GCB Kunstlexikon
SCHWÄBISCHE MALER UND BILDHAUER VOM MITTELALTER BIS ZUR MODERNE
Schwäbische Maler und Bildhauer in der Kunstgeschichte
Die schwäbische Kunstlandschaft zeichnet sich durch ein eigenständiges Spannungsfeld zwischen tiefer regionaler Verwurzelung (z. B. der oberschwäbischen Landschaft) und europäischer Avantgarde aus. Von den sakralen Meisterwerken des Mittelalters bis zu den Wegbereitern der Abstraktion in Stuttgart prägten schwäbische Künstler maßgeblich die Epochen.
KUNSTWERKE SCHWÄBISCHE MALER UND BILDHAUER

Schwäbische Bildhauer, Jakob Wilhelm Fehrle, Nach dem Bade, stehender Damenakt ein Tuch haltend, 1944, Höhe 65 cm, Terrakotta modelliert, gebrannt, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Schwäbische Bildhauer, Fritz Nuss, Stehende II, 1948, Bronze, 181,5 cm x 54 cm x 55 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Schwäbische Bildhauer, Emil Cimiotti, Pineta III, Bronze gussrau, 58 cm x 24 cm x 23 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Schwäbische Bildhauer, Otto Herbert Hajek, P 138, 60 3, 1960, Bronze, 27 cm x 25 cm x 11 cm – Höhe ohne Sockel, Unikat, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie
FRÜHE EPOCHEN UND SAKRALKUNST
SCHWÄBISCHE KUNST: FRÜHMITTELALTER: VORROMANIK & KAROLINGISCH-OTTONISCHE KUNST
ca. 750–1050
Maler:
Mönche der Reichenauer Malschule (Bodenseeraum; weltberühmte Buchmalerei und Wandmalereien, z.B. in St. Georg in Oberzell.
SCHWÄBISCHE KUNST: ROMANIK
ca. 1050–1250
Bildhauer:
Unbekannte schwäbische Steinmetze der Hirsauer Bauschule (prägend für die romanische Bauplastik und ornamentale Reliefs im schwäbischen Raum).
SCHWÄBISCHE KUNST: GOTIK – FRÜHGOTIK & HOCHGOTIK
ca. 1250–1470
Maler: Meister von Meßkirch (Wurzeln in der hochgotischen Tradition des Umlands)
Frühe Meister der Ulmer Schule.
Bildhauer:
Meister von Urach (spätgotisch orientiert, schuf den Amandushof) Bildhauer des Stuttgarter Chorgestühls.
SCHWÄBISCHE KUNST: SPÄTGOTIK
ca. 1470–1520
Maler:
Hans Holbein der Ältere (In Ulm geprägt, schuf monumentale Altarwerke)
Bartholomäus Zeitblom (Hauptmeister der Ulmer Schule).
Bildhauer:
Michel Erhard (Schöpfer des Ulmer Chorgestühls, prägte den schwäbischen „weichen Stil“)
Jörg Syrlin der Ältere (Kistler und Bildhauer)
Hans Multscher (Wegbereiter des Realismus in der Bildhauerei)
SCHWÄBISCHE KUNST: RENAISSANCE
ca. 1500–1600
Maler:
Hans Baldung Grien (schwäbisch-alemannischer Raum, expressive Bildsprache)
Hans Holbein der Jüngere (geboren in Augsburg, schwäbischer Kulturkreis).
SCHWÄBISCHE KUNST: BAROCK & ROKOKO
ca. 1600–1780
Maler:
Franz Anton Maulbertsch (Spätbarock/Rokoko, in Oberschwaben tätig) Cosmas Damian Asam (Deckenmaler, aktiv in schwäbischen Klöstern)
Bildhauer:
Joseph Anton Feuchtmayer (Meister des oberschwäbischen Rokoko, berühmt für den „Honigschlecker“ in der Wallfahrtskirche Birnau.
DAS 19. JAHRHUNDERT
SCHWÄBISCHE KUNST: KLASSIZISMUS & ROMANTIK
ca. 1750–1850
Maler:
Gottlieb Schick (Stuttgarter Klassizist)
Johann Friedrich Steinkopf (Begründer der schwäbischen Landschaftsmalerei)
Eberhard Wächter
Bildhauer:
Johann Heinrich von Dannecker (bedeutendster klassizistischer Bildhauer Schwabens, Schöpfer der „Schiller-Büste“)
SCHWÄBISCHE KUNST: BIEDERMEIER & SPÄTROMANTK
ca. 1815–1880
Maler:
Carl Spitzweg (obwohl Münchner, eng verwoben mit schwäbischen Motiven)
Karl Ephraim Carstens
SCHWÄBISCHE KUNST: REALISMUS & MÜNCHNER SCHULE
ca. 1840–1890
Maler:
Karl von Piloty (Lehrer vieler Schwaben in München)
Wilhelm Leibl (Leibl-Kreis, prägte den schwäbischen Realismus)
Friedrich von Keller (Professor in Stuttgart, gilt als wichtiger Lehrer des schwäbischen Realismus
DER WEG IN DIE MODERNE
SCHWÄBISCHE KUNST: FRÜHIMPRESSIONISMUS & IMPRESSIONISMUS
ab ca. 1860
Maler:
Christian Landenberger (wichtigster schwäbischer Freilichtmaler und Impressionist)
Hermann Pleuer (berühmt für seine impressionistischen Stuttgarter Bahnhofsbilder)
Otto Reiniger (Meister der schwäbischen impressionistischen Landschaft).
SCHWÄBISCHE KUNST: JUGENDSTIL
ca. 1890–1910
Künstler:
Bernhard Pankok (Maler, Designer und Architekt, Mitbegründer der Stuttgarter Moderne)
DIE KLASSISCHE MODERNE & REGIONALE AVANTGARDEN
ab ca. 1905
STUTTGARTER AVANTGARDE – DER HÖLZEL-KREIS
ab ca. 1905
Maler:
Adolf Hölzel (Der Pionier, holte ab 1905 die Moderne nach Stuttgart)
Hölzel-Schüler:
Willi Baumeister (Pionier der Abstraktion)
Oskar Schlemmer (Maler, Bauhaus-Meister)
Johannes Itten (Farblehrer, Bauhaus)
Ida Kerkovius (wichtige Malerin der Avantgarde).
SCHWÄBISCHE KUNST: EXPRESSIONISMUS & SPÄTIMPRESSIONISMUS
ca. 1905–1925
Maler:
Hans Purrmann (gebürtig in der Pfalz, eng mit Schwaben und dem Bodensee verbunden, Matisse-Schüler
SCHWÄBISCHE KUNST: STUTTGARTER SEZESSION
Gegründet 1923
Maler:
Reinhold Nägele (Chronist Stuttgarts)
Max Ackermann (absolute Malerei)
Manfred Henninger (Vertreter des expressiven Farb-Realismus)
Käthe Loewenthal (wichtige Landschaftsmalerin)
Bildhauer:
Alfred Lörcher (bedeutender Kleinplastiker der Moderne)
Jakob Wilhelm Fehrle (klassische Formen in der Moderne).
SCHWÄBISCHE KUNST: NEUE SACHLICHKEIT
ca. 1918–1933
Maler:
Albert Birkle (sozialkritischer Realismus)
Kurt Weinhold (technisch-kühle Bildsprache)
SCHWÄBISCHE KUNST: OBERSCHWÄBISCHE MODERNE
ca. 1920er bis Nachkriegszeit
Maler:
Jakob Bräckle (Meister der oberschwäbischen Winter- und Bauernlandschaft)
Sepp Mahler (der „Maler-Vagabund“, Moormotive)
Maria Caspar-Filser (wichtige Malerin des Expressiven Realismus) Gottfried Graf (kubistisch-expressionistische Einflüsse)
SCHWÄBISCHE KUNST: KLASSSCHE MODERNE
ca. 1900 – 1945
Bildhauer:
Fritz Nuss (1907 – 1999): Bedeutender schwäbischer Bildhauer und Medailleur der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts, der als einer der vielseitigsten Plastiker Baden-Württembergs gilt. Geboren in Göppingen, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Ziseleur, ehe er seine Studien bei Albert Holl in Schwäbisch Gmünd, Hermann Hahn in München sowie Ludwig Habich an der Stuttgarter Kunstakademie abschloss, wo er ab 1941 auch selbst die Bildhauerklasse leitete und 1943 zum Professor ernannt wurde. Er erlangte enorme überregionale Berühmtheit durch seine meisterhaften Aktdarstellungen und symbolträchtigen Bronzeskulpturen, in deren Zentrum zeitlebens die Typisierung des menschlichen Körpers stand. Seine vorwiegend in Bronze ausgeführten, plastischen Hauptwerke im öffentlichen Raum – darunter das in Stuttgart bewahrte Relief für die Liederhalle, die Skulptur „Sitzender lesend“ oder die im Kunstmuseum Stuttgart vertretenen Arbeiten – zeichnen sich durch eine harmonische Verbindung von klassischer Formensprache und modernen, expressiven Strukturierungen aus. Als langjähriger Leiter der Klasse für plastisches Gestalten in Schwäbisch Gmünd und Begründer einer bedeutenden Künstlerdynastie prägte er die süddeutsche Nachkriegsmoderne nachhaltig.
NACHKRIEGSMODERNE
SCHWÄBISCHE KUNST: INFORMEL & NACHKRIEGS-ABSTRAKTION
ca. 1945–1960er
Maler:
K.R.H. Sonderborg (Stuttgarter Akademie-Professor)
Willi Baumeister (wirkte stark in die Nachkriegszeit hinein)
Bildhauer:
Emil Cimiotti (Pionier der informellen Bildhauerei in Deutschland; seine organisch-Gussplastiken prägten die Nachkriegsmoderne
Otto Herbert Hajek (Raum- und Platzgestaltungen)
SCHWÄBISCHE MALER UND BILDHAUER VOM MITTELALTER BIS ZUR MODERNE
Schwäbische Maler und Bildhauer in der Kunstgeschichte
Die schwäbische Kunstlandschaft zeichnet sich durch ein eigenständiges Spannungsfeld zwischen tiefer regionaler Verwurzelung (z. B. der oberschwäbischen Landschaft) und europäischer Avantgarde aus. Von den sakralen Meisterwerken des Mittelalters bis zu den Wegbereitern der Abstraktion in Stuttgart prägten schwäbische Künstler maßgeblich die Epochen.
KUNSTWERKE SCHWÄBISCHE MALER UND BILDHAUER

Schwäbische Bildhauer, Jakob Wilhelm Fehrle, Nach dem Bade, stehender Damenakt ein Tuch haltend, 1944, Höhe 65 cm, Terrakotta modelliert, gebrannt, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Schwäbische Bildhauer, Fritz Nuss, Stehende II, 1948, Bronze, 181,5 cm x 54 cm x 55 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Schwäbische Bildhauer, Emil Cimiotti, Pineta III, Bronze gussrau, 58 cm x 24 cm x 23 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Schwäbische Bildhauer, Otto Herbert Hajek, P 138, 60 3, 1960, Bronze, 27 cm x 25 cm x 11 cm – Höhe ohne Sockel, Unikat, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie
FRÜHE EPOCHEN UND SAKRALKUNST
SCHWÄBISCHE KUNST: FRÜHMITTELALTER: VORROMANIK & KAROLINGISCH-OTTONISCHE KUNST
ca. 750–1050
Maler:
Mönche der Reichenauer Malschule (Bodenseeraum; weltberühmte Buchmalerei und Wandmalereien, z.B. in St. Georg in Oberzell.
SCHWÄBISCHE KUNST: ROMANIK
ca. 1050–1250
Bildhauer:
Unbekannte schwäbische Steinmetze der Hirsauer Bauschule (prägend für die romanische Bauplastik und ornamentale Reliefs im schwäbischen Raum).
SCHWÄBISCHE KUNST: GOTIK – FRÜHGOTIK & HOCHGOTIK
ca. 1250–1470
Maler: Meister von Meßkirch (Wurzeln in der hochgotischen Tradition des Umlands)
Frühe Meister der Ulmer Schule.
Bildhauer:
Meister von Urach (spätgotisch orientiert, schuf den Amandushof) Bildhauer des Stuttgarter Chorgestühls.
SCHWÄBISCHE KUNST: SPÄTGOTIK
ca. 1470–1520
Maler:
Hans Holbein der Ältere (In Ulm geprägt, schuf monumentale Altarwerke)
Bartholomäus Zeitblom (Hauptmeister der Ulmer Schule).
Bildhauer:
Michel Erhard (Schöpfer des Ulmer Chorgestühls, prägte den schwäbischen „weichen Stil“)
Jörg Syrlin der Ältere (Kistler und Bildhauer)
Hans Multscher (Wegbereiter des Realismus in der Bildhauerei)
SCHWÄBISCHE KUNST: RENAISSANCE
ca. 1500–1600
Maler:
Hans Baldung Grien (schwäbisch-alemannischer Raum, expressive Bildsprache)
Hans Holbein der Jüngere (geboren in Augsburg, schwäbischer Kulturkreis).
SCHWÄBISCHE KUNST: BAROCK & ROKOKO
ca. 1600–1780
Maler:
Franz Anton Maulbertsch (Spätbarock/Rokoko, in Oberschwaben tätig) Cosmas Damian Asam (Deckenmaler, aktiv in schwäbischen Klöstern)
Bildhauer:
Joseph Anton Feuchtmayer (Meister des oberschwäbischen Rokoko, berühmt für den „Honigschlecker“ in der Wallfahrtskirche Birnau.
DAS 19. JAHRHUNDERT
SCHWÄBISCHE KUNST: KLASSIZISMUS & ROMANTIK
ca. 1750–1850
Maler:
Gottlieb Schick (Stuttgarter Klassizist)
Johann Friedrich Steinkopf (Begründer der schwäbischen Landschaftsmalerei)
Eberhard Wächter
Bildhauer:
Johann Heinrich von Dannecker (bedeutendster klassizistischer Bildhauer Schwabens, Schöpfer der „Schiller-Büste“)
SCHWÄBISCHE KUNST: BIEDERMEIER & SPÄTROMANTK
ca. 1815–1880
Maler:
Carl Spitzweg (obwohl Münchner, eng verwoben mit schwäbischen Motiven)
Karl Ephraim Carstens
SCHWÄBISCHE KUNST: REALISMUS & MÜNCHNER SCHULE
ca. 1840–1890
Maler:
Karl von Piloty (Lehrer vieler Schwaben in München)
Wilhelm Leibl (Leibl-Kreis, prägte den schwäbischen Realismus)
Friedrich von Keller (Professor in Stuttgart, gilt als wichtiger Lehrer des schwäbischen Realismus
DER WEG IN DIE MODERNE
SCHWÄBISCHE KUNST: FRÜHIMPRESSIONISMUS & IMPRESSIONISMUS
ab ca. 1860
Maler:
Christian Landenberger (wichtigster schwäbischer Freilichtmaler und Impressionist)
Hermann Pleuer (berühmt für seine impressionistischen Stuttgarter Bahnhofsbilder)
Otto Reiniger (Meister der schwäbischen impressionistischen Landschaft).
SCHWÄBISCHE KUNST: JUGENDSTIL
ca. 1890–1910
Künstler:
Bernhard Pankok (Maler, Designer und Architekt, Mitbegründer der Stuttgarter Moderne)
DIE KLASSISCHE MODERNE & REGIONALE AVANTGARDEN
ab ca. 1905
STUTTGARTER AVANTGARDE – DER HÖLZEL-KREIS
ab ca. 1905
Maler:
Adolf Hölzel (Der Pionier, holte ab 1905 die Moderne nach Stuttgart)
Hölzel-Schüler:
Willi Baumeister (Pionier der Abstraktion)
Oskar Schlemmer (Maler, Bauhaus-Meister)
Johannes Itten (Farblehrer, Bauhaus)
Ida Kerkovius (wichtige Malerin der Avantgarde).
SCHWÄBISCHE KUNST: EXPRESSIONISMUS & SPÄTIMPRESSIONISMUS
ca. 1905–1925
Maler:
Hans Purrmann (gebürtig in der Pfalz, eng mit Schwaben und dem Bodensee verbunden, Matisse-Schüler
SCHWÄBISCHE KUNST: STUTTGARTER SEZESSION
Gegründet 1923
Maler:
Reinhold Nägele (Chronist Stuttgarts)
Max Ackermann (absolute Malerei)
Manfred Henninger (Vertreter des expressiven Farb-Realismus)
Käthe Loewenthal (wichtige Landschaftsmalerin)
Bildhauer:
Alfred Lörcher (bedeutender Kleinplastiker der Moderne)
Jakob Wilhelm Fehrle (klassische Formen in der Moderne).
SCHWÄBISCHE KUNST: NEUE SACHLICHKEIT
ca. 1918–1933
Maler:
Albert Birkle (sozialkritischer Realismus)
Kurt Weinhold (technisch-kühle Bildsprache)
SCHWÄBISCHE KUNST: OBERSCHWÄBISCHE MODERNE
ca. 1920er bis Nachkriegszeit
Maler:
Jakob Bräckle (Meister der oberschwäbischen Winter- und Bauernlandschaft)
Sepp Mahler (der „Maler-Vagabund“, Moormotive)
Maria Caspar-Filser (wichtige Malerin des Expressiven Realismus) Gottfried Graf (kubistisch-expressionistische Einflüsse)
SCHWÄBISCHE KUNST: KLASSSCHE MODERNE
ca. 1900 – 1945
Bildhauer:
Fritz Nuss (1907 – 1999): Bedeutender schwäbischer Bildhauer und Medailleur der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts, der als einer der vielseitigsten Plastiker Baden-Württembergs gilt. Geboren in Göppingen, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Ziseleur, ehe er seine Studien bei Albert Holl in Schwäbisch Gmünd, Hermann Hahn in München sowie Ludwig Habich an der Stuttgarter Kunstakademie abschloss, wo er ab 1941 auch selbst die Bildhauerklasse leitete und 1943 zum Professor ernannt wurde. Er erlangte enorme überregionale Berühmtheit durch seine meisterhaften Aktdarstellungen und symbolträchtigen Bronzeskulpturen, in deren Zentrum zeitlebens die Typisierung des menschlichen Körpers stand. Seine vorwiegend in Bronze ausgeführten, plastischen Hauptwerke im öffentlichen Raum – darunter das in Stuttgart bewahrte Relief für die Liederhalle, die Skulptur „Sitzender lesend“ oder die im Kunstmuseum Stuttgart vertretenen Arbeiten – zeichnen sich durch eine harmonische Verbindung von klassischer Formensprache und modernen, expressiven Strukturierungen aus. Als langjähriger Leiter der Klasse für plastisches Gestalten in Schwäbisch Gmünd und Begründer einer bedeutenden Künstlerdynastie prägte er die süddeutsche Nachkriegsmoderne nachhaltig.
NACHKRIEGSMODERNE
SCHWÄBISCHE KUNST: INFORMEL & NACHKRIEGS-ABSTRAKTION
ca. 1945–1960er
Maler:
K.R.H. Sonderborg (Stuttgarter Akademie-Professor)
Willi Baumeister (wirkte stark in die Nachkriegszeit hinein)
Bildhauer:
Emil Cimiotti (Pionier der informellen Bildhauerei in Deutschland; seine organisch-Gussplastiken prägten die Nachkriegsmoderne
Otto Herbert Hajek (Raum- und Platzgestaltungen)
SCHWÄBISCHE MALER UND BILDHAUER VOM MITTELALTER BIS ZUR MODERNE
Schwäbische Maler und Bildhauer in der Kunstgeschichte
Die schwäbische Kunstlandschaft zeichnet sich durch ein eigenständiges Spannungsfeld zwischen tiefer regionaler Verwurzelung (z. B. der oberschwäbischen Landschaft) und europäischer Avantgarde aus. Von den sakralen Meisterwerken des Mittelalters bis zu den Wegbereitern der Abstraktion in Stuttgart prägten schwäbische Künstler maßgeblich die Epochen.
KUNSTWERKE SCHWÄBISCHE MALER UND BILDHAUER

Schwäbische Bildhauer, Jakob Wilhelm Fehrle, Nach dem Bade, stehender Damenakt ein Tuch haltend, 1944, Höhe 65 cm, Terrakotta modelliert, gebrannt, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Schwäbische Bildhauer, Fritz Nuss, Stehende II, 1948, Bronze, 181,5 cm x 54 cm x 55 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Schwäbische Bildhauer, Emil Cimiotti, Pineta III, Bronze gussrau, 58 cm x 24 cm x 23 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Schwäbische Bildhauer, Otto Herbert Hajek, P 138, 60 3, 1960, Bronze, 27 cm x 25 cm x 11 cm – Höhe ohne Sockel, Unikat, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie
FRÜHE EPOCHEN UND SAKRALKUNST
SCHWÄBISCHE KUNST: FRÜHMITTELALTER: VORROMANIK & KAROLINGISCH-OTTONISCHE KUNST
ca. 750–1050
Maler:
Mönche der Reichenauer Malschule (Bodenseeraum; weltberühmte Buchmalerei und Wandmalereien, z.B. in St. Georg in Oberzell.
SCHWÄBISCHE KUNST: ROMANIK
ca. 1050–1250
Bildhauer:
Unbekannte schwäbische Steinmetze der Hirsauer Bauschule (prägend für die romanische Bauplastik und ornamentale Reliefs im schwäbischen Raum).
SCHWÄBISCHE KUNST: GOTIK – FRÜHGOTIK & HOCHGOTIK
ca. 1250–1470
Maler: Meister von Meßkirch (Wurzeln in der hochgotischen Tradition des Umlands)
Frühe Meister der Ulmer Schule.
Bildhauer:
Meister von Urach (spätgotisch orientiert, schuf den Amandushof) Bildhauer des Stuttgarter Chorgestühls.
SCHWÄBISCHE KUNST: SPÄTGOTIK
ca. 1470–1520
Maler:
Hans Holbein der Ältere (In Ulm geprägt, schuf monumentale Altarwerke)
Bartholomäus Zeitblom (Hauptmeister der Ulmer Schule).
Bildhauer:
Michel Erhard (Schöpfer des Ulmer Chorgestühls, prägte den schwäbischen „weichen Stil“)
Jörg Syrlin der Ältere (Kistler und Bildhauer)
Hans Multscher (Wegbereiter des Realismus in der Bildhauerei)
SCHWÄBISCHE KUNST: RENAISSANCE
ca. 1500–1600
Maler:
Hans Baldung Grien (schwäbisch-alemannischer Raum, expressive Bildsprache)
Hans Holbein der Jüngere (geboren in Augsburg, schwäbischer Kulturkreis).
SCHWÄBISCHE KUNST: BAROCK & ROKOKO
ca. 1600–1780
Maler:
Franz Anton Maulbertsch (Spätbarock/Rokoko, in Oberschwaben tätig) Cosmas Damian Asam (Deckenmaler, aktiv in schwäbischen Klöstern)
Bildhauer:
Joseph Anton Feuchtmayer (Meister des oberschwäbischen Rokoko, berühmt für den „Honigschlecker“ in der Wallfahrtskirche Birnau.
DAS 19. JAHRHUNDERT
SCHWÄBISCHE KUNST: KLASSIZISMUS & ROMANTIK
ca. 1750–1850
Maler:
Gottlieb Schick (Stuttgarter Klassizist)
Johann Friedrich Steinkopf (Begründer der schwäbischen Landschaftsmalerei)
Eberhard Wächter
Bildhauer:
Johann Heinrich von Dannecker (bedeutendster klassizistischer Bildhauer Schwabens, Schöpfer der „Schiller-Büste“)
SCHWÄBISCHE KUNST: BIEDERMEIER & SPÄTROMANTK
ca. 1815–1880
Maler:
Carl Spitzweg (obwohl Münchner, eng verwoben mit schwäbischen Motiven)
Karl Ephraim Carstens
SCHWÄBISCHE KUNST: REALISMUS & MÜNCHNER SCHULE
ca. 1840–1890
Maler:
Karl von Piloty (Lehrer vieler Schwaben in München)
Wilhelm Leibl (Leibl-Kreis, prägte den schwäbischen Realismus)
Friedrich von Keller (Professor in Stuttgart, gilt als wichtiger Lehrer des schwäbischen Realismus
DER WEG IN DIE MODERNE
SCHWÄBISCHE KUNST: FRÜHIMPRESSIONISMUS & IMPRESSIONISMUS
ab ca. 1860
Maler:
Christian Landenberger (wichtigster schwäbischer Freilichtmaler und Impressionist)
Hermann Pleuer (berühmt für seine impressionistischen Stuttgarter Bahnhofsbilder)
Otto Reiniger (Meister der schwäbischen impressionistischen Landschaft).
SCHWÄBISCHE KUNST: JUGENDSTIL
ca. 1890–1910
Künstler:
Bernhard Pankok (Maler, Designer und Architekt, Mitbegründer der Stuttgarter Moderne)
DIE KLASSISCHE MODERNE & REGIONALE AVANTGARDEN
ab ca. 1905
STUTTGARTER AVANTGARDE – DER HÖLZEL-KREIS
ab ca. 1905
Maler:
Adolf Hölzel (Der Pionier, holte ab 1905 die Moderne nach Stuttgart)
Hölzel-Schüler:
Willi Baumeister (Pionier der Abstraktion)
Oskar Schlemmer (Maler, Bauhaus-Meister)
Johannes Itten (Farblehrer, Bauhaus)
Ida Kerkovius (wichtige Malerin der Avantgarde).
SCHWÄBISCHE KUNST: EXPRESSIONISMUS & SPÄTIMPRESSIONISMUS
ca. 1905–1925
Maler:
Hans Purrmann (gebürtig in der Pfalz, eng mit Schwaben und dem Bodensee verbunden, Matisse-Schüler
SCHWÄBISCHE KUNST: STUTTGARTER SEZESSION
Gegründet 1923
Maler:
Reinhold Nägele (Chronist Stuttgarts)
Max Ackermann (absolute Malerei)
Manfred Henninger (Vertreter des expressiven Farb-Realismus)
Käthe Loewenthal (wichtige Landschaftsmalerin)
Bildhauer:
Alfred Lörcher (bedeutender Kleinplastiker der Moderne)
Jakob Wilhelm Fehrle (klassische Formen in der Moderne).
SCHWÄBISCHE KUNST: NEUE SACHLICHKEIT
ca. 1918–1933
Maler:
Albert Birkle (sozialkritischer Realismus)
Kurt Weinhold (technisch-kühle Bildsprache)
SCHWÄBISCHE KUNST: OBERSCHWÄBISCHE MODERNE
ca. 1920er bis Nachkriegszeit
Maler:
Jakob Bräckle (Meister der oberschwäbischen Winter- und Bauernlandschaft)
Sepp Mahler (der „Maler-Vagabund“, Moormotive)
Maria Caspar-Filser (wichtige Malerin des Expressiven Realismus) Gottfried Graf (kubistisch-expressionistische Einflüsse)
SCHWÄBISCHE KUNST: KLASSSCHE MODERNE
ca. 1900 – 1945
Bildhauer:
Fritz Nuss (1907 – 1999): Bedeutender schwäbischer Bildhauer und Medailleur der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts, der als einer der vielseitigsten Plastiker Baden-Württembergs gilt. Geboren in Göppingen, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Ziseleur, ehe er seine Studien bei Albert Holl in Schwäbisch Gmünd, Hermann Hahn in München sowie Ludwig Habich an der Stuttgarter Kunstakademie abschloss, wo er ab 1941 auch selbst die Bildhauerklasse leitete und 1943 zum Professor ernannt wurde. Er erlangte enorme überregionale Berühmtheit durch seine meisterhaften Aktdarstellungen und symbolträchtigen Bronzeskulpturen, in deren Zentrum zeitlebens die Typisierung des menschlichen Körpers stand. Seine vorwiegend in Bronze ausgeführten, plastischen Hauptwerke im öffentlichen Raum – darunter das in Stuttgart bewahrte Relief für die Liederhalle, die Skulptur „Sitzender lesend“ oder die im Kunstmuseum Stuttgart vertretenen Arbeiten – zeichnen sich durch eine harmonische Verbindung von klassischer Formensprache und modernen, expressiven Strukturierungen aus. Als langjähriger Leiter der Klasse für plastisches Gestalten in Schwäbisch Gmünd und Begründer einer bedeutenden Künstlerdynastie prägte er die süddeutsche Nachkriegsmoderne nachhaltig.
NACHKRIEGSMODERNE
SCHWÄBISCHE KUNST: INFORMEL & NACHKRIEGS-ABSTRAKTION
ca. 1945–1960er
Maler:
K.R.H. Sonderborg (Stuttgarter Akademie-Professor)
Willi Baumeister (wirkte stark in die Nachkriegszeit hinein)
Bildhauer:
Emil Cimiotti (Pionier der informellen Bildhauerei in Deutschland; seine organisch-Gussplastiken prägten die Nachkriegsmoderne
Otto Herbert Hajek (Raum- und Platzgestaltungen)