtinische Kapelle der Urgeschichte“ bezeichnet. Der „Saal der Stiere“ zeigt hunderte monumentale, bis zu fünf Meter große Tierdarstellungen von überwältigender Farbkraft und Präzision, die mit Pigmenten mineralischen und pflanzlichen Ursprungs gemalt wurden.
Höhle von Altamira (ca. 15.000 v. Chr.)
Fundort: Kantabrien, Spanien.
Bedeutung: Die erste entdeckte Höhle mit steinzeitlichen Malereien. Weltberühmt sind die polychromen (mehrfarbigen) Darstellungen von Bisons, bei denen die Künstler die natürlichen Wölbungen der Felswand nutzten, um den Tieren einen plastischen 3D-Effekt zu verleihen.
JUNGSTEINZEIT (ca. 5.500 – 2.200 v. Chr.)
Steinkreis von Stonehenge (ca. 3.000 – 2.000 v. Chr.)
Ort: Wiltshire, England.
Bedeutung: Das weltweit bekannteste Monument der Megalithkultur. Die präzise Ausrichtung der tonnenschweren, bearbeiteten Steine auf den Mittsommer- und Mittwintersonnenaufgang zeugt von hochentwickelter Architektur, Organisation und astronomischem Wissen.
Megalith-Tempel von Malta (ca. 3.600 – 2.500 v. Chr.)
Ort: Malta und Gozo (z. B. Ġgantija, Tarxien).
Bedeutung: Diese Tempelanlagen gehören zu den ältesten freistehenden Steinbauten der Erde. Neben der Architektur sind sie für kunstvolle Reliefs von Spiralen, Tieren und die Skulpturen der „Fat Ladies“ (üppige Statuen einer Muttergottheit) bekannt.
BRONZEZEIT (ca. 2.200 – 800 v. Chr.)
Himmelsscheibe von Nebra (ca. 1.600 v. Chr.)
Fundort: Nebra (Sachsen-Anhalt), Deutschland.
Bedeutung: Die älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit. Die kreisrunde Bronzescheibe mit Goldapplikationen zeigt Sonne, Mond und die Plejaden. Sie diente als hochkomplexes astronomisches Instrument zur Bestimmung von Aussaat- und Erntezeiten.
Sonnenwagen von Trundholm (ca. 1.400 v. Chr.)
Fundort: Seeland, Dänemark.
Bedeutung: Ein Meisterwerk des bronzezeitlichen Metallgusses. Die Skulptur zeigt ein Pferd, das eine einseitig vergoldete Sonnenscheibe auf einem sechsrädrigen Wagen zieht – ein Beleg für den weit verbreiteten Sonnenkult jener Epoche.
ZITATE PRÄHISTORISCHE KUNST
„Keiner von uns kann so malen.“ | Pablo Picasso
Kontext: Dies soll der weltberühmte Maler beim Verlassen der Höhle von Lascaux im Jahr 1940 gesagt haben. Es drückt seine Bewunderung für die handwerkliche und ästhetische Perfektion der eiszeitlichen Künstler aus.
„Papa, schau, Ochsen!“ („¡Mira, papá! ¡Bueyes!“) | Maria Sanz de Sautuola (1879)
Kontext: Der historische Ausruf der damals neunjährigen Tochter des Forschers Marcelino Sanz de Sautuola. Sie war die erste Person, die die weltberühmte Decke der Höhle von Altamira in Spanien erblickte.
„Ein tiefes Gefühl der Ehrfurcht packte uns, als wir diese jahrtausendealten Meisterwerke im Schein unserer Lampen erblickten.“ | Jean-Marie Chauvet (1994)
Kontext: Der Entdecker der nach ihm benannten Chauvet-Höhle beschreibt den magischen Moment, als das Team die unberührten, 36.000 Jahre alten Wandmalereien fand.
„Die Kunst ist von Anfang an reif.“ | Ernst Gombrich (Kunsthistoriker)
Kontext: Aus seiner berühmten „Geschichte der Kunst“. Er stellt klar, dass prähistorische Kunst keine „primitive“ Vorstufe ist, sondern bereits auf einem handwerklich und geistig vollendeten Niveau begann.
„In den Höhlen der Eiszeit wurde der menschliche Geist geboren.“ | Nicholas Conard (Archäologe)
Kontext: Der Ausgräber des Löwenmenschen und der Venus vom Hohle Fels betont, dass die Erfindung der figürlichen Kunst den entscheidenden evolutionären Schritt zum modernen Menschen markiert.
„Höhlenmalerei war nicht Dekoration, sondern Überlebensstrategie.“ | Henri Breuil (Prähistoriker und „Höhlenpater“)
Kontext: Breuil begründete die Theorie der „Jagdmagie“. Er war überzeugt, dass das Malen der Tiere ein ritueller Akt war, um die Beute spirituell zu bezwingen und die Jagd zu sichern.