Arbeiten und Kunstwerke von Mirko Schallenberg
Mirko Schallenberg
KUNSTWERKE MIRKO SCHALLENBERG
Video
Artgeschoss 2016 Mirko Schallenberg
Biografie
1967 Geboren in Northeim
1989 Studium Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig
1995 Gründung der Malergruppe Konvention
1997 Diplom Freie Kunst
1998 Meisterschüler bei Prof. Hermann Albert, Stipendium Künstlerhaus Meinersen
2000-2002 Gründung der Produzentengalerie Konvention Berlin
2002-2005 Gründung des Kunstvereins Blauer Salon e. V., Berlin
ab 2016 Lehrauftrag an der Akademie für Malerei, Berlin

DEFINITION MIRKO SCHALLENBERG
Mirko Schallenberg gelingt es mit seiner illusionistischen Architekturmalerei die Oberfläche und Räumlichkeit der Objekte körperlich, regelrecht spürbar, zu gestalten. Die Gegenstände in den Arbeiten von Schallenberg erzählen uns durch ihre besondere Anordnung auf subtile Weise Geschichten vom Verlust der magischen Welt und beweisen gleichzeitig wiederum ihre Existenz, indem sie die philosophische Frage nach dem Sein aufwerfen. Wie generiert sich unsere Realität? Gibt es ein Grundprinzip, das sich hinter den real existierenden Dingen verbirgt oder handelt es sich um rein verstandesgemäße Begriffsbildungen? Glasklar sehen wir Schallenbergs Stillleben vor uns und doch bleiben sie restlosundurchsichtig. Im Verhältnis der Gegenstände zueinander, in ihren Konstellationen also, verbirgt sich das Rätsel des Unverfügbaren. So manche Labilität der Anordnung einiger Gegenstände beleuchtet möglicherweise unvermeidbare Veränderungsprozesse oder sogar die erneuernde und gestaltende Kraft der Zerstörung. Gleichzeitig erinnern die Stillleben aber auch an die Metaphysik, an einen Kosmos reich an Konstellationen und voll von ungelösten Rätseln.
Ausstellungen
2020 Galerie Cyprian Brenner Augsburg, Zwischenwelten, zusammen mit Kathrin Rank
2016 Kunsthistorisches Museum Stralsund, Malverwandtschaften (G); Kunstmuseum Bad Frankenhausen (E); Hallescher Kunstverein, Halle (E); Artgeschoss, Internationale Kunstausstellung, Braunschweig
2015 Kunstverein Heidenheim, Beziehungsweise (E)
2014 Emslandmuseum, Sögel, Dingfest machen (E); Kunstverein Kirchzarten, Geometrie der Dinge (E)
2013 Städtische Galerie Petershagen (E)
2012 Stadtgalerie Altötting, Otto Dix aus der Privatsammlung Gunzenhauser und großformatige Malerei aus Berlin, Leipzig, München (G); Kunstverein Schöningen, wenn die Malerei den Dingen lauscht (E); Kunstverein Herrenhaus Heinrichsruh, von Dingen und Räumen (E); Kunstverein Freiburg (G); Losito Kunstpreis, Großes Waisenhaus zu Potsdam (G)
2011 Freies Museum Berlin/Projektraum/Hotes International Fine Arts, Z50 (G) ; Kunstverein Aschau (G)
2009 Gotisches Haus, Berlin, Das Leben der Dinge (E); Künstlerhaus Meinersen (G)
2006 Kunstverein Hameln, Im Raum Umraum Im Raum herum (E); Kunstverein Aschau (E); Kubus, Hannover, Ballgefühl (G)
2005 Kunstverein Blauer Salon, Berlin (E)
2004 Kunstverein Blauer Salon, IBB, Berlin, Künstler zwischen Bilderflut und Tradition (G) ; Kunstverein Aschau, Chiemsee (G)
2003 Kunstverein Blauer Salon, Berlin, Vorbilder – Nachbilder (G)
2002 Museum Bad Frankenhausen, Orbis-Pictus, Stilleben nach 1945 (G)
2001 Präsentation der Malergruppe Konvention, Kunsthalle Baden-Baden, Freie Wahlen (G)
1998 Pelikan-Viertel, Hannover Deutschland (G); Städtische Kunstsammlung Salon Salder, Salzgitter (G)
1997 Gästehaus Petersburg, Königswinter, 5. Ausstellung zur Förderung junger Künstler in der Bundesrepublik Deutschland (G); Städtische Galerie Eichenmüllerhaus, Lemgo (G)
1996 Städtisches Museum Gelsenkirchen, Karl-Schwesig-Preis 96 (G); Kunsthalle, Konvention, Braunschweig (G)
Einzelausstellungen (E)
Gruppenausstellungen (G)
Sammlungen
Bertelsmann, Washington
Investitionsbank, Berlin
Nord LB, Hannover
Nord LB, Braunschweig
Texte Mirko Schallenberg
Das markanteste Merkmal der Bilder Mirko Schallenbergs sind fragile Konstruktionen, die in kleinen und großen Formaten malerisch ein Arrangement aus Vasen, Brettern, Steinen und weiteren Gegenständen bilden. Die Körperhaftigkeit der Dinge und die damit verbundene Prägnanz werden so auf dem Bild konstruiert, bis auch die unwahrscheinlichste Zusammenkunft der Dinge in eine stimmige Anordnung als eine Art Stillleben gebracht wurde.
Doch die Arbeiten von Mirko Schallenberg sprechen vom Leben der Objekte und auch von ihrer Vergänglichkeit, da sie nur in diesem einen Moment in diesem Bild existieren können. Es besteht ein subtil fragiles Netz von erstarrten Gegenständen, Insekten, Flora und Fauna, welches durch die kleinste Veränderung der Konstellation zusammenbrechen könnte. Die genau ausbalancierten Kompositionen erlauben den dargestellten Objekten direkt mit den Betrachter*innen zu kommunizieren, sodass die scheinbar leblosen Dinge lebendig werden, sich bewegen möchten. So finden die Betrachter*innen eine rätselhaft schöne, neue Welt im Alltäglichen.
Die Auseinandersetzung mit der überspitzten, materiellen Welt liefert Mirko Schallenberg nie versiegende Inspirationsquellen. Schlussendlich ist die Malerei von Schallenberg, der einen Lehrauftrag an der Berliner Akademie für Malerei hat, die Enteisungsmaschine, in welcher die Dinge wieder aufgetaut und von den Betrachter*innen zum Leben erweckt werden sollen. (M.Umlauf, GCB Kunstmagazin Novemeber 2020)
Mirko Schallenberg (*1967) ist ein herausragender und international anerkannter Protagonist der modernen deutschen Stilllebenmalerei. Als Meisterschüler von Hermann Albert arbeitet er an einer tiefgreifenden Erneuerung des Genres. Mirko Schallenbergs Werke – oft großformatige Ölgemälde versammeln scheinbar vertraute Alltags- und Fundobjekte wie Gläser, Würfel, Fäden, Hölzer oder Früchte. Diese arrangiert er zu fragilen, monumentalen „Dingpyramiden“, die im virtuellen Zeitalter die haptische Wesenhaftigkeit von Materie betonen. Seine Arbeiten bewegen sich meisterhaft im Spannungsfeld von Konstruktion, Magischem Realismus, Pittura metafisica und dem gemalten Readymade. Besonders charakteristisch für seine Kompositionen ist die fragile Anordnung der Objekte, die oft an die austarierte Mechanik einer Waage erinnert. Mirko Schallenberg nutzt gezielt die Proportionen der Formen und das Gewicht der Farben, um dieses visuelle Gefüge minimal aus dem Gleichgewicht zu bringen. Durch dieses kalkulierte Kippmoment lässt er den Betrachter unmittelbar an einem wie eingefroren wirkenden Augenblick teilhaben, gleichzeitig kündigt diese subtile Instabilität die ständige, dynamische Veränderung des Lebens und die inhärente Vergänglichkeit der Materie an. Ganz im Sinne des Philosophen Roger Bacon – „Zerstörung ist die Mutter aller neuen Dinge“ – verweisen Mirko Schallenbergs Stillleben darauf, dass dem Moment des Verfalls stets das Potenzial eines evolutionären Neuanfangs innewohnt. Schallenbergs nationale und internationale Relevanz wurde unter anderem dadurch unterstrichen, dass er Deutschland im Jahr 2019 auf der renommierten 8th Beijing International Art Biennale in Peking (China) erfolgreich vertrat.
STICHWORTE
haptisch reizvolle Oberflächen, charakteristische großformatige Arbeiten (characteristic large-size works)
Arbeiten und Kunstwerke von Mirko Schallenberg | offizielles Künstler Portfolio des KünstlersMirko Schallenberg bei der Galerie Cyprian Brenner (gcb))