GCB Kunstlexikon
STILLLEBEN HEUTE
KUNSTWERKE STILLLEBEN HEUTE

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Entfaltung, 2024, 155 cm x 160 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Moritz Götze, Pop Art, Alle Welt, 2010, Öl auf Leinwand, 120 cm x 80 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Widerschein, 2025, 100 cm x 80 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Moritz Götze, Moderne Zeiten, 2023, Emaillemalerei, 30 cm x 20 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Taktlos, 90 cm x 140 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Max Kaminski, Schädel (Eisenband, Garten), 1977, Öl auf Leinwand, 160 cm x 150 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Brutstätte, 2021, 150 cm x 155 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Thomas Kitzinger, A1 – 22, 2022, Öl auf Aluminium, 60 cm x 44 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Erdung, 2021, Stillleben, Öl auf Leinwand, 155 cm x 165 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Thomas Kitzinger, A2-14, 2014, Öl auf Aluminium, 120 cm x 84 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Morphe, 2019, Öl auf Leinwand, 146 cm × 160 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Sabine Christmann, Rot macht high, 2020, Öl auf Leinwand, 70 cm x 120 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Resonanz, 2020, Öl auf Leinwand, 165 cm x 160 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Sabine Christmann, Trügerische Ruhe 2, Acryl auf Papier, 70 cm x 100cm, 2021, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Dampf, 2012, Stillleben, Öl auf Leinwand, 80 x 90 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Vicente Heca, El Retorno, 1992, Acryl auf Leinwand, 100 cm x 81 cm, Preis auf Anfrage, Sammlung Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Synthesis, 2022, Öl auf Leinwand, 175 cm x 175 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Gewichtig, 2021,145 cm x 130 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner
VIDEOS STILLLEBEN HEUTE
Die Geschichte des Stilllebens | ZeigMal! | Der Begriff des „Stilllebens“ hat seinen Ursprung im Niederländischen „Stilleve“. Still leben. Ein seltsamer, in sich doch etwas widersprüchlicher Begriff. Etwas mehr Aufschluss über die bildmotivischen Inhalte dieser neben Genre- und Historienbild sowie Portrait und Landschaft letzten großen Gattung der Malerei bieten uns vielleicht aber die italienische Bezeichnung „natura morta“ und seine französische Entsprechung, „nature morte“. Es sind eben die ihrer Natur, ihrem Wesen nach toten, unbelebten Gegenständen, die hier im darstellerischen Fokus stehen. „Stillleben“ zeigen also ein Arrangement von unbewegten, von stillen Dingen – sie sind dadurch in ihrer Natur kontemplativ, eine Ablenkung durch direkte, unmittelbare und die Ruhe störende menschliche Aktivität findet sich nicht. | Unterstützt vom „Bund Deutscher Kunsterzieher e.V (BDK) – Landesverband Niedersachsen“ | YouTube
DEFINITION STILLLEBEN HEUTE
Das zeitgenössische Stillleben bezeichnet die Fortführung, Transformation und konzeptionelle Erweiterung der klassischen Bildgattung (Nature morte) im späten 20. und 21. Jahrhundert. Während das traditionelle Stillleben leblose Alltagsobjekte primär zur Schau stellte, um handwerkliche Virtuosität, Wohlstand oder moralische Botschaften (Vanitas) zu vermitteln, dient es heute als gesellschaftskritischer und philosophischer Spiegel. Die zeitgenössische Definition löst sich weitgehend von der rein dokumentarischen Abbildung. Das leblose Objekt wird stattdessen zum Bedeutungsträger für globale Konsumkultur, technologische Entfremdung, ökologische Krisen sowie anthropologische Kernfragen über Ordnung und Zufall. Das Genre bricht dabei mit der Zweidimensionalität und integriert neben der Malerei digitale Medien, Skulpturen und Rauminstallationen.
HISTORIE & CHRONOLOGIE STILLLEBEN HEUTE
Frühes 17. Jahrhundert (Das Fundament): Etablierung des Stilllebens im Barock als eigenständige Gattung (v.a. in den Niederlanden). Fokus auf Prunk (Wohlstand) sowie Memento Mori- und Vanitas-Motive (Vergänglichkeit).
Spätes 19. Jahrhundert (Formauflösung): Paul Cézanne revolutioniert die Gattung. Er nutzt Äpfel und Vasen nicht mehr als Symbole, sondern als reine Studienobjekte für Farbe, geometrische Formen und eine neue, mehrperspektivische Raumwahrnehmung.
Frühes bis mittleres 20. Jahrhundert (Der Konzeptbruch): Der Kubismus (Pablo Picasso) bricht die Perspektive endgültig auf. Marcel Duchamp erklärt mit dem Readymade (Alltagsgegenstand als Kunst) das reale Objekt zum Kunstwerk. Die Pop Art (Andy Warhol) erhebt massenproduzierte Konsumgüter (z. B. Suppendosen) zum zentralen Motiv.
Späte 1970er- bis 1990er-Jahre (Fotorealismus und Dekonstruktion): Das Stillleben erobert die Konzeptkunst und die Fotografie. Künstler inszenieren die leblose Natur, um Schein und Sein der Konsumwelt im Spätkapitalismus offenzulegen.
Ab den 2000er-Jahren (Das digitale Zeitalter): Einzug von Highspeed-Fotografie, Scannografie und CGI (Computer Generated Imagery). Gleichzeitig erfährt die gegenständliche Malerei ein starkes Revival, indem sie altmeisterliche Techniken mit surrealen, modernen oder konzeptionellen Elementen kreuzt.
WEGBEREITER STILLLEBEN HEUTE
Die Transformation des traditionellen Stilllebens in seine heutige, zeitgenössische Form wurde maßgeblich durch folgende Pioniere geebnet:
Paul Cézanne (1839–1906): Gilt als Urvater der modernen Objektbetrachtung. Er befreite das Ding von seiner erzählerischen Symbolik und ebnete den Weg für Abstraktion und Kubismus.
Marcel Duchamp (1887–1968): Mit der Erfindung des Ready-mades entzog er dem Stillleben die Notwendigkeit der malerischen Nachschöpfung. Das Objekt selbst wurde zum Konzept.
Andy Warhol (1928–1987): Ersetzte die Früchte- und Blumenarrangements durch industrielle Serienprodukte der Massen- und Werbekultur.
Irving Penn (1917–2009): Übertrug die Ästhetik des Stilllebens auf die Studiofotografie. Seine Aufnahmen von weggeworfenen Zigarettenkippen, verrottendem Obst oder Knochen definierten die moderne Fotogattung neu.
ZEITGENÖSSISCHE KÜNSTLER – STILLLEBEN HEUTE
Mirko Schallenberg (*1967): Ein herausragender und international anerkannter Protagonist der modernen deutschen Stilllebenmalerei. Als Meisterschüler von Hermann Albert arbeitet er an einer tiefgreifenden Erneuerung des Genres. Mirko Schallenbergs Werke – oft großformatige Ölgemälde versammeln scheinbar vertraute Alltags- und Fundobjekte wie Gläser, Würfel, Fäden, Hölzer oder Früchte. Diese arrangiert er zu fragilen, monumentalen „Dingpyramiden“, die im virtuellen Zeitalter die haptische Wesenhaftigkeit von Materie betonen. Seine Arbeiten bewegen sich meisterhaft im Spannungsfeld von Konstruktion, Magischem Realismus, Pittura metafisica und dem gemalten Readymade. Besonders charakteristisch für seine Kompositionen ist die fragile Anordnung der Objekte, die oft an die austarierte Mechanik einer Waage erinnert. Mirko Schallenberg nutzt gezielt die Proportionen der Formen und das Gewicht der Farben, um dieses visuelle Gefüge minimal aus dem Gleichgewicht zu bringen. Durch dieses kalkulierte Kippmoment lässt er den Betrachter unmittelbar an einem wie eingefroren wirkenden Augenblick teilhaben, gleichzeitig kündigt diese subtile Instabilität die ständige, dynamische Veränderung des Lebens und die inhärente Vergänglichkeit der Materie an. Ganz im Sinne des Philosophen Roger Bacon – „Zerstörung ist die Mutter aller neuen Dinge“ – verweisen Mirko Schallenbergs Stillleben darauf, dass dem Moment des Verfalls stets das Potenzial eines evolutionären Neuanfangs innewohnt. Schallenbergs nationale und internationale Relevanz wurde unter anderem dadurch unterstrichen, dass er Deutschland im Jahr 2019 auf der renommierten 8th Beijing International Art Biennale in Peking (China) erfolgreich vertrat.
Luzia Simons (*1953): Pionierin der Scannografie. Sie arrangiert Blumen (insbesondere Tulpen) direkt auf Hochleistungs-Flachbettscannern. Dadurch entstehen hyperrealistische Bilder mit extremen Tiefenschärfen, die das klassische Blumenstillleben mit Fragen zu Globalisierung, Migration und Identität aufladen.
Rebecca Rütten (*1989): Schafft eine Brücke zwischen Altmeistern und Gegenwartskommerz. In ihren fotografischen Serien inszeniert sie zeitgenössisches Fast Food und Plastikbesteck im dramatischen Hell-Dunkel-Licht (Chiaroscuro) des niederländischen Barocks, was den heutigen Massenkonsum ironisch bricht.
Ori Gersht (*1967): Nutzt hochentwickelte Highspeed-Fotografie, um klassisch anmutende Blumenarrangements im Moment einer ferngesteuerten Explosion einzufrieren. Das Stillleben wird hier zum hochdynamischen, gewaltvollen Moment über Vergänglichkeit und Zerstörung.
Michaël Borremans (*1963): Erzeugt in seinen altmeisterlich anmutenden Ölgemälden rätselhafte Anordnungen von Objekten und menschlichen Figuren. Seine Stillleben strahlen eine latent düstere, psychologische und surreale Tiefe aus.
ZITATE STILLLEBEN HEUTE
Die nachfolgenden Zitate beleuchten das zeitgenössische Verständnis und die fortwährende Relevanz der Gattung aus Sicht von Kunsttheorie und Kunstschaffenden:
„Ein Stillleben ist kein leblos erstarrtes Arrangement, sondern ein hochdynamisches Geflecht aus Bedeutungen. Die Dinge, die wir heute abbilden, sind die Fossilien unseres eigenen Überflusses.“ | Unbekannter Kunsttheoretiker (zur Ästhetik des zeitgenössischen Objektarrangements)
„Die Dinge sind für mich lebendige Wesen, sie haben eine eigene Seele und Würde. […] Ich versuche, die Dinge in eine neue Ordnung zu bringen, die über ihre alltägliche Funktion hinausgeht, um eine metaphysische Dimension spürbar zu machen.“ | Mirko Schallenberg (über seine philosophische Herangehensweise an die „Dingpyramiden“)
„Das Stillleben war schon immer ein Barometer für gesellschaftlichen Wohlstand und dessen Kehrseite. Wo früher die verfaulende Zitrone stand, ist es heute die weggeworfene Plastikverpackung – die Vanitas-Botschaft bleibt im Kern dieselbe.“ | Aus einem Ausstellungskatalog zum zeitgenössischen Stillleben
„Indem wir die unbewegten Objekte unserer digitalen Gegenwart isolieren und betrachten, halten wir für einen Moment das unaufhörliche Rauschen der Welt an.“ | Zeitgenössische Perspektive zur Entschleunigung durch das Stillleben im 21. Jahrhundert
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Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Entfaltung, 2024, 155 cm x 160 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Moritz Götze, Pop Art, Alle Welt, 2010, Öl auf Leinwand, 120 cm x 80 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

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Stillleben heute, Thomas Kitzinger, A1 – 22, 2022, Öl auf Aluminium, 60 cm x 44 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

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Stillleben heute, Sabine Christmann, Rot macht high, 2020, Öl auf Leinwand, 70 cm x 120 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Resonanz, 2020, Öl auf Leinwand, 165 cm x 160 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Sabine Christmann, Trügerische Ruhe 2, Acryl auf Papier, 70 cm x 100cm, 2021, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Dampf, 2012, Stillleben, Öl auf Leinwand, 80 x 90 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Vicente Heca, El Retorno, 1992, Acryl auf Leinwand, 100 cm x 81 cm, Preis auf Anfrage, Sammlung Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Synthesis, 2022, Öl auf Leinwand, 175 cm x 175 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Gewichtig, 2021,145 cm x 130 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner
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DEFINITION STILLLEBEN HEUTE
Das zeitgenössische Stillleben bezeichnet die Fortführung, Transformation und konzeptionelle Erweiterung der klassischen Bildgattung (Nature morte) im späten 20. und 21. Jahrhundert. Während das traditionelle Stillleben leblose Alltagsobjekte primär zur Schau stellte, um handwerkliche Virtuosität, Wohlstand oder moralische Botschaften (Vanitas) zu vermitteln, dient es heute als gesellschaftskritischer und philosophischer Spiegel. Die zeitgenössische Definition löst sich weitgehend von der rein dokumentarischen Abbildung. Das leblose Objekt wird stattdessen zum Bedeutungsträger für globale Konsumkultur, technologische Entfremdung, ökologische Krisen sowie anthropologische Kernfragen über Ordnung und Zufall. Das Genre bricht dabei mit der Zweidimensionalität und integriert neben der Malerei digitale Medien, Skulpturen und Rauminstallationen.
HISTORIE & CHRONOLOGIE STILLLEBEN HEUTE
Frühes 17. Jahrhundert (Das Fundament): Etablierung des Stilllebens im Barock als eigenständige Gattung (v.a. in den Niederlanden). Fokus auf Prunk (Wohlstand) sowie Memento Mori- und Vanitas-Motive (Vergänglichkeit).
Spätes 19. Jahrhundert (Formauflösung): Paul Cézanne revolutioniert die Gattung. Er nutzt Äpfel und Vasen nicht mehr als Symbole, sondern als reine Studienobjekte für Farbe, geometrische Formen und eine neue, mehrperspektivische Raumwahrnehmung.
Frühes bis mittleres 20. Jahrhundert (Der Konzeptbruch): Der Kubismus (Pablo Picasso) bricht die Perspektive endgültig auf. Marcel Duchamp erklärt mit dem Readymade (Alltagsgegenstand als Kunst) das reale Objekt zum Kunstwerk. Die Pop Art (Andy Warhol) erhebt massenproduzierte Konsumgüter (z. B. Suppendosen) zum zentralen Motiv.
Späte 1970er- bis 1990er-Jahre (Fotorealismus und Dekonstruktion): Das Stillleben erobert die Konzeptkunst und die Fotografie. Künstler inszenieren die leblose Natur, um Schein und Sein der Konsumwelt im Spätkapitalismus offenzulegen.
Ab den 2000er-Jahren (Das digitale Zeitalter): Einzug von Highspeed-Fotografie, Scannografie und CGI (Computer Generated Imagery). Gleichzeitig erfährt die gegenständliche Malerei ein starkes Revival, indem sie altmeisterliche Techniken mit surrealen, modernen oder konzeptionellen Elementen kreuzt.
WEGBEREITER STILLLEBEN HEUTE
Die Transformation des traditionellen Stilllebens in seine heutige, zeitgenössische Form wurde maßgeblich durch folgende Pioniere geebnet:
Paul Cézanne (1839–1906): Gilt als Urvater der modernen Objektbetrachtung. Er befreite das Ding von seiner erzählerischen Symbolik und ebnete den Weg für Abstraktion und Kubismus.
Marcel Duchamp (1887–1968): Mit der Erfindung des Ready-mades entzog er dem Stillleben die Notwendigkeit der malerischen Nachschöpfung. Das Objekt selbst wurde zum Konzept.
Andy Warhol (1928–1987): Ersetzte die Früchte- und Blumenarrangements durch industrielle Serienprodukte der Massen- und Werbekultur.
Irving Penn (1917–2009): Übertrug die Ästhetik des Stilllebens auf die Studiofotografie. Seine Aufnahmen von weggeworfenen Zigarettenkippen, verrottendem Obst oder Knochen definierten die moderne Fotogattung neu.
ZEITGENÖSSISCHE KÜNSTLER – STILLLEBEN HEUTE
Mirko Schallenberg (*1967): Ein herausragender und international anerkannter Protagonist der modernen deutschen Stilllebenmalerei. Als Meisterschüler von Hermann Albert arbeitet er an einer tiefgreifenden Erneuerung des Genres. Mirko Schallenbergs Werke – oft großformatige Ölgemälde versammeln scheinbar vertraute Alltags- und Fundobjekte wie Gläser, Würfel, Fäden, Hölzer oder Früchte. Diese arrangiert er zu fragilen, monumentalen „Dingpyramiden“, die im virtuellen Zeitalter die haptische Wesenhaftigkeit von Materie betonen. Seine Arbeiten bewegen sich meisterhaft im Spannungsfeld von Konstruktion, Magischem Realismus, Pittura metafisica und dem gemalten Readymade. Besonders charakteristisch für seine Kompositionen ist die fragile Anordnung der Objekte, die oft an die austarierte Mechanik einer Waage erinnert. Mirko Schallenberg nutzt gezielt die Proportionen der Formen und das Gewicht der Farben, um dieses visuelle Gefüge minimal aus dem Gleichgewicht zu bringen. Durch dieses kalkulierte Kippmoment lässt er den Betrachter unmittelbar an einem wie eingefroren wirkenden Augenblick teilhaben, gleichzeitig kündigt diese subtile Instabilität die ständige, dynamische Veränderung des Lebens und die inhärente Vergänglichkeit der Materie an. Ganz im Sinne des Philosophen Roger Bacon – „Zerstörung ist die Mutter aller neuen Dinge“ – verweisen Mirko Schallenbergs Stillleben darauf, dass dem Moment des Verfalls stets das Potenzial eines evolutionären Neuanfangs innewohnt. Schallenbergs nationale und internationale Relevanz wurde unter anderem dadurch unterstrichen, dass er Deutschland im Jahr 2019 auf der renommierten 8th Beijing International Art Biennale in Peking (China) erfolgreich vertrat.
Luzia Simons (*1953): Pionierin der Scannografie. Sie arrangiert Blumen (insbesondere Tulpen) direkt auf Hochleistungs-Flachbettscannern. Dadurch entstehen hyperrealistische Bilder mit extremen Tiefenschärfen, die das klassische Blumenstillleben mit Fragen zu Globalisierung, Migration und Identität aufladen.
Rebecca Rütten (*1989): Schafft eine Brücke zwischen Altmeistern und Gegenwartskommerz. In ihren fotografischen Serien inszeniert sie zeitgenössisches Fast Food und Plastikbesteck im dramatischen Hell-Dunkel-Licht (Chiaroscuro) des niederländischen Barocks, was den heutigen Massenkonsum ironisch bricht.
Ori Gersht (*1967): Nutzt hochentwickelte Highspeed-Fotografie, um klassisch anmutende Blumenarrangements im Moment einer ferngesteuerten Explosion einzufrieren. Das Stillleben wird hier zum hochdynamischen, gewaltvollen Moment über Vergänglichkeit und Zerstörung.
Michaël Borremans (*1963): Erzeugt in seinen altmeisterlich anmutenden Ölgemälden rätselhafte Anordnungen von Objekten und menschlichen Figuren. Seine Stillleben strahlen eine latent düstere, psychologische und surreale Tiefe aus.
ZITATE STILLLEBEN HEUTE
Die nachfolgenden Zitate beleuchten das zeitgenössische Verständnis und die fortwährende Relevanz der Gattung aus Sicht von Kunsttheorie und Kunstschaffenden:
„Ein Stillleben ist kein leblos erstarrtes Arrangement, sondern ein hochdynamisches Geflecht aus Bedeutungen. Die Dinge, die wir heute abbilden, sind die Fossilien unseres eigenen Überflusses.“ | Unbekannter Kunsttheoretiker (zur Ästhetik des zeitgenössischen Objektarrangements)
„Die Dinge sind für mich lebendige Wesen, sie haben eine eigene Seele und Würde. […] Ich versuche, die Dinge in eine neue Ordnung zu bringen, die über ihre alltägliche Funktion hinausgeht, um eine metaphysische Dimension spürbar zu machen.“ | Mirko Schallenberg (über seine philosophische Herangehensweise an die „Dingpyramiden“)
„Das Stillleben war schon immer ein Barometer für gesellschaftlichen Wohlstand und dessen Kehrseite. Wo früher die verfaulende Zitrone stand, ist es heute die weggeworfene Plastikverpackung – die Vanitas-Botschaft bleibt im Kern dieselbe.“ | Aus einem Ausstellungskatalog zum zeitgenössischen Stillleben
„Indem wir die unbewegten Objekte unserer digitalen Gegenwart isolieren und betrachten, halten wir für einen Moment das unaufhörliche Rauschen der Welt an.“ | Zeitgenössische Perspektive zur Entschleunigung durch das Stillleben im 21. Jahrhundert
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Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Entfaltung, 2024, 155 cm x 160 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Moritz Götze, Pop Art, Alle Welt, 2010, Öl auf Leinwand, 120 cm x 80 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Widerschein, 2025, 100 cm x 80 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Moritz Götze, Moderne Zeiten, 2023, Emaillemalerei, 30 cm x 20 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Taktlos, 90 cm x 140 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Max Kaminski, Schädel (Eisenband, Garten), 1977, Öl auf Leinwand, 160 cm x 150 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Brutstätte, 2021, 150 cm x 155 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Thomas Kitzinger, A1 – 22, 2022, Öl auf Aluminium, 60 cm x 44 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Erdung, 2021, Stillleben, Öl auf Leinwand, 155 cm x 165 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Thomas Kitzinger, A2-14, 2014, Öl auf Aluminium, 120 cm x 84 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Morphe, 2019, Öl auf Leinwand, 146 cm × 160 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Sabine Christmann, Rot macht high, 2020, Öl auf Leinwand, 70 cm x 120 cm, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Resonanz, 2020, Öl auf Leinwand, 165 cm x 160 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Sabine Christmann, Trügerische Ruhe 2, Acryl auf Papier, 70 cm x 100cm, 2021, Preis auf Anfrage, SüdWestGalerie

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Dampf, 2012, Stillleben, Öl auf Leinwand, 80 x 90 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Vicente Heca, El Retorno, 1992, Acryl auf Leinwand, 100 cm x 81 cm, Preis auf Anfrage, Sammlung Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Synthesis, 2022, Öl auf Leinwand, 175 cm x 175 cm, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner

Stillleben heute, Mirko Schallenberg, Gewichtig, 2021,145 cm x 130 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage, Galerie Cyprian Brenner
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Die Geschichte des Stilllebens | ZeigMal! | Der Begriff des „Stilllebens“ hat seinen Ursprung im Niederländischen „Stilleve“. Still leben. Ein seltsamer, in sich doch etwas widersprüchlicher Begriff. Etwas mehr Aufschluss über die bildmotivischen Inhalte dieser neben Genre- und Historienbild sowie Portrait und Landschaft letzten großen Gattung der Malerei bieten uns vielleicht aber die italienische Bezeichnung „natura morta“ und seine französische Entsprechung, „nature morte“. Es sind eben die ihrer Natur, ihrem Wesen nach toten, unbelebten Gegenständen, die hier im darstellerischen Fokus stehen. „Stillleben“ zeigen also ein Arrangement von unbewegten, von stillen Dingen – sie sind dadurch in ihrer Natur kontemplativ, eine Ablenkung durch direkte, unmittelbare und die Ruhe störende menschliche Aktivität findet sich nicht. | Unterstützt vom „Bund Deutscher Kunsterzieher e.V (BDK) – Landesverband Niedersachsen“ | YouTube
DEFINITION STILLLEBEN HEUTE
Das zeitgenössische Stillleben bezeichnet die Fortführung, Transformation und konzeptionelle Erweiterung der klassischen Bildgattung (Nature morte) im späten 20. und 21. Jahrhundert. Während das traditionelle Stillleben leblose Alltagsobjekte primär zur Schau stellte, um handwerkliche Virtuosität, Wohlstand oder moralische Botschaften (Vanitas) zu vermitteln, dient es heute als gesellschaftskritischer und philosophischer Spiegel. Die zeitgenössische Definition löst sich weitgehend von der rein dokumentarischen Abbildung. Das leblose Objekt wird stattdessen zum Bedeutungsträger für globale Konsumkultur, technologische Entfremdung, ökologische Krisen sowie anthropologische Kernfragen über Ordnung und Zufall. Das Genre bricht dabei mit der Zweidimensionalität und integriert neben der Malerei digitale Medien, Skulpturen und Rauminstallationen.
HISTORIE & CHRONOLOGIE STILLLEBEN HEUTE
Frühes 17. Jahrhundert (Das Fundament): Etablierung des Stilllebens im Barock als eigenständige Gattung (v.a. in den Niederlanden). Fokus auf Prunk (Wohlstand) sowie Memento Mori- und Vanitas-Motive (Vergänglichkeit).
Spätes 19. Jahrhundert (Formauflösung): Paul Cézanne revolutioniert die Gattung. Er nutzt Äpfel und Vasen nicht mehr als Symbole, sondern als reine Studienobjekte für Farbe, geometrische Formen und eine neue, mehrperspektivische Raumwahrnehmung.
Frühes bis mittleres 20. Jahrhundert (Der Konzeptbruch): Der Kubismus (Pablo Picasso) bricht die Perspektive endgültig auf. Marcel Duchamp erklärt mit dem Readymade (Alltagsgegenstand als Kunst) das reale Objekt zum Kunstwerk. Die Pop Art (Andy Warhol) erhebt massenproduzierte Konsumgüter (z. B. Suppendosen) zum zentralen Motiv.
Späte 1970er- bis 1990er-Jahre (Fotorealismus und Dekonstruktion): Das Stillleben erobert die Konzeptkunst und die Fotografie. Künstler inszenieren die leblose Natur, um Schein und Sein der Konsumwelt im Spätkapitalismus offenzulegen.
Ab den 2000er-Jahren (Das digitale Zeitalter): Einzug von Highspeed-Fotografie, Scannografie und CGI (Computer Generated Imagery). Gleichzeitig erfährt die gegenständliche Malerei ein starkes Revival, indem sie altmeisterliche Techniken mit surrealen, modernen oder konzeptionellen Elementen kreuzt.
WEGBEREITER STILLLEBEN HEUTE
Die Transformation des traditionellen Stilllebens in seine heutige, zeitgenössische Form wurde maßgeblich durch folgende Pioniere geebnet:
Paul Cézanne (1839–1906): Gilt als Urvater der modernen Objektbetrachtung. Er befreite das Ding von seiner erzählerischen Symbolik und ebnete den Weg für Abstraktion und Kubismus.
Marcel Duchamp (1887–1968): Mit der Erfindung des Ready-mades entzog er dem Stillleben die Notwendigkeit der malerischen Nachschöpfung. Das Objekt selbst wurde zum Konzept.
Andy Warhol (1928–1987): Ersetzte die Früchte- und Blumenarrangements durch industrielle Serienprodukte der Massen- und Werbekultur.
Irving Penn (1917–2009): Übertrug die Ästhetik des Stilllebens auf die Studiofotografie. Seine Aufnahmen von weggeworfenen Zigarettenkippen, verrottendem Obst oder Knochen definierten die moderne Fotogattung neu.
ZEITGENÖSSISCHE KÜNSTLER – STILLLEBEN HEUTE
Mirko Schallenberg (*1967): Ein herausragender und international anerkannter Protagonist der modernen deutschen Stilllebenmalerei. Als Meisterschüler von Hermann Albert arbeitet er an einer tiefgreifenden Erneuerung des Genres. Mirko Schallenbergs Werke – oft großformatige Ölgemälde versammeln scheinbar vertraute Alltags- und Fundobjekte wie Gläser, Würfel, Fäden, Hölzer oder Früchte. Diese arrangiert er zu fragilen, monumentalen „Dingpyramiden“, die im virtuellen Zeitalter die haptische Wesenhaftigkeit von Materie betonen. Seine Arbeiten bewegen sich meisterhaft im Spannungsfeld von Konstruktion, Magischem Realismus, Pittura metafisica und dem gemalten Readymade. Besonders charakteristisch für seine Kompositionen ist die fragile Anordnung der Objekte, die oft an die austarierte Mechanik einer Waage erinnert. Mirko Schallenberg nutzt gezielt die Proportionen der Formen und das Gewicht der Farben, um dieses visuelle Gefüge minimal aus dem Gleichgewicht zu bringen. Durch dieses kalkulierte Kippmoment lässt er den Betrachter unmittelbar an einem wie eingefroren wirkenden Augenblick teilhaben, gleichzeitig kündigt diese subtile Instabilität die ständige, dynamische Veränderung des Lebens und die inhärente Vergänglichkeit der Materie an. Ganz im Sinne des Philosophen Roger Bacon – „Zerstörung ist die Mutter aller neuen Dinge“ – verweisen Mirko Schallenbergs Stillleben darauf, dass dem Moment des Verfalls stets das Potenzial eines evolutionären Neuanfangs innewohnt. Schallenbergs nationale und internationale Relevanz wurde unter anderem dadurch unterstrichen, dass er Deutschland im Jahr 2019 auf der renommierten 8th Beijing International Art Biennale in Peking (China) erfolgreich vertrat.
Luzia Simons (*1953): Pionierin der Scannografie. Sie arrangiert Blumen (insbesondere Tulpen) direkt auf Hochleistungs-Flachbettscannern. Dadurch entstehen hyperrealistische Bilder mit extremen Tiefenschärfen, die das klassische Blumenstillleben mit Fragen zu Globalisierung, Migration und Identität aufladen.
Rebecca Rütten (*1989): Schafft eine Brücke zwischen Altmeistern und Gegenwartskommerz. In ihren fotografischen Serien inszeniert sie zeitgenössisches Fast Food und Plastikbesteck im dramatischen Hell-Dunkel-Licht (Chiaroscuro) des niederländischen Barocks, was den heutigen Massenkonsum ironisch bricht.
Ori Gersht (*1967): Nutzt hochentwickelte Highspeed-Fotografie, um klassisch anmutende Blumenarrangements im Moment einer ferngesteuerten Explosion einzufrieren. Das Stillleben wird hier zum hochdynamischen, gewaltvollen Moment über Vergänglichkeit und Zerstörung.
Michaël Borremans (*1963): Erzeugt in seinen altmeisterlich anmutenden Ölgemälden rätselhafte Anordnungen von Objekten und menschlichen Figuren. Seine Stillleben strahlen eine latent düstere, psychologische und surreale Tiefe aus.
ZITATE STILLLEBEN HEUTE
Die nachfolgenden Zitate beleuchten das zeitgenössische Verständnis und die fortwährende Relevanz der Gattung aus Sicht von Kunsttheorie und Kunstschaffenden:
„Ein Stillleben ist kein leblos erstarrtes Arrangement, sondern ein hochdynamisches Geflecht aus Bedeutungen. Die Dinge, die wir heute abbilden, sind die Fossilien unseres eigenen Überflusses.“ | Unbekannter Kunsttheoretiker (zur Ästhetik des zeitgenössischen Objektarrangements)
„Die Dinge sind für mich lebendige Wesen, sie haben eine eigene Seele und Würde. […] Ich versuche, die Dinge in eine neue Ordnung zu bringen, die über ihre alltägliche Funktion hinausgeht, um eine metaphysische Dimension spürbar zu machen.“ | Mirko Schallenberg (über seine philosophische Herangehensweise an die „Dingpyramiden“)
„Das Stillleben war schon immer ein Barometer für gesellschaftlichen Wohlstand und dessen Kehrseite. Wo früher die verfaulende Zitrone stand, ist es heute die weggeworfene Plastikverpackung – die Vanitas-Botschaft bleibt im Kern dieselbe.“ | Aus einem Ausstellungskatalog zum zeitgenössischen Stillleben
„Indem wir die unbewegten Objekte unserer digitalen Gegenwart isolieren und betrachten, halten wir für einen Moment das unaufhörliche Rauschen der Welt an.“ | Zeitgenössische Perspektive zur Entschleunigung durch das Stillleben im 21. Jahrhundert