GCB Kunstlexikon
VILLA ROMANA
KUNSTWERKE VON PRÄMIERTEN VILLA ROMANA KÜNSTLERINNEN & KÜNSTLERN
DEFINITION & BESCHREIBUNG VILLA ROMANA
Die Villa Romana ist ein traditionsreiches, unabhängiges deutsches Künstlerhaus in Florenz (Italien) und die Wirkungsstätte des gleichnamigen Preises. Gelegen in der Via Senese 68 am südlichen Stadtrand, fungiert das Anwesen als gemeinnützige Plattform für Produktion, Ausstellungsaktivitäten und den internationalen Dialog. Das Hauptgebäude ist eine historistische bzw. spätklassizistische Villa, die um 1860 errichtet wurde, rund 40 Zimmer umfasst und in eine 15.000 Quadratmeter große Parkanlage eingebettet ist. Der institutionelle Fokus liegt auf der Vergabe des Villa-Romana-Preises, der als der älteste noch verliehene Kunstpreis Deutschlands gilt. Er zeichnet jährlich herausragende, vorwiegend jüngere, in Deutschland lebende bildende Künstlerinnen und Künstler aus. Das Stipendium umfasst einen zehnmonatigen, kostenfreien Wohn- und Arbeitsaufenthalt (jeweils vom 1. Februar bis 30. November) in einem der Ateliers der Villa sowie eine monatliche finanzielle Unterstützung. Die Nominierung erfolgt über eine jährlich wechselnde Fachjury. Seit den 1920er Jahren wird die Institution maßgeblich durch die Deutsche Bank Stiftung sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.
HISTORIE & CHRONOLOGIE VILLA ROMANA
1905: Gründung der Initiative durch den deutschen Maler, Bildhauer und Grafiker Max Klinger. Frustriert über die starre, akademisch-staatliche Kunstförderung des Kaiserreichs erwarb Klinger das Anwesen in Florenz mithilfe eines kunstliebenden Freundeskreises (darunter der Verleger Georg Hirzel) für 60.000 Gold-Lire.
1906: Der im Vorjahr gegründete Deutsche Künstlerbund übernimmt offiziell die Schirmherrschaft und etabliert die Vergabe des Preises als autonomes Gegenmodell zu staatlichen Preisen. Max Beckmann zieht als einer der ersten Preisträger ein.
1914–1918 Erster Weltkrieg: Zwangsweise Schließung des Künstlerhauses und Sequestrierung (Beschlagnahmung) durch den italienischen Staat. Der Betrieb ruht vollständig.
1920er Jahre: Rückgabe des Hauses an den Verein. Die Deutsche Bank steigt als stabiler, langfristiger Förderer der Einrichtung ein.
1935–1943: Der Maler Hans Purrmann übernimmt die Leitung der Villa. Unter dem Schutz des florentinischen deutschen Konsulats wird das Haus während des Nationalsozialismus zu einem wichtigen Zufluchtsort für verfemte Künstler und Akteure der „Entarteten Kunst“.
1944–1958: Zweite Beschlagnahmung nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes und deutschem Truppenabzug. Erst durch den Einsatz von Theodor Heuss wird das Gebäude 1958 an den deutschen Trägerverein zurückgegeben und wiedereröffnet.
1970er–1990er Jahre: Erweiterung des Medienbegriffs. Neben klassischer Malerei und Bildhauerei halten Konzeptkunst, Performance, Video und Fotografie Einzug in die Ateliers.
2025: Das Künstlerhaus feiert sein 120-jähriges Bestehen mit der großen Retrospektive CENTOVENTI: Villa Romana 1905–2025 in Kooperation mit dem florentinischen Museo Novecento.
BILDENDE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER VILLA ROMANA
Die Institution hat Generationen bedeutender Medienschaffender der europäischen Kunstgeschichte beherbergt. Zu den kunsthistorisch relevantesten Akteuren, die das Haus prägten, gehören:
Die Gründerväter & Mentoren: Max Klinger, Georg Hirzel, Hans Purrmann.
Klassische Moderne: Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Karl Caspar, Paul Baum.
Nachkriegsmoderne & Informel: Peter Brüning, Rolf Szymanski, Ansgar Nierhoff.
Zeitgenössische Kunst & Neue Wilde: Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Horst Antes, Anna Oppermann, Karin Sander, Katharina Grosse, Amelie von Wulffen.
KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER DIE DEN VILLA ROMANA PREIS ERHALTEN HABEN
Hinweis: In den Jahren der Weltkriege sowie den Nachkriegs-Beschlagnahmungen 1915–1918, 1934, 1940–1944 und 1945–1958 fand keine reguläre Preisvergabe statt.
1905: Ulrich Hübner, Hans Purrmann
1906: Max Beckmann, Heinrich Ehlers
1907: Georg Kolbe, Fritz Mackensen
1908: Ernst Barlach, Richard Pietzsch
1909: Paul Baum, Karl Albiker
1910: Theodor von Brockhusen, Else Oppler-Legband
1911: Ludwig Cauer, Otto Richard Bossert
1912: Max Neumann, Käthe Kollwitz
1913: Karl Caspar, Alexander Gerbig
1914: Maria Caspar-Filser, Philipp Harth
1922: Adolf Schinnerer
1923: Werner Heuser
1924: Suchart Bandhukul
1925: Erwin Hass, Emy Roeder
1926: Arthur Degner
1927: Karl Schmidt-Rottluff (Ehrenaufenthalt)
1928: Ernst Wilhelm Nay
1929: Hein Heckroth
1930: Toni Stadler
1931: Karl Kluth
1932: Gilles Ehrmann
1933: Werner Gilles
1935: Edgar Ende
1936: Helmut Ruhemann
1959: Theo Bechteler, Peter Brüning
1960: Gerhart Schreiter, Heinz Battke
1961: Karl Horst Antes, Gerson Fehrenbach
1962: Ursula Sax, Clemens Fischer
1963: Georg Baselitz, Michael Croissant
1964: Christian Kruck, Friedrich Gräsel
1965: Franz Bernhard, Johannes Geccelli
1966: Klaus Fußmann, Michael Schoenholtz
1967: Dieter Krieg, Ed Sommer
1968: Ansgar Nierhoff, Bernd Koberling
1969: Karl Bohrmann, Hermann Albert
1970: Markus Lüpertz, Thomas Bayrle
1971: Peter Ackermann, Hermann Waldenburg
1972: Klaus Rinke, Jorge Castillo
1973: Alpha-Künstlergruppe (Klaus Geldmacher, Francesco Mariotti)
1974: Joachim Bandau, Johannes Brus
1975: Christa Dichgans, Wolfgang Petrick
1976: Michael Bette, Nikolaus Lang
1977: Abraham David Christian, Bernd Berner
1978: Gotthard Graubner (Ehrengast), Michael Buthe
1979: Friedemann Hahn, Thomas Virnich
1980: Fritz Schwegler, Rainer Mang
1981: Albert Hien, Werner Pokorny
1982: Isa Genzken, Wolfgang Luy
1983: Stephan Huber, Karl Manfred Rennertz
1984: Norbert Radermacher, Michael Witlatschil
1985: lka Meyer-Wunsch, herrman de vries
1986: Herman de Vries, Walter Stöhrer
1987: Katharina Karrenberg, Klaus Kumrow
1988: Unica Zürn (Posthum-Ausstellung), Tony Cragg (Ehrenstipendium)
1989: Jan Voss, Jochen Gerz
1990: Anna Oppermann, Bernhard Prinz
1991: Christiane Möbus, Carl Emanuel Wolff
1992: Katharina Grosse, Karin Sander
1993: Suse Wiegand, Georg Winter
1994: Walter Kütz
1995: Isa Dahl, Wolfgang Nestler
1996: Martin Schmidt, Öyvind Fahlström (Fokus)
1997: Simone Westerwinter, Alice Stepken
1998: Nezaket Ekici, Jan Schmidt
1999: Barbara Adamek, Michael Deistler
2000: Dieter Vieg, Dorothea Goldschmidt
2001: Simone Böhm, Stephan Gripp
2002: Jeanne Faust, Jörg Wagner
2003: Monika Kapfer, Christian Schwarzwald
2004: Ralf Brück, Sven Ole Frahm
2005: Nine Budde, Dellbrügge & de Moll
2006: Andrea Hanak, Simon Dybbroe Møller
2007: Andrea Faciu, Barbara Kussinger, Silke Markefka, Michail Pirgelis
2008: Dani Gal, Julia Schmidt, Asli Sungu, Clemens von Wedemeyer
2009: Olivier Foulon, Kalin Lindena, Eske Schlüters, Benjamin Yavuzsoy
2010: Sebastian Dacey, Anna Heidenhain, Anna Möller, Martin Pfeifle
2011: Nora Schultz, Rebecca Ann Tess, Vincent Vulsma, Thomas Kilpper
2012: Henrik Olesen, Judith Hopf, Asad Raza, Maryam Jafri
2013: Shannon Bool, Heide Hinrichs, Daniel Knorr, Mariechen Danz
2014: Ei Arakawa, Natalie Czech, Loretta Fahrenholz, Petrit Halilaj
2015: Alisa Margolis, Johannes Paul Raether, Judith Raum, Anike Joyce Sadiq
2016: Flaka Haliti, Stefan Vogel, Nico Joana Weber, Jonas Weichsel
2017: Andrea Büttner, Kevin Lynch, Carina Brandes, Stefan Pente
2018: Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Viron Erol Vert, Vanessa Joan Müller
2019: Kiri Dalena, Antje Majewski, Agnieszka Polska, Christian Naujoks
2020: Banu Cennetoğlu, Alice Peragine, Wilhelm Klotzek, Dynamic Spaces
2021: Pauline Curnier Jardin, Lene Berg, Neda Saeedi, Musa Connubialis
2022: Haegue Yang (Ehrengast), Flo Kasearu, Aleksandra Domanović, Mario García Torres
2023: Diana Ejaita, Jessica Ekomane, Samuel Kortey Baah, Pınar Öğrenci
2024: Monira Al Qadiri, Kareem Lotfy, Luiza Prado, Niklas Goldbach
2025: Sajan Vazhakaparambil, Elia Nurvista, Chaveli Sifre, Raul Walch
2026: Charmaine Poh, Mikołaj Sobczak, Gülbin Ünlü, Susanne Sachsse
ZITATE VILLA ROMANA
„Es soll talentvollen Künstlern abseits staatlicher Reglementierung und akademischer Zwänge ein Ort der ungestörten Produktion, des reinen Schauens und der inneren Sammlung gegeben werden, um ihr Talent vornehmlich durch das Studium der florentinischen Umgebung frei zu entfalten.“ | Max Klinger (1905, zur Intention der Gründung)
„Der Ausblick aus den Fenstern der Villa Romana weitet nicht nur den Blick auf die Hügel des Arno, sondern auch das eigene künstlerische Gewissen. Hier arbeitet es sich ohne den Lärm der Berliner Kunstpolitik.“ | Max Beckmann (1907, in einem Brief während seines Stipendiatenaufenthalts)
„Die Villa Romana ist in diesen dunklen Zeiten mehr als ein Atelierhaus – sie ist ein Refugium des freien Geistes, ein unentbehrliches Asyl für die Kunst, die in der Heimat keinen Boden mehr unter den Füßen hat.“ | Hans Purrmann (1938, während seiner Zeit als Leiter des Hauses):
„Die Villa Romana versteht sich heute nicht mehr primär als kontemplativer Rückzugsort für das klassische Tafelbild, sondern als dynamische, engagierte Schnittstelle für die Kunstproduktion zwischen Deutschland, Italien und dem gesamten Mittelmeerraum.“ | Aus einer Erklärung des Preiskomitees
VILLA ROMANA
KUNSTWERKE VON PRÄMIERTEN VILLA ROMANA KÜNSTLERINNEN & KÜNSTLERN
DEFINITION & BESCHREIBUNG VILLA ROMANA
Die Villa Romana ist ein traditionsreiches, unabhängiges deutsches Künstlerhaus in Florenz (Italien) und die Wirkungsstätte des gleichnamigen Preises. Gelegen in der Via Senese 68 am südlichen Stadtrand, fungiert das Anwesen als gemeinnützige Plattform für Produktion, Ausstellungsaktivitäten und den internationalen Dialog. Das Hauptgebäude ist eine historistische bzw. spätklassizistische Villa, die um 1860 errichtet wurde, rund 40 Zimmer umfasst und in eine 15.000 Quadratmeter große Parkanlage eingebettet ist. Der institutionelle Fokus liegt auf der Vergabe des Villa-Romana-Preises, der als der älteste noch verliehene Kunstpreis Deutschlands gilt. Er zeichnet jährlich herausragende, vorwiegend jüngere, in Deutschland lebende bildende Künstlerinnen und Künstler aus. Das Stipendium umfasst einen zehnmonatigen, kostenfreien Wohn- und Arbeitsaufenthalt (jeweils vom 1. Februar bis 30. November) in einem der Ateliers der Villa sowie eine monatliche finanzielle Unterstützung. Die Nominierung erfolgt über eine jährlich wechselnde Fachjury. Seit den 1920er Jahren wird die Institution maßgeblich durch die Deutsche Bank Stiftung sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.
HISTORIE & CHRONOLOGIE VILLA ROMANA
1905: Gründung der Initiative durch den deutschen Maler, Bildhauer und Grafiker Max Klinger. Frustriert über die starre, akademisch-staatliche Kunstförderung des Kaiserreichs erwarb Klinger das Anwesen in Florenz mithilfe eines kunstliebenden Freundeskreises (darunter der Verleger Georg Hirzel) für 60.000 Gold-Lire.
1906: Der im Vorjahr gegründete Deutsche Künstlerbund übernimmt offiziell die Schirmherrschaft und etabliert die Vergabe des Preises als autonomes Gegenmodell zu staatlichen Preisen. Max Beckmann zieht als einer der ersten Preisträger ein.
1914–1918 Erster Weltkrieg: Zwangsweise Schließung des Künstlerhauses und Sequestrierung (Beschlagnahmung) durch den italienischen Staat. Der Betrieb ruht vollständig.
1920er Jahre: Rückgabe des Hauses an den Verein. Die Deutsche Bank steigt als stabiler, langfristiger Förderer der Einrichtung ein.
1935–1943: Der Maler Hans Purrmann übernimmt die Leitung der Villa. Unter dem Schutz des florentinischen deutschen Konsulats wird das Haus während des Nationalsozialismus zu einem wichtigen Zufluchtsort für verfemte Künstler und Akteure der „Entarteten Kunst“.
1944–1958: Zweite Beschlagnahmung nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes und deutschem Truppenabzug. Erst durch den Einsatz von Theodor Heuss wird das Gebäude 1958 an den deutschen Trägerverein zurückgegeben und wiedereröffnet.
1970er–1990er Jahre: Erweiterung des Medienbegriffs. Neben klassischer Malerei und Bildhauerei halten Konzeptkunst, Performance, Video und Fotografie Einzug in die Ateliers.
2025: Das Künstlerhaus feiert sein 120-jähriges Bestehen mit der großen Retrospektive CENTOVENTI: Villa Romana 1905–2025 in Kooperation mit dem florentinischen Museo Novecento.
BILDENDE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER VILLA ROMANA
Die Institution hat Generationen bedeutender Medienschaffender der europäischen Kunstgeschichte beherbergt. Zu den kunsthistorisch relevantesten Akteuren, die das Haus prägten, gehören:
Die Gründerväter & Mentoren: Max Klinger, Georg Hirzel, Hans Purrmann.
Klassische Moderne: Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Karl Caspar, Paul Baum.
Nachkriegsmoderne & Informel: Peter Brüning, Rolf Szymanski, Ansgar Nierhoff.
Zeitgenössische Kunst & Neue Wilde: Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Horst Antes, Anna Oppermann, Karin Sander, Katharina Grosse, Amelie von Wulffen.
KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER DIE DEN VILLA ROMANA PREIS ERHALTEN HABEN
Hinweis: In den Jahren der Weltkriege sowie den Nachkriegs-Beschlagnahmungen 1915–1918, 1934, 1940–1944 und 1945–1958 fand keine reguläre Preisvergabe statt.
1905: Ulrich Hübner, Hans Purrmann
1906: Max Beckmann, Heinrich Ehlers
1907: Georg Kolbe, Fritz Mackensen
1908: Ernst Barlach, Richard Pietzsch
1909: Paul Baum, Karl Albiker
1910: Theodor von Brockhusen, Else Oppler-Legband
1911: Ludwig Cauer, Otto Richard Bossert
1912: Max Neumann, Käthe Kollwitz
1913: Karl Caspar, Alexander Gerbig
1914: Maria Caspar-Filser, Philipp Harth
1922: Adolf Schinnerer
1923: Werner Heuser
1924: Suchart Bandhukul
1925: Erwin Hass, Emy Roeder
1926: Arthur Degner
1927: Karl Schmidt-Rottluff (Ehrenaufenthalt)
1928: Ernst Wilhelm Nay
1929: Hein Heckroth
1930: Toni Stadler
1931: Karl Kluth
1932: Gilles Ehrmann
1933: Werner Gilles
1935: Edgar Ende
1936: Helmut Ruhemann
1959: Theo Bechteler, Peter Brüning
1960: Gerhart Schreiter, Heinz Battke
1961: Karl Horst Antes, Gerson Fehrenbach
1962: Ursula Sax, Clemens Fischer
1963: Georg Baselitz, Michael Croissant
1964: Christian Kruck, Friedrich Gräsel
1965: Franz Bernhard, Johannes Geccelli
1966: Klaus Fußmann, Michael Schoenholtz
1967: Dieter Krieg, Ed Sommer
1968: Ansgar Nierhoff, Bernd Koberling
1969: Karl Bohrmann, Hermann Albert
1970: Markus Lüpertz, Thomas Bayrle
1971: Peter Ackermann, Hermann Waldenburg
1972: Klaus Rinke, Jorge Castillo
1973: Alpha-Künstlergruppe (Klaus Geldmacher, Francesco Mariotti)
1974: Joachim Bandau, Johannes Brus
1975: Christa Dichgans, Wolfgang Petrick
1976: Michael Bette, Nikolaus Lang
1977: Abraham David Christian, Bernd Berner
1978: Gotthard Graubner (Ehrengast), Michael Buthe
1979: Friedemann Hahn, Thomas Virnich
1980: Fritz Schwegler, Rainer Mang
1981: Albert Hien, Werner Pokorny
1982: Isa Genzken, Wolfgang Luy
1983: Stephan Huber, Karl Manfred Rennertz
1984: Norbert Radermacher, Michael Witlatschil
1985: lka Meyer-Wunsch, herrman de vries
1986: Herman de Vries, Walter Stöhrer
1987: Katharina Karrenberg, Klaus Kumrow
1988: Unica Zürn (Posthum-Ausstellung), Tony Cragg (Ehrenstipendium)
1989: Jan Voss, Jochen Gerz
1990: Anna Oppermann, Bernhard Prinz
1991: Christiane Möbus, Carl Emanuel Wolff
1992: Katharina Grosse, Karin Sander
1993: Suse Wiegand, Georg Winter
1994: Walter Kütz
1995: Isa Dahl, Wolfgang Nestler
1996: Martin Schmidt, Öyvind Fahlström (Fokus)
1997: Simone Westerwinter, Alice Stepken
1998: Nezaket Ekici, Jan Schmidt
1999: Barbara Adamek, Michael Deistler
2000: Dieter Vieg, Dorothea Goldschmidt
2001: Simone Böhm, Stephan Gripp
2002: Jeanne Faust, Jörg Wagner
2003: Monika Kapfer, Christian Schwarzwald
2004: Ralf Brück, Sven Ole Frahm
2005: Nine Budde, Dellbrügge & de Moll
2006: Andrea Hanak, Simon Dybbroe Møller
2007: Andrea Faciu, Barbara Kussinger, Silke Markefka, Michail Pirgelis
2008: Dani Gal, Julia Schmidt, Asli Sungu, Clemens von Wedemeyer
2009: Olivier Foulon, Kalin Lindena, Eske Schlüters, Benjamin Yavuzsoy
2010: Sebastian Dacey, Anna Heidenhain, Anna Möller, Martin Pfeifle
2011: Nora Schultz, Rebecca Ann Tess, Vincent Vulsma, Thomas Kilpper
2012: Henrik Olesen, Judith Hopf, Asad Raza, Maryam Jafri
2013: Shannon Bool, Heide Hinrichs, Daniel Knorr, Mariechen Danz
2014: Ei Arakawa, Natalie Czech, Loretta Fahrenholz, Petrit Halilaj
2015: Alisa Margolis, Johannes Paul Raether, Judith Raum, Anike Joyce Sadiq
2016: Flaka Haliti, Stefan Vogel, Nico Joana Weber, Jonas Weichsel
2017: Andrea Büttner, Kevin Lynch, Carina Brandes, Stefan Pente
2018: Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Viron Erol Vert, Vanessa Joan Müller
2019: Kiri Dalena, Antje Majewski, Agnieszka Polska, Christian Naujoks
2020: Banu Cennetoğlu, Alice Peragine, Wilhelm Klotzek, Dynamic Spaces
2021: Pauline Curnier Jardin, Lene Berg, Neda Saeedi, Musa Connubialis
2022: Haegue Yang (Ehrengast), Flo Kasearu, Aleksandra Domanović, Mario García Torres
2023: Diana Ejaita, Jessica Ekomane, Samuel Kortey Baah, Pınar Öğrenci
2024: Monira Al Qadiri, Kareem Lotfy, Luiza Prado, Niklas Goldbach
2025: Sajan Vazhakaparambil, Elia Nurvista, Chaveli Sifre, Raul Walch
2026: Charmaine Poh, Mikołaj Sobczak, Gülbin Ünlü, Susanne Sachsse
ZITATE VILLA ROMANA
„Es soll talentvollen Künstlern abseits staatlicher Reglementierung und akademischer Zwänge ein Ort der ungestörten Produktion, des reinen Schauens und der inneren Sammlung gegeben werden, um ihr Talent vornehmlich durch das Studium der florentinischen Umgebung frei zu entfalten.“ | Max Klinger (1905, zur Intention der Gründung)
„Der Ausblick aus den Fenstern der Villa Romana weitet nicht nur den Blick auf die Hügel des Arno, sondern auch das eigene künstlerische Gewissen. Hier arbeitet es sich ohne den Lärm der Berliner Kunstpolitik.“ | Max Beckmann (1907, in einem Brief während seines Stipendiatenaufenthalts)
„Die Villa Romana ist in diesen dunklen Zeiten mehr als ein Atelierhaus – sie ist ein Refugium des freien Geistes, ein unentbehrliches Asyl für die Kunst, die in der Heimat keinen Boden mehr unter den Füßen hat.“ | Hans Purrmann (1938, während seiner Zeit als Leiter des Hauses):
„Die Villa Romana versteht sich heute nicht mehr primär als kontemplativer Rückzugsort für das klassische Tafelbild, sondern als dynamische, engagierte Schnittstelle für die Kunstproduktion zwischen Deutschland, Italien und dem gesamten Mittelmeerraum.“ | Aus einer Erklärung des Preiskomitees
VILLA ROMANA
KUNSTWERKE VON PRÄMIERTEN VILLA ROMANA KÜNSTLERINNEN & KÜNSTLERN
DEFINITION & BESCHREIBUNG VILLA ROMANA
Die Villa Romana ist ein traditionsreiches, unabhängiges deutsches Künstlerhaus in Florenz (Italien) und die Wirkungsstätte des gleichnamigen Preises. Gelegen in der Via Senese 68 am südlichen Stadtrand, fungiert das Anwesen als gemeinnützige Plattform für Produktion, Ausstellungsaktivitäten und den internationalen Dialog. Das Hauptgebäude ist eine historistische bzw. spätklassizistische Villa, die um 1860 errichtet wurde, rund 40 Zimmer umfasst und in eine 15.000 Quadratmeter große Parkanlage eingebettet ist. Der institutionelle Fokus liegt auf der Vergabe des Villa-Romana-Preises, der als der älteste noch verliehene Kunstpreis Deutschlands gilt. Er zeichnet jährlich herausragende, vorwiegend jüngere, in Deutschland lebende bildende Künstlerinnen und Künstler aus. Das Stipendium umfasst einen zehnmonatigen, kostenfreien Wohn- und Arbeitsaufenthalt (jeweils vom 1. Februar bis 30. November) in einem der Ateliers der Villa sowie eine monatliche finanzielle Unterstützung. Die Nominierung erfolgt über eine jährlich wechselnde Fachjury. Seit den 1920er Jahren wird die Institution maßgeblich durch die Deutsche Bank Stiftung sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.
HISTORIE & CHRONOLOGIE VILLA ROMANA
1905: Gründung der Initiative durch den deutschen Maler, Bildhauer und Grafiker Max Klinger. Frustriert über die starre, akademisch-staatliche Kunstförderung des Kaiserreichs erwarb Klinger das Anwesen in Florenz mithilfe eines kunstliebenden Freundeskreises (darunter der Verleger Georg Hirzel) für 60.000 Gold-Lire.
1906: Der im Vorjahr gegründete Deutsche Künstlerbund übernimmt offiziell die Schirmherrschaft und etabliert die Vergabe des Preises als autonomes Gegenmodell zu staatlichen Preisen. Max Beckmann zieht als einer der ersten Preisträger ein.
1914–1918 Erster Weltkrieg: Zwangsweise Schließung des Künstlerhauses und Sequestrierung (Beschlagnahmung) durch den italienischen Staat. Der Betrieb ruht vollständig.
1920er Jahre: Rückgabe des Hauses an den Verein. Die Deutsche Bank steigt als stabiler, langfristiger Förderer der Einrichtung ein.
1935–1943: Der Maler Hans Purrmann übernimmt die Leitung der Villa. Unter dem Schutz des florentinischen deutschen Konsulats wird das Haus während des Nationalsozialismus zu einem wichtigen Zufluchtsort für verfemte Künstler und Akteure der „Entarteten Kunst“.
1944–1958: Zweite Beschlagnahmung nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes und deutschem Truppenabzug. Erst durch den Einsatz von Theodor Heuss wird das Gebäude 1958 an den deutschen Trägerverein zurückgegeben und wiedereröffnet.
1970er–1990er Jahre: Erweiterung des Medienbegriffs. Neben klassischer Malerei und Bildhauerei halten Konzeptkunst, Performance, Video und Fotografie Einzug in die Ateliers.
2025: Das Künstlerhaus feiert sein 120-jähriges Bestehen mit der großen Retrospektive CENTOVENTI: Villa Romana 1905–2025 in Kooperation mit dem florentinischen Museo Novecento.
BILDENDE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER VILLA ROMANA
Die Institution hat Generationen bedeutender Medienschaffender der europäischen Kunstgeschichte beherbergt. Zu den kunsthistorisch relevantesten Akteuren, die das Haus prägten, gehören:
Die Gründerväter & Mentoren: Max Klinger, Georg Hirzel, Hans Purrmann.
Klassische Moderne: Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Karl Caspar, Paul Baum.
Nachkriegsmoderne & Informel: Peter Brüning, Rolf Szymanski, Ansgar Nierhoff.
Zeitgenössische Kunst & Neue Wilde: Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Horst Antes, Anna Oppermann, Karin Sander, Katharina Grosse, Amelie von Wulffen.
KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER DIE DEN VILLA ROMANA PREIS ERHALTEN HABEN
Hinweis: In den Jahren der Weltkriege sowie den Nachkriegs-Beschlagnahmungen 1915–1918, 1934, 1940–1944 und 1945–1958 fand keine reguläre Preisvergabe statt.
1905: Ulrich Hübner, Hans Purrmann
1906: Max Beckmann, Heinrich Ehlers
1907: Georg Kolbe, Fritz Mackensen
1908: Ernst Barlach, Richard Pietzsch
1909: Paul Baum, Karl Albiker
1910: Theodor von Brockhusen, Else Oppler-Legband
1911: Ludwig Cauer, Otto Richard Bossert
1912: Max Neumann, Käthe Kollwitz
1913: Karl Caspar, Alexander Gerbig
1914: Maria Caspar-Filser, Philipp Harth
1922: Adolf Schinnerer
1923: Werner Heuser
1924: Suchart Bandhukul
1925: Erwin Hass, Emy Roeder
1926: Arthur Degner
1927: Karl Schmidt-Rottluff (Ehrenaufenthalt)
1928: Ernst Wilhelm Nay
1929: Hein Heckroth
1930: Toni Stadler
1931: Karl Kluth
1932: Gilles Ehrmann
1933: Werner Gilles
1935: Edgar Ende
1936: Helmut Ruhemann
1959: Theo Bechteler, Peter Brüning
1960: Gerhart Schreiter, Heinz Battke
1961: Karl Horst Antes, Gerson Fehrenbach
1962: Ursula Sax, Clemens Fischer
1963: Georg Baselitz, Michael Croissant
1964: Christian Kruck, Friedrich Gräsel
1965: Franz Bernhard, Johannes Geccelli
1966: Klaus Fußmann, Michael Schoenholtz
1967: Dieter Krieg, Ed Sommer
1968: Ansgar Nierhoff, Bernd Koberling
1969: Karl Bohrmann, Hermann Albert
1970: Markus Lüpertz, Thomas Bayrle
1971: Peter Ackermann, Hermann Waldenburg
1972: Klaus Rinke, Jorge Castillo
1973: Alpha-Künstlergruppe (Klaus Geldmacher, Francesco Mariotti)
1974: Joachim Bandau, Johannes Brus
1975: Christa Dichgans, Wolfgang Petrick
1976: Michael Bette, Nikolaus Lang
1977: Abraham David Christian, Bernd Berner
1978: Gotthard Graubner (Ehrengast), Michael Buthe
1979: Friedemann Hahn, Thomas Virnich
1980: Fritz Schwegler, Rainer Mang
1981: Albert Hien, Werner Pokorny
1982: Isa Genzken, Wolfgang Luy
1983: Stephan Huber, Karl Manfred Rennertz
1984: Norbert Radermacher, Michael Witlatschil
1985: lka Meyer-Wunsch, herrman de vries
1986: Herman de Vries, Walter Stöhrer
1987: Katharina Karrenberg, Klaus Kumrow
1988: Unica Zürn (Posthum-Ausstellung), Tony Cragg (Ehrenstipendium)
1989: Jan Voss, Jochen Gerz
1990: Anna Oppermann, Bernhard Prinz
1991: Christiane Möbus, Carl Emanuel Wolff
1992: Katharina Grosse, Karin Sander
1993: Suse Wiegand, Georg Winter
1994: Walter Kütz
1995: Isa Dahl, Wolfgang Nestler
1996: Martin Schmidt, Öyvind Fahlström (Fokus)
1997: Simone Westerwinter, Alice Stepken
1998: Nezaket Ekici, Jan Schmidt
1999: Barbara Adamek, Michael Deistler
2000: Dieter Vieg, Dorothea Goldschmidt
2001: Simone Böhm, Stephan Gripp
2002: Jeanne Faust, Jörg Wagner
2003: Monika Kapfer, Christian Schwarzwald
2004: Ralf Brück, Sven Ole Frahm
2005: Nine Budde, Dellbrügge & de Moll
2006: Andrea Hanak, Simon Dybbroe Møller
2007: Andrea Faciu, Barbara Kussinger, Silke Markefka, Michail Pirgelis
2008: Dani Gal, Julia Schmidt, Asli Sungu, Clemens von Wedemeyer
2009: Olivier Foulon, Kalin Lindena, Eske Schlüters, Benjamin Yavuzsoy
2010: Sebastian Dacey, Anna Heidenhain, Anna Möller, Martin Pfeifle
2011: Nora Schultz, Rebecca Ann Tess, Vincent Vulsma, Thomas Kilpper
2012: Henrik Olesen, Judith Hopf, Asad Raza, Maryam Jafri
2013: Shannon Bool, Heide Hinrichs, Daniel Knorr, Mariechen Danz
2014: Ei Arakawa, Natalie Czech, Loretta Fahrenholz, Petrit Halilaj
2015: Alisa Margolis, Johannes Paul Raether, Judith Raum, Anike Joyce Sadiq
2016: Flaka Haliti, Stefan Vogel, Nico Joana Weber, Jonas Weichsel
2017: Andrea Büttner, Kevin Lynch, Carina Brandes, Stefan Pente
2018: Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Viron Erol Vert, Vanessa Joan Müller
2019: Kiri Dalena, Antje Majewski, Agnieszka Polska, Christian Naujoks
2020: Banu Cennetoğlu, Alice Peragine, Wilhelm Klotzek, Dynamic Spaces
2021: Pauline Curnier Jardin, Lene Berg, Neda Saeedi, Musa Connubialis
2022: Haegue Yang (Ehrengast), Flo Kasearu, Aleksandra Domanović, Mario García Torres
2023: Diana Ejaita, Jessica Ekomane, Samuel Kortey Baah, Pınar Öğrenci
2024: Monira Al Qadiri, Kareem Lotfy, Luiza Prado, Niklas Goldbach
2025: Sajan Vazhakaparambil, Elia Nurvista, Chaveli Sifre, Raul Walch
2026: Charmaine Poh, Mikołaj Sobczak, Gülbin Ünlü, Susanne Sachsse
ZITATE VILLA ROMANA
„Es soll talentvollen Künstlern abseits staatlicher Reglementierung und akademischer Zwänge ein Ort der ungestörten Produktion, des reinen Schauens und der inneren Sammlung gegeben werden, um ihr Talent vornehmlich durch das Studium der florentinischen Umgebung frei zu entfalten.“ | Max Klinger (1905, zur Intention der Gründung)
„Der Ausblick aus den Fenstern der Villa Romana weitet nicht nur den Blick auf die Hügel des Arno, sondern auch das eigene künstlerische Gewissen. Hier arbeitet es sich ohne den Lärm der Berliner Kunstpolitik.“ | Max Beckmann (1907, in einem Brief während seines Stipendiatenaufenthalts)
„Die Villa Romana ist in diesen dunklen Zeiten mehr als ein Atelierhaus – sie ist ein Refugium des freien Geistes, ein unentbehrliches Asyl für die Kunst, die in der Heimat keinen Boden mehr unter den Füßen hat.“ | Hans Purrmann (1938, während seiner Zeit als Leiter des Hauses):
„Die Villa Romana versteht sich heute nicht mehr primär als kontemplativer Rückzugsort für das klassische Tafelbild, sondern als dynamische, engagierte Schnittstelle für die Kunstproduktion zwischen Deutschland, Italien und dem gesamten Mittelmeerraum.“ | Aus einer Erklärung des Preiskomitees